Heftige Einblicke
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Tach auch Liebeleins. Herzlich willkommen in unserer kuscheligen Freitagsecke. Alle gut durch den Regen in den kalendarischen Frühling getanzt? Immerhin - der Regen wird wärmer. Man muss auch für Kleinigkeiten dankbar sein.
Den richtigen Weg zu finden, ist eine Sache. Den Weg zu gehen, die andere. Man braucht Schuhe, die bequem genug sind, einen durch diese Wege zu tragen. In der Regel sind das nicht die Schuhe, die einem hingehalten werden. Die passen meistens nicht. Diese nicht neue Erkenntnis ein Trippelschritt auf dem richtigen Weg.
Der Winter ist offiziell vorbei, gefühlt stecke ich noch mitten drin. Ich bin bei weitem nicht da, wo ich sein wollte. Mein Herzensprojekt habe ich kaum angeschaut in den letzten Monaten, vertane Zeit. Ich habe stattdessen viel gebloggt. Doch ja, tatsächlich. Etliche Blogeinträge zum Thema Ü50 habe ich geschrieben, einige Beiträge für's Logbuch. Komplett mit Layout, mit zugehörigen Illustrationen, mit vorbereiteten Teasern für social media. Mit allem Zipp und Zapp. Ich habe sie nur nicht veröffentlicht. Ich hab mir Schuhe angezogen, die mir nicht passen. Sie erwiesen sich als echter Hemmschuh.
Tach auch Liebeleins. Herzlich willkommen in einer der letzten Kuschelecken, die dieses Internet noch bietet. Alle gut in den zweiten Monat des Jahres gestartet? Hier dauerte Silvester gefühlt einen Monat, zumindest der immer noch sporadisch auftretenden Böllerei zufolge. Davon ab, war es zwar ein grauer, aber nicht allzu trister Monat. Grund genug, für ein zweites TGiF in diesem Jahr. Doch. Schon ein zweites.
Mit dem Januar ging auch der erste Monat "Ruhebewahrer im Ruhestand" zu Ende. Er hat sich bestens in seinen 'nen Scheiß muss ich Modus' eingefunden. Wie im Vorjahr bei mir ist es auch für ihn das erste Mal seit der Schulzeit, dass er länger als 3 Wochen am Stück frei hat. Er prutschelt hier, prutschelt dort und findet daran vor allem toll, dass die Prutscheleien nicht wie vorher schnell, schnell am Wochenende nebenbei abgehandelt werden, sondern er für alles Ruhe und Zeit hat. Ansonsten hält ihn natürlich auch unser Fussel ordentlich auf Trab. Oder umgekehrt. Das ist noch nicht so ganz ausgemacht. Wenn ich wetten müsste - würde ich wohl sagen: Eher umgekehrt. Im Moment geht der Gatte dem üblichen Rentner-Nebenjob nach, der Gehma. Gehma einkaufen* aktuell. Der Hund schnarcht erleichtert den Büroschlaf des Gerechten in meinem Rücken. Schnauf.
War sonst noch was? Mal überlegen. Außer, dass wir nach den bahnbrechenden Erkenntnissen unseres super "Wirtschafts"ministers zu Insolvenzen und ihren zu vernachlässigenden Folgen nun von unserer Außenministerin gelernt haben, dass Nigeria eine deutsche Kolonie war? Wie konnte ich nur so schlecht in Geschichte aufgepasst haben, dass ich das nicht wusste? Ich sach Euch -
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| Leichtmatrose Fussel ist bereit |
Tach auch Liebeleins. Auch in 2023 willkommen in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Alle gut ins neue Jahr gekommen? Bei uns war es wie immer. Ruhig und gemütlich. Wobei ruhig relativ ist. In der Whisteria Lane wurde geböllert, als gäbe es kein Morgen. Ganz ehrlich: Ich habe durchaus Verständnis für den Wunsch nach Feuerwerk und Böllerei zum Jahreswechsel. Ich verstehe, wenn man die Geister des alten Jahres mit Getöse verschrecken und die guten Geister des neuen Jahres mit Glitzer und Gefunkel gnädig stimmen will. Dass wir uns Silvester hinter geschlossenen Fenstern und heruntergelassenen Rollos verschanzt haben, um Mr. Portugal gut durch die Nacht zu bringen - unser Privatproblem. Soweit d'accord.
Kurzes Off-Topic. Meine 5 Cent zum vermuteten
weil ich sonst aus dem Kopfschütteln nicht mehr rauskomme. Auf Twitter beschäftigt man sich gerade - mal wieder - mit sich selbst. Vermutlich, weil den Meisten die Mechanismen bei einem TakeOver nicht vertraut sind. Oder, weil man sich halt gerne mit sich selbst beschäftigt. Auch wenn man das aufgeregte Gezwitscher kaum ignorieren kann - ich glaube ja eher an Katastrophen-Geilheit in Verbindung mit immenser Selbstüberschätzung. Echte deutsche Kernkompetenzen.
Dennoch - ich frage mich unweigerlich: Würde ich es bedauern, wenn Twitter sich aus der digitalen Welt verabschiedet? Und komme zu dem Schluss: Nein. Leider nein, muss ich hinzu fügen. Nach dem Ende von blogPunktde war Twitter die einfachste Möglichkeit, sich schnell wieder zu finden und in Kontakt zu bleiben. Das war und ist eine gute Seite von Twitter. Lange Zeit mochte ich auch anderes auf der Plattform. Ich hatte Spaß, ich lernte neue Leute und neue Sichtweisen kennen und ich konnte mich zeitnah über alles Mögliche informieren.
Das alles ist schon länger - fast - vorbei. Spaß ist in weiten Teilen verpönt, andere Sichtweisen werden nicht diskutiert, sondern verbissen als die einzig wahre verkündet, Informationen muss man mit der Lupe suchen. Dafür gibt es Meinungen und Vorhersagen in Hülle und Fülle. Immer so, wie man sie gerade braucht. Ich glaube tatsächlich, dass ein Ende von Twitter der Politik und den Medien nur gut tun könnte. Ich würde ein bißchen was vermissen, vor allem die Guten Morgen Runden. Aber sonst? Das ist das eigentlich Bedauerliche. Dass man so wenig vermissen würde.
Aber so ist das mit sozialen Medien. Sie gehören nicht uns. Auch wenn das nur wenige verstehen. Sie sind auch nicht in erster Linie auf das soziale ausgerichtet, sondern auf das kommerzielle. Man muss sich immer wieder eines klar machen:
So schlicht, so simpel. Deal with it or not. Und: Nehmt Euch nicht so wichtig.
Tach auch Liebeleins. Da sind wir nun. Mal wieder. In der Winterzeit angekommen. Nee, watt iss datt usselig, wenn et schon um 17:00 Uhr fast dunkel ist. Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich auch jetzt über den 'nen Scheiß muss ich" Modus bin. Nicht mehr morgens im Dunkeln raus, abends im Dunkeln heim. Grauslig. So komme ich wenigstens auf eine annehmbare Dosis Tageslicht. Umso mehr als wir
sind. Unser neues Crew-Mitglied hat sich Euch ja bereits vorgestellt. Seit letzten Samstag ist der Fussel bei uns und es freut uns genauso wie ihn. Die ersten Tage war er sehr vorsichtig. Sehr bemüht, uns zu gefallen. Wir lassen ihn ganz in Ruhe ankommen und zusehends wird aus vorsichtig und zutraulich nun unbekümmert und schmusig. Den ersten Hunde-Buddy hat er in good old Whisteria Lane auch schon gefunden.
Den Namen Fussel hat er mitgebracht, dieser Name wurde ihm von der Tierschutzorganisation gegeben. Da er darauf gut hört, haben wir es beibehalten. Ich konnte es nicht übers Herz bringen, ihm auch noch seinen Namen zu nehmen. Er reagiert aber bereits auf Kosenamen, besonders gut klappt Eierbär oder Pupsmaus. Der Rotterdamer nennt ihn Flusen, das gefällt ihm auch.
Seine temporäre Pflegemama ging aufgrund seines Verhaltens davon aus, dass Fussel das Leben im Haus kennt und mag. Das glaube ich zu 100 % auch. Er genießt den Komfort eines Zuhause und Gartens sichtlich. Und er ist komplett stubenrein. Da war ich auf Schwierigkeiten eingestellt, wäre nicht nötig gewesen. Er ist absolut darauf bedacht, sein eigenes Nest nicht zu beschmutzen. Das Beinchen wird nicht mal im Garten gehoben. Wir müssen selbst für das letzte Gassi am Abend vor dem Schlafengehen mindestens einmal um die Ecke gehen.
Wir hätten immer schon gerne einen eigenen Hund gehabt. Im Laufe der Jahre hatten wir einige Besuchshunde, die auch schon mal länger bei uns waren. Aber das ging immer nur, wenn Ferien waren und sich an meinen Arbeitstagen auch die Jungs kümmern konnten. Ich halte überhaupt gar nichts davon, wenn ein Hund den ganzen Tag alleine ist. Die Jungs finden es natürlich schade, dass erst jetzt ein Hund im Haus ist, wo sie nur noch zu Besuch sind. Dennoch hat es nichts mit "Das letzte Kind hat Fell" zu tun. Das war nicht unsere Intention.
Nun haben wir die Zeit, einem Hund gerecht werden zu können. Wir haben uns das gut überlegt, welchem Hund wir ein Zuhause geben möchten. Unser Gefühl war immer, wenn wir einem Hund ein Zuhause geben können, dann einem, der ein Zuhause sucht. Ruhig auch ein etwas älterer Hund. Wenn zweite Chance, dann richtig. Wir hatten eh nie viel über für schicke Hunde vom Züchter, der rassige Mischling war schon immer eher unseres. Unser Hund muss ja auch keine besondere Aufgabe erfüllen, wie z.B. ein Jagdhund.
Wir haben in diesem Internet (vielleicht setzt es sich doch durch) recherchiert, mit Freunden gesprochen und Ratgeber gelesen. Uns war immer klar, wenn wir einen Hund mit Geschichte nehmen - das wird kein Selbstläufer. Diese ganze Romantik mit "Straßenhunde sind immer so dankbar" ist eben genau das: Romantik. Das hat uns weniger abgeschreckt. Wir trauen uns zu, einem Hund die Sicherheit zu vermitteln, die er braucht, um wieder ein fröhlicher Hund zu werden. Wir kennen auch nicht alles aus Fussels Geschichte, das ist nun mal so. Das weiß keiner. Aber Mitleid hilft diesen Hunden eben auch nicht, das muss einem klar sein.
Schwieriger fanden wir es, eine Organisation zu finden, über die wir einen Hund adoptieren wollen. wir hätten uns nicht vorstellen können, uns einen Hund aus einer Liste auszusuchen und ihn dann an der Laderampe eines soeben aus Osteuropa eingetroffenen LKWs am Bochumer Güterbahnhof abzuholen. Unser Fussel war einige Wochen bei einer versierten Pflegestelle, die ihn sehr gut eingeschätzt haben. Auch dort verfuhr man nach der Maxime, sich nicht allzu viele Gedanken über seine Geschichte zu machen. Man schaute, wie er sich verhielt und einfügte, verstärkte gute Reaktionen und führte bei nicht so guten.
Ebenfalls ins Reich der Romantik gehört folgende Vorstellung: Man sieht auf Twitter, Insta oder einer Webseite einen "Ich suche ein Zuhause" Aufruf und meldet sich dann mit "Ich habe ein Zuhause und würde gerne dem Hund einen Platz darin geben" Vergesst es. Der Ablauf einer Vermittlung von Tierschutzhunden ist eine Wissenschaft für sich.
Es gibt Laderampen-Organisationen, es gibt aber auch sehr viele Tierheime und Tierschutzorganisationen, bei denen ich mich nicht hätte bewerben wollen oder können. Bei einigen verweigerte ich mich, weil ich selbstverständlich NICHT meine Personalausweis-Daten plus einem episch beantworteten Fragebogen zu meinen räumlichen und finanziellen Verhältnissen durchs Netz schicke. Als Grundvoraussetzung dafür, überhaupt ein Kontaktformular ausfüllen zu können. Sorry but no sorry. Da bin ich sehr altmodisch.
Bei etlichen anderen hätten wir uns gar nicht bewerben können. Einfach weil wir keine eierlegende Wollmilchsäue sind. Weil wir schon Ü50 sind, weil wir keinen versierten Ersthund haben, weil 400 qm Garten das mindeste sind, was ein Hund erwarten darf. Das war uns vorher in diesem Ausmaß nicht klar. Auf der einen Seite schlagen alle Alarm, wie voll die Tierheime sind. Auf der anderen Seite werden absolut unrealistische Anforderungen gestellt.
Es kann mir doch keiner erzählen, dass ein Hund besser im Zwinger verbleibt, als zu uns zu kommen. Auch wenn unser Garten nicht der größte ist. Versteht mich nicht falsch: Ich bin sehr dafür, dass geschaut wird, in welche Hände ein Hund kommt. Auch uns hat eine sehr nette Dame besucht und sich angeschaut, wo und mit wem Mr. Portugal demnächst rum-fusselt. Auch wir haben uns bei Adoption komplett legitimiert und unser Einverständnis für die Übermittlung der Daten an Tasso gegeben. Aber ich finde nicht, dass ich einen Naturteich anlegen sollte, weil der Hund doch so gerne schwimmt (Kein Witz, das hab ich mir nicht ausgedacht, das hab ich einmal so gelesen unter Anforderungen)
Wie auch immer - eine echte Welt für sich. Unser Fussel wurde zum Glück gut betreut, wir ebenso. Inclusive Kennenlernphase. Wenn jemand von Euch interessiert ist, würde ich per PN weiter empfehlen und Euch bei der Recherche helfen. Einschränkende Info vorab: Diese Organisation ist NRW-weit tätig. Da man den Hund vorher besucht und kennenlernt, wäre das jetzt für z.B. die Münchner unter meinen Lesern eher suboptimal.
War sonst noch was? Nicht wirklich. Noch ist die Sehnsucht nach Boot und Friesland kein Notfall. Diesmal konnte ja vor allem ich die Saison komplett auskosten. Was den Winter angeht, sind wir vorsichtig optimistisch, gut vorbereitet zu sein. Wir sprachen bereits darüber. Eine der häufigeren Infos zu getroffenen Maßnahmen: Wichtig ist auch, dass man sich jederzeit von innen wärmen kann. Da sind wir vorbereitet.
Ansonsten alles ruhig soweit in der Whisteria Lane und Umgebung. Es gab einige kleinere Treffen, alles unaufgeregt und fein. Was die Herren Söhne angeht, teile ich derzeit das Schicksal von King Charles III - sie sind Overseas. Kommen aber wieder. Solange beglücken sie uns mit schicken Fotos für special und common interest:
| Meanwhile in Chicago 💓* |
Tach auch Liebeleins. Pünktlich zum (kalendarischen) Herbstanfang bin dann auch ich wieder im Lande und melde mich mit einer brandneuen Ausgabe unserer kuschelig gemütlichen Freitagsrunde zurück. Allet schick und schön soweit bei Euch?
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| Noch 3 Monate und 1 Tag. Bitte gerne |
Tach auch Liebeleins. Hartelijk welkom in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Geht es Euch gut? Alle gut durch die Woche gekommen?
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| Unendliche Möglichkeiten |
Tjanun - wenn doch auch immer so viel los ist. Aber keine Sorge. Es war nichts Schlimmes los, nur Schönes. Bester Grund, das TGiF zu schieben. Zumal ich mir gerade schreibtechnisch viel Zeit nehme, mich mit meinen ganz persönlichen "von-Belang-en" zu beschäftigen. Auch diesen Blog hier möchte ich sachte mitnehmen in die Themen, die mich derzeit umtreiben. Der neue Lebensabschnitt bringt es mit sich. Jahre voller Wechsel. Natürlich beschäftigt mich Rückschau, aber wichtiger noch ist mir der Ausblick auf das, was "Ü-50" bereithält.
Es ist doch so: Wir haben mehr als die Hälfte unseres Lebens hinter uns. Ich für meinen Teil kann sicher sagen, ich habe in mein Leben bisher reingepackt, was geht. Ich muss jetzt nicht unbedingt noch etwas nachholen. Aber ich bin es mir selbst schuldig, die Zeit, die ich jetzt habe, zu genießen und mit den Menschen und den Themen zu verbringen, die ich liebe.
| ("Nutz den Tag, aber lass was liegen für morgen") |
Tach auch Liebeleins. Willkommen in unserer kuscheligen, friedlichen Freitags-Runde. Ich hoffe, es geht Euch allen gut in dieser bedrückenden, schwierigen Zeit.