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Freitag, 28. Februar 2025

Plötzlich 50 - Wer bin ich jetzt noch?

Wer bin ich denn noch, wenn ich - 

nicht mehr arbeite, 
kein Feedback von Kollegen und Kunden bekomme,   
die Kinder aus dem Haus sind und ihre eigenen Wege gehen? 

Diese Fragen höre ich öfter. Diese Fragen treiben viele Frauen um in diesen Jahren voller Wechsel. Erst Recht, wenn all das zusammen kommt. Es gibt sogar einen Begriff dafür, das empty nest syndrom. Bezieht sich zwar hauptsächlich auf die flügge gewordenen Kinder, aber die Symptome sind eigentlich immer gleich. 

Das Hamsterrad dreht sich langsamer 


Gerade noch war man mittendrin im Hamsterrad und hielt grundsätzlich mehrere Bälle gleichzeitig in der Luft. Und jetzt? Melden sich die Kinder zwar noch häufig, der Kontakt ist eng und liebevoll, aber sie tragen selbst ihre Verantwortungen, sie führen ihr eigenes Leben. Die ehemaligen Kolleginnen melden sich auch noch, einige sind auch schon zuhause. Wir treffen uns zum Frühstück, manchmal auch noch zur altvertrauten Mittagspausenrunde, aber wir sind kein Team mehr. Wir spielen keine tragende Rolle mehr in unseren Alltags-Leben. 

Was macht uns Frauen in der Lebensmitte aus? 

Wer also sind wir jetzt noch und viel wichtiger, was können wir werden? Was fangen wir an mit dem Rest unseres Lebens? Zunächst einmal: Wir sind wir. Wir sind Mitte 50 - 60 und dürfen stolz sein auf das, was hinter uns liegt. Was wir bewältigt haben, was wir gut gemacht haben. Wir können jetzt ernten, was wir gesät haben. Und wenn wir für den Rest unseres Lebens gar nichts mehr tun außer Spaß - ist das auch ok. Ich sehe die Wechseljahre als Geschenk. Ein großes Geschenk mit einer glitzernden Schleife drum. Ich kann das tun, was ich tun will. Ich kann so sein, wie ich will. Mir ist egal, wie andere mich sehen, was andere von mir denken. Wichtig ist mir, dass ich mich wohlfühle mit dem, was ich tue. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen, ich muss mich mit nichts und niemandem mehr vergleichen, allenfalls mit mir selber. 


Eine Weisheit für jedes Lebensalter 


Es gilt in jedem Alter: Niemand wird Dein Leben für Dich führen oder es ändern. Das müssen wir schon selber machen. Und wenn wir unser Leben selbst in die Hand nehmen, werden wir auch etwas anderes noch ändern. Ja, wir kommen kaum bis gar nicht mehr vor in der Wahrnehmung der Gesellschaft. Sind wir ab 50 unsichtbar? (Wir sind nicht mal mehr Personen, die gebären können. Sorry. off Topic, aber der musste jetzt sein) Wir sind halt keine Zielgruppe mehr. Außer vielleicht für Liftas, Hörgeräte und Einlagen für Blasenschwäche. 

Wer, wenn nicht wir, kann den Blick ändern, den die Gesellschaft auf uns hat. Je liebevoller wir mit uns selber umgehen, je liebevoller wir auf uns selber blicken, desto weniger unsichtbar sind wir, desto weniger werden wir belächelt. Wir sind das, was wir ausstrahlen. Das, was wir anderen vermitteln, zu sein. Wenn man weiß, wer man ist, was man kann, was man will, strahlt man das auch aus. 


50 plus - jetzt dürfen wir gut zu uns selbst sein 


Heißt im ersten Schritt: Wir müssen uns mögen, wir müssen freundlich zu uns sein. Ich merkte es deutlich, merke es immer noch: Ich hab nicht gut auf mich aufgepasst. Ich selbst habe mich immer an die letzte Stelle gesetzt. Weil es einfacher war, in der to-do-List das zu streichen, was nicht to do sondern to can war. Seit ich zuhause bin, merke ich, ich erhole mich. Mit Rückschlägen. Aber es wird. Egal, was anliegt:  Ich gönne mir jetzt jeden Tag etwas nur für mich. Das muss, soll und braucht nichts Materielles sein. Aber ich gönne mir Zeit für mich. Die Workouts am Morgen, ein bißchen extra Wellness im eigenen Bad. Alleine das - das Gefühl, Zeit zu haben, mich ausgiebig zu pflegen, tut mir unglaublich gut. Ja, wir werden älter. Ja, die Erholungsphasen, die wir benötigen, werden länger. 

Diese Zugeständnisse an uns selbst sind ein erster Schritt, aber mich haben sie einen Teil des Weges voran gebracht.  Seitdem das Hamsterrad sich ohne mich dreht, ist mir eine Selbstverständlichkeit klar geworden: Niemand anders als ich selbst hat exakt die Fähigkeiten und das Wissen, dass ich habe. Das, was ich jetzt bin, was ich kann, habe ich in meinem Leben gelernt. Es ergibt sich aus meinen Lebensumständen, meinen Erfahrungen.  Es gibt genau eine Person auf der Welt, die genau das hat. Und genau das macht mich einzigartig. Ebenso Dich. Und Dich. Und Dich auch. 

Also: seid gut zu Euch. 


Gesteht Euch die Erholungsphasen zu und seid stolz auf Euch. Ich genieße es, freundlich zu mir selbst zu sein. Ich genieße es, mich morgens fertig zu machen und mit meinem Bild im Spiegel zufrieden zu sein. Auch wenn ich den ganzen Tag keinen sehe - aber es macht enorm viel aus für mein Gefühl, mich schick anzuziehen und etwas aufzurüschen. Einfach, um mir selbst zu zeigen: Ich bin es mir wert.  

Feel good first       


Und zu guter Letzt: Die meisten von uns sind nicht alleine, die meisten von uns leben in einer Partnerschaft. Eine Partnerschaft, die viele auch erst wieder neu entdecken müssen. Glaubt mir, das lohnt sich auch und kann viel Spaß und Erfüllung bringen. Sucht Euch etwas, was nur Euch gehört. Was Ihr zusammen macht. Es muss ja nicht immer gleich ein Boot sein ;) 

Bekanntes Motto: Feel good first. Rest will follow.

Fazit: Wir sind alt genug, um nichts mehr zu müssen. Aber jung genug, um noch alles zu können. 

    
Disclaimer: Dieser Beitrag wurde bereits im Februar 2024 erstmals in diesem Blog veröffentlicht. Da mir dieser Beitrag aber sehr wichtig ist, habe ich nochmal zur Veröffentlichung freigegeben. Dieser Blog wird sonst nicht mehr aktiv bespielt. Ich habe mittlerweile eine eigene selbst gehostete Webseite, die auch meinen Blog weiterführt. Dort sind Kommentare geöffnet und es ist eine lebhafte Community entstanden. Jeder, der seine Freiheit im Alter genießen und entspannt älter werden möchte, findet dort jede Menge Anregungen. 

Ihr seid mir dort von Herzen willkommen:



    




Freitag, 29. Dezember 2023

Ein Jahr voller Erkenntnisse

Tach auch Liebeleins. Zack, ein Fingerschnips - da sind wir wieder. Zwischen den Jahren. Nach Weihnachten, vor Silvester - in diesem Blog traditionell die Zeit für den Rückblick: 

Was vom Jahr übrig blieb


Was wird es sein, wenn wir dieses Jahr erinnern? Woran werden wir denken? Was hat dieses Jahr geprägt? Mein Jahr war okay. Nicht mehr. Nicht weniger. Für das "nicht weniger" bin ich dankbar. Das "nicht mehr" bedauere ich. Sehr. Die Headline des Abgesangs auf die Bootssaison trifft auf das ganze Jahr zu: Irgendwas war immer. Es waren meist kleinere "Irgendwasse" - von größeren Dramen blieben wir verschont. Da hatten wir ganz andere Jahre. Jahre, die mich demütig genug gemacht haben, um - noch einmal - dankbar zu sein. Für alles was ist, für alles was wir haben. Dennoch - ich hatte Hoffnungen, Wünsche, Ambitionen für dieses Jahr. Was ich stattdessen bekam, waren Erkenntnisse. 

Die Bande und ihre Projekte


Fangen wir an mit dem Erfreulichen. Meine Männer. Denen geht es gut. Der Captain widmet sich der Hundeerziehung, dem festen und dem schwimmenden Zuhause und befolgt das Mantra der Whisteria-Lane Privatiers: Man muss immer ein Projekt am Laufen haben. Der Jurist hat alle seine akademischen Projekte mit Prädikat beendet. Wir begrüßen ganz offiziell einen Herrn Doktor in unserer Arbeiterfamilie. Projekte prägen weiterhin sein Leben, nur sind diese jetzt beauftragt. Ebenso wie beim Frankfurter, der sein Jahr als Senior Consultant beendet. Schönste Erkenntnis des Jahres: Meine Männer - eine Erfolgsgeschichte. 

Das Boot 


Die Bootssaison war wie das ganze Jahr: nass, stürmisch, oft usselig. Ja, doch. Ich kann Euch hören. Es hat was Albernes, in einem Jahresrückblick über das Wetter zu moppern. Das weiß ich selbst. Aber - unsere Art zu leben ist in seiner Detailgestaltung stark davon abhängig. Auch hier - Wünsche,  Hoffnungen und Pläne - in Teilen ins Wasser gefallen. Alles nachzulesen im Logbuch unserer aquamarijnblauen Träume. In der Hafengemeinschaft gab es etliche Veränderungen. Auch wenn wir einige erst wenige Jahre kannten - Abschiede sind immer traurig. Gut zu merken auch - die Euphorie der Big C Jahre bezüglich 'Vakantie in eigen Land' war eine Euphorie auf Zeit. Natürlich hatten wir aber auch großartige Momente auf dem Wasser. Nicht zuletzt, weil unser kleiner Leichtmatrose vom ersten Moment an schockverliebt in sein schwimmendes Zuhause auf Zeit war.  Maritime, nicht neue Erkenntnis des Jahres: Bootsleben ist die teuerste Art, unbequem zu leben. Und bei Dauersturm und Regen ist die erste Heimat auch eine Wahl.  

Mit Hund auf dem Boot












Der Bootshund


Der Flusenbär ist glücklich. Ende Oktober feierten wir unseren ersten Adoption Day - was für ein wildes Hundejahr es für ihn war. Mittlerweile ist er so voll und ganz in seinem 'Für immer Zuhause' angekommen, dass wir sicher sind - er hat all seine schlechten Erinnerungen komplett überschrieben. Er liebt sein Zuhause, er liebt das Boot, er liebt seine Wälder und Wiesen und ist definitiv Team 'in dubio Heeg'.  Grundsätzlich hält er es mittlerweile für sein Gott gegebenes Recht, ein verwöhnter kleiner Hund zu sein. Vierbeinige Erkenntnis des Jahres: Ich bin hier sicher.  Führt nun auch gelegentlich zu einem "Versuch macht kluch" aber das darf auch ruhig so sein. Er akzeptiert ein Nein mit einem hochmütigen Schnauben und wedelt weiter fröhlich durch sein Luxus-Leben.  

Der Blog 


Eins der Themen, die unter "Das hatte ich mir anders gewünscht" fallen. Ich blogge gerne, das Schreiben bedeutet mir auch persönlich viel. Es gab einige Blogartikel, zu denen ich viel Feedback bekam. Auch das, gerade das, bedeutet mir sehr viel. Mutmachende Erkenntnis: Es gibt den Wunsch nach Austausch in diesem Lebensabschnitt, es gibt den Wunsch nach Gemeinsamkeit. Aber - Reichweite geht anders. Ich habe diesen Blog in den Jahren des großen Blogsterbens erfolgreich in die Unsichtbarkeit geschickt. Zu erfolgreich. Bitterste Erkenntnis des Jahres: Dieser Prozess ist nicht umkehrbar. Es funktioniert einfach nicht. Damit hat der Blog es ganz nach oben auf die Agenda der im nächsten Jahr zu entscheidenden Dinge geschafft. 
Ich trage einen Elch aus Pappe










Ich habe entschieden. Der Blog bekommt einen Re-Start. Ihr findet mich jetzt auf brittalanghoff.de - dort dreht sich alles darum, mutig älter zu werden. Freiheit zu genießen und Abenteuer zu erleben. Dieser neue Blog war vom Start weg sehr erfolgreich. Eine gute Community hat sich gefunden, um sich dort gemeinsam auszutauschen. Klickt gerne rein. Rechts in der Seitenleiste findet Ihr den Link, ebenso in meinen sozialen Medien oder im ersten Post des alten Blogs hier.    


Mein Bestreben 


'Einfach machen - könnte ja gut werden' im Zweiklang mit 'Das Leben ist zu kurz für irgendwann' Meine Mantras, die das leicht resignierte 'die Hoffnung stirbt zuletzt' immer noch nicht komplett abgelöst haben. Die ersten Monate des Jahres bin ich in Schuhen gelaufen, die mir nicht passten. Die dabei entstandenen Blessuren verlangsamen meine Wege nach wie vor. Enttäuschendste Erkenntnis des Jahres: Es ist mein Zirkus, ich bin der Clown. Gemeinsam mit dem Blog stehen hier Entscheidungen an. Bleibe ich in meiner versteckten Loge oder komme ich aus der Deckung und verändere meine Manege? Entscheidungs-vorbereitende Erkenntnis: Als One Woman Show ist das kaum machbar, ohne Unterstützung, Wertschätzung, Interesse und Ermunterung eine sehr einsame Angelegenheit. Ob das so bleibt, ob ich das will - unklar. Diese Erkenntnis will noch gewonnen werden.  Zu welchen Entscheidungen sie führt -  sehr wahrscheinlich Thema im nächsten Jahresrückblick. In diesem Jahr treffe ich jetzt die Entscheidung: Es ist Zeit für meine subjektive 

Statistik des Jahres 


Beliebtester Blogartikel des Jahres: 12 gute Gründe - darum sind wir Ü50er fabelhaft 
Aussicht des Jahres: Ein Plan B muss her
Song des Jahres: Racoon - Nickel for goodbye 
Serie des Jahres: Daisy Jones and the Six* (Liebeleins, guckt das. So so gut)
Dokumentation des Jahres:  Lewis Capaldi - How I`m feeling now *
Buch des Jahres: Delia Owens - der Gesang der Flusskrebse 
Vernunft des Jahres: better safe than sorry.  
Zahl des Jahres: 5000 
Schrägste Story des Jahres: Eben noch morgens um acht mit der Kiste Bier auf der Verkehrsinsel...... 
Naturtalent des Jahres: Leichtmatrose Dr. Fussel  
Schockverliebt des Jahres: Bruno, das schlitzohrige Alpaka **  
Besuch des Jahres: Pfingsten kam nicht nur der heilige Geist an Bord, sondern auch der Herr Doktor und seine Liebste. Was die versammelte Großfamilie nicht nur an diesem Wochenende sehr gefreut hat. 
Sehnsuchtsort des Jahres: Stavoren verbunden mit 
dem Kennenlernen des Jahres: Insta-Treffen auf der kleinen Insel im Binnenhafen
Wiedersehen des Jahres: Hamburger im Altweibersommer. 
Farewell des Jahres: Ode an die Vrijheid. Möge sie auch auf der anderen Seite des Regenbogens segeln.  
Vermissen des Jahres: Rainer, in unseren Herzen bist Du immer dabei.  
Unverhofft kommt oft des Jahres: Die Insel der Seligen: Urk 
Schönstes Bild des Jahres: 

Der Mann, die Frau, der Hund im Tulpenfeld


Mir bleibt noch, Euch von Herzen einen schicken Jahreswechsel zu wünschen. 
Habt keine Erkenntnisse, die ich nicht auch haben möchte. 
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Disclaimer: Anfang Dezember habe ich mich via Instagram dem Projekt Jahresrückblog23 von Judith Peters  aka Sympatexter angeschlossen. Mit dem Wunsch nach guten Tipps von Judith, die in Bloggerkreisen einen Experten-Ruf genießt und auch mit der Hoffnung auf bessere Vernetzung in der Blogosphäre. Leider hat mich ein nicht zu er-testendes Virus zwei Wochen völlig aus der Bahn geworfen, so dass die vorbereitenden und begleitenden Posts auf Instagram weit weniger wurden als erhofft. Dennoch hat mir das Projekt gefallen und ich danke Judith für die viele Arbeit, die sie sich damit gemacht hat. Es war eine Erfahrung und hat mir gerade im Punkt Blog und soziale Medien Entscheidungs-beeinflussende Erkenntnisse gebracht.  (Werbung wegen Namensnennung. Unbeauftragt, unbezahlt. Aber better safe than sorry und so weiter gähn)  

*Daisy Jones verfügbar bei Amazon Prime, die Capaldi-Doku bei Netflix  (Werbung wegen Namensnennung. Unbeauftragt, selbst bezahlt. Aber better safe than sorry und so weiter gähn)  

** Damit wir es hier nicht so gähnend beenden. Der Vollständigkeit halber: das Schmunzelbild des Jahres: Schockverliebt in Bruno.  

Bruno das lustige Alpaka und ich








Welche Konsequenzen ich aus den Erkenntnissen ziehe, erzähle ich brandneu im Jahresausblick. Seid gespannt ! 


Donnerstag, 30. November 2023

Feierabend für immer - wie schafft man es früh in den Vorruhestand ?

Zwei Jahre schon im "nen Scheiß muss ich Modus"  - Vom Job in die Freiheit eines frühen Vorruhestands. Beneidenswert? Ja. Ich beneide mich manchmal selbst. Ich liebe alles daran und bin gleichermaßen erleichtert und stolz darauf, das geschafft zu haben. 

Ziel: Feierabend für immer 


Feierabend für immer


Ich habe es nie an die große Glocke gehangen, dass ich auf das Ziel früher Vorruhestand hinarbeite. Etliche waren sehr überrascht, als ich 2021 mein allerbestes Weihnachtsgeschenk präsentierte. Damit hatten nur wenige gerechnet. 

Klar - kein seltener Wunsch, möglichst früh in den Ruhestand zu gehen. 

Aber auch wenn "the great retirement" weltweit trendet, ist das ernsthafte Hinarbeiten auf den Vorruhestand seltener als der Wunsch danach.

Einige Fragen, die mir oft begegnen, habe ich schon thematisiert. Um die Antwort auf eine andere, oft gestellte Frage, habe ich mich bis jetzt gedrückt. Weil die Antwort bittere Wahrheiten enthält und nicht jedem gefallen wird. Die Frage ist: 

Wie schafft man es in einen frühen Vorruhestand? 


Es fragen nicht nur viele "Wie hast Du das geschafft?" Die Frage wird gerne auch kombiniert mit "Du Glückliche" "Da hast Du aber Glück gehabt" Impliziert, dass es mir in den Schoß gefallen ist.  Nein. Ganz klares Nein. Da ist kein Manna vom Himmel gefallen und ich stand nur zufällig mit ausgebreiteter Schürze da, um es aufzufangen. Dass ich es den Vorruhestand mit 57 geschafft hatte - ja, da hat eine gute Fee nachgeholfen. Ohne Fee hätte ich den Vorruhestand zeitgleich mit der 6 vorne begrüßt. Was auch noch früh ist. Die Wahrheit ist: 

Früh in den Vorruhestand ist ein Langstreckenziel  




Jedem über 50, der jetzt auf die Idee kommt, dem muss ich sagen: Das wird ohne Manna und Fee schwer. Für einen frühen Vorruhestand braucht man wenig überraschend vor allem: das berühmte Fuck-you-Money.  Das muss man wollen. Ernsthaft wollen. Es als Ziel definieren, dem man anderes unterordnet und sich sehr klar darüber sein, was es bedeutet. Je früher man das entscheidet, desto besser. Inclusive der Entscheidung, wieviel Fuck you Money man braucht. Sprich, welchen Lebensstandard man leben will, jetzt und später.  

In meiner Lebensplanung war irgendwann klar: Ich begrabe den ein oder anderen Traum, den ich als junges Mädchen hatte. Ich will eine Familie. Unbedingt. Mehr als Karriere und Berufung. Ich entschied mich, in meinem Brot-und-Butter-Job zu bleiben. In diesem eine Position erreichen, in der ich auch Teilzeit ein gutes Gehalt bekomme. Samt diverser Absicherungen. Ziel Nummer eins war es, den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Ziel Nummer zwei: finanzielle Unabhängigkeit vor gesetzlichem Renteneintrittsalter erreichen.  

Zähne zusammenbeißen, durchziehen. Arbeitszeit aufstocken, wo geht. Ja, es hilft, wenn man gut bezahlte Jobs hat. Sowohl ich als auch der mittlerweile ebenfalls ruheständige Gatte haben aber auch was dafür getan, diese Jobs zu haben, zu kriegen, zu behalten. Ich weiß, dass es dennoch ungerecht verteilt ist. Dennoch - sage ich das alles nicht vom hohen Roß. Ich habe Menschen aus etlichen Gehaltsklassen bei dieser Planung begleitet. Die Formel ist simpel:  bleib mindestens! 10 Prozent  unter dem, was Du Dir maximal leisten könntest, sichere das Notwendige ab und dann bau auf.   

Lebenshaltung im Budget 


Durchziehen gilt nicht nur für den Job. Das A und O ist vernünftiges Budgetieren. Und sich daran halten. Oberste Richtlinie: Niemals das Budget aus- oder gar überreizen. Den Lebensstandard ganz bewusst nicht so hochschrauben, wie es möglich ist. Wir sind rund 20 Prozent unter dem geblieben, was gegangen wäre. Das haben wir konsequent gelebt. Auch jetzt noch. (Was auch durchaus in der Krise hilft) 

Wenn man seine Lebenshaltungs-Posten in Ruhe durchgeht: Es gibt soviel, an dem man sparen kann, ohne wirklich Verzicht zu üben. Details sprengen hier den Rahmen. Dazu gerne separat mehr, wenn Ihr möchtet. Der olle Spruch vom Kleinvieh, welches auch Mist macht, stimmt. Das beweist nicht nur unser Dr. Fussel. Es kommt massig zusammen, wenn man seine Ausgaben überdenkt und runterschraubt. Hier ein Euro, da zwei, dann drei - es läppert sich, wenn man diese Summe monatlich spart. 

Ohne Disziplin geht gar nichts 


Stetig unter dem möglichen Lebensstandard zu bleiben erfordert Disziplin. Ja, auch mein innerer Schweinehund und ich - wir hatten so unsere Kämpfe. Wichtig ist mir an dieser Stelle folgendes zu betonen:  Das hört sich nach erhobenem Zeigefinger an. Ist mir bewusst. Ich beantworte hier aber nur die Frage, wie wir soweit gekommen sind. Das hört sich vielleicht auch nach spaßbefreit an. War es nicht. Alles eine Frage der Prioritäten. Ich kenne auch das oft vorgebrachte Argument: "Ich will aber jetzt leben. Wer weiß, ob ich überhaupt so alt werde" Zigmal gehört. All denen sage ich immer: Ja, ok. Dein Ding, Deine Entscheidung. Hauptsache, Dir ist eines so klar wie mir: Man kann seinen Kuchen nicht behalten UND essen.        

Lasst Euch gut beraten 


Wenn das Budget steht, muß man sich mit privater Altersvorsorge* beschäftigen. Man kann bei allen Rententrägern Prognose-Verläufe anfordern und sich beraten lassen. Man muss sich völlig klar darüber zu sein, dass man bei der staatlichen Absicherung Abstriche macht, wenn man früh aufhört zu arbeiten. Es zählt auch bei mir nur in begrenztem  Rahmen, dass ich 40 Jahre eingezahlt habe. Auch wenn es mir nach diesen langen Jahren Arbeit leichter fiel, mir den frühen Ausstieg zu erlauben - ich musste ihn mir selbst erlauben. Und erarbeiten. Die Abstriche in der Rentenversicherung muss man kompensieren können. Das muss man auf das Fuck-You-Money draufrechnen.  Langstrecke, exponentielles Wachstum und so. 

Noch ein Wort zur Rente 


Macht eine Rentenberatung! Es gibt genug - auch staatliche - Stellen, die das machen. Auch wenn Ihr erst zur Regelzeit aufhört. Alleine schon, um die Vollständigkeit der Daten abzugleichen. Unter Umständen kommt man auch auf andere erstaunliche Ergebnisse. Bei mir und vielen anderen ist es so, dass die wichtigen (Beitrags)Jahre vor meinem 50 Lebensjahr waren. Hätte ich z.b. bis 63 weiter gearbeitet oder jetzt freiwillig eingezahlt, müsste ich mindestens 84 Jahre alt werden, nur um auf eine Plus-Minus Null Rechnung zu kommen. 84! Und damit ich auch was davon habe, bei guter Gesundheit. Die ich mir umfassend selbst mit 63 nicht mehr zugetraut hätte, wenn ich überlege, wie viel Kraft mich der Alltag gekostet hat. Also Einbußen dort. An anderer Stelle aber unbezahlbarer Zugewinn. Zumal man die Einbußen mit guter Planung (s.o.) auch kompensieren kann. Noch dazu vererbbar kompensieren kann. Finde ich persönlich auch ein Argument.  

Alles Makulatur jetzt weil Inflation? 


Und nein - die grassierende Inflation macht mir keinen Strich durch die Rechnung. Inflation war immer großzügig eingerechnet. In den letzten Jahren hielt sie sich in Grenzen, dafür schlägt sie gerade durch. Aber in meiner Mischkalkulation passt es. 

Mein Fazit ist simpel: 

 
Früh in den Vorruhestand - erfahre in diesem Artikel wichtige Informationen


PoV: Altersvorsorge: Unser geschätzter Freund Spieler7 verwies in seinem Kommentar 👇 auf das Thema betriebliche Altersvorsorge (bAV) . Ich danke für diesen Hinweis. Tatsächlich wichtig, das separat noch einmal zu erwähnen. Geht das an! Auch wenn es ein zugegeben kompliziertes Thema ist. 


Wichtige Tipps, um früh in den Vorruhestand zu kommen: 

Auch in meinem neuen Blog geht es darum, wie man Träume verwirklicht. Ihr findet dort viele wichtige Artikel, die Euch Eurem Ziel und Euren Träumen näher bringen. 
Ein guter Round-Up-Artikel zum Start ist der Artikel "mutig älter werden" 

Unter dem Stichwort Traumerfüllung findet Ihr etliche Artikel, die Euch dabei begleiten. Zum Thema Budget in der Lebenshaltung kamen und kommen immer wieder Fragen. Auch dazu gibt es im neuen Blog unter diesem Stichwort entsprechende Artikel. Schmökert Euch gerne durch.  
 

   

Sonntag, 19. November 2023

Das Leben ist zu kurz für irgendwann - die Bucket-List

Wir haben da eine Frage
Ganz ehrlich. Das interessiert uns brennend 

Habt Ihr eine Bucket-List? 

Also so eine Liste, auf der alle Dinge stehen, die Ihr noch erleben/ errreichen wollt, bevor Ihr den Löffel abgebt ( Gerne wird die Bucket List deswegen auch Löffel-Liste genannt ) 

Auf meiner Bucket-List ganz oben stand schon lange der Wunsch nach einer eigenen Webseite. Ich habe sie mir erfüllt. Schaut gerne rein, schaut Euch um. Ihr seid dort herzlich willkommen. 

Die Vorgeschichte: Wie komme ich jetzt auf diese Frage? 

Neulich hatte ich ein Party-Wochenende. An einem Abend feierte eine Freundin ihren Geburtstag, am nächsten trafen sich alte Weggefährten zu einem jährlichen Wiedersehen. Diese Woche traf sich der alte Adel aus der Bronx. Die meisten Anwesenden im besten Alter, Ü 50 und deutlich mehr. Jedes Mal kam das Gespräch auf die Bucket-List. Es fing an mit den obligatorischen Fragen nach dem Urlaub: "schon gebucht für nächstes Jahr? wo fahrt Ihr denn hin?"  sowas halt. Jedes Mal war es nur ein kleiner Schritt hin zum Thema "Das will ich unbedingt noch...... und das auch"  

Legalize it in Parookaville  

Zu meinem echten Erstaunen zückten Etliche ihr Handy und zeigten ihre Bucket-List. Ordentlich aufgelistet Urlaubsziele, die man unbedingt noch sehen will - Skandinavien führt die Liste an, weit vorne auch Kreuzfahrten. Aber auch diverses andere stand drauf. Ein Instrument lernen - hallo Engelchen, Du bist im Trend - über Cannabis ausprobieren, wenn legalisiert bis hin zum Besuch von Parookaville. Es waren spannende Ziele, die aus der Wundertüte gezogen wurden. Ganz oft auch Ziele, die man so von denjenigen gar nicht erwartet hätte. 

Die Bucket List der Feen 

Ich war tatsächlich erstaunt. Obwohl ich so gerne to-do-Listen schreibe, war mir die Idee noch nicht gekommen, eine Bucket-List zu schreiben. Die letzte Bucket-List, die ich in Händen hatte, haben die Zauberwesen im Feenwald geschrieben: Die Bucket-List-Earnewald im Nationalpark Alde Feanen. Die  wir selbstverständlich abgearbeitet haben. Natürlich habe ich überlegt, was auf meine Bucket-List kommen würde. 

Das Leben ist zu kurz für irgendwann 

Für mich bin ich zu dem Schluss gekommen - ich habe keine Bucket-List, weil ich keine will. Bucket-List beinhaltet für mein Gefühl tatsächlich, dass es die Dinge sind, die ich unbedingt tun will. Dinge, die ich auf dem Sterbebett bedauern würde, wenn sie sich nicht erfüllen. Da bin ich persönlich drüber. Die Dinge, die ich unbedingt in meinem Leben tun wollte, habe ich getan. Ich habe dieser Welt zwei tolle  Kinder geschenkt, ich habe ihnen eine Ausbildung ermöglicht, die sie das tun lässt, was sie tun wollen - von mir aus auch eine Bucket-List schreiben, wenn sie das möchten. Und ich habe mir ein selbstbestimmtes Leben mit " 'nen Scheiß muss ich" ermöglicht. Noch dazu mit der Möglichkeit, auf dem Wasser zu leben. Das WAR meine Bucket-List, damit bin ich feddich. Heutzutage steht auf meiner Bucket-List noch: Jeden Tag genießen, glücklich sein, frei sein. Frei auch von selbstgewählten Zwängen. Alles andere ist Zugabe. 

Bucket List abgearbeitet


Die to-want-Liste 

Natürlich habe ich Wünsche, Projekte, Ziele. Es gibt vieles, was auf meiner to-want-Liste steht. Die ganz große Skandinavien Tour, längere Bootstouren, immer wieder die Nordsee. Für diesen Blog wünsche ich mir mehr Aufmerksamkeit, ich würde gerne ein Buch veröffentlichen. Alles Dinge, an denen ich arbeite. mit denen ich mich beschäftige.  Aber keine Dinge, von deren Erfüllung mein Seelenheil abhängt. Da bin ich völlig entspannt.

Und jetzt Ihr! 

Dennoch - ich fand das gut. Mit welcher Begeisterung alle von ihrer Bucket-List erzählt wurde, welche Pläne in der Mache sind, was angegangen wurde. Diejenige mit dem Wunsch Parookaville hatte sich das in diesem Jahr erfüllt und erzählte sehr begeistert davon. Der lebende Beweis für: 

Das Leben ist zu kurz für irgendwann 


Also - erzählt mal! Ich bin jetzt ernsthaft neugierig. Habt Ihr eine Bucket List? Und wenn Ihr mögt, erzählt gerne, was draufsteht

Habt Ihr eine Bucket-List
  

Montag, 11. September 2023

Hallo Sommer! Hallo alte Weiber

Tach auch Liebeleins. Und damit sind nicht nur die alten Weiber gemeint. 
Versteht sich. Geht es Euch gut? 

Auf die alten Weiber ist Verlass 

Wie bereits im Logbuch erwähnt: Die alten Weiber sagen nicht nur Hallo, sondern auch bittegerne. Toll, dass es in diesem Jahr wenigstens mit dem Altweibersommer klappt. Auf die alten Weiber ist eben Verlass. Wir werden diese Tage noch ergiebig genießen.  

Dieser Blog ist auf seine alten Tage umgezogen 

Ihr findet mich auf meiner eigenen Webseite. Klickt einfach hier:    

Britta Langhoff, Bloggerin und Autorin  

      

Wir lesen uns. Ich freue mich auf Euch 

Be happy! It really annoys negative people (©Ricky Gervais)     



Freitag, 23. Juni 2023

T.G.i.F. - Sommersonnenwende

Tach auch Liebeleins. Alle gut abgekühlt? Fein. Herzlich willkommen in unserer kuscheligen kleinen Freitagsecke. Extra zur Sommersonnenwende geöffnet. 

Oh wie schön ist Panama 


Eigentlich wollten wir zur Sommersonnenwende auf dem Boot sein.
Oh wie schön ist ....
Mitten auf dem Wasser die hellen Tage und weißen Nächte bestaunen. So war der Plan. Der Plan war gut. Der Fehler lag - wie so oft - im eigentlich. Der jährliche Murphy hat sich gemeldet und das Auto musste in die Werkstatt. Habt Ihr in letzter Zeit versucht, kurzfristig einen Termin in einer Auto-Werkstatt zu bekommen? Das mit dem Handwerker-Mangel wusste ich ja, aber irgendwie nicht, dass es in der Autobranche auch so krass ist. Zum Glück ist die KFZ-Werkstatt bei uns umme Ecke schon seit Ewigkeiten die Werkstatt unseres Vertrauens. Netterweise haben sie uns dazwischen gequetscht, danke dafür. Hat trotzdem gedauert. Aber jetzt isset fertig und wir auch wieder auf vier Rädern mobil. 

Zuhause isset auch mal schön 

Ist ja auch nicht so, als ob es zuhause nicht auch schön wäre. Allein die erste Dusche zuhause ist sowas von kurz vor Ihr wisst schon. Und mit dem Fahrrad durch wogende Weizenfelder zum Einkaufen zu fahren, hat auch was. Zudem sind spontane Grillpartys nicht nur an Bord, sondern auch auf der Terrasse was Feines.  Aber nachdem wir jetzt zwei Wochen ausgiebig die Freuden der Zivilisation genossen haben, sind wir mehr als bereit für's Outback. Nächste Tage wechseln wir die Location. Dann sind die Tage auch noch hell und die Nächte weiß.     


Weizenfelder im Ruhrpott
Lucky Shot oder? All dieses Grau im Ruhrpott. No filter needed, ich schwör 


Lektüre zur Sommersonnenwende 


Lektüretipp für den Urlaub
Euch lasse ich zwei Rezensionen hier. Rechtzeitig als 
Urlaubslektüre. Nach sehr langer Zeit habe ich zwei Rezensionsexemplare angenommen. Eins von einer Autorin, mit der ich auf Instagram in Kontakt gekommen bin. Lasst Euch da nicht von dem leicht klamaukigen Titel abschrecken. Und den brandneuen Joel Dicker - gerade erst erschienen - hab ich für Euch vorab gelesen und besprochen. Ich bin noch nicht sicher, ob Rezensionen wieder ein regelmäßiger Bestandteil meines Bloggerlebens werden. Mal sehen. 

Die beste Rockband, die es niemals gab 

Einen weiteren Tipp hab ich noch für Euch. Einen Serientipp: Daisy Jones and the Six. Auf Amazonien! Mein absolutes Serienhighlight für dieses Jahr. Ich bin sicher, das ist so schnell nicht zu toppen. Die Serie erzählt in Rückblenden und in einem fiktiven Dokumentations-Rahmen die Geschichte der besten Rockband, die es nie gab. Wer Musik liebt, wer Konzerte liebt - der wird auch diese Serie lieben. Und damit wünsche ich 

Allen ein schickes Wochenende !  
Feiert keine Wende, die ich nicht auch feiern würde 

Bootshund unterwegs

Leider - wurde es auch nach der Sonnenwende nicht besser. 

(Und da better safe than sorry: Ich kennzeichne diesen Beitrag als Werbung, unbezahlt. Da ich meine Rezensionen verlinkt habe. Da ich einen Serientipp gegeben und benannt habe. (Wenn auch aus Gründen ohne zielführenden Link. Aber Ihr findet das, ich bin zuversichtlich). Da ich meine eigenen Beiträge verlinkt habe und ja vielleicht möglicherweise eventuell meine eigene Marke bin, die ich damit beworben hab. Sorry but no sorry. So isset halt im besten Schland aller Zeiten) 

And as always: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. Bittegerne.   

Freitag, 31. März 2023

T.G.i.F. - Wege, Schuhe und Gründe

Tach auch Liebeleins. Herzlich willkommen in unserer kuscheligen Freitagsecke. Alle gut durch den Regen in den kalendarischen Frühling getanzt? Immerhin - der Regen wird wärmer. Man muss auch für Kleinigkeiten dankbar sein. 

Die Gründe, die wir suchen 


Es war ruhig in diesem Monat. Auch in diesem Blog. Das lag nicht nur daran, dass wir uns Anfang des Monats ein kleines Tussendoortje an der geliebten Nordsee gegönnt haben. Leider hat der Vitamin Sea Stoß weder mich noch diesen Blog noch andere Projekte nach vorne gebracht. Ich könnte jetzt Gründe suchen. Ich könnte aber auch meinem inneren Monk Recht geben: 

Wer will, sucht Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.  


Die Wege, die wir gehen 

Den richtigen Weg zu finden, ist eine Sache. Den Weg zu gehen, die andere. Man braucht Schuhe, die bequem genug sind, einen durch diese Wege zu tragen. In der Regel sind das nicht die Schuhe, die einem hingehalten werden. Die passen meistens nicht. Diese nicht neue Erkenntnis ein Trippelschritt auf dem richtigen Weg.

Die Schuhe, die wir uns anziehen (lassen)   

Der Winter ist offiziell vorbei, gefühlt stecke ich noch mitten drin. Ich bin bei weitem nicht da, wo ich sein wollte. Mein Herzensprojekt habe ich kaum angeschaut in den letzten Monaten, vertane Zeit. Ich habe stattdessen viel gebloggt. Doch ja, tatsächlich. Etliche Blogeinträge zum Thema Ü50 habe ich geschrieben, einige Beiträge für's Logbuch. Komplett mit Layout, mit zugehörigen Illustrationen, mit vorbereiteten Teasern für social media. Mit allem Zipp und Zapp. Ich habe sie nur nicht veröffentlicht. Ich hab mir Schuhe angezogen, die mir nicht passen. Sie erwiesen sich als echter Hemmschuh. 

Ich weiß, ich habe mit einigen Blogeinträgen aus dem letzten Jahr etliche erreicht, ich habe viel positives und auch dankbares Feedback bekommen.  Die 12 fabelhaften Gründe sind der meistgeklickte Blogeintrag seit Ewigkeiten. Eine sehr nette Frau schrieb mir: "Das hat mir so gut getan. Das habe ich jetzt gebraucht. Ich habe diesen Blogbeitrag geradezu verschlungen"  Bitte gerne. Das freut mich. Über genau diesen Kommentar habe ich länger nachgedacht. I feel her. Wir sind von viel Negativität und Gleichgültigkeit umgeben. In nicht passenden Schuhen stolpern wir über Steine, die zum Teil wir selbst uns in den Weg legen. Die Wahrheit ist: Wir alle brauchen das von Zeit zu Zeit. Bestätigung. Zuspruch. Ermutigung. Das Gefühl, dass es ok ist, sich mit seinen Herzensprojekten zu beschäftigen.  



Die Muster, in  denen wir stecken 


Mir ist völlig klar, dass ich weder mit meinen Blogbeiträgen noch mit meinem Herzensprojekt den goldenen Kochpott gewinnen werde. Das ist auch gar nicht meine Ambition. Ich war an dem Punkt, an dem ich sagte: Ich mach das jetzt für mich, in erster Linie gönne ich mir das selbst. Dann kam der Punkt, an dem ich mich dummerweise verpflichtet fühlte, anderen (möglicherweise auch eingebildeten) Erwartungshaltungen zu entsprechen. Die Muster, in denen wir stecken. Manchmal auch feststecken. Ich suche derzeit das Seil, an dem ich mich da wieder raushangele. Von mir aus auch barfuß. Ich bin vorsichtig optimistisch. Mit Seilen kenn ich mich schließlich aus.        

Die Konsequenzen, mit denen wir leben 


Feddich mit Gejammer. First world problems - das weiß ich sehr wohl. (Dieses Wissen macht es aber auch nicht besser, sondern führt nur geradewegs zurück auf ungute Wege) Einen Gedankenweg möchte ich noch gerne teilen: Handlungen haben Konsequenzen. Nicht-Handlungen auch. Soweit so bekannt. Daraus folgt aber auch: Ja, ich bin dafür, auch auf den Bauch zu hören, wenn Entscheidungen anstehen. Aber - man sollte auch über die Konsequenzen nachdenken, die Handlungen und/oder Nichthandlungen mit sich bringen. Und sich fragen, was das Bauchgefühl dann dazu sagt. Kann ich auch mit diesen Konsequenzen leben? 

Wie auch immer, womit auch immer: 
Allen ein schickes Wochenende. 
Zieht keine Schuhe an, die ich nicht auch anziehen würde. 




Mittwoch, 18. Januar 2023

12 gute Gründe - darum sind wir Ü50er fabelhaft

So nämlich. So und nicht anders. Wir können es uns und anderen nicht oft genug sagen. 
 

Wir sind über 50 und fabelhaft 


Werbung, Marketing, Medien - noch immer wird das Potential der Ü50 jährigen ignoriert. Ich bin sicher, damit wird eine große Chance vergeben. Ich bin aber auch sicher: Das ist uns egal. Nicht unser Zirkus, nicht unsere Affen. Spart die Mühe, Werbeeinflüsse zu filtern. Ich merke deutlich: Wir werden lauter, wir werden sichtbarer, wir werden hörbarer. Reaktionen auf meine bisherigen Posts beweisen mir das, zunehmende Vernetzungen fabelhafter Ü50er vor allem auf Instagram bestärken mich. Besonders auf die Frage nach den Gründen, warum wir fabelhaft sind, kamen viele Kommentare. Wir sind mit Abstand die größte Bevölkerungsgruppe in Deutschland und wir sagen ganz klar: Unsichtbarkeit ist keine Option. 

Wer, wenn nicht wir, kann den Blick auf uns ändern  

Ü50 und fabelhaft - 12 gute Gründe warum


12 gute Gründe - darum sind wir Ü50er fabelhaft 


- Wir sind viel gelassener als früher 

- Wir haben Lebenserfahrung. Und davon viel. Wir haben schon einiges überstanden und wissen, Sorgen machen hat uns nie weitergebracht. Wir wissen, wie wir uns in schwierigen Situationen selber helfen können  

- Wir sind dankbar, bis hierher gekommen zu sein. Dieses Wissen lässt uns das 
Leben ganz anders genießen 

- Wir sind nicht mehr leicht zu beeindrucken und beeinflussen      

- Wir lassen uns nicht mehr verbiegen 

- Wir sind empathisch und können gut zuhören 

- Wir sind geschätzte Ratgeber 

-  Wir sind alt genug, um nichts mehr zu müssen 

- Wir sind jung genug, um noch alles zu können und das Leben zu
 führen, das wir möchten  

- Wir haben unseren eigenen Stil gefunden und damit unsere eigene Attraktivität 

- Wir wissen, was wir mögen und uns gut tut. Nicht zuletzt 
auch in unserem Liebesleben  

Ich habe es schon mal gesagt und werde nicht müde, es zu wiederholen: Niemand anders als wir selbst hat exakt die Fähigkeiten und das Wissen, dass wir haben. Das, was wir jetzt sind, was wir können, haben wir im und vom Leben gelernt. Es ergibt sich aus unseren Lebensumständen, unseren Erfahrungen. Es gibt genau eine Person auf der Welt, die genau das hat. Und daraus ergibt sich der wichtigste Grund, warum wir alle - Ü oder  U 50 - fabelhaft sind: 

- Wir sind einzigartig 

Einzigartig seid auch Ihr, die Ihr kommentiert und zu den Gründen, warum wir fabelhaft sind, beigetragen haben. Besonders gefreut haben mich auch Kommentare jüngerer Leserinnen. Übereinstimmend schrieben sie, dass unsere gut gelaunte Sichtbarkeit ihnen Mut macht in einer Welt, wo vor dem Älter werden oft Angst gemacht werde. Zitat: Ihr klingt nach einem tollen Club. Aber hallo. Ich bedanke mich für die vielen hilfreichen Kommentar bei: Simone von Ahoi Brause, Nordlichtjutta, Diana von Boot, Camping, Lifestyle, die_Julia, Bine und Jogi, Anette und Sherlock, Annamareen, Toniesmum, die Welt der Annemarie, zbri89 sowie SilentWrite und Spieler7 

Gerade weil wir so einzigartig sind, habe ich beschlossen, mit diesem Blog umzuziehen. Auf meine eigene selbstgehostete Webseite. Schaut Euch gerne um, Ihr seid von Herzen willkommen.  

 







Freitag, 6. Januar 2023

T.G.i.F. - neues Jahr, neues Glück

Tach auch Liebeleins. Auch in 2023 willkommen in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Alle gut ins neue Jahr gekommen? Bei uns war es wie immer. Ruhig und gemütlich. Wobei ruhig relativ ist. In der Whisteria Lane wurde geböllert, als gäbe es kein Morgen. Ganz ehrlich: Ich habe durchaus Verständnis für den Wunsch nach Feuerwerk und Böllerei zum Jahreswechsel. Ich verstehe, wenn man die Geister des alten Jahres mit Getöse verschrecken und die guten Geister des neuen Jahres mit Glitzer und Gefunkel gnädig stimmen will. Dass wir uns Silvester hinter geschlossenen Fenstern und heruntergelassenen Rollos verschanzt haben, um Mr. Portugal gut durch die Nacht zu bringen -  unser Privatproblem. Soweit d'accord. 

Das Jahr schafft mich jetzt schon 


Wofür mir jedes, aber auch wirklich jedes Verständnis fehlt: Dass wir seit über einer Woche zu den möglichsten und unmöglichsten Zeiten mit Böllern von einer Wucht, die selbst uns zusammen zucken lassen, malträtiert werden. Ja, werden. Immer noch. Fussel is not amused. Wir auch nicht. Ganz und gar nicht. Aber sonst hatten wir schöne Tage. Der Ex-Rotterdamer, jetzt Frankfurter war mehr als eine Woche hier - da fing das neue Jahr schon doppelt schlecht an für unsere Fellnase. Ein schwerer Abschied für Fussel. Keiner spielt so schön Ball mit ihm wie sein großer Brudi-Freund. 


Der wichtigste Nachtrag 


War sonst noch was? Ja. Ein Nachtrag fehlt noch. Der Captain hat es sogar höchstpersönlich selbst auf Twitter verkündet. (Wer weiß, vielleicht wird des Spielers Wunsch nach täglichen Tweets ja erfüllt? ;) hust, räusper )  Jedenfalls - wie berichtet: Das beste Weihnachtsgeschenk 2022 ging an den Captain. Willkommen im 'nen Scheiß ich Modus. Aus viel Zeit für mich wird nun auch viel Zeit für uns. Ich freu mich. Sehr sogar. Zumindest in dieser Hinsicht stimmt der Titel dieses TGIF schon mal: 

neues Jahr, neues Glück  


Ansonsten halte ich nicht viel von einem bedeutungsvoll aufgeladenen Jahresanfang oder guten Vorsätzen zum Neujahr. De facto ist es eine Zeit wie jede andere auch. Wenn man etwas tun möchte - dann doch einfach direkt. Siehe Motto des Jahresanfangs. 

Einfach machen 


Somit ende ich hier heute schon mit dem Ausblick. Auf das, was für die nächsten Wochen blogtechnisch in den Startlöchern steht. Der Blogpost: XX Gründe, warum wir Ü50 fabelhaft sind, ist fast fertig. Dank eifriger Beteiligung von Eurer Seite. Sehr sehr cool. Ich hab mich gefreut. Und Ihr könnt Euch darauf auch freuen. In der Mache auch noch der oft gewünschte Beitrag zu "früher Vorruhestand - wie man dahin kommt"  Auch für's Logbuch hab ich noch wie angedacht das ein oder andere in der Pipeline.   

Motto zum Jahresanfang: Einfach machen. Könnte ja gut werden.  
Passend zum all time favourite Hashtag: Das Leben ist zu kurz für irgendwann  

Euch wünsche ich ein schickes erstes Wochenende in 2023  
Startet mit allem, wozu Ihr Lust habt. 




Mittwoch, 7. Dezember 2022

Jahresrückblog 2022

Im Dezember 2022 schrieb ich diesen Beitrag, mit dem ich auf mein Blogjahr zurückschaute. Die Frage der Sichtbarkeit begleitete mich bis ins Jahr 2024. Alles, was ich 2022 schrieb, galt auch noch ein Jahr später. Nicht mehr ganz so krass, aber - ja. So sagte ich auch Ja. Zu einer Veränderung, mit der ich schon länger liebäugelte.

 Ihr findet mich und diesen Blog nun auf meiner eigenen Webseite: 

Britta Langhoff, Bloggerin und Autorin

Ihr seid dort herzlich willkommen. Ich freu mich auf Euch. 


   


Im folgenden der Jahresrückblog für 2022: 


Das Jahr brachte für mich einen großen Wechsel. Auch ganz ohne Balkon beschloß und verkündete ich: Jahre voller Wechsel dürfen, können, sollen auch Jahre voller Chancen sein. So gab ich auch diesem Blog noch eine Chance und stellte ihn bewusst sichtbarer. Auf zu neuen Wegen, die ich mit Euch gemeinsam erkunden möchte. 
Mein persönlicher Fokus: Je oller, desto doller. Netter ausgedrückt: 

Wir sind Ü 50 und fabelhaft       

Nur wissen das nicht alle. Und noch viel zu wenige bringen es zum Ausdruck. Ich schrieb verschiedene Posts, ich bekam unterschiedliche Reaktionen. Eins hatten viele Reaktionen gemeinsam: Sie blieben unsichtbar. Was mich zu der Frage bringt:

Ü50 und unsichtbar. Wollen wir das?


Dieser Frage widmete ich bereits einen eigenen Blogeintrag. 
Er ist einer der meistgeklickten des Jahres. Auch einer der am häufigsten kommentierten. Interessanter- und bezeichnenderweise unsichtbar kommentiert. Viele meldeten sich zustimmend und mit eigenen Geschichten bei mir. Über Whatsapp, über direct Messages bei Twitter und Instagram. Unter den Tweets, unter den Posts - nur wenig. Im Blog so gut wie gar nicht. 

Viele empfinden es so, dass sie unsichtbarer werden. So wie das Herz in den Wolken. Man muss schon genau hinschauen. Viele hadern mit diesem Gefühl.  Nur nicht offen, nur nicht sichtbar. Es scheint eine Art sich selber erfüllender Kreis zu sein. Der sich wie ein roter Faden durch das Blogjahr zog. Ich freue mich über Euer Vertrauen, über die Geschichten, die Ihr mir erzählt, über Eure Meinungen dazu. Aber ich bin gerne redundant und möchte Euch nochmal Folgendes ans Herz legen:  

Unsichtbar ab 50


Die Sammlung "Eure Tipps gegen Winterblues" war ein kleiner Erfolg. Es kam und kommt immer noch einiges zusammen. Auch das etwas, was uns fabelhaft macht. Wir wissen gut, wie wir uns selber helfen können. Das war der zweite rote Faden im Blogjahr: Ihr alle, die Ihr Euch bei mir gemeldet habt, die hier lest: Jede(r) hat etwas beizutragen, jede(r) hat Erfahrungen, die wertvoll sind und helfen. Ihr alle habt vieles, was wert ist, sichtbarer zu werden. Schreibt mir, was uns noch fabelhaft macht! Ich sammele das und plane, das neue Jahr damit fabelhaft einzuläuten.        

Um es noch einmal klar zu sagen: Ich lege Wert auf Eure Beiträge. Mich interessiert das. Und natürlich könnt Ihr den geschützten Bereich der Messenger wählen, um Euch auszutauschen. Dennoch: Wäre es nicht schön, gemeinsam sichtbarer zu sein, zu werden?* Den ersten Schritt aus der Komfortzone damit zu machen, sichtbar unser Loblied zu singen, ist doch eine gute Gelegenheit. 














Freitag, 25. November 2022

Fussel - Freitag

Hund aus Tierschutz Portugal

Tach auch Liebeleins. Ich soll Euch sagen: "TGiF fällt aus wegen iss nich" Stattdessen gibbet

FF, den Fussel-Freitag 


Nein. Hab ich nicht. Ich find alles ganz ganz toll und ich glaub, meine Menschen auch. Wir passen prima zusammen. Sogar meine Morgenmuffeligkeit stört hier keinen. Ganz im Gegenteil. Meine Menschen sind froh, wenn sie in Ruhe ihre erste Tasse Kaffee trinken können. Schlafen tu ich überhaupt sehr gerne. Ich hab da noch ein bißchen Nachholbedarf.  

Hund Handtuch trockenrubbeln
Richtig genießerisch wühle ich mich in mein kuscheliges Kissen. Ungemütlich wird das nur, wenn meine Menschen auf einmal das Fenster aufreißen. Angeblich, weil ich gepupst hätte. Ich? Würd ich nie nich tun. Das mit dem Wetter ist eh so eine Sache. Da muss ich mich noch dran gewöhnen. Irgendwas ist halt immer. Aber meine Menschen kümmern sich gut. Wenn ich nass geworden bin, darf ich mich an einem ganz großen Handtuch trocken rubbeln. Das kann ich richtig gut. Da, wo ich nicht hin komm, rubbeln dann meine Leute. Danach krieg ich noch ein zweites Handtuch zum warmkuscheln. Das nehm ich mit auf mein Kissen und baue mir damit ein kleines Nest. Da bin ich sehr geschickt. Nur warum auf den Handtüchern immer so große Boote sind - meint Ihr, das soll mir was sagen? 

Hund baut sich gerne eine Höhle
Neulich hat meine Lady eine super kuschelige Matte mitgebracht vom Einkaufen und gesagt, die wäre für's Badezimmer. Da hab ich zaghaft protestiert. Die passt doch auch von den Farben her bestens zu mir oder? Und was soll ich sagen? Eigentlich ist sie unnachgiebig mit dem, was ich darf und was nicht. Aber ich hab gewonnen. Die Matte ist unten geblieben im Wohnzimmer. Liegt versteckt unter  dem Sessel vom Captain. Versteckt. Haha. Ich hab die sofort entdeckt und mit Matten kann ich umgehen. Sowas von. Wenn die Menschen abends Fernsehen gucken, kuschel ich mich immer in die kleine Höhle zwischen Kapitäns-Sessel und Hocker. Ein Dach über dem Kopf finde ich nämlich prima zum schlafen. Und weil die Lady nicht will, dass ich auf den kalten Fliesen liege, sagt sie nichts, wenn ich mir die Matte rausziehe und mich darauf lege.



Hunde lieben Matten

Dafür räume ich auch abends immer mit auf, wenn es ins Bett geht. Dann hole ich meinen Ball und lege den ordentlich auf mein Kissen. Da lachen meine Menschen sich immer kaputt und finden das niedlich. Aber Ordnung ist wichtig. Die räumen ihr Zeug ja auch weg. 

Meinen Ball liebe ich sowieso total. Noch nie hatte ich ein eigenes Spielzeug. Da passe ich gut drauf auf. Auch vor diesem Ding, was da dauernd rumsaugt, bringe ich den in Sicherheit. Wenn meine Menschen den werfen, hole ich den sofort. Und bringe ihn auf mein Kissen. So muss ich das wohl mal gelernt haben. Irgendwie glaube ich, die haben erwartet, ich bring den Ball zu ihnen. Aber so geht mein Job halt nicht. Haben sie verstanden und loben mich auch dafür. 




Fussel im Wald
Der Captain macht große Spaziergänge mit mir, das macht viel Spaß. Vor allem im Wald und auf der großen Wiese. Da komm ich an die lange Leine und kann richtig rennen. Erstaunlicherweise sind immer ein paar Leckerchen in den Blättern versteckt. Da kann ich mich wieder stärken. Ein paar Hunde kenne ich jetzt, wo ich mich einigermaßen zivil verhalte. Mit dem alten Hundeopa bin ich auch schon mal ein paar Schritte gelaufen. Ich zeige dann stolz, dass ich meinen eigenen Menschen habe, der mich beschützt. Aber manchmal mach ich noch Theater. Altes Benehmen legt man halt nicht so schnell ab. 



Dafür bin ich in Menschen-Gesellschaft der allersüßeste, charmanteste Hund, den man sich vorstellen kann. Pizza-Essen bei den Nachbarn - kein Problem. Ich mach dann die Runde, lass mich von jedem kraulen und dann bin ich einfach dabei. Das mag ich. Meine Menschen wohl auch. Und die Eltern vom Captain hab ich kennengelernt. Da bin ich jetzt der Enkelhund. Die beiden haben sich sehr an mir erfreut, das hat allen gut getan. Nur als dann noch mehr kamen, Tante, Onkel und Cousin, da war ich erst skeptisch. Die sind alle so groß..... aber nachher ging es dann. Da bin ich eigen. Bestechen lass ich mich nicht. Auch nicht mit Leckerchen. Die nehm ich nur von Menschen, die ich kenne. Auch beim Tierarzt habe ich keine Ausnahme gemacht. 

Bei soviel Action darf natürlich Pflege nicht zu kurz kommen. Ich werde für mein Leben gern gebürstet. Im Tierheim waren das ja die einzigen Streicheleinheiten, die ich bekommen hab. Aber auch heute finde ich das noch schön. Die Lady macht das jeden Tag, so kann sich nichts verfilzen. Ich dreh mich auch immer freiwillig so, dass sie überall drankommt. Wenn mal Fussel überstehen, darf sie das auch schneiden. Mit der ollen stumpfen Babyschere kann ja nichts passieren. Denn ich heiß zwar Fussel, aber ich will nicht so aussehen. Aber getrimmt werden will ich auch nicht. Ich brauch mein Fell gegen diese Kälte hier. Deswegen halt ich auch still, wenn die Schere klappert. Sogar geduscht worden bin ich schon. Ein Bad wäre mir zwar lieber gewesen, aber wenn Dreck ab muss, dann muss er ab. Seh ich ein. 

Ihr seht, mir geht es prima. So gut wie noch nie in meinem ganzen Hundeleben. Ich werde jeden Tag entspannter und fröhlicher. Meine Menschen freuen sich darüber sehr. Können sie auch. Haben sie gut gemacht. 

Allen ein schickes Wochenende 
Wedelt durch keine Blätter, durch die ich nicht auch wedeln würde ! 





Und - ! Mittlerweile gab es sogar schon den ersten fusseligen Urlaub. Unser Mr. Portugal hat die Nordsee kennengelernt. Den Beitrag dazu findet Ihr im Logbuch !  



Montag, 10. Oktober 2022

Und? Bewegen wir noch Kastanien?

Die bewegte Kastanie - ein kleiner Reminder ! 


Zu seligen blog.de Zeiten - als wir noch an das Gute in diesem Internet glaubten - 
war es ein jährlich wiederkehrendes Ritual. 

Die Kastanienbewegung 

Das Ritual war/ist simpel, aber tröstend. Die erste Kastanie, die einem im Herbst vor die Füße rollt, wird aufgehoben und in die Manteltasche gesteckt. Da bleibt sie. Den ganzen Winter lang erinnert sie uns - jedes Mal, wenn wir in die Tasche greifen - an den Sommer und die Sonnenstrahlen, die sie gefangen hat. Wenn der Winter sich so langsam verabschiedet, wird sie in hohem Bogen weit weg bewegt/geworfen und so der Frühling angelockt. 

Klingt albern? Macht nichts. Es ist trotzdem schön. Die in der Manteltasche immer wieder auftauchende Kastanie vermag es tatsächlich, mir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Und wenn ich sie in meiner Hand rolle, dann kann ich ihn immer noch ein bißchen spüren. Den Sommer. Ich mag dieses Ritual und habe es bis heute beibehalten.     

Kastanienbewegung
Kastanien-Ausbeute, die schönste kommt in die Manteltasche  

die blog.de Gemeinschaft hat sich längst in alle Ecken des Internets zerstreut, nur wenige sind noch aktiv. Noch weniger sind nach wie vor vernetzt. Aber von denen, die mit mir vernetzt geblieben sind, weiß ich, dass auch sie dieses Ritual immer noch pflegen. Was das Lächeln noch einmal breiter macht. Wenn ich an der Ampel stehe, die Hände in die Manteltasche stecke, die Kastanie ertaste und weiß, ich bin nicht die Einzige, die das macht. 

Wie ist das bei Euch? Ihr sammelt doch auch noch Kastanien? Und wer macht mit beim Kastanien bewegen?  Noch dabei? Oder sehr gerne auch neu dabei? Wir können auch gerne im Frühjahr wieder ein Datum verabreden, an dem wir alle zeitgleich die Kastanie bewegen?

Schreibt mir gerne, was Ihr so dazu meint. 

Kastanien aufbewahren im Winter


Montag, 22. August 2022

Über diesen Blog

Tach auch Liebeleins. Schön, dass Ihr mich gefunden habt. Ich freue mich über jeden Leser. Blogtechnisch bin ich umgezogen auf meine ganz eigene Spielwiese. Ihr findet meine Webseite, meinen Blog jetzt hier: 

Brittalanghoff.de 

Ihr seid mir dort herzlich willkommen. Ich freu mich auf Euch.  Instagram und Twitter. gibt es natürlich auch noch. Genau wie Auch dem Logbuch unserer Aquamarijn dürft Ihr gerne folgen. Über Kommentare freue ich mich hier wie dort immer. 


Freitag, 5. August 2022

Unsichtbar ab 50

Für mehr Sichtbarkeit im allgemeinen und im besonderen ist dieser Blog umgezogen. Die alten Beiträge bleiben hier im Blog, weiter geht es auf meiner eigenen Webseite: 

Britta Langhoff, Bloggerin und Autorin  



Viele stimmten mir mit einem Seufzer zu in dem Gefühl:  Wir ab 50 sind unsichtbar! 


Ich schrieb: "wir kommen kaum bis gar nicht mehr vor in der Wahrnehmung der Gesellschaft........Aber: Wer, wenn nicht wir, kann den Blick ändern, den die Gesellschaft auf uns hat?"

Die Jahre voller Wechsel können auch eine Chance sein. Auch das sehen viele so. Viele freuen sich auf das, was noch kommt. Vor allem Austausch ist etwas, was hilft in den Wechseljahren bzw. in neuen Lebensabschnitten. Die Reaktionen bestärken mich darin, mit diesem Thema weiter zu machen. Uns sichtbar und letztendlich auch Mut zu machen. Womit wir bei einem anderen Aspekt von "unsichtbar ab 50" wären: Dieser Blog. 

Dieser Blog ist unser Leidensgenosse. Auch er kämpft damit, unsichtbar zu sein. Sobald ich oder andere einen Link zu diesem Blog poste, ist die Reaktion durchweg gut. Aber: Zwischen den Posts ist Ruhe im Karton. Kaum jemand klickt hier rein. Das ist selbstverschuldetes Elend. Ich habe damals mit leichter Panik auf die Einführung der neuen Datenschutz-Regeln reagiert. Das, was rumging, war für private Blogger entmutigend und beängstigend. Meine treuen Leser erinnern sich bestimmt. Viele Blogs haben sich damals lieber ins Nirvana verabschiedet. Ich habe so reagiert, dass ich meinen Blog auf weitestgehend unsichtbar gestellt habe. Gelesen wurde ich nur noch von denen, die ich explizit dazu über andere soziale Medien einlud. Suchmaschinen-Traffic seitdem gewollt gleich null. 

Nun bin ich in einem neuen Lebensabschnitt und möchte diesen Blog mit und für Euch gerne wieder öffentlicher haben.  Das erweist sich allerdings als schwierig. Sich nachträglich zu indexieren ist ein holpriges Unterfangen und läuft sehr mühsam an. Mir fehlt da auch Fachwissen. Zumal meine Recherchen auch ergeben, dass Erfolg nicht garantiert ist. Und wenn überhaupt: Zeit braucht. 


Der Zeit will Zeit gegeben werden - predige ich in verschiedenen Bereich schon lange. Werde ich mich nun auch selbst dran halten. Zeit habe ich ja jetzt. Der Blog ist umgestellt, rein technisch könnte er gefunden werden. Praktisch allerdings.... siehe oben.  Deshalb werde ich die weiteren Beiträge zum Thema noch zurück halten und einige Zeit zu warten, während der ich versuche, bisherige Beiträge weiter zu bewerben. Danach gibt es zwei Optionen: Entweder dieser Blog ist deutlich sichtbarer geworden und es geht hier weiter. Oder ich werde einen separaten Blog Ü50 anlegen. Wozu ich zwar nicht so ganz viel Lust habe, aber es wird die wahrscheinlichere Option sein.