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Freitag, 3. Februar 2023

T.G.i.F. - das zweite im zweiten

 Tach auch Liebeleins. Herzlich willkommen in einer der letzten Kuschelecken, die dieses Internet noch bietet. Alle gut in den zweiten Monat des Jahres gestartet? Hier dauerte Silvester gefühlt einen Monat, zumindest der immer noch sporadisch auftretenden Böllerei zufolge. Davon ab, war es zwar ein grauer, aber nicht allzu trister Monat. Grund genug, für ein zweites TGiF in diesem Jahr. Doch. Schon ein zweites. 

Wer hält wen auf Trab? 

Mit dem Januar ging auch der erste Monat "Ruhebewahrer im Ruhestand" zu Ende. Er hat sich bestens in seinen 'nen Scheiß muss ich Modus' eingefunden. Wie im Vorjahr bei mir ist es auch für ihn das erste Mal seit der Schulzeit, dass er länger als 3 Wochen am Stück frei hat. Er prutschelt hier, prutschelt dort und findet daran vor allem toll, dass die Prutscheleien nicht wie vorher schnell, schnell am Wochenende nebenbei abgehandelt werden, sondern er für alles Ruhe und Zeit hat. Ansonsten hält ihn natürlich auch unser Fussel ordentlich auf Trab. Oder umgekehrt. Das ist noch nicht so ganz ausgemacht. Wenn ich wetten müsste - würde ich wohl sagen: Eher umgekehrt. Im Moment geht der Gatte dem üblichen Rentner-Nebenjob nach, der Gehma. Gehma einkaufen* aktuell. Der Hund schnarcht erleichtert den Büroschlaf des Gerechten in meinem Rücken. Schnauf. 

Musterschüler mit neuem Freund  

Mit Hund im Wald
Von Fussel gibt es auch das ein oder andere zu berichten. Er hat sich so gut eingelebt, wie man es sich besser nicht wünschen könnte. Meine Freundin meinte, dass Hunde irgendwann anfangen, ihre Erinnerungen zu überschreiben und sie das vorher Erlebte hinter sich lassen. Ich hoffe das sehr. Einige Trigger zeigen sich noch ab und an. Aber meistens ist er fröhlich und ich neige dazu, zu sagen: Wenn das stimmt mit den Erinnerungen überschreiben, dann sind wir jetzt in dieser Phase. Vor einer Woche ist er auch eingeschult worden, der Gatte mit ihm. Und watt soll ich Euch sagen: Er fügt sich bestens in diese Familie ein. In bester Tradition der Herren Söhne gibt er dort den Musterschüler - aber im heimischen Wäldchen unterwegs außer Rand und Band wie eh und je...... 

Nachtisch Spinne
Einen neuen zweibeinigen Freund hat er auch gefunden. Und zwar aus unseren Reihen. Der Drachentöter und Fussel - ganz harte Liebe auf den allerersten Blick. Und das lag nicht am mitgebrachten ( mittlerweile schon zerstörten)  Spiel-Huhn ..... Sogar gejankt hat er, als unser Besuch sich wieder auf den Heimweg machte. Auch ansonsten - dieser Abend in bester, alter Dschungel-Rudel-Guck-Tradition inclusive Spinnen-Verkostung** war ein echtes Highlight im trüben Januar. 

Hund trifft Huhn


Highlight des Monats. Ach was, des Jahres

Für ein weiteres Highlight, nicht nur des Monats, sondern bereits jetzt schon des Jahres, begaben wir uns in die Stadt an der Düssel. Im Schatten des Justizministeriums und bei strömenden Regen fand dort eine mehr als nur innerlich feuchte Party statt. Mit Prädikat VB. Womit eine lange, lange Reise zu Ende ging. Glückwunsch und Glückauf! Wir sind stolz, froh und glücklich. Auch wenn Fussel jeden Hund, der es an diesem Nachmittag wagte, sich dem Justizministerium zu nähern, in die Flucht gebellt hat. 

War sonst noch was? Mal überlegen. Außer, dass wir nach den bahnbrechenden Erkenntnissen unseres super "Wirtschafts"ministers zu Insolvenzen und ihren zu vernachlässigenden Folgen nun von unserer Außenministerin gelernt haben, dass Nigeria eine deutsche Kolonie war? Wie konnte ich nur so schlecht in Geschichte aufgepasst haben, dass ich das nicht wusste? Ich sach Euch - 

nicht nur das Wetter ist zum Auswandern


Ok. Zurück in die eigene Bubble. Besser iss das. Viel war sonst nicht mehr. 
alte Zeche Victoria Marl Fahrradtour
Eine schicke Frühstücksverabredung gab es noch. Sowie ein nachgeholtes Wok'n'Roll und einen eigenartigen Kaffeeklatsch. Die Boot haben wir uns geklemmt. Aus Gründen. Die wohl auch komplett richtig waren, wie ich allerseits hörte. Dafür setzten wir ein anderes Vorhaben um, welches schon vor Big C geplant war. Strategisch geschickt früh im Jahr habe ich mir aus dem - noch - großen Angebot einen neuen fahrbaren Untersatz ausgesucht. Und eigenhändig nach Hause gefahren. Bei gerade mal 2 Grad gut 17 Kilometer. War kälter als gedacht. Muss ich zugeben. Aber ich freu mich trotzdem. Die Fahrradsaison kann kommen. Auch für eine andere Saison laufen erste Vorbereitungen:

Schwimmweste für Hund
Leichtmatrose Fussel ist bereit 

Bereit seid hoffentlich auch Ihr. Für den neuen Monat und hoffentlich
 bald besseres Wetter. 
Allen ein schickes Wochenende. 
Trefft keine Vorbereitungen, die ich nicht auch treffen würde. 
     
*Ja, ich weiß. Ich tu 2 Euro ins Phrasenschwein. Schon gut...... 
**Für den versponnenen Nachtisch zeichnet unser Engelchen verantwortlich. ©dieses Fotos ebenfalls bei ihr, alle anderen Fotos sind wie immer von mir. 
Wie immer - Links auf Nachfrage und wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 



Freitag, 25. November 2022

Fussel - Freitag

Hund aus Tierschutz Portugal

Tach auch Liebeleins. Ich soll Euch sagen: "TGiF fällt aus wegen iss nich" Stattdessen gibbet

FF, den Fussel-Freitag 


Nein. Hab ich nicht. Ich find alles ganz ganz toll und ich glaub, meine Menschen auch. Wir passen prima zusammen. Sogar meine Morgenmuffeligkeit stört hier keinen. Ganz im Gegenteil. Meine Menschen sind froh, wenn sie in Ruhe ihre erste Tasse Kaffee trinken können. Schlafen tu ich überhaupt sehr gerne. Ich hab da noch ein bißchen Nachholbedarf.  

Hund Handtuch trockenrubbeln
Richtig genießerisch wühle ich mich in mein kuscheliges Kissen. Ungemütlich wird das nur, wenn meine Menschen auf einmal das Fenster aufreißen. Angeblich, weil ich gepupst hätte. Ich? Würd ich nie nich tun. Das mit dem Wetter ist eh so eine Sache. Da muss ich mich noch dran gewöhnen. Irgendwas ist halt immer. Aber meine Menschen kümmern sich gut. Wenn ich nass geworden bin, darf ich mich an einem ganz großen Handtuch trocken rubbeln. Das kann ich richtig gut. Da, wo ich nicht hin komm, rubbeln dann meine Leute. Danach krieg ich noch ein zweites Handtuch zum warmkuscheln. Das nehm ich mit auf mein Kissen und baue mir damit ein kleines Nest. Da bin ich sehr geschickt. Nur warum auf den Handtüchern immer so große Boote sind - meint Ihr, das soll mir was sagen? 

Hund baut sich gerne eine Höhle
Neulich hat meine Lady eine super kuschelige Matte mitgebracht vom Einkaufen und gesagt, die wäre für's Badezimmer. Da hab ich zaghaft protestiert. Die passt doch auch von den Farben her bestens zu mir oder? Und was soll ich sagen? Eigentlich ist sie unnachgiebig mit dem, was ich darf und was nicht. Aber ich hab gewonnen. Die Matte ist unten geblieben im Wohnzimmer. Liegt versteckt unter  dem Sessel vom Captain. Versteckt. Haha. Ich hab die sofort entdeckt und mit Matten kann ich umgehen. Sowas von. Wenn die Menschen abends Fernsehen gucken, kuschel ich mich immer in die kleine Höhle zwischen Kapitäns-Sessel und Hocker. Ein Dach über dem Kopf finde ich nämlich prima zum schlafen. Und weil die Lady nicht will, dass ich auf den kalten Fliesen liege, sagt sie nichts, wenn ich mir die Matte rausziehe und mich darauf lege.



Hunde lieben Matten

Dafür räume ich auch abends immer mit auf, wenn es ins Bett geht. Dann hole ich meinen Ball und lege den ordentlich auf mein Kissen. Da lachen meine Menschen sich immer kaputt und finden das niedlich. Aber Ordnung ist wichtig. Die räumen ihr Zeug ja auch weg. 

Meinen Ball liebe ich sowieso total. Noch nie hatte ich ein eigenes Spielzeug. Da passe ich gut drauf auf. Auch vor diesem Ding, was da dauernd rumsaugt, bringe ich den in Sicherheit. Wenn meine Menschen den werfen, hole ich den sofort. Und bringe ihn auf mein Kissen. So muss ich das wohl mal gelernt haben. Irgendwie glaube ich, die haben erwartet, ich bring den Ball zu ihnen. Aber so geht mein Job halt nicht. Haben sie verstanden und loben mich auch dafür. 




Fussel im Wald
Der Captain macht große Spaziergänge mit mir, das macht viel Spaß. Vor allem im Wald und auf der großen Wiese. Da komm ich an die lange Leine und kann richtig rennen. Erstaunlicherweise sind immer ein paar Leckerchen in den Blättern versteckt. Da kann ich mich wieder stärken. Ein paar Hunde kenne ich jetzt, wo ich mich einigermaßen zivil verhalte. Mit dem alten Hundeopa bin ich auch schon mal ein paar Schritte gelaufen. Ich zeige dann stolz, dass ich meinen eigenen Menschen habe, der mich beschützt. Aber manchmal mach ich noch Theater. Altes Benehmen legt man halt nicht so schnell ab. 



Dafür bin ich in Menschen-Gesellschaft der allersüßeste, charmanteste Hund, den man sich vorstellen kann. Pizza-Essen bei den Nachbarn - kein Problem. Ich mach dann die Runde, lass mich von jedem kraulen und dann bin ich einfach dabei. Das mag ich. Meine Menschen wohl auch. Und die Eltern vom Captain hab ich kennengelernt. Da bin ich jetzt der Enkelhund. Die beiden haben sich sehr an mir erfreut, das hat allen gut getan. Nur als dann noch mehr kamen, Tante, Onkel und Cousin, da war ich erst skeptisch. Die sind alle so groß..... aber nachher ging es dann. Da bin ich eigen. Bestechen lass ich mich nicht. Auch nicht mit Leckerchen. Die nehm ich nur von Menschen, die ich kenne. Auch beim Tierarzt habe ich keine Ausnahme gemacht. 

Bei soviel Action darf natürlich Pflege nicht zu kurz kommen. Ich werde für mein Leben gern gebürstet. Im Tierheim waren das ja die einzigen Streicheleinheiten, die ich bekommen hab. Aber auch heute finde ich das noch schön. Die Lady macht das jeden Tag, so kann sich nichts verfilzen. Ich dreh mich auch immer freiwillig so, dass sie überall drankommt. Wenn mal Fussel überstehen, darf sie das auch schneiden. Mit der ollen stumpfen Babyschere kann ja nichts passieren. Denn ich heiß zwar Fussel, aber ich will nicht so aussehen. Aber getrimmt werden will ich auch nicht. Ich brauch mein Fell gegen diese Kälte hier. Deswegen halt ich auch still, wenn die Schere klappert. Sogar geduscht worden bin ich schon. Ein Bad wäre mir zwar lieber gewesen, aber wenn Dreck ab muss, dann muss er ab. Seh ich ein. 

Ihr seht, mir geht es prima. So gut wie noch nie in meinem ganzen Hundeleben. Ich werde jeden Tag entspannter und fröhlicher. Meine Menschen freuen sich darüber sehr. Können sie auch. Haben sie gut gemacht. 

Allen ein schickes Wochenende 
Wedelt durch keine Blätter, durch die ich nicht auch wedeln würde ! 





Und - ! Mittlerweile gab es sogar schon den ersten fusseligen Urlaub. Unser Mr. Portugal hat die Nordsee kennengelernt. Den Beitrag dazu findet Ihr im Logbuch !  



Sonntag, 29. Mai 2022

Wochenende mit ungeliebtem Gast - Murphy in the House

 Denn erstens kommt es anders - und zweitens als man denkt!
 
Hatten wir es uns so schön gedacht für dieses Wochenende. Aber - klassischer Fall von "hasse Dir gedacht.

Der Gatte ausnahmsweise Team Brückentag. Mittwoch Abend wollten wir los zum Boot für ein langes Wochenende. Ich wollte direkt da bleiben, eine Woche Britta allein im Hafen, bis der Gatte für eine Woche Pfingsturlaub nachkommt. Der Plan war gut. Mittwoch Abend - der Gatte kommt zum Feierabend halbwegs gut durch. Trotz Stau und diverser Baustellen im Pott. Die unendliche Geschichte. Ihr kennt das. 

Wir essen daheim zu Abend, wir wollen erst spät fahren. Hinter den Staus her. Der Plan war gut, wie gesagt. Essen fertig, tschüss Haus und ab ins Auto. Um`s Eck, 1. Ampel, der Gatte schaltet alle Kontrollsysteme durch. Oberste Captains Regel: better safe than sorry.  Reifendruck-Kontrollsystem sagt: Achtung, da verliert ein Reifen Luft. Wir drehen, fahren zur Tanke, Reifendruck prüfen. (Mitten im Prüfsystem fährt an der anderen Seite ein Auto vor, Fahrer steigt aus, greift zum Gerät, tippt erstmal an unseren Einstellungen rum und sagt dann: Oh, hab gar nicht gesehen, dass Sie da waren. Was bitte ist eigentlich los mit den Leuten. Dies nur btw) Reifendruck nicht befriedigend, nach Hause, Auto im Leerlauf hin und her rollen - gut spürbar: Der Nagel des Grauens. Es grüßen die diversen Baustellen. Siehe oben.  Reserve-Rad gibbet heutzutage nicht mehr, nur noch so ein Not-Dings, also Hallo Haus, da sind wir wieder. Dafür stellt der Gatte fest: Mit der alten prähistorischen Fahrradpumpe aus meines Vaters Erbe lassen sich auch Autoreifen aufpumpen. Das ist gut, so können wir bis Freitag völlige Plattheit verhindern.  Ab auffe Couch, ab ins Bett. Vorher noch schnell: pump it up, Ruhebewahrer. Dabei der Gedanke, gut, dass wir es rechtzeitig festgestellt haben, so ein Reifenplatzer mitten inne Fahrt auffe Bahn - kann sehr ungeil sein. Hatte ich einmal in meinem Leben, brauch ich kein zweites mal.  

Der nächste Morgen. Alles ruhig, alles still in der Whisteria Lane. Zu ruhig. Selbst für einen Feiertag. Stromausfall. Der Gatte schlappt im Bademantel rüber zu den Nachbarn. Die sind in Urlaub, wir haben einen Schlüssel, dort auch Stromausfall. Schon mal gut. Handy zeigt E wie Ende vom Internet, aber wir können ergoogeln: großflächiger Stromausfall hier und im Nachbarort. Zeit für : Pump it up. Der Nagel sitzt. Soviel Luft verliert der Reifen gar nicht. Anderthalb Stunden später: Immerhin Strom. Endlich Kaffee und ich brauch auch nicht den Rest des Tages damit verbringen, den Inhalt der Gefriertruhe auf dem Grill zu verwursten. Also Alternativ-Programm: wenn schon kein Boot, dann mit dem Fahrrad auf die Trasse und sich den Wind auf der Halde um die Nase wehen lassen. Abends Dinner aus dem üppigen Gefriertruhen - Angebot. Zum Kalorienverbrennen: Pump it up. 


Captain mit Wind, Wolken und Sehnsucht 

Freitagmorgen: 5 vor acht steht der Gatte vor den Toren der Werkstatt unseres Vertrauens. Nach dem - genau - pump it up.  Die Werkstatt ist eine kleine hier um die Ecke, uns schon seit Jahren wirklich gut und unkompliziert helfend. Wenn sie auch sonst von viel Ahnung haben - Außenkommunikation gehört nicht dazu. Heute steht der Gatte vor verschlossenem Tor, die Werkstatt macht Brückentag. Nehmen wir an. 9 Uhr noch ein Versuch, keine Chance. Also schweren Herzens: umplanen. Ich mache mich mit Fahrrad auf zum Wochenend-Einkauf, ja hallo Regenwolke, kein Problem, gieß Dich ruhig über mir aus. Ich hab meine dänische High-Tech-Joppe an, mach nur. Im Supermarkt drangvolle Enge,  Kartenzahlung ist auch gerade nicht so angesagt, Terminals streiken. Gut, dass wir noch üppige 40 Öcken Bargeld zusammenkratzen konnten. Welcome im letzten Jahrhundert. Gut, dass die Truhe so voll ist. Wäre sonst echt knapp geworden. Alle frischen Vorräte waren ja aufgebraucht. Herrn Habeck gefiel das. Und wie gesagt - der Plan war gut. 
  
Zuhause überlegen wir, war doch nett gestern die ausgedehnte Fahrradtour. Da machen wir noch eine von am Wochenende. Die Trasse ist ja jetzt ausgebaut bis Westerholt. Das testen wir mal Samstag oder Sonntag. Also - Fahrrad-Akku* aufladen, eine Runde pump it up - und - der Akku lädt nicht. Stecker umgesteckt - lädt nicht. Ladegerät oder Akku defekt? Man weiß es nicht. Wird es aber rausfinden müssen nächste Tage. 

Fazit der Woche: Ab und zu muss Murphy einfach daran erinnern, 
dass sein Gesetz noch immer gilt. 
Erste-Hilfe-Gesetz der Woche: Zimtschnecken backen. 
Zimtschnecken helfen immer. 
Abschied der Woche: Besuch stinkt spätestens nach 3 Tagen. 
Also: tschüss Murphy. Hoffentlich.  
 


Wie immer gilt - wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 

Und - mir ganz wichtig: Das * ; bevor mir jetzt wieder einer kommt mit "E-Bike fahren ist sowieso unsportlich und gilt et nicht" Ich bin mit dem Teil in den letzten 20 Monaten 4.162 Kilometer gefahren,  weil ich es nicht nur für Touren und Spaß nehme, sondern komplett als Stadt-Auto Ersatz. Wer diesen Kommentar meint, machen zu müssen -  Gegenfrage: wieviel 1000 km ist er denn ohne Akku gefahren? Bei Wind, Wetter und für jeden zu erledigenden Weg. So nämlich. Meine 5 Cent zur Energiewende. Die klappt nämlich bestimmt nicht, wenn jeder meint, auf E-Bikes rumhacken zu müssen. Während zig dämliche Scooter das Stadtbild "verschönern" . Ihr merkt, da könnte ich mich endlos drüber aufregen. 


Freitag, 4. Februar 2022

T.G.i.F. - alles eine Frage des Status


Tach auch Liebeleins. Von Herzen willkommen in unserer freitäglichen Kuschelrunde. In diesem draußen ist nach einer kurzen Aufheiterung wieder bestes Ruhrpottgrau in grau. Machste nix. Muss man selber für Farbe sorgen. Quietschgelb tut zwar nicht allzu viel für meinen Teint. Aber für meine Laune. Und darum geht es ja.  

Schließlich gar nicht einfach, die Laune im Gleichgewicht zu halten. Wenn alles andere aus den Fugen gerät. Geht Euch das nicht so? Man kommt aus der Kopf-Tisch-Gymnastik gar nicht mehr raus. Manchmal frage ich mich echt, ob wir von Außerirdischen regiert und oder berichterstattet werden. 

"Das Impfziel ist verfehlt. Warum ist unklar" Unklar! Eins der am meisten benutzten Unwörter dieser Zeit. Unklar ist mir persönlich allenthalben, warum allen alles so unklar ist. Unklar! Hat man doch zu so vertrauenserweckenden Maßnahmen gegriffen, wie über delegierte ad-Hoc-Status*-Herabstufungen. Beispiel Hashtag JJGate.  Oder auch ein sehr schönes Beispiel: Wer mit dem Auto um den Bodensee fährt ist 3, 6 und 12 Monate genesen. Innerhalb eines Tages. Zumindest mit der Zeitverschiebung geht es voran.    
  
Von bestechend extraterritorialer Logik auch und immer noch der Maßnahmenkatalog, gegen den der Otto-Katalog sich mittlerweile wie ein Flugblatt ausnimmt. Aber hej: die Fußballstadien sind bald wieder voll. Während wir uns nach wie vor nur mit maximal 10 Personen privat treffen dürfen. Ja, das gilt immer noch. Ich habe nachgesehen. Nur für den Fall, dass Euch das nicht klar gewesen ist. (Aber immerhin 10.  Auch ein Impfanreiz. Wem die eigene Gesundheit oder die Möglichkeit ungehinderten Schlüpper-Einkaufs nicht Anreiz genug ist)  

Wenn wir also mit unseren besten Freunden beschließen sollten, wir treffen uns en famille, mit allen Kindern und deren Anhang, dürfen wir das nicht. Dann wären wir nämlich elf.  Und was zuviel ist, ist zuviel. Wo doch schon die Stadien.........! Wenn der Whisteria Lane Stammtisch ein Treffen organisiert, ist akribische Vorbereitung oberstes Gebot. Wir sind zwar nur acht.  Aber wenn wir uns bei Nachbar X oder Y treffen, dann geht das nicht. Da leben noch größere Kinder oder Oma mit im Haus.  Zack - über 10. Und was zuviel ist, ist zuviel. Wo doch schon die Stadien.........!  Bei uns ginge es, hier residiert derzeit nur der Exil-Rotterdamer. Der darf sich dann aber nur noch maximal einen Gast einladen. Weil, was zuviel ist.....  Iss klar? Oder unklar? Egal. Hauptsache, die Stadien.......... 


Reden wir von etwas Erfreulichem. Reden wir von mir. Ich habe gesichtet. Gedanken, Entwürfe, Ablage Schuhe, Klamotten, Gedöns aller Wertstoffkategorien. Durchaus beeindruckend, was alles liegen bleibt, was sich alles ansammelt, wenn man jahrelang nur für das Nötigste Zeit hat. Aber jetzt. Aber: Schluss mit Stress und Druck, das bleibt ein scheibchenweise abzuarbeitendes Projekt. Geht auch. Kann ich gut mit leben. Wie ich überhaupt ganz wunderfein mit meinem neuen Status leben kann. So langsam, aber sicher kommt es. Immer noch überwiegt die Erleichterung, aber ich merke, es geht mir besser. Ich bin ruhiger, ausgeschlafener und ausgeglichener. Die Quittung kam vom Augenarzt: Alle Werte richtig gut. Deutlich verbessert seit dem letzten Mal. Hat mich unglaublich gefreut. Tschaka.  

Die Tage fiel mir auf: Es ist schon Woche 6 im Status "nen Scheiß muss ich".  6 Wochen, in Worten sechs. So lange frei am Stück hatte ich nicht mehr seit der zehnten Klasse. Ohne Witz. Seit 1980. Sprich vor 42 Jahren. Und da ist sie wieder. Die 42. Die Antwort auf alles. Und die in meiner Entscheidung zum Vor-Unruhe-Stand immer wieder eine Rolle spielte. Wie spooky ist das? Aber gut spooky. Wenn ich dann noch lerne, das Geschenk einfach anzunehmen und mir die Antwort: "Ja, Du darfst. Alles, was Du willst" zu geben, dann ist es perfekt. Noch übe ich, mich aus den Zwängen jahrzehntelanger Konditionierung zu befreien. Beispiel: ich war schon auf halbem Wege vom Augenarzt nach Hause, eilig in die Pedale tretend, weil - der Vormittag war ja schon halb um, arbeitsfreie Zeit muss genutzt werden, da liegt noch Wäsche, die Spülmaschine ist auch noch nicht ausgeräumt, zum Glück ist das Bett schon gemacht, aber die Ablage türmt sich schon wieder neu und und und. Als mir auffiel: Die Sonne scheint. Ausnahmsweise. Und ich - ich muss 'nen Scheiß. Wäsche, Spüli, Ablage sind auch morgen noch da und ich kann einfach weiterfahren. Durch die Felder und Wälder, der Sonne entgegen. Und Euch Lichtblicke mitbringen. Die wir ja wohl alle dringendst brauchen. 



Die Statistik: 

*Erkenntnis der Woche: Die Mehrzahl von Status ist Status. Aber schöner wäre doch Statussi. Und passender. (erarbeitet mit Kater_S auf Twitter) 
Geschenk der Woche: Für mehr Narzissen als Narzissten


Mit Dank an die Schwägerin 

Zitat der Woche: Yesterday is history. Tomorrow is a mystery. And today?
 Today is a gift. That's why we call it the present  
 (©Eleanor Roosevelt. Wenn das nicht ein perfektes Zitat für mich ist. 
Und für jeden von Euch auch ) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Genießt alles, was die Gegenwart hergibt. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten.   

Freitag, 21. Januar 2022

TGIF - Life-Hack zum Frühstück

Tach auch Liebeleins! Heute morgen mit weißen Ansichten aufgewacht und im Moment sogar Sonnenschein auf meinem Kaffee 3.0. Alles fein bei Euch? Hier soweit alles in schöner Ordnung. Ich bin immer noch in erster Linie erleichtert und dankbar. Und gelangweilt hab ich mich auch noch nicht mit mir selbst. Mit anderen Worten: Nichts wirklich Neues zu vermelden. Was für mich nach den letzten Jahren immer noch eine Erwähnung wert ist. Trotzdem halte ich (mich) erstmal wieder an den TGiFs fest. Für mich selbst die beste Möglichkeit, nach und nach wieder in einen Schreibfluss zu kommen, nachdem ich so lange kaum etwas kreatives geschrieben hab. 

Höhepunkt der  bisherigen Woche: ein Frühstück am Dienstag. Gegönnt mit der Kollegin, mit der ich die meisten gefürchteten langen Dienst-Tage durchlitten hab in meinem Leben. Das hatten wir uns immer vorgenommen. Sobald wir beide raus sind, gehen wir an einem Dienst-Tag richtig schick mit allet frühstücken. Hat Spaß gemacht und schreit nach Wiederholung. Auch wenn ich idiotischerweise ein latent schlechtes Gewissen spürte. Daran muss ich noch arbeiten. 



Arbeiten muss ich auch daran, diverse Aufreger nicht an mich ran zu lassen. Sagt sich leicht. Ist es aber nicht. Weil es letztendlich uns alle betrifft. Was diese Woche klammheimlich und durch die Hintertür einer Behörde geschah - es hat mich tief verstört. Eingeordnet habe ich es noch nicht endgültig. Aber mein Gefühl sagt mir, wenn nicht bald etwas passiert, driftet (nicht nur) dieser Weg nachhaltig in die falsche Richtung. Sollte es wenigstens nicht im Bundestag diskutiert werden, wenn über Nacht und ohne große Kommunikation ein Status* geändert wird? Ein Status, der auch Grundrechte umfasst. 

Vielleicht sollten wir doch über weiter über's auswandern nachdenken. Dummerweise ist es leider woanders auch scheiße. Selbst hinterm Pommesäquator. Aber dort ist wenigstens der Protest nicht so verbissen, missionarisch und mißbraucht. Sondern schlicht intelligent. Zielführend wird dort der Finger in die Wunde gelegt und umgedreht. So gab es diesen Mittwoch eine Aktion der Kulturschaffenden landesweit. Man konnte in Theatern, Museen, Kinos und Konzerthäusern Termine vereinbaren. Zur Maniküre, zur Fußpflege, zum Frisieren, zur Massage. Weil letzteres erlaubt ist in NL. Während Kulturstätten der Betrieb immer noch untersagt ist. Während also im Konzerthuis massiert und manikürt wurde, spielte auf der Bühne das Orchester des Hauses. Fand ich clever. 

Ich sag mal so: Ich bin geimpft. Komplett. Mit Booster. Weil ich es so wollte. Unbedingt wollte. Im übrigen tatsächlich für mich selber wollte. Um besser vor einem schweren Verlauf geschützt zu sein. In einem Winkel meines Herzens bin ich aber sehr froh. dass ich bei meiner Ärztin des Vertrauens geimpft wurde. Nicht nur, weil sie die Prio 3 früh drangenommen hat, sondern auch, weil sie mich gut aufgeklärt hat. Hätte sie nicht schon im Sommer zu mir gesagt, dass alle Studien auf den Booster hinweisen, hätte mich die Kommunikation zum Booster verunsichert. Und ich bin mir vollkommen sicher, dass das, was diese Woche geschehen ist, der Impfkampagne einen Bärendienst erwiesen hat. Wer skeptisch ist oder wer nur wegen des Status über eine Impfung nachgedacht hat, der ist doch jetzt endgültig durch mit dem Thema. Wobei ich sowieso bis heute das Gefühl nicht loswerde, dass die Impfgegnerschaft künstlich hochgejazzt wurde. Um vergessen zu lassen, wie übelst das mit der Priorisierung im letzten Jahr gelaufen ist. Redet jetzt keiner mehr von. Ein Schelm.....  Ok, das Thema ist endlos. Mir fällt noch einiges mehr dazu ein. Aber lieber Schluss jetzt. #ausgründen  

A propos Zauberwort Kommunikation. Ich twitterte gestern einen meiner bevorzugten Life-Hacks: 


  
- und es dauerte genau 6 Minuten, bis der erwartbare Kommentar kam, dass eine Wäscheleine carbonneutraler wäre und sich eine aufgeregte Diskussion entspann. Aber doch immerhin 6 in Worten sechs! Minuten. Ich hätte mit weniger gerechnet. Das ist doch nicht mehr mein Twitter. Jedenfalls - diese Diskussion = Deutschland in a nutshell. Wir waren uns hier im Hause übrigens einig: Am besten gefallen hat uns dann doch diese Ansage an den Caption Obvious mit der Wäscheleine: 


 
Schöner hätte ich es nicht sagen können.   

War sonst noch was? Wir haben "Haus des Geldes" abgeschlossen. Endlich. Halleluja. Ich fand die Serie anstrengend in den letzten Staffeln. Aber das Serienfinale war gut. Sehr gut sogar. Vorhang zu und alle Fragen beantwortet. Immerhin. Gibt es auch nicht so oft. Versöhnte mit dem exzessiven Geballer der letzten Folgen. Können wir uns nun in aller Ruhe dem Dschungel widmen. Oder auch nicht. Könnte nämlich sein, dass ich all diese aufgeblasenen Enten-Schnuten nicht ansehen kann. Mangels Masse hingegen besteht die dieswöchige Statistik nur aus dem 

 Cookie der Woche: 



Allen ein schickes Wochenende. 
Versucht keinen Life-Hack, den ich nicht auch versuchen würde.    

Wie immer gilt, wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
*Möchte mir vielleicht jemand den Life-Hack gönnen, was die Mehrzahl von Status ist?  




Freitag, 7. Januar 2022

T.G.i.F. - der erste im neuen Jahr

Tach auch Liebeleins. Da wären wir. Seid willkommen. Erste kuschelige Freitagsrunde im neuen Jahr. Alle fein rein gerutscht? 

Whisteria Lane vermeldet: keine Vorkommnisse. Same procedure as every year, alle Rituale brav eingehalten. Wobei sich leicht zweifelnd die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Rituale stellt. So immens Glück haben sie nun auch wieder nicht gebracht. Zur Sicherheit haben wir ein neues Ritual eingeführt und uns die Rollen von Miss Sophie, Admiral von Schneider und Co angeeignet.  Kleiner Spoiler: je dicker die Oberschenkel, desto besser. Wenn das kein Argument ist!  


Dinner for one Gesellschaftsspiel


( Klar verteilt war nur die Rolle des Tigers..... ) 

Die erste Woche des Jahres plätscherte dann vor sich hin. Mal mit besseren, mal mit schlechteren News von außerhalb, die hier allerdings allesamt nicht hingehören. Ich für meine Teil sortiere fleißig. Sowohl Zeug als auch mich. In der Hauptsache spüre ich dem Gewicht des gefallenen Steins nach. Tatsächlich muss ich erstaunt sagen: Ich wusste nicht, wie schwer die Last war. Bis sie von mir abfiel. Ja, ich stand unter Dauerstrom, ja, mir fiel es immer schwerer, mich zusammen zu reißen und durch die Arbeitstage zu kommen. Um dann die freien Tage fast ausschließlich dafür zu nutzen, wieder zu Kräften zu kommen. Derzeit spüre ich hauptsächlich tiefe Erleichterung und tiefe Dankbarkeit dafür, dass mein Plan so gut aufgegangen ist. 

War sonst noch was? Wir haben uns den bitterbösen satirischen Jahresrückblick auf Netflix gegönnt. Death to 2021 von den Black Mirror Machern. Letztes Jahr fand ich diesen Rückblick sehr gewöhnungsbedürftig und musste mir echt hinterher erklären lassen, dass unter der Maske des Geschichtsprofessors Hugh Grant steckt. Dies Jahr war ich wohl eingewöhnt - und fand unter der mir nun bekannten Prämisse auch den Professor deutlich witziger. Und es tat gut, sich auf die Art von dem Jahr zu verabschieden, in dem wir lernen mussten, dass 2020 nur eine Übung war. Am Wochenende schauen wir dann auch den Film, über den derzeit alle reden. 

Leider hinter einer Paywall hat auch Juli Zeh einiges gesagt. Dem Grollen auf Twitter nach zu urteilen, wohl einiges Gute. Etliche Hunde bellen getroffen, alleine das eine amüsante Lektüre. Weniger amüsant nach wie vor, dass aus sonstiger Kulturbubble nur Belangloses oder - wie meine Ärztin bitter beklagte - in unserer Stadt hauptsächlich Geschwurbeltes kommt.  Man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen: das Inspirierendste, was deutsche Kulturschaffende zur Bewältigung der Pandemie beigetragen haben ist bis jetzt das "hello again" von Howard Carpendale. Wobei - nichts gegen Howard Carpendale. Seine Weihnachts-CD kam außerordentlich gut an bei Schwiegereltern. Aber ich bin sicher, da geht noch was. 

An dieser Stelle ist dafür fertig. Ich verabschiede mich mit dem Bild der Woche: 


und tschüss. Bis zum nächsten Tannenbaum. 
(by the way:  pro-Tipp der Woche: Wenn der ganze Adventsplunder 
aus der Bude raus ist, fühlt man sich direkt 10 Kilo leichter) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Erholt Euch gut vom Jahresanfangsstress und singt kein Lied, 
welches ich nicht auch singen würde.    


Freitag, 5. November 2021

TGIF - Zwischenruf mit Glitter aber ohne Schnitter

Tach auch Liebeleins. Herzlich willkommen in dieser wunderfeinen kleinen Kuschelecke. Es ist soweit. Ich mag ein bißchen bloggen. Ein bißchen fehlt es mir doch. Das letzte TGiF war im Februar. Einiges passiert seither.  

Aber es ist immer noch so, wie ich im Sommer schrieb. Wenn Ihr und ich eins derzeit nicht wollen, dann ist es meine drastisch geäußerte Meinung zum derzeitigen Geschehen auf politischer als auch gesellschaftlicher als vor allem auch (social ) media technischer Ebene zu hören. 

Ich mach stattdessen einen auf ignorante Arroganz und beschäftige mich und Euch mit netten Dingen. Wenn führende Denker des Landes es für eine gute Idee halten, mitten in einer der größten Krisen unserer Zeit eine ergiebige Auseinandersetzung mit nostalgischem Glitterschnitter* zu publizieren, dann wird es das wohl so sein. Wer bin ich, das in Abrede zu stellen? 

Was gibt es so roundabout the famous Whisteria Lane? Der Sommer ist vorbei. Er war gut. Bis auf kleine Tiefen. Coming soon im Logbuch. Er brachte viel Licht, viel Freude, viel Abstand. Abstand zu vorherrschendem Wahnsinn und seinen Begleiterscheinungen. Wir sind sehr dankbar dafür.  Und gönnen unserem Marijntje den Winterschlaf. Wenigstens eine..... Boot müsste man sein.  

die Aquamarijn auf ihrer Fahrt ins Winterlager. 


Mit dem Sommer ging die Sommerzeit. Die Zeitumstellung ist keine Woche her und das Licht der hellen Tage fehlt mir jetzt schon. Da hilft nur, Erinnerungen auszugraben und schöne Herbst/ Winterrituale zu pflegen. Wir begannen damit unverzüglich und eröffneten mit der Wahlfamilie die Raclette-Saison. Weit bis über die Zeitumstellung hinaus. 

Den Jungs geht es gut. Der Rotterdamer ist kein Rotterdamer mehr, nächste Woche wird er ganz offiziell zeremoniell graduiert. In unserer Begleitung versteht sich. Will man ja dabei sein. Außerdem wird es schön sein, der Lieblings-Großstadt nochmal ein leises Danke zuzurufen. Dafür, dass sie so gut war zu meinem Kind. Im Moment beehrt er die Whisteria Lane, nimmt aber im nächsten Jahr den Staffelstab vom Juristen und wird nach diesem einige Zeit die Hauptstadt praktikabel beehren. Wie es danach weitergeht, wird sich nach und nach herauskristallisieren.

Der Jurist liegt in den letzten Dissertations-Zügen und auch seine Werdung zum Volljuristen winkt zeitnah. Der Ruhebewahrer und ich haben es eingesehen. Die Zeit der Familienplaner ist vorbei, wir haben uns einen Duoplaner gekauft. Dem Gatten geht es soweit auch gut. Er vermisst seine Kapitänsmütze und hat sich wohl dauerhaft zwischen Präsenz- und Home-Office eingerichtet. Ich habe mir in diesem Jahr viel Zeit zum Nachdenken genommen und eine Entscheidung getroffen. Ich bin fein damit, aber noch in der Verarbeitungsphase. Deshalb bleibt das vorerst noch im ganz engen Kreis. Sorry but no sorry. Wenn ich eins aus den privaten Krisen des letzten Jahres gelernt habe, dann dass ich nunmehr mein eigenes Tempo leben muss. 

der DuoPlaner. Terminkalender für zwei 


Was liegt an in den nächsten Wochen, wovon ich Euch werde erzählen können? Der Ausflug an die Maas, siehe oben. Der Stammtisch wiederbelebt sich und plant weihnachtliche Stimmung. Ansonsten viel Zeit für Planung, Erinnerung und alles, was schön ist. Deswegen heute eine 
 
aufmunternde Statistik: 

Lieblingshashtag derzeit: #machenwasglücklichmacht 
guilty pleasure der Woche: Love is blind*  
Zahl der Woche: 21
Lieblingslied derzeit: Alles kommt goed 
(Sommerhit der NL von Jaap Reesema - während in D bad habits zu selbigem 
ausgerufen wurde. Schlußfolgerungen ziehe jeder selbst) 
geplanter Serien-Re-Watch für herzerwärmendes Winterfeeling: 
Weihnachten zu Hause 
(Netflix Original. Schräg, schön, komisch, traurig, liebevoll, seelenvoll. Alles auf einmal und noch mehr. Leg ich Euch sehr ans Herz, wenn Ihr gleichzeitig lachen und weinen möchtet. Und wenn Ihr was übrig habt für das sehr besondere Flair skandinavischer Serien noch einmal mehr!   Guckt es.** Ihr werdet mir danken) 
bisher bestes Buch des Jahres: Leere Herzen von Juli Zeh 
(nochmal sorry but no sorry! 1. ja, ich weiß, es ist nicht aus diesem Jahr. Aber es lag
 halt noch ungelesen da. Und 2. ja, ich weiß, es hat vernichtende Kritiken bekommen
 und auch aus meinem Kreis kaum einem gefallen. Aber ich fand es gut. Klug, scharf beobachtet und voller harter Wahrheiten über die Menschheit, die sich gerade seit März 2020 
schmerzlich bewahrheitet haben. ) 
Lieblingsspruch des Jahres: Am Ende wird alles gut. 
Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende (alt, aber gut und bewährt. ©Oscar Wilde) 

Und damit entlass ich Euch in ein hoffentlich schickes Wochenende. 
Macht nichts, was Euch nicht glücklich macht. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
* googelt selbst. Ausgründen 
**hier: der Link zum Serientrailer . Staffel 1.  Guckt es. Echt. Es ist nur ein ganz kleines bißchen kitschig und es macht wirklich glücklich.  Es gibt auch schon eine zweite Staffel . Der Trailer so gerade eben noch jugendfrei...... 
Hoffnung der Woche: Vielleicht kommt ja Staffel drei !      
     
  


 
   



Donnerstag, 8. Juli 2021

Lebenszeichen mit Dank und Sorry

Lebenszeichen! 

Es lebt. Wir auch. Im privaten tatsächlich auch wirklich gut. Keine Dramen im inner circle.


Und damit das so bleibt, lege ich über alles andere gepflegt den bewährten Mantel des Schweigens. Denn 

Sorry: Es ehrt mich, dass ich vermisst werde in Bloglanden und im Zwitscher-Königreich. Das wird aber noch eine Weile so bleiben. Besser ist das. Ich muss und will mir das derzeit nicht geben. Und glaubt mir: Ihr wollt es auch nicht. Meine drastisch geäußerte Meinung zum derzeit herrschenden Getue und Gehabe auf Social Media lesen oder hören. Das könnte etliche Brücken abreißen, von denen ich derzeit noch nicht weiß, wie lange sie geschlossen bleiben oder ob sie je wieder geöffnet werden. Zu den Dingen, mit denen ich absolut nicht um kann, gehören Ungerechtigkeit, Selbstherrlichkeit, Heuchelei und Selbstgerechtigkeit. Also exakt die Dinge, deren Tonalität derzeit vorherrscht. Meistens auch traut vereint. Aber 

Danke: Herzlichen, besten, allerbesten Dank für Eure lieben Glückwünsche, Nachrichten und Geschenke zum Schnapszahl-Tag. Ich hab mich darüber aufrichtig gefreut und ja - ich vermisse Euch auch.     

Der Tag wird kommen, an dem ich wieder mag. Mit Euch lachen, quasseln und auch mal deutlich auf den Putz hauen. Aber er lässt noch auf sich warten. Solange passt auf Euch und andere auf. Immer noch und immer wichtig! 

Sonntag, 27. Dezember 2020

2020 - was vom Jahr übrig blieb

Es war ein furchtbares Jahr. Es war ein schwieriges Jahr. Eins der schwierigsten, die wir jemals hatten. Da sind wir uns wohl alle einig. Viele, alle, die ich kenne, haben auf die ein oder andere Art persönliche Opfer gebracht, auf vieles verzichtet, von vielen Träumen Abschied genommen, den Lohn ihrer Arbeit aus den letzten Jahren nicht ernten können. 

Zur globalen Pandemie kam bei nicht wenigen, auch bei uns, persönliches Leid hinzu. Es war auch ein Jahr des Abschiednehmens. Abschied von geliebten Menschen, Abschied von dem Leben, wie wir es kannten, Abschied von Träumen, Hoffnungen, Belohnungen. 

Ganz ganz oft habe ich in diesem Jahr an das letzte Jahr Silvester gedacht. Wie wir wie immer im Kreis der Wahlverwandschaft gut gelaunt, gut gestimmt, hoffnungsfroh in das neue Jahr gingen, brav alle Rituale einhielten. Revue passieren ließen auf ein Jahr 2019, welches Höhepunkte, aber auch Rückschläge hatte. Das noch ein ganz normales Jahr. Und wie wir uns erzählten, was wir uns für das neue Jahr vorgenommen hatten, worauf wir hofften, was wir planten, was alles kommen würde. 

Nie, niemals hätten wir gedacht, dass dieses unser so normales Silvester in der Rückschau von Naivität geprägt sein würde, dass ein Jahr auf uns wartete, welches wir uns in unseren bösesten Albträumen nicht hatten ausmalen können. 

Es war ein Jahr, in dem wir alle viel gelernt haben. Über Viren, über Masken, über Abstand, über Rücksichtnahme, über Egoismus, über Menschen. Über das Leben. Aber auch - wie in unserem Fall - sehr viel über das Sterben. Ich hätte gerne darauf verzichtet. Nehme es aber so, wie es gekommen ist und nehme dieses Wissen mit in meine, unsere Zukunft. Was ich in diesem Jahr so hart gelernt habe, diese Lektion hab ich jedenfalls schon mal hinter mir. 

Aber - bei aller durchaus berechtigten bitteren Rückschau - dieses Jahr hat uns auch etwas gegeben, etwas bewiesen. Uns hat es - nicht nur - in den bittersten Wochen dieses Jahres - viel Hilfe gegeben, von Freunden, von der Familie, aber auch von denen, die Hilfe zu ihrem Beruf gemacht haben. Ihnen gelten meine guten Gedanken am Jahresende. Das Jahr hat uns auch durchgehend - ohne jedes Zögern - Zusammenhalt bewiesen. Über mangelnden Zusammenhalt in unserem engen Familien- und Freundeskreis habe ich mich zwar nie beschwert, aber dieses Jahr, als es darauf ankam, war es toll, ihn zu haben. Alle, die da sein mussten, waren da. Ohne Fragen, ohne Zögern. Was mich mit einem guten Gefühl in die Zukunft schauen lässt. 

Ein gutes Gefühl und Hoffnung gibt mir auch, wie unsere Jungs dieses schwierige Jahr gemeistert haben. Beide haben auf vieles verzichtet, beide haben sich das Jahr ganz anders vorgestellt. Vieles war komplett anders geplant - ich sage nur Duisburg statt L.A. - , beide haben sehr bittere Pillen schlucken müssen. Aber beide haben auch - wie der immer noch Exil Rotterdamer öfter sagte - einfach mit dem gearbeitet, was sie hatten. Und das haben sie großartig gemacht. Das und auch ihr Beitrag zur Bewältigung unseres persönlichen Schicksalsschlags. Das ist etwas, was ich aus diesem Jahr mitnehme. Ich habe es schwer genommen, dass das Jahr der Jungs so anders verlief als geplant und erarbeitet. Das ist etwas, was man als Eltern wirklich nicht will. Beide aber sehen das entspannter als ich, was mich nochmal stolzer macht. So ist es das, was vom Jahr übrig bleibt: Stolz, bittersüße Erinnerungen und die Hoffnung, dass am Ende alles gut wird.     

© siehe **

Und damit zu meiner* Statistik des Jahres: 

Song des Jahres: Don't look back in anger. 
Film des Jahres: Can a song save your life     
Serie des Jahres: Afterlife von Ricky Gervais auf Netflix 
Buch des Jahres: Buddenbrooks
Satz des Jahres: Es ist wie es ist 
der noch vor einem Jahr unvorstellbarste Satz des Jahres: Du musst noch in die Bank?
 Vergiss Deine Maske nicht !
schlimmster Satz des Jahres: ..... und dann kam Corona .....  
nahende Hilfe des Jahres: Ein Bus ist hinter mir her, die Ankunftszeit ruft an 
Aussicht des Jahres: Das Virus kann nicht schwimmen 
Schöne Momente des Jahres: ja, die gab es. Alle im Logbuch festgehalten. 
Wunsch des Jahres: ich will unser Leben zurück 
Drama des Jahres: Götterdämmerung 
Befehl des Jahres: stop the count 


Ich wünsche allen von Herzen einen fried- und hoffnungvollen Jahresausklang. 
Stoppt keinen Count, den ich nicht auch stoppen würde. 

*meiner = subjektiv so empfundenen Statistik. Mir ist schon klar, dass weder Film noch Song noch Buch aus diesem Jahr sind. Aber es sind eben die, die dies Jahr eine übergeordnete Rolle gespielt haben. Und - die Statistik ist absichtlich erheblich eingekürzt. Denn eigentlich wollen wir ja nur ganz ganz wenig bis gar nichts aus diesem Jahr mitnehmen ins nächste.
** der Schlüsselanhänger ist von der Firma Küstenglück. Selbst gekauft, selbst bezahlt. Wenn Werbung, dann komplett unaufgefordert und ohne Kenntnis der Firma. Aber schön ist er. Auch ganz in echt.    

Freitag, 11. Dezember 2020

T.G.i.F. - von kleinen Lichtblicken

Tach auch Liebeleins. Herzlich willkommen in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Immer noch und wohl noch lange bleibt virtuell wohl die einzige Runde, in der man zusammen kommen kann. 

Schwierig, schwierig alles zur Zeit. Man hat das Gefühl, es wird alles um uns herum einfach nur immer dunkler. Die Tage, die Nächte, die Corona-Lage, die Aussichten. Einfach alles. Gerade eben wurden auch für unser Bundesland weitere Maßnahmen angekündigt. Wie immer - mir können sie (fast) egal sein. Wie immer - mich betreffen sie (fast) nicht. Was die Kontaktbeschränkungen angeht: Ich will nach diesem für uns nicht nur wegen Corona schwierigen Jahr einfach nur, dass wir vier Heiligabend an einem Tisch sitzen und ein paar gute Stunden miteinander haben. Das scheint immer noch hinzukriegen zu sein. Und was die Schließungen angeht: Wird mich wie immer nicht betreffen. Wir sind täglicher Bedarf, kritische Infrastruktur. Bis zum bitteren Ende. (Vielleicht sollte ich mein DTH-Fan-Shirt mit diesem Aufdruck demnächst zur Arbeit tragen) Mich wird es "nur" in dem Maße betreffen, dass jetzt noch mehr Leute als bisher auf die Idee kommen, ihre letzte "Entertainment" - Möglichkeit bei uns zu nutzen, uns anzuschreien, anzuniesen, anzuhusten und all ihren Frust bei uns abzuladen. Das wird toll, noch toller als bisher. Bestimmt wird es das. Ich glaub, das mit dem T-Shirt ist eine gute Idee. Im letzten Jahr haben wir uns zur Weihnachtszeit alle ein bißchen weihnachtlich gekleidet, da finde ich in diesem Jahr den DTH-Totenkopf mit dem bitteren Ende eine gute Replik. 

Eigentlich hatte ich für das heutige TGiF im Geiste bereits eine komplette Suada ausgearbeitet, aber wisst Ihr was? Wie schon neulich - ich lass es jetzt. Die, die es lesen, sind eh meiner Meinung. Spare ich mir lieber meine Nervenenden auf und rede mit Euch über die paar Lichtblicke, die diese Woche aufgeblitzt sind.  

Lichtblick Numero Uno: Nur noch 10 Tage, dann ist Wintersonnenwende und wir haben zumindest das geschafft. Die Tage werden wieder länger. 

Lichtblick Numero Due: Sinterklaas war dies Jahr clever und hat eben diese verschenkt. Noch ein Elch ist in da House zur Unterstützung der Weihnachtspingus und 



die Sissi hat mir zu Nikolaus einen Adventkalender voller schöner Aussichten geschickt. In jedem Tü(r)tchen sind Pflanzensamen, die von der Vorfreude auf den Frühling künden. 




Lichtblick Numero tre: Es war zwar übelst kalt, aber ich hab die Zähne zusammen gebissen und ihn Euch mitgebracht von einer kleinen Runde mit der Fiets. 


Lichtblick Numero quatro: Es gab sie tatsächlich. Die schönen Momente in 2020 sind im Logbuch und alleine die Beschäftigung damit in der Rückschau muntert mich und hoffentlich Euch auf. Und gibt mir die Hoffnung, dass wir zumindest diese schönen Momente und vielleicht noch etliche andere in 2021 auch wieder haben werden. 

Tjanun. Soweit zu den Lichtblicken. Theoretisch kann ich zwar sogar bis zwanzig zählen auf italienisch ( und nein, ich hab keine Ahnung, warum ich mit uno, due, tre angefangen hab) aber weitere Lichtblicke fallen mir echt nicht ein. Selbst die Statistik klemm ich mir heute. Mangels Masse. Was für heute bleibt: 

Allen ein feines, ruhiges, erholsames Wochenende gewünscht. 
Schenkt Euch Lichtblicke. 


Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
  

  

















Freitag, 27. November 2020

T.G.i.F. - von Wespen, Alpakas und anderen Ablenkungen

Tach auch Liebeleins. Herzlich willkommen in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Alle light durch die Woche ge-lockdownt? Anders gefragt: Blickt Ihr noch durch? 

Ich nämlich nicht. Gar nicht. Sowas von gar nicht. Und damit meine ich nicht das schon länger bei mir schwelende Unverständnis für Unverhältnismäßigkeit und Ungerechtigkeit. Ich weiß tatsächlich überhaupt nicht mehr, was gerade Sache ist. Was man wo darf und was nicht. Und - ich habe beschlossen, ich muss das auch nicht wissen. Seine Ruhe haben wollen, ist nach wie vor erwünscht, soviel ist sicher. Von daher..... Und Weihnachten ist bei uns eh nicht so das Fest in riesigem Kreis. Solange der Jurist kommen darf, ist mir weihnachtstechnisch alles egal. Ich glaube eh, dass es den meisten so oder ähnlich geht, was man so hört. (In dem Zusammenhang just saying: Die, die sich besonders beim Brechen der Wellenbrecher hervortun, die feiern eh kein Weihnachten. Also kann man denen damit weder drohen noch sie locken.)

Jedenfalls werde ich mich jetzt b.a.w. nicht mehr um Nachrichten kümmern. Wenn ich was wissen muss, betrifft das eh höchstwahrscheinlich die Arbeit. Und da wird mir der/die AG schon sagen, was ich wissen muss. Zumal ich da eine Verschärfung durchaus begrüßen würde. Auch rund um den Arbeitsplatz. Es reicht nach wie vor ein Blick auf den Marktplatz, um meinen ansonsten chronisch niedrigen Blutdruck nach oben zu jazzen. Oder der (abgebrochene) Versuch, beim Kaffeeröster kurz in den Shop zu schauen. Frohe Botschaft: Es gibt sie noch. Eine coronafreie Zone. Just eben dort. Frei aus dem dort herrschenden Gewusel interpretiert.

Wenn ich mir zu dem, was ich jeden Tag in der "kritischen Infrastruktur" zu sehen kriege, weiterhin auch die Nachrichten gebe, dann könnt Ihr mich bald in die Hab-Mich-Lieb-Jacke stecken. Gut 3/4 davon könnte man sich sparen. Muss man eigentlich jedes Geschwurbel, was irgendwer von sich gibt, dem Clickbaiting zuliebe bringen? Muss ich wissen, dass sich der Bundes-Christian schon um die nächste noch schlimmere Pandemie kümmert? Muss ich wissen, dass der Bayern-Markus dem Nordlicht seine Lockerungen neidet und deswegen der Schleswig-Holsteiner büßen soll, dass der, der am lautesten schreit, die schlechtesten Ergebnisse erzielt hat? Interessant an all dem wäre allenfalls die Beobachtung des Sozialexperiments ob Angst schüren wirklich zum Ergebnis führt. Oder ob Angst nur essen Seele auf und Hoffnungsschimmer, die ja tatsächlich am Horizont dräuen, nicht der bessere Weg wären.        

Da kümmere ich mich doch lieber um die Rückeroberung meines Lebens. Haus und Hof sind so halbwegs wieder à jour. Schon schön, wenn man auch mal Zeit für mehr als einen kölsche Wisch hat. Außerdem hab ich, Ich! tatsächlich mal die Rührschüssel und das Backbleck aus den hintersten Winkeln der Küche gekramt. Ich sach ma so: Die Ergebnisse sind zum Teil noch ausbaufähig. Vor allem das des heutigen Morgens. Nur gut, dass ich so süße Männer hab, denen ist egal, wie das, was schmeckt,  aussieht. 

Relativ egal, wie was aussieht, ist mir im Moment auch - noch - die Weihnachtsdeko. Mir ist - wie auf Twitter zu erfahren einigen anderen auch - überhaupt nicht nach Weihnachten oder Advent. Mehr oder weniger widerwillig hab ich das seinerzeit mit der Sissi im Partnerlook erworbene Adzventsgesteck aus dem Keller geholt, abgestaubt und die aufmunternde Gabe des Spielers, das quietschbunte Alpaka, mittenmang gesetzt. Damit ich den Anblick überhaupt ertragen kann. Während draußen munter eine adipöse Wespe oder Biene oder was immer sonst so totgesagt wurde, vor dem Fenster rum-brummselt. 


War sonst noch was? Nicht viel. Und das ist auch nicht schlimm. Die Bauern suchen wieder, diesmal aber eher langatmig. Was nur so zwischendurch zu alter Klatsch- und Tratsch-Hochform zu Twitter führt. Serientechnisch sind wir noch in der Entscheidungsfindung. "The Crown" ist fast weg-inhaliert, "Borgen" zum Teil re-kapituliert. Auch meine gelegentliche Solo-Unterhaltung ist noch nicht ganz entschieden. Inspiriert von der Trixe habe ich ein paar Besuche in Chesapeake Shores gewagt, bin aber noch nicht ganz so überzeugt, dass dies die Serie ist, die mich durch den Pandemie-Winter bringt. Zwar alles sehr schön und seelenfuttermässig anzuschauen, aber noch warte ich auf eine Handlung. Solange bei mir selbst im lighten Lockdown mehr passiert, hilft mir das auch nur bedingt in die ersehnte Ablenkung. 

Nun gut. Ich schaue jetzt mal, ob ich den Kaffeeguss für mein neuestes Back-Experiment hinkriege und dieser im gnädigsten Fall die etwas - ähem ich sach mal - leicht unebene Oberfläche verdeckt. Euch lenke ich derweil ab mit der 

Statistik: 

Schönste Ablenkung der Woche: Das Logbuch füllt sich so langsam mit schönen Momenten. 
Stoßseufzer der Woche: "Je eet al je hele leben frikandellen. Maar je weigert je te laten 
vaccineren want je weet niet wat er in zit" (©Jeroen de Lange auf Twitter, 
gefunden vom Rotterdamer. zu deutsch: "Ihr esst das ganze Leben Frikandel. 
Aber Ihr weigert euch, Euch impfen zu lassen, weil Ihr nicht nicht wisst, was drin ist) 
Plan der Woche: November dauert jetzt bis 20. Dezember, zwei Haushalte dürfen max. 
5 Personen im Homeoffice haben außer es handelt sich um Kinderarbeit. An 
Weihnachten gibt es Kartoffelsalat und Würstchen für bis zu 10 Personen, aber es soll
 beim Essen gelüftet werden. Oder so. (©Ole Bixmann auf Twitter) 

Allen ein schickes Wochenende mit hoffentlich vielen schönen Momenten. 
Lenkt Euch mit nichts ab, womit ich mich nicht auch ablenken würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage 

Freitag, 20. November 2020

T.G.i.F. - von Sprintern und (Durch)-Hängern

 Tach auch Liebeleins. Willkommen in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Heute etwas später als gewohnt. Liegengebliebenes erledigt sich nun mal leider nicht durch liegen lassen. 

DAS Thema des Jahres: Ich will mein Leben zurück. Wie Ihr wisst, war es bei mir nicht nur Corona, was mich zwang, mein Leben nahezu komplett pausieren zu lassen. Und zumindest an dieser Front zeichnen sich berechtigte Hoffnungsschimmer ab. Eine der letzten großen Aktionen, wenn nicht die größte in diesem Zusammenhang, die drohend vor uns lag, liegt jetzt hinter uns. Halleluja. 

Mit vereinten Kräften, im bewährten Team sind wir letztes Wochenende in einer Brachialaktion dadurch gesprintet. Auf 4 Rädern und zwei Beinen. Mit Hängern dabei. In echt und im übertragenem Sinne. Es war mega anstrengend, aber zwischendurch auch ganz lustig. Wie das mit guten Freunden, alten und an unerwarteten Plätzen neu gewonnenen ja auch bei solchen Aktionen sein kann. Wir sind noch nicht komplett durch, einiges haben wir noch vor der Brust. Aber das Schlimmste, Unberechenbarste ist durch. (Auch dem letzten ist jetzt übrigen klar, woher mein alter Spitzname "Killer Queen " kam. Wegschmeissen, aussortieren. Kann ich) Wir sind jedenfalls so weit gekommen, wie ich nie gedacht hätte, dass wir es Mitte November sein könnten. Ich bin so so dankbar dafür. Nicht nur für die bloße Tatsache, dass es hinter uns liegt. Sondern auch - mal wieder - für den Zusammenhalt und das Zusammenspiel in der tatsächlichen und der gewählten Familie. Wenn uns etwas über das ganze schwierige Jahr getragen hat, dann das.   
 
Und ich gebe zu: Ein tiefes Gefühl der Erleichterung überwiegt. Wirklich, so eine tiefe Erleichterung hab ich selten gespürt. Es ist ja nicht nur die Arbeit als solche, es ist auch dieses fremdbestimmte, dieses sich über Monate, ja fast ein ganzes Jahr komplett mit dem Leben eines anderen und sei er mir auch noch so nahe gewesen, beschäftigen zu müssen. Von meinem eigenen Leben haben ja fast durchgehend nur die Dinge stattgefunden, die stattfinden mussten. Ein unglaublicher Luxus, auch mal wieder selbst entscheiden zu können, womit man sich beschäftigen möchte. Möchte, nicht muss! Toll. So toll, dass ich kaum einen Moment der Wehmut verspürte am letzten Wochenende und dieser bis jetzt auch nicht gekommen ist. Eigentlich hatte ich damit gerechnet. Denn es war immerhin definitiv das letzte Mal, dass wir in meiner alten Heimat mehrere Tage verbrachten. Das wird so nun nie mehr möglich sein. Die Brücke ist abgebrochen. Diesen Blick zum Morgenkaffee werden wir nie wieder haben. Aber er wird genau wie meine alte Heimat immer einen Platz in meinem Herzen haben. 


Nun, das war es im wesentlichen auch schon, was ich erzählen und meiner persönlichen Chronik des laufenden Wahnsinns zufügen wollte. Jetzt konzentriere ich mich erstmal auf meinen eigenen kleinen Kosmos. Da dies ja derzeit auch die gewünschte und vorgeschriebene Regel ist, habe ich mir auch vorgenommen, nicht allzu viel der derzeitigen Lage an mich ranzulassen. De facto muss ich ja nur wissen, was für meine Arbeit wichtig ist. Ansonsten werde ich mir den Luxus gönnen, Dinge zu tun, auf die ich lange verzichtet habe. Alles Dinge, die in den eigenen vier Wänden stattfinden. Trifft sich gut. Lesen, ausruhen, Serien gucken, kochen, backen. Und bloggen natürlich. Fotos sind sogar schon gesichtet, demnächst geht es los mit der Rückschau im Logbuch. Denn auch das hat es ja gegeben. Schöne Momente in 2020. Doch ja, tatsächlich. Und die gehören ja auch gewürdigt. Schließlich wollen wir 2020 nicht auch noch den Triumph gönnen, blogtechnisch eine einzige endlose Suada zu sein. So nämlich. Und damit für's erste zur

Statistik:   

Geisteszustand der Woche: Vielleicht gibt es schönere Zeiten. 
Aber diese ist die unsere (©Sartre) 
Erlebnis der Woche: Die Welt ist ein Dorf! Aber sowas von 
Replacement der Woche: Recyclinghof statt Fitnessstudio. 
Entscheidung der Woche: Das lassen wir mal schön bleiben. Wir bleiben hier. 
Uns geht es doch gut hier. Es regnet nicht rein und Klopapier haben wir auch. 
Was wollen wir mehr? (©Die pragmatische Kollegin zum Thema Altersteilzeit) 
Boomer-Status der Woche: Barbamama, Schlumpf, die Maus, 
Charlie Brown und Konsorten
Fanfiction der Woche: The only way it ends: the real D.T. moves back to Florida. 
Melania leaves him. In deep sadness he buys a tiger cub frpm Carole Baskin.
 They fall in love, she becomes his 9th or whatever wife, 2 years later 
he mysteriously goes missing and she inherits 
what's left of his money. (©Tim Hanlon auf Twitter, traumschöne Vorstellung. 
Ich musste laut lachen. Selten genug derzeit)    

Mit diesen wunderschönen Aussichten entlass ich Euch in ein 
allseits hoffentlich schickes Wochenende. 
Sprintet nirgendwohin, wohin ich nicht auch sprinten würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Links auf Nachfrage