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Freitag, 3. November 2023

T.G.i.F. - Flagge zeigen (Ein- und Ausblicke)

 Tach auch Liebeleins. Schön, dass es Euch hierhin geweht hat. Watt en Wind da in diesem draußen. Ich bin mittlerweile soweit, dass mir nach dem Nichtsommer eher Windstille auffällt als umgekehrt. 

Heftige Einblicke 


Heftige Winde wehen auch anderswo. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich amüsieren. Beim Zusehen, wie die vom gelobten Multikulti-Takatuka-Land schwadronierenden sich in ihren Elfenbeintürmen winden. Ja, wer hätte es wissen können? Gewusst haben es viele. Die, die mitten im normalen Alltag arbeiten z.B. - die haben es gewusst. Die, die es wussten, haben es immer wieder gesagt. Die, die es sagten, wurden der Einfachheit halber in die rechte Ecke gestellt. Die, die in die rechte Ecke stellten, entblöden sich jetzt nicht, salbungsvolle Worte ins Volk zu streuen.

Flagge zeigen 


Merke: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Eine gute Rede macht keine Glaubwürdigkeit. Ehre gebührt den begabten Redenschreibern, die den Robis und Tobis dieser Republik so feine Flie(H)watüts kreieren. Wovon ich rede? Ich rede - auch - von kleinen gallischen Dörfern, die Flagge zeigen. I stand with Israel - ohne wenn und aber und rumlavieren. 

Stand with Israel 

Ausblicke: zurück zu on topic 

     
So. Das wollte ich nur gesagt haben. Off blog topic. Weil es gar nicht oft genug gesagt werden kann. Weil die, die sonst zu allem und jedem ihre Klappe aufreißen, gerade sehr laut schweigen. Now to something different. Während meine guilty pleasure Grizzlys sich in den Winterschlaf begeben, erwacht dieser Blog aus der Sommerpause. Das Logbuch ist (fast) komplett befüllt mit allen Throwbacks der Saison. Zeit, sich auf Kernkompetenzen zu besinnen. Ihr wisst schon, 50 plus ist fabelhaft und andere Erkenntnisse. Man will schließlich Herr(in) der Lage bleiben. An dieser Stelle ein fettes Danke für die vielen Reaktionen und Kommentare dazu. Hier und vor allem auf Insta. Da schaffen wir auf jeden Fall wieder einen Gemeinschafts-Blogpost. Aber auch andere Themen sind in der Mache. Stay tuned  - wir kriegen den Winter schon rum. Ganz ohne Blues. Zunächst allen 

Ein schickes Wochenende 
Zeigt keine Flagge, die ich nicht auch zeigen würde 


Alle bisherigen Beiträge zum Themenbereich  "Ab fünfzig wird alles besser"  sind gelabelt mit

  Ü50 Blogger 


Dort findet Ihr alles auf einen Blick. Kommentare sind offen und werden gerne genommen. Darüber hinaus bin ich dankbar für Unterstützung in Form von Links, Re-Tweets und Re-Posts. Damit immer mehr kapieren, dass sie an uns nicht vorbei kommen, dass wir Über 50 und fabelhaft sind. 



Freitag, 31. März 2023

T.G.i.F. - Wege, Schuhe und Gründe

Tach auch Liebeleins. Herzlich willkommen in unserer kuscheligen Freitagsecke. Alle gut durch den Regen in den kalendarischen Frühling getanzt? Immerhin - der Regen wird wärmer. Man muss auch für Kleinigkeiten dankbar sein. 

Die Gründe, die wir suchen 


Es war ruhig in diesem Monat. Auch in diesem Blog. Das lag nicht nur daran, dass wir uns Anfang des Monats ein kleines Tussendoortje an der geliebten Nordsee gegönnt haben. Leider hat der Vitamin Sea Stoß weder mich noch diesen Blog noch andere Projekte nach vorne gebracht. Ich könnte jetzt Gründe suchen. Ich könnte aber auch meinem inneren Monk Recht geben: 

Wer will, sucht Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.  


Die Wege, die wir gehen 

Den richtigen Weg zu finden, ist eine Sache. Den Weg zu gehen, die andere. Man braucht Schuhe, die bequem genug sind, einen durch diese Wege zu tragen. In der Regel sind das nicht die Schuhe, die einem hingehalten werden. Die passen meistens nicht. Diese nicht neue Erkenntnis ein Trippelschritt auf dem richtigen Weg.

Die Schuhe, die wir uns anziehen (lassen)   

Der Winter ist offiziell vorbei, gefühlt stecke ich noch mitten drin. Ich bin bei weitem nicht da, wo ich sein wollte. Mein Herzensprojekt habe ich kaum angeschaut in den letzten Monaten, vertane Zeit. Ich habe stattdessen viel gebloggt. Doch ja, tatsächlich. Etliche Blogeinträge zum Thema Ü50 habe ich geschrieben, einige Beiträge für's Logbuch. Komplett mit Layout, mit zugehörigen Illustrationen, mit vorbereiteten Teasern für social media. Mit allem Zipp und Zapp. Ich habe sie nur nicht veröffentlicht. Ich hab mir Schuhe angezogen, die mir nicht passen. Sie erwiesen sich als echter Hemmschuh. 

Ich weiß, ich habe mit einigen Blogeinträgen aus dem letzten Jahr etliche erreicht, ich habe viel positives und auch dankbares Feedback bekommen.  Die 12 fabelhaften Gründe sind der meistgeklickte Blogeintrag seit Ewigkeiten. Eine sehr nette Frau schrieb mir: "Das hat mir so gut getan. Das habe ich jetzt gebraucht. Ich habe diesen Blogbeitrag geradezu verschlungen"  Bitte gerne. Das freut mich. Über genau diesen Kommentar habe ich länger nachgedacht. I feel her. Wir sind von viel Negativität und Gleichgültigkeit umgeben. In nicht passenden Schuhen stolpern wir über Steine, die zum Teil wir selbst uns in den Weg legen. Die Wahrheit ist: Wir alle brauchen das von Zeit zu Zeit. Bestätigung. Zuspruch. Ermutigung. Das Gefühl, dass es ok ist, sich mit seinen Herzensprojekten zu beschäftigen.  



Die Muster, in  denen wir stecken 


Mir ist völlig klar, dass ich weder mit meinen Blogbeiträgen noch mit meinem Herzensprojekt den goldenen Kochpott gewinnen werde. Das ist auch gar nicht meine Ambition. Ich war an dem Punkt, an dem ich sagte: Ich mach das jetzt für mich, in erster Linie gönne ich mir das selbst. Dann kam der Punkt, an dem ich mich dummerweise verpflichtet fühlte, anderen (möglicherweise auch eingebildeten) Erwartungshaltungen zu entsprechen. Die Muster, in denen wir stecken. Manchmal auch feststecken. Ich suche derzeit das Seil, an dem ich mich da wieder raushangele. Von mir aus auch barfuß. Ich bin vorsichtig optimistisch. Mit Seilen kenn ich mich schließlich aus.        

Die Konsequenzen, mit denen wir leben 


Feddich mit Gejammer. First world problems - das weiß ich sehr wohl. (Dieses Wissen macht es aber auch nicht besser, sondern führt nur geradewegs zurück auf ungute Wege) Einen Gedankenweg möchte ich noch gerne teilen: Handlungen haben Konsequenzen. Nicht-Handlungen auch. Soweit so bekannt. Daraus folgt aber auch: Ja, ich bin dafür, auch auf den Bauch zu hören, wenn Entscheidungen anstehen. Aber - man sollte auch über die Konsequenzen nachdenken, die Handlungen und/oder Nichthandlungen mit sich bringen. Und sich fragen, was das Bauchgefühl dann dazu sagt. Kann ich auch mit diesen Konsequenzen leben? 

Wie auch immer, womit auch immer: 
Allen ein schickes Wochenende. 
Zieht keine Schuhe an, die ich nicht auch anziehen würde. 




Freitag, 3. Februar 2023

T.G.i.F. - das zweite im zweiten

 Tach auch Liebeleins. Herzlich willkommen in einer der letzten Kuschelecken, die dieses Internet noch bietet. Alle gut in den zweiten Monat des Jahres gestartet? Hier dauerte Silvester gefühlt einen Monat, zumindest der immer noch sporadisch auftretenden Böllerei zufolge. Davon ab, war es zwar ein grauer, aber nicht allzu trister Monat. Grund genug, für ein zweites TGiF in diesem Jahr. Doch. Schon ein zweites. 

Wer hält wen auf Trab? 

Mit dem Januar ging auch der erste Monat "Ruhebewahrer im Ruhestand" zu Ende. Er hat sich bestens in seinen 'nen Scheiß muss ich Modus' eingefunden. Wie im Vorjahr bei mir ist es auch für ihn das erste Mal seit der Schulzeit, dass er länger als 3 Wochen am Stück frei hat. Er prutschelt hier, prutschelt dort und findet daran vor allem toll, dass die Prutscheleien nicht wie vorher schnell, schnell am Wochenende nebenbei abgehandelt werden, sondern er für alles Ruhe und Zeit hat. Ansonsten hält ihn natürlich auch unser Fussel ordentlich auf Trab. Oder umgekehrt. Das ist noch nicht so ganz ausgemacht. Wenn ich wetten müsste - würde ich wohl sagen: Eher umgekehrt. Im Moment geht der Gatte dem üblichen Rentner-Nebenjob nach, der Gehma. Gehma einkaufen* aktuell. Der Hund schnarcht erleichtert den Büroschlaf des Gerechten in meinem Rücken. Schnauf. 

Musterschüler mit neuem Freund  

Mit Hund im Wald
Von Fussel gibt es auch das ein oder andere zu berichten. Er hat sich so gut eingelebt, wie man es sich besser nicht wünschen könnte. Meine Freundin meinte, dass Hunde irgendwann anfangen, ihre Erinnerungen zu überschreiben und sie das vorher Erlebte hinter sich lassen. Ich hoffe das sehr. Einige Trigger zeigen sich noch ab und an. Aber meistens ist er fröhlich und ich neige dazu, zu sagen: Wenn das stimmt mit den Erinnerungen überschreiben, dann sind wir jetzt in dieser Phase. Vor einer Woche ist er auch eingeschult worden, der Gatte mit ihm. Und watt soll ich Euch sagen: Er fügt sich bestens in diese Familie ein. In bester Tradition der Herren Söhne gibt er dort den Musterschüler - aber im heimischen Wäldchen unterwegs außer Rand und Band wie eh und je...... 

Nachtisch Spinne
Einen neuen zweibeinigen Freund hat er auch gefunden. Und zwar aus unseren Reihen. Der Drachentöter und Fussel - ganz harte Liebe auf den allerersten Blick. Und das lag nicht am mitgebrachten ( mittlerweile schon zerstörten)  Spiel-Huhn ..... Sogar gejankt hat er, als unser Besuch sich wieder auf den Heimweg machte. Auch ansonsten - dieser Abend in bester, alter Dschungel-Rudel-Guck-Tradition inclusive Spinnen-Verkostung** war ein echtes Highlight im trüben Januar. 

Hund trifft Huhn


Highlight des Monats. Ach was, des Jahres

Für ein weiteres Highlight, nicht nur des Monats, sondern bereits jetzt schon des Jahres, begaben wir uns in die Stadt an der Düssel. Im Schatten des Justizministeriums und bei strömenden Regen fand dort eine mehr als nur innerlich feuchte Party statt. Mit Prädikat VB. Womit eine lange, lange Reise zu Ende ging. Glückwunsch und Glückauf! Wir sind stolz, froh und glücklich. Auch wenn Fussel jeden Hund, der es an diesem Nachmittag wagte, sich dem Justizministerium zu nähern, in die Flucht gebellt hat. 

War sonst noch was? Mal überlegen. Außer, dass wir nach den bahnbrechenden Erkenntnissen unseres super "Wirtschafts"ministers zu Insolvenzen und ihren zu vernachlässigenden Folgen nun von unserer Außenministerin gelernt haben, dass Nigeria eine deutsche Kolonie war? Wie konnte ich nur so schlecht in Geschichte aufgepasst haben, dass ich das nicht wusste? Ich sach Euch - 

nicht nur das Wetter ist zum Auswandern


Ok. Zurück in die eigene Bubble. Besser iss das. Viel war sonst nicht mehr. 
alte Zeche Victoria Marl Fahrradtour
Eine schicke Frühstücksverabredung gab es noch. Sowie ein nachgeholtes Wok'n'Roll und einen eigenartigen Kaffeeklatsch. Die Boot haben wir uns geklemmt. Aus Gründen. Die wohl auch komplett richtig waren, wie ich allerseits hörte. Dafür setzten wir ein anderes Vorhaben um, welches schon vor Big C geplant war. Strategisch geschickt früh im Jahr habe ich mir aus dem - noch - großen Angebot einen neuen fahrbaren Untersatz ausgesucht. Und eigenhändig nach Hause gefahren. Bei gerade mal 2 Grad gut 17 Kilometer. War kälter als gedacht. Muss ich zugeben. Aber ich freu mich trotzdem. Die Fahrradsaison kann kommen. Auch für eine andere Saison laufen erste Vorbereitungen:

Schwimmweste für Hund
Leichtmatrose Fussel ist bereit 

Bereit seid hoffentlich auch Ihr. Für den neuen Monat und hoffentlich
 bald besseres Wetter. 
Allen ein schickes Wochenende. 
Trefft keine Vorbereitungen, die ich nicht auch treffen würde. 
     
*Ja, ich weiß. Ich tu 2 Euro ins Phrasenschwein. Schon gut...... 
**Für den versponnenen Nachtisch zeichnet unser Engelchen verantwortlich. ©dieses Fotos ebenfalls bei ihr, alle anderen Fotos sind wie immer von mir. 
Wie immer - Links auf Nachfrage und wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 



Freitag, 6. Januar 2023

T.G.i.F. - neues Jahr, neues Glück

Tach auch Liebeleins. Auch in 2023 willkommen in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Alle gut ins neue Jahr gekommen? Bei uns war es wie immer. Ruhig und gemütlich. Wobei ruhig relativ ist. In der Whisteria Lane wurde geböllert, als gäbe es kein Morgen. Ganz ehrlich: Ich habe durchaus Verständnis für den Wunsch nach Feuerwerk und Böllerei zum Jahreswechsel. Ich verstehe, wenn man die Geister des alten Jahres mit Getöse verschrecken und die guten Geister des neuen Jahres mit Glitzer und Gefunkel gnädig stimmen will. Dass wir uns Silvester hinter geschlossenen Fenstern und heruntergelassenen Rollos verschanzt haben, um Mr. Portugal gut durch die Nacht zu bringen -  unser Privatproblem. Soweit d'accord. 

Das Jahr schafft mich jetzt schon 


Wofür mir jedes, aber auch wirklich jedes Verständnis fehlt: Dass wir seit über einer Woche zu den möglichsten und unmöglichsten Zeiten mit Böllern von einer Wucht, die selbst uns zusammen zucken lassen, malträtiert werden. Ja, werden. Immer noch. Fussel is not amused. Wir auch nicht. Ganz und gar nicht. Aber sonst hatten wir schöne Tage. Der Ex-Rotterdamer, jetzt Frankfurter war mehr als eine Woche hier - da fing das neue Jahr schon doppelt schlecht an für unsere Fellnase. Ein schwerer Abschied für Fussel. Keiner spielt so schön Ball mit ihm wie sein großer Brudi-Freund. 


Der wichtigste Nachtrag 


War sonst noch was? Ja. Ein Nachtrag fehlt noch. Der Captain hat es sogar höchstpersönlich selbst auf Twitter verkündet. (Wer weiß, vielleicht wird des Spielers Wunsch nach täglichen Tweets ja erfüllt? ;) hust, räusper )  Jedenfalls - wie berichtet: Das beste Weihnachtsgeschenk 2022 ging an den Captain. Willkommen im 'nen Scheiß ich Modus. Aus viel Zeit für mich wird nun auch viel Zeit für uns. Ich freu mich. Sehr sogar. Zumindest in dieser Hinsicht stimmt der Titel dieses TGIF schon mal: 

neues Jahr, neues Glück  


Ansonsten halte ich nicht viel von einem bedeutungsvoll aufgeladenen Jahresanfang oder guten Vorsätzen zum Neujahr. De facto ist es eine Zeit wie jede andere auch. Wenn man etwas tun möchte - dann doch einfach direkt. Siehe Motto des Jahresanfangs. 

Einfach machen 


Somit ende ich hier heute schon mit dem Ausblick. Auf das, was für die nächsten Wochen blogtechnisch in den Startlöchern steht. Der Blogpost: XX Gründe, warum wir Ü50 fabelhaft sind, ist fast fertig. Dank eifriger Beteiligung von Eurer Seite. Sehr sehr cool. Ich hab mich gefreut. Und Ihr könnt Euch darauf auch freuen. In der Mache auch noch der oft gewünschte Beitrag zu "früher Vorruhestand - wie man dahin kommt"  Auch für's Logbuch hab ich noch wie angedacht das ein oder andere in der Pipeline.   

Motto zum Jahresanfang: Einfach machen. Könnte ja gut werden.  
Passend zum all time favourite Hashtag: Das Leben ist zu kurz für irgendwann  

Euch wünsche ich ein schickes erstes Wochenende in 2023  
Startet mit allem, wozu Ihr Lust habt. 




Freitag, 18. November 2022

Das Ende von Twitter ?

 Kurzes Off-Topic. Meine 5 Cent zum vermuteten 

Ende von Twitter 

weil ich sonst aus dem Kopfschütteln nicht mehr rauskomme. Auf Twitter beschäftigt man sich gerade -  mal wieder - mit sich selbst. Vermutlich, weil den Meisten die Mechanismen bei einem TakeOver nicht vertraut sind. Oder, weil man sich halt gerne mit sich selbst beschäftigt. Auch wenn man das aufgeregte Gezwitscher kaum ignorieren kann - ich glaube ja eher an Katastrophen-Geilheit in Verbindung mit immenser Selbstüberschätzung. Echte deutsche Kernkompetenzen. 

Dennoch - ich frage mich unweigerlich: Würde ich es bedauern, wenn Twitter sich aus der digitalen Welt verabschiedet? Und komme zu dem Schluss: Nein. Leider nein, muss ich hinzu fügen. Nach dem Ende von blogPunktde war Twitter die einfachste Möglichkeit, sich schnell wieder zu finden und  in Kontakt zu bleiben. Das war und ist eine gute Seite von Twitter. Lange Zeit mochte ich auch anderes auf der Plattform. Ich hatte Spaß, ich lernte neue Leute und neue Sichtweisen kennen und ich konnte mich zeitnah über alles Mögliche informieren. 

Das alles ist schon länger - fast - vorbei. Spaß ist in weiten Teilen verpönt, andere Sichtweisen werden nicht diskutiert, sondern verbissen als die einzig wahre verkündet, Informationen muss man mit der Lupe suchen. Dafür gibt es Meinungen und Vorhersagen in Hülle und Fülle. Immer so, wie man sie gerade braucht. Ich glaube tatsächlich, dass ein Ende von Twitter der Politik und den Medien nur gut tun könnte. Ich würde ein bißchen was vermissen, vor allem die Guten Morgen Runden. Aber sonst? Das ist das eigentlich Bedauerliche. Dass man so wenig vermissen würde. 

Aber so ist das mit sozialen Medien. Sie gehören nicht uns. Auch wenn das nur wenige verstehen. Sie sind auch nicht in erster Linie auf das soziale ausgerichtet, sondern auf das kommerzielle. Man muss sich immer wieder eines klar machen: 

Wenn ein Produkt nichts kostet, dann ist man selbst das Produkt. 

So schlicht, so simpel. Deal with it or not. Und: Nehmt Euch nicht so wichtig. 


    

Freitag, 4. November 2022

T.G.i.F. - auf den Hund gekommen

Tach auch Liebeleins. Da sind wir nun. Mal wieder. In der Winterzeit angekommen. Nee, watt iss datt usselig, wenn et schon um 17:00 Uhr fast dunkel ist. Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich auch jetzt über den  'nen Scheiß muss ich" Modus bin. Nicht mehr morgens im Dunkeln raus, abends im Dunkeln heim. Grauslig. So komme ich wenigstens auf eine annehmbare Dosis Tageslicht. Umso mehr als wir  

auf den Hund gekommen 

sind. Unser neues Crew-Mitglied hat sich Euch ja bereits vorgestellt. Seit letzten Samstag ist der Fussel bei uns und es freut uns genauso wie ihn. Die ersten Tage war er sehr vorsichtig. Sehr bemüht, uns zu gefallen. Wir lassen ihn ganz in Ruhe ankommen und zusehends wird aus vorsichtig und zutraulich nun unbekümmert und schmusig. Den ersten Hunde-Buddy hat er in good old Whisteria Lane auch schon gefunden. 



Den Namen Fussel hat er mitgebracht, dieser Name wurde ihm von der Tierschutzorganisation gegeben. Da er darauf gut hört, haben wir es beibehalten. Ich konnte es nicht übers Herz bringen, ihm auch noch seinen Namen zu nehmen. Er reagiert aber bereits auf Kosenamen, besonders gut klappt Eierbär oder Pupsmaus. Der Rotterdamer nennt ihn Flusen, das gefällt ihm auch. 

Seine temporäre Pflegemama ging aufgrund seines Verhaltens davon aus, dass Fussel das Leben im Haus kennt und mag. Das glaube ich zu 100 % auch. Er genießt den Komfort eines Zuhause und Gartens sichtlich. Und er ist komplett stubenrein. Da war ich auf Schwierigkeiten eingestellt, wäre nicht nötig gewesen. Er ist absolut darauf bedacht, sein eigenes Nest nicht zu beschmutzen. Das Beinchen wird nicht mal im Garten gehoben. Wir müssen selbst für das letzte Gassi am Abend vor dem Schlafengehen mindestens einmal um die Ecke gehen.        

Wir hätten immer schon gerne einen eigenen Hund gehabt. Im Laufe der Jahre hatten wir einige Besuchshunde, die auch schon mal länger bei uns waren. Aber das ging immer nur, wenn Ferien waren und sich an meinen Arbeitstagen auch die Jungs kümmern konnten. Ich halte überhaupt gar nichts davon, wenn ein Hund den ganzen Tag alleine ist. Die Jungs finden es natürlich schade, dass erst jetzt ein Hund im Haus ist, wo sie nur noch zu Besuch sind. Dennoch hat es nichts mit "Das letzte Kind hat Fell" zu tun. Das war nicht unsere Intention. 

Die zweite Chance - ein Hund mit Geschichte 

Nun haben wir die Zeit, einem Hund gerecht werden zu können. Wir haben uns das gut überlegt, welchem Hund wir ein Zuhause geben möchten. Unser Gefühl war immer, wenn wir einem Hund ein Zuhause geben können, dann einem, der ein Zuhause sucht. Ruhig auch ein etwas älterer Hund. Wenn zweite Chance, dann richtig. Wir hatten eh nie viel über für schicke Hunde vom Züchter, der rassige Mischling war schon immer eher unseres. Unser Hund muss ja auch keine besondere Aufgabe erfüllen, wie z.B. ein Jagdhund. 

Wir haben in diesem Internet (vielleicht setzt es sich doch durch) recherchiert, mit Freunden gesprochen und Ratgeber gelesen. Uns war immer klar, wenn wir einen Hund mit Geschichte nehmen - das wird kein Selbstläufer. Diese ganze Romantik mit "Straßenhunde sind immer so dankbar" ist eben genau das: Romantik. Das hat uns weniger abgeschreckt. Wir trauen uns zu, einem Hund die Sicherheit zu vermitteln, die er braucht, um wieder ein fröhlicher Hund zu werden. Wir kennen auch nicht alles aus Fussels Geschichte, das ist nun mal so. Das weiß keiner. Aber Mitleid hilft diesen Hunden eben auch nicht, das muss einem klar sein.   

Schwieriger fanden wir es, eine Organisation zu finden, über die wir einen Hund adoptieren wollen. wir hätten uns nicht vorstellen können, uns einen Hund aus einer Liste auszusuchen und ihn dann an der Laderampe eines soeben aus Osteuropa eingetroffenen LKWs am Bochumer Güterbahnhof abzuholen. Unser Fussel war einige Wochen bei einer versierten Pflegestelle, die ihn sehr gut eingeschätzt haben. Auch dort verfuhr man nach der Maxime, sich nicht allzu viele Gedanken über seine Geschichte zu machen. Man schaute, wie er sich verhielt und einfügte, verstärkte gute Reaktionen und führte bei nicht so guten.      

Ebenfalls ins Reich der Romantik gehört folgende Vorstellung: Man sieht auf Twitter, Insta oder einer Webseite einen "Ich suche ein Zuhause" Aufruf und meldet sich dann mit "Ich habe ein Zuhause und würde gerne dem Hund einen Platz darin geben" Vergesst es. Der Ablauf einer Vermittlung von Tierschutzhunden ist eine Wissenschaft für sich. 

Vermittlung Tierschutzhund - wie läuft das ab? 

Es gibt Laderampen-Organisationen, es gibt aber auch sehr viele Tierheime und Tierschutzorganisationen, bei denen ich mich nicht hätte bewerben wollen oder können. Bei einigen verweigerte ich mich, weil ich selbstverständlich NICHT meine Personalausweis-Daten plus einem episch beantworteten Fragebogen zu meinen räumlichen und finanziellen Verhältnissen durchs Netz schicke. Als Grundvoraussetzung dafür, überhaupt ein Kontaktformular ausfüllen zu können. Sorry but no sorry.  Da bin ich sehr altmodisch. 

Bei etlichen anderen hätten wir uns gar nicht bewerben können. Einfach weil wir keine eierlegende Wollmilchsäue sind. Weil wir schon Ü50 sind, weil wir keinen versierten Ersthund haben, weil 400 qm Garten das mindeste sind, was ein Hund erwarten darf.  Das war uns vorher in diesem Ausmaß nicht klar. Auf der einen Seite schlagen alle Alarm, wie voll die Tierheime sind. Auf der anderen Seite werden absolut unrealistische Anforderungen gestellt. 

Es kann mir doch keiner erzählen, dass ein Hund besser im Zwinger verbleibt, als zu uns zu kommen.  Auch wenn unser Garten nicht der größte ist. Versteht mich nicht falsch: Ich bin sehr dafür, dass geschaut wird, in welche Hände ein Hund kommt. Auch uns hat eine sehr nette Dame besucht und sich angeschaut, wo und mit wem Mr. Portugal demnächst rum-fusselt. Auch wir haben uns bei Adoption komplett legitimiert und unser Einverständnis für die Übermittlung der Daten an Tasso gegeben. Aber ich finde nicht, dass ich einen Naturteich anlegen sollte, weil der Hund doch so gerne schwimmt (Kein Witz, das hab ich mir nicht ausgedacht, das hab ich einmal so gelesen unter Anforderungen) 

Wie auch immer - eine echte Welt für sich. Unser Fussel wurde zum Glück gut betreut, wir ebenso. Inclusive Kennenlernphase. Wenn jemand von Euch interessiert ist, würde ich per PN weiter empfehlen und Euch bei der Recherche helfen. Einschränkende Info vorab: Diese Organisation ist NRW-weit tätig. Da man den Hund vorher besucht und kennenlernt, wäre das jetzt für z.B. die Münchner unter meinen Lesern eher suboptimal.              

War sonst noch was? Nicht wirklich. Noch ist die Sehnsucht nach Boot und Friesland kein Notfall.  Diesmal konnte ja vor allem ich die Saison komplett auskosten. Was den Winter angeht, sind wir vorsichtig optimistisch, gut vorbereitet zu sein. Wir sprachen bereits darüber. Eine der häufigeren Infos zu getroffenen Maßnahmen: Wichtig ist auch, dass man sich jederzeit von innen wärmen kann. Da sind wir vorbereitet. 

Ansonsten alles ruhig soweit in der Whisteria Lane und Umgebung. Es gab einige kleinere Treffen, alles unaufgeregt  und fein. Was die Herren Söhne angeht, teile ich derzeit das Schicksal von King Charles III - sie sind  Overseas. Kommen aber wieder. Solange beglücken sie uns mit schicken Fotos für special und common interest:     

    

Sonnenaufgang in Chicago Hebebrücke
Meanwhile in Chicago 💓* 

Damit allen ein schickes Wochenende !
Und wenn wir auch nur in nervig old Germany sind: Macht es wie Mr. Portugal
 und genießt die schönen Stunden, wie sie kommen. 

Grumpy Dog genießt die Sonne


Für weitere Aufheiterungen während dunkler Wintertage empfehle ich ganz eigennützig 
die erhellende Lektüre des Logbuchs. Noch sind nicht alle Einträge zu dieser großartigen Saison drin, aber es schreitet voran. 
   
*Foto aufgenommen von unserem Ältesten   

Freitag, 23. September 2022

T.G.i.F. - zum Herbstanfang

Tach auch Liebeleins. Pünktlich zum (kalendarischen) Herbstanfang bin dann auch ich wieder im Lande und melde mich mit einer brandneuen Ausgabe unserer kuschelig gemütlichen Freitagsrunde zurück. Allet schick und schön soweit bei Euch? 

Yepp. Heute ist es soweit. 

Kalendarischer Herbstanfang 


Ist das zu fassen? Immerhin - etwas ist dieses Jahr deutlich anders bei mir. Ich bin nicht fassungslos darüber, wo der Sommer geblieben ist. Ich frage nicht, wie er so schnell vorüber gehen konnte. Nein. Ich sage es mit einem sehr zufriedenen Seufzer: Der Sommer war lang. Mein Sommer war lang. Zufriedenstellend lang. Der Juli ist mir aufgrund diverser Events etwas zwischen den Fingern zerronnen. Gut, dass ich im Juni bereits vorgearbeitet und im August/ September alles nachholen konnte. Mit nur wenigen Tagen Unterbrechung war ich seit Anfang August durchgehend in der zweiten Heimat und habe alles daran geliebt. Dementsprechend fühle ich mich back im Pott noch wie im falschen Film. Einige Boots-Tage zum Saisonausklang werden noch folgen, aber der Drops ist im großen und ganzen gelutscht. Ausführliche Berichte sind in the making. Das Logbuch und ich freuen uns auf Befüllung. Als Therapie gegen die Sehnsucht. Im Zweifel müssen wir eine Selbsthilfegruppe gründen, wie vom Engelchen bereits vorgeschlagen. 

Solange mache ich es noch schlimmer mit dem friendly reminder des friesischen Supermarkts:  

In drei Monaten ist Heiligabend
Noch 3 Monate und 1 Tag. Bitte gerne 

Soweit so gut. Now to something completely different. Noch etwas anderes ging diese Woche zu Ende. Eine Ära. Die Queen wurde unter Einhaltung jahrhundertealter Riten zur letzten Ruhe gelegt.  Ja, ich weiß. Einige können es nicht mehr hören, einige interessiert es nicht. Ihr habt es - ungefragt - lautstark zum Ausdruck gebracht. Euer gutes Recht (Auch wenn ich mich seit Jahren frage, warum man unbedingt jedem mitteilen muss, dass einen etwas nicht interessiert. Hält man sich wirklich für so wichtig. Egal) Mich jedenfalls hat es interessiert. Aus mehreren Gründen. Einer davon der, dass man eine derartige Zeremonie allenfalls aus den Geschichtsbüchern kennt. Ich fand es sehr spannend, mir das bis hin zum Brechen des Stabes des Lord Chamberlain live und in Farbe ansehen zu können. 

Boat Office Alternativprogramm

Dem Internet sei Dank auch ohne auf deutsche Berichterstattung angewiesen zu sein. Welche wie nicht anders zu erwarten in allen Medien, auch den angeblich sozialen eine ergiebige Übung in Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit veranstaltete. But guess what: In der internationalen Presse hat sich wirklich keiner dafür interessiert. Zur Beruhigung. Falls es irgendwem irgendwann einmal peinlich sein sollte.  Man muss ja in diesem Land, in dem sich jeder für den tonangebenden Nabel der Welt hält, schon dankbar sein, dass man für solche Gelegenheiten einen Steinmeier in der Hinterhand hat. Angemessen ernst gucken kann er, sich im Hintergrund halten auch. Nicht auszudenken, wenn einer der Ampelclowns auf diese Bühne gemusst hätte. 

Aber ich will den Stab nicht brechen. Jetzt, wo ich anhand der feierlichen Zeremonie endlich verstanden habe, wo dieses Sprichwort herkommt. Nicht mein Zirkus, nicht meine Clowns. Doch ich fasse zusammen: In den Geschichtsbüchern wird dareinst der Begriff "elisabethanisches Zeitalter" diese Ära beschreiben. Und alles, was Deutschlands selbsternannte Elite dazu beigetragen hat, ist kleinliches Mimimi und das Gendersternchen. Congratulations. 

Allen ein schickes Wochenende. 
Brecht keinen Stab, den ich nicht auch brechen würde. 
   

Freitag, 15. Juli 2022

T.G.i.F. - man muss mit allem rechnen

 Tach auch Liebeleins. Hartelijk welkom in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde. Geht es Euch gut? Alle gut durch die Woche gekommen? 

Ich wachte heute morgen auf, früher als der Wecker befahl - und hatte gute Laune. Einfach so. Ich freute mich, dass der Tag vor mir liegt, dass ich zwar nicht lange, aber gut geschlafen habe. Ich freute mich über die klare Luft, das Wolkenspiel am Himmel und darüber, dass die ange-panik-te Hitzewelle noch auf sich warten lässt. Ich genoss meinen Kaffee, hüpfte durch ein Workout und hängte direkt noch eins dran. Damit sich anschließend die ergiebige! Dusche auch lohnt. 

Gestern hatte ich einen Tag voller Erledigungen und Besorgungen. Alles war ok, alles lief gut. Aber es war ein Tag wie früher. Einen Punkt der to-do-Liste nach dem anderen abgehakt. Tjanun - watt mutt datt mutt. Umso mehr freue ich mich, dass alles gut geklappt hat und vor mir jetzt ein Tag, ein Wochenende liegt, welches nur mit "to can" und nicht mit "to-do" winkt. Wenn auch nicht mit Bootsfreuden. Dieses und nächstes Wochenende werden Teile der Whisteria Lane zur Hochform auflaufen - und auch das muss, kann, darf ruhig sein. Ist auch mal an der Reihe. 

Und weil ich so gute Laune habe, so positiv gestimmt bin - ist das hier auch nur ein kurzes TGiF. Das in den letzten Tage schon in Bruchstücken vorbereitete TGiF habe ich kurzerhand - gelöscht. Einfach so. Ich schreibe zwischendurch immer auf, was mir durch den Kopf geht, was mir auffällt, was mich irritiert. Gerade letzteres ist viel, ziemlich viel. Auch, wenn ich raus aus der Tretmühle bin. Gerade, weil ich raus aus der Tretmühle bin. Mit Distanz betrachtet sind viele Dinge sehr sehr eigenartig. Aber - ich dachte mir: Was bringt es, wenn ich vor mich hin doziere? Wem bringt noch ein Rant etwas? Was ändert es? Genau. Nichts. Gar nichts. Dennoch - dies ist keine resignierte Schlußfolgerung. 

Wechseljahre bieten Chancen
Unendliche Möglichkeiten 

Denn: Unter der Dusche, der ergiebigen Dusche! dachte ich an meinen letzten Post hier in diesem Blog. Zur Frage "Wer bin ich jetzt?"   Ich dachte an die Reaktionen, die ich darauf erhalten habe. Ausnahmslos positive Reaktionen. Zustimmende, dankbare und anregende. Darüber freue ich mich. Auch das trägt zu meiner guten Laune bei. Und die Erkenntnis: Wenn ich überhaupt etwas ändern kann, dann doch so. Ich freue mich darüber, wenn mir jemand sagt: Du hast Recht. Man kann die Wechseljahre auch als Chance, als Geschenk sehen. Ist es nicht toll, dass mein Text als inspirierend empfunden wurde? Ziehen wir die Schlußfolgerung, dass wir mit guter Laune in das Wochenende gehen dürfen, uns freuen dürfen über das, was wir haben und auf das, was kommt. 


Genau deswegen ist auch die ursprünglich tatsächlich epische Statistik fast ersatzlos gestrichen. Übrig ist genau ein Zitat übrig geblieben, mit dem ich Euch hier entlasse: 

Satz der Woche: Man muss mit allem rechnen. Auch mit dem Guten.

 (©nicht sicher. Aber meine credits dafür gehen an Kai Wingenfelder) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Rechnet mit nichts, womit ich nicht auch rechnen würde. 
      
(Alles zum Thema rund um die Jahre voller Wechsel ist getaggt mit "Ü50 Blogger" . Einfach dieses Label anklicken, dann findet Ihr alle Einträge dazu. Ich freue mich über Euer Interesse und ich freue mich jederzeit über regen Austausch) 


   


Freitag, 29. April 2022

TGiF - von Schlemmermeile bis Trasse - der April hatte von allet

Tach auch Liebeleins. Kurz vor May-Day wird es doch Zeit, euch in dieser kuscheligen Freitagsrunde Hallo zu sagen. Alle gut durch den April gekommen? Muss ich so fragen, denn wenn es hier so weiter geht, dann wird das noch der Monatsrückblick statt wie früher das wöchentliche Intervall.     

Tjanun - wenn doch auch immer so viel los ist. Aber keine Sorge. Es war nichts Schlimmes los, nur Schönes. Bester Grund, das TGiF zu schieben. Zumal ich mir gerade schreibtechnisch viel Zeit nehme, mich mit meinen ganz persönlichen "von-Belang-en" zu beschäftigen. Auch diesen Blog hier möchte ich sachte mitnehmen in die Themen, die mich derzeit umtreiben. Der neue Lebensabschnitt bringt es mit sich. Jahre voller Wechsel. Natürlich beschäftigt mich Rückschau, aber wichtiger noch ist mir der Ausblick auf das, was "Ü-50" bereithält. 

Es ist doch so: Wir haben mehr als die Hälfte unseres Lebens hinter uns. Ich für meinen Teil kann sicher sagen, ich habe in mein Leben bisher reingepackt, was geht. Ich muss jetzt nicht unbedingt noch etwas nachholen. Aber ich bin es mir selbst schuldig, die Zeit, die ich jetzt habe, zu genießen und mit den Menschen und den Themen zu verbringen, die ich liebe.     

Soweit so fein. Kommen wir zur Chronik. Der April machte weitgehend das, was wir wollten. Ich beendete bis auf ein letztes to-do Regal mein Großprojekt Buch-Kuratierung. Zum Ausgleich gab es lange Fahrradtouren bis in die Nachbarstädte. Leger möglich, denn ich erkundete endlich die fertiggestellte König-Ludwig-Trasse und hatte viel Freude auf dem Rad-Ruhr-Schnellweg. Zwar nicht mit dem Rad, aber mit viel Neugier und Freude unternahm ich eine Stippvisite in meine Vergangenheit. 28 years later. Danach hatten wir ein schönes geselliges Osterfest mit wechselnden wahl - und familiären Runden. 





Und natürlich auch nicht zu vergessen das Hochamt des Trash-TV, welches mir Schnappatmung in Vollendung brachte. Ernsthaft. Fragt den Ruhebewahrer! Er kam nach Hause und brauchte mehr als eine Schrecksekunde, die Situation einzuordnen. Er fand mich mehr neben als auf der Couch, (lach)tränenüberströmt keuchend "ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr. Guck Dir das an". Er sah dann die "Rüttenscheider Schlemmermeile" und konnte bald auch nicht mehr.   

Leude! Wer von Euch hat denn die Passion gesehen? Ich sach nur "scheiß auf den Jacobsweg, folgt dem Rütterscheider Stern" Ernsthaft. Wer denkt sich sowas aus? Ich werde noch jetzt leicht neidisch auf die Drehbuchschreiber. Ich kann es mir so lebhaft vorstellen, wie man in großer Runde sitzt und einfach mal alle Bedenkenträger Bedenkenträger sein lässt. "Watt meinta, lassen wa Jesus auf Zollverein verhaften?" "Yau. Und inne blaue Minna sitzt dann schon Katy Karrenbauer im Frauenknast-Style" hahaha. Stößchen. "Und derweil legen wa Judas auffet Dach vonnet Primark, da kanna durch den Monsum barmen" "Yau, ruf mal einer bei dem kleinen Semmelrogge an, der soll den Barrabas machen. Und für die Jünger brauch wa noch den schwulen Bätschelor und den Samuel Koch, vielleicht kann der ja dann am Ende vonne Schlemmermeile wieder laufen. Und frach ma einer den Nelson, ob er inne Currywurst-Bude ausnahmesweise ma datt Brot für et Abendmahl verkauft" "Ja und am Schluß, wenn Jesus am Kreuz hängt, dann singen wa alle 'und wie Du wieder aussiehst. Löcher in den Händen...." Das letzte haben sie sich dann doch nicht getraut. Aber sonst - alles da. Hallelujah! Selbst Pro 7 hatte noch was davon. Im masked singer Finale fiel Maria der Kopf ab. Einfach so. Und Judas fing ihn auf. Noch bevor der als Müllmann verkleidete Jesus seiner Mutter den Pokal für seine Mudda ausse Mülltonne holen konnte. Meine Prognose: Das ist so schnell nicht mehr zu toppen. Kann man sich nicht ausdenken sowas. Kann man nicht. 

Was man sich auch nicht ausdenken kann: Früher stand auf der "Kannst Du mir was aus Holland mitbringen Einkaufsliste" : Kaffee, Kippen, Kokolores. Ihr wisst schon. Heute hingegen: Seht selbst. 


Womit ich beim letzten Highlight des ablaufenden Monats bin. Die Bootssaison ist eingeläutet. Yabbadabbadu. Ich war so froh, so dankbar, dass das Logbuch tatsächlich schon befüllt ist. Das fiel mir ganz leicht. Schwerer hingegen fiel es mir, nach einer Woche in einem Land, in dem Menschen sich noch trauen, gute Laune zu haben und einfach ihr Leben zu leben, wieder im Land der Bedenkenträger anzukommen. Schnell im Geiste den Koningsdag mitgefeiert. Und jetzt schon froh sein, wenn der Pommesäquator wieder überquert wird.




 Vor der Äquator-Querung aber noch die Statistik:  
 
Stoßseufzer des Monats: Wo ist die Rüttenscheider Schlemmermeile, 
wenn man sie braucht? 
Versprechen des Monats: Next I'm buying Coca-Cola to put cocaine back in 
(©Elon Musk - ich musste lachen. Ehrlich. Und - es fasst perfekt die
 aufschlussreiche Aufregung über seinen Frustkauf zusammen) 
Fazit des Monats: Es gibt die Menschen, die alles wollen und mit nichts zufrieden sind.
 Und es gibt die, die nichts wollen und mit allem zufrieden sind.
 (©Beobachtung by my own ) 

Allen ein schickes May-Day Wochenende. 
Macht keine Frustkäufe, die ich nicht auch machen würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
  

Freitag, 1. April 2022

TGiF - krass verarbeitete Challenges

Tach auch Liebeleins. Die sonnigen Tage verabschieden sich für's erste. Einige von uns meldeten gestern tatsächlich Schnee. Behaltet das gerne für Euch! Sorry but no sorry.  Habt Ihr die schönen Tage denn genießen können? So ganz ohne schlechtes Gewissen der ein oder andere vermutlich nicht. Allüberall prasseln besorgniserregende Nachrichten auf uns ein. Ja, es ist schwierig, sich dem zumindest zeitweise zu entziehen. 

Wobei ich mich zum Teil und vor allem in einer Sache immer mehr frage, warum genau einzig und alleine der Panik-Modus aktiviert wird. Und wem genau das warum genau dient? Dass es nicht zielführend für das postulierte Ziel ist, sollte sich mittlerweile gewiesen haben. Ziele erreicht man schneller, wenn motiviert und positiviert wird. Vertriebsseminar, erste Stunde in der ersten Runde. Egal. 

Meine Motivation ist es, Euch zu sagen. Ja, doch. Ihr dürft. Gute Laune haben, etwas Leichtlebiges tun, es Euch schön in Eurem Leben machen. Es bringt nichts und niemandem etwas, wenn man sich restriktiv verhält. Weil es vielleicht, aber auch nur ganz vielleicht fairer ist. Das bringt allenfalls dem schlechten Gewissen etwas. Ich weiß, ich bin redundant. Aber wenn es doch sonst keiner sagt.... 

Wir nutzten die vielen schönen Tage. Für ausgiebige Aufenthalte im friedlichen Hollywood. Betonung auf friedlich. Ist Hollywood ja nicht überall, wie wir lernten. Und wir prutschelten ergiebig herum. Auch wenn vor allem ich dabei immer noch versuche, mich rechts zu überholen. Actio est reactio. Drittes Newtonsches Gesetz. Aber - für unsere Verhältnisse und für die Jahreszeit sind wir relativ weit mit Haus und Garten. Auch eine Art, die Bootssaison vorzubereiten. 

Unterwegs waren wir hingegen wenig. Bis auf einen Besuch
 meines Zwanziger-Jahre-Ichs aka des Zwanziger-Jahre-Ich des Juristen. Im neuen alten Domizil. Geschichte wiederholt sich eben. Manchmal einfach auch im Guten. Glückauf. 

War sonst noch was? Ich probierte am laufenden Band neue Rezepte aus. Nicht alle für gut befunden, eins dafür aber besonders gut. Hätte ich selber nicht gedacht. Aber wir sind total begeistert vom Versuch, Müsli-Riegel selbst zu machen. An der Konsistenz muss ich noch etwas tüfteln, aber geschmacklich sind sie top. Vor allem der Ruhebewahrer kann kaum seine Ruhe bewahren, so begeistert ist er. Gut für ihn. War er auch der Auslöser für diese Idee. Eigentlich wollte er Choco-Crossies machen aus den ollen Weihnachtsmännern. Brachte aber statt Cornflakes Haferflocken mit. Weil ihm die Cornflakes-Packung zu groß war und wegschmeißen geht hier gar nicht im Haus. Arme Rentner und so ;)  Alternative gesucht und gefunden. Ganz ohne Mehl im übrigen. Was mich zur Verkündung der Woche bringt: Nix mit arme Rentner. Ich bin reich. Habe ich mich doch vor etlichen Wochen beim Einkaufen vertan und wirklich versehentlich 2 Flaschen Sonnenblumenöl gekauft. Damals noch zu Cent-Preisen. Bleibt die Frage, ob ich mich sofort bei 'Bares für Rares' melde oder noch mehr Wertsteigerung abwarte.....      

Auch eine weitere Challenge schreitet voran. Meine Bücher-Kategorisierungs-Challenge. Orientiert an Götz Alsmann* ist nun alles zumindest in Kategorien unterteilt. Nun müssen "nur" noch die Kategorien in sich sortiert und eingeordnet werden. Die größte ist geschafft. Es wird Juli Zeh freuen, dass ihr in der Kategorie deutsche Literatur die Ehre zugefallen ist, die Schnittstelle zwischen klassischer und zeitgenössischer Literatur zu sein. Ehre, wem Ehre usw. 

An einer anderen Challenge arbeite ich noch. Zu akzeptieren und vor allem durchzusetzen, dass die Zeit, die ich jetzt habe, in erster Linie mir gehört. Nicht alleine, dass dauernd die beliebte Frage "Ist Dir nicht langweilig daheim" gestellt wird. Nein, sie ist gerne gekoppelt mit "Du hast ja jetzt Zeit, da könntest Du doch..... " Wenn es danach ginge, würde ich nun wöchentlich bowlen sowie Aqua-Fitnessen, würde Ex-Kollegen-Stammtische beehren und diverse Hunderunden begleiten. Kurz gesagt, wenn ich es wünschte, wäre ich in Nullkommnix Ehrenmitglied bei der "Rentner haben überhaupt keine Zeit" Liga. Aber - am Arsch die Waldfee. Es ist meine Zeit. Hart erarbeitet. Es ehrt mich, aber - Danke Nein. Es  liegt nicht in meiner Verantwortung, der Vorstellung anderer von mir gerecht zu werden. Es ist nie leicht, sich von der Erwartungshaltung anderer abzukoppeln, aber ich arbeite daran. Bis jetzt mit gutem Erfolg. Und guter Laune. Siehe oben. 

Die Statistik: 

*Weisheit der Woche: Eine Sammlung ist nur dann eine Sammlung, 
wenn sie kuratiert ist (©Götz Alsmann)  
Konsequenz der Woche: Ich muss hier gar nix. Die können mich ja abschieben 
( ein mir über die ich kenn da einen, der wen kennt Ecke bekannter 
Mitbürger mit jenseits des Pommes-Äquators Migrationshintergrund)
Reminder der Woche: Das Ende der Lindenstrasse war der Anfang vom Ende.    
Lieferung der Woche:  Der DHL-Mann bringt das bestellte Paket und fragt völlig im Ernst, 
ob ich jetzt unter die Näherinnen gegangen sei. Wo ich doch endlich Zeit für Hobbies hätte. 

ich sach ma so: alles war schön und nichts tat weh

Allen ein schickes Wochenende. 
Verarbeitet keinen Stoff, den ich nicht auch verarbeiten würde. Egal, wie krass er ist. 
 
Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 








Freitag, 18. März 2022

TGiF - sonnig und selbstbestimmt

Tach auch Liebeleins.  Alle von der Sonne wach geküsst worden? Fühlt man sich doch gleich ganz anders, wenn zumindest der erste Blick des Tages klar und ungetrübt ist. 

Klar und ungetrübt ist ja sonst dieser Tage kaum etwas. Unklar bleibt das Lieblingswort aller Entscheidungsträger und derer, die darüber berichten. Eigentlich hatte ich in Vorbereitung des TGiF schon ein Lamento begonnen. Aber - wie so oft:  der Fehler liegt im eigentlich. Wem hilft das? Mir, wenn ich mir beim schreiben Luft mache. Ende. Von daher - ersatzlos gestrichen. Lieber versuche ich, Euch zu ermuntern. Dazu, Euch soviel Gutes wie möglich an zu tun. Auch jetzt. Gerade jetzt. Immer wichtig, jetzt noch mehr. Denn was lähmt, ist dieses Gefühl der Fremdbestimmung. Das habe ich selten so klar erkannt. 

In den letzten Tagen reiste ich ein wenig in meine jüngste Vergangenheit zurück. Ich traf beim Einkaufen zufällig eine meiner Kolleginnen und ich nahm mal wieder am dienst-täglichen Mittagspausen-Event teil.  Samt Stippvisite an meiner ehemaligen Wirkungsstätte. Alle haben sich gefreut, mich zu sehen und ich habe mich gefreut, alle zu sehen. Über eine der ersten Fragen, die zuverlässig kommt, habe ich bereits geschrieben. Was aber alle erstaunt, ist die Erleichterung, die mein alles überlagerndes Gefühl in den ersten Monaten meiner " 'nen Scheiss muss ich Phase" war. 

Auch mich hat dieses Gefühl erstaunt. Sehr sogar. Ich konnte es lange nicht einordnen. Denn - die Fragen, die meine Kollegen stellen, habe ich mir auch gestellt. "Du hast nie den Eindruck gemacht, als wärst Du nicht gerne hier" "Du bist doch immer ganz gerne arbeiten gegangen" "Du konntest doch immer gut mit allem umgehen, wieso bist Du so erleichtert?" Ja, wieso? Ich habe mich ernsthaft gefragt, was ich verdrängt habe all die Jahre. Klar, ich habe zunehmend das angeprangert, was von außen unseren Job tangierte. Aber als Team haben wir da gut gegen- und zusammengehalten. Das war immer ein gutes Gefühl. Ich mochte meine Kollegen, ich mochte meinen Chef, ich bin nie gemobbbt, nie belästigt worden, ich wurde nie übermässig unter Druck gesetzt. 

Irgendwann wurde mir klar, es war nicht der Job an sich. Es war nicht mein Job. Es war das überlagernde Gefühl, sich nur in einem engen Korsett bewegen zu können. Das Gefühl des Fremdbestimmtseins. Ich habe mein ganzes Arbeitsleben in einem stringent strukturiertem System verbracht, dazu kamen unabänderliche Fremdbestimmungen familiärer Art. Und ich hatte sicher noch Glück in diesem Fremdbestimmtsein. Da gibt es ganz andere Arbeitswelten. Es ist das Gefühl, endlich selbstbestimmt zu sein, was mich so erleichtert, was mich so glücklich macht.

Und genau deshalb werde ich es hüten und behüten. Selbstbestimmt zu sein und zu entscheiden, was mir gut tut, was mich glücklich macht. Genau deshalb möchte ich auch ermutigen. Macht das, was Euch glücklich macht. Nutzt die Zeit, die Ihr habt. Auch wenn Ihr noch nicht in der " 'nen Scheiss muss ich Phase" seid. Seid glücklich, macht Eure Lieben glücklich. Genießt die Sonne, hört schöne Musik, tanzt, wenn Euch danach ist, geht raus oder rein, egal. Wonach Ihr Euch eben fühlt. Wir sind nie wieder so jung wie genau heute.  

Die Statistik: 

Ermutigung der Woche: 

("Nutz den Tag, aber lass was liegen für morgen")

Frage der Woche: Ist Dir nicht langweilig daheim? 
Trend der Woche: the great retirement (kein Witz, das war echt eine Schlagzeile. 
Ich bin auch globalgalaktisch in bester Gesellschaft)  
Mahnung der Woche: Vom Reden alleine lernt man nichts.  
Erkenntnis der Woche: In kippenden Gesellschaften übernimmt die Angst
früh das Ruder (©Juli Zeh) 
Konsequenz der Woche: meine Entscheidung, mein Leben 

Allen ein schickes Wochenende 
Entscheidet Euch für nichts, wofür ich mich nicht auch entscheiden würde. 


Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten 


Freitag, 4. März 2022

T.G.i.F. - Fragen unserer Zeit

Tach auch Liebeleins. Willkommen in unserer kuscheligen, friedlichen Freitags-Runde. Ich hoffe, es geht Euch allen gut in dieser bedrückenden, schwierigen Zeit. 

Auf Instagram, ausgerechnet auf dieser Selbstdarstellungs-Plattform mit den vielen, viel zu schönen  Posts, diskutierten wir letzte Tage: "Dürfen wir das überhaupt noch? Schöne Bilder posten? An die schönen Dinge des Lebens erinnern?" 

Ja. So zumindest die mehrheitliche Meinung. Wir dürfen das. Wenn es uns gut tut, dann dürfen wir das. Auch Instagram ist nur ein Angebot. Mit Betonung auf Angebot. Wir müssen uns nicht einreihen in die Riege derer, die sich vom Bundestrainer zu Virologen und nun Strategie-Experten wandelten.  Auch in die Riege der Tastatur-Samariter brauchen wir uns nicht einreihen, wenn uns das nicht gut tut. Womit ich nicht gesagt haben will, dass der Ausdruck von Solidarität, sei es in Form von Demonstrationen oder Posts in blau gelber Betroffenheit per se kontraproduktiv ist. Das Wissen, wie die Mehrheit denkt, kann durchaus etwas bewirken. Genau wie das Wissen um große Spenden- und Hilfsbereitschaft. 

Wir können, müssen dazu aber auch in unserer Bubble, in unseren Kreisen aufmerksam, mutmachend und freundlich sein. Nett ist nicht immer nur die kleine Schwester von Scheiße. Wir haben es in der Hand, das Miteinander in unseren Kreisen so friedlich wie nur geht zu gestalten. Anderen zuzuhören, seine Ängste und Sorgen ernst zu nehmen. Auch daran mangelte es in den letzten Jahren. 

Ja, ich bin auch bedrückt. Ich bin auch sorgenvoll. Aber - das war ich schon vorher. Kind des kalten Krieges, das ich bin. Von dieser Zeit nachhaltig geprägt. Geschichte wiederholt sich. Immer. In jeder Generation. Bei uns auch gerade btw. Ich zitiere den Ex-Rotterdamer: Die Zeit ist ein Kreis und der schließt sich relativ regelmäßig.  So ist das. Dem pseudofriedlichen Braten und der ganzen Pipeline Folklore habe ich nie getraut. Im WDR lief eine sehr gute Chronik über die letzten 30 Jahre (nicht nur, aber hauptsächlich ukrainischer) Geschichte.  Einzig mögliches Fazit: Wir haben nicht hingehört. Wir hätten es wissen können. Der, dessen Name ich nicht nenne, hat es immer gesagt. Er hat es aufgeschrieben. (Während wir uns sicher wähnten und gegenderte Nebenthemen zu den Fragen unserer Zeit erhoben) Dem ist nichts hinzuzufügen. Aber ich bin traurig, mich bestätigt zu sehen.  

Für mich ist es gerade jetzt wichtig, trotz und alledem an das Gute im Leben zu glauben. Daran fest zu halten. Ich für mich habe das Gefühl, dass ich andernfalls die Macht des Bösen habe gewinnen lassen.  Deswegen findet Ihr auch im Logbuch einen Eintrag zu unserem Lichtblick Wochenende an der Nordsee. Allerdings nicht nur deswegen. Es geht darin auch um das zweite große Thema unserer Zeit, medial anscheinend gerade nicht relevant. Wir erlebten an der See nicht nur Licht, Luft und Sonne, sondern auch eine Überraschung. Die wir so überhaupt nicht auf dem Zettel hatten. Es war nämlich knallvoll an der Küste. Mitten im Winter gebucht wie in der Hochsaison. Mit ein Grund: die Niederlande hatten am Tag unserer Anreise ihren freedom day, der deutlich klarer ausfiel als unser geplant ist. (Zugegeben: sie hatten auch einen deutlich härteren Lockdown) Und man merkte deutlich: Die Menschen sind nicht nur nach Luft, Licht und Sonne ausgehungert. Sondern auch nach Normalität und Eigenverantwortung. Mehr dazu wie gesagt im eigentlichen Blogpost. 


Die Statistik beschränkt sich heute auf die Frage der Woche: 
Was macht eigentlich............ Corona? 
 
Allen ein schönes, ruhiges, friedliches Wochenende. 
Genießt die guten Momente Eures Lebens. 


Dennoch ein Nachtrag: verbunden mit den erschreckenden Ereignissen dieser Tage kamen in meinem Kreis immer wieder  sorgenvolle Fragen auf. Die mir vertraut sind, die ich ernst nehme. Die simplen Antworten begleiten uns, Kinder des kalten Krieges, die wir sind, seit den 80ern. Deshalb hier zusammengefasst das, was uns dareinst eingehämmert wurde: 
Ja, ich habe Jodtabletten zuhause. Allerdings ist in dieser Frage schon seit den Zwischenfällen u.a. in Tihange wieder 80er Jahre bei uns. Befragt dazu die Suchmaschine Eures Vertrauens. Ich für meinen Teil verlasse ich mich aber nicht auf die Aussage, dass die Republik entsprechend bevorratet sei. Denn 1. hat das ja schon bei der Impfung ganz super geklappt. Nicht. Und 2. der Vorrat schließt die Bevölkerung Ü50 per se aus.
Ja, ich bin gerade froh, dass es nicht regnet. Nicht nur, weil die Sonne so schön ist. Ernstgemeinter Rat: seht zu, dass Ihr nicht im Regen spazieren geht und nass werdet. Und: wenn Ihr gerne Pilze und Beeren aus dem Freiland esst, tut es jetzt. Das dürfte noch der alte Vorrat sein. Champignons und Beeren aus kontrollierter Zucht erlebten nicht umsonst 1986 ihren Durchbruch.        


       

 

Freitag, 4. Februar 2022

T.G.i.F. - alles eine Frage des Status


Tach auch Liebeleins. Von Herzen willkommen in unserer freitäglichen Kuschelrunde. In diesem draußen ist nach einer kurzen Aufheiterung wieder bestes Ruhrpottgrau in grau. Machste nix. Muss man selber für Farbe sorgen. Quietschgelb tut zwar nicht allzu viel für meinen Teint. Aber für meine Laune. Und darum geht es ja.  

Schließlich gar nicht einfach, die Laune im Gleichgewicht zu halten. Wenn alles andere aus den Fugen gerät. Geht Euch das nicht so? Man kommt aus der Kopf-Tisch-Gymnastik gar nicht mehr raus. Manchmal frage ich mich echt, ob wir von Außerirdischen regiert und oder berichterstattet werden. 

"Das Impfziel ist verfehlt. Warum ist unklar" Unklar! Eins der am meisten benutzten Unwörter dieser Zeit. Unklar ist mir persönlich allenthalben, warum allen alles so unklar ist. Unklar! Hat man doch zu so vertrauenserweckenden Maßnahmen gegriffen, wie über delegierte ad-Hoc-Status*-Herabstufungen. Beispiel Hashtag JJGate.  Oder auch ein sehr schönes Beispiel: Wer mit dem Auto um den Bodensee fährt ist 3, 6 und 12 Monate genesen. Innerhalb eines Tages. Zumindest mit der Zeitverschiebung geht es voran.    
  
Von bestechend extraterritorialer Logik auch und immer noch der Maßnahmenkatalog, gegen den der Otto-Katalog sich mittlerweile wie ein Flugblatt ausnimmt. Aber hej: die Fußballstadien sind bald wieder voll. Während wir uns nach wie vor nur mit maximal 10 Personen privat treffen dürfen. Ja, das gilt immer noch. Ich habe nachgesehen. Nur für den Fall, dass Euch das nicht klar gewesen ist. (Aber immerhin 10.  Auch ein Impfanreiz. Wem die eigene Gesundheit oder die Möglichkeit ungehinderten Schlüpper-Einkaufs nicht Anreiz genug ist)  

Wenn wir also mit unseren besten Freunden beschließen sollten, wir treffen uns en famille, mit allen Kindern und deren Anhang, dürfen wir das nicht. Dann wären wir nämlich elf.  Und was zuviel ist, ist zuviel. Wo doch schon die Stadien.........! Wenn der Whisteria Lane Stammtisch ein Treffen organisiert, ist akribische Vorbereitung oberstes Gebot. Wir sind zwar nur acht.  Aber wenn wir uns bei Nachbar X oder Y treffen, dann geht das nicht. Da leben noch größere Kinder oder Oma mit im Haus.  Zack - über 10. Und was zuviel ist, ist zuviel. Wo doch schon die Stadien.........!  Bei uns ginge es, hier residiert derzeit nur der Exil-Rotterdamer. Der darf sich dann aber nur noch maximal einen Gast einladen. Weil, was zuviel ist.....  Iss klar? Oder unklar? Egal. Hauptsache, die Stadien.......... 


Reden wir von etwas Erfreulichem. Reden wir von mir. Ich habe gesichtet. Gedanken, Entwürfe, Ablage Schuhe, Klamotten, Gedöns aller Wertstoffkategorien. Durchaus beeindruckend, was alles liegen bleibt, was sich alles ansammelt, wenn man jahrelang nur für das Nötigste Zeit hat. Aber jetzt. Aber: Schluss mit Stress und Druck, das bleibt ein scheibchenweise abzuarbeitendes Projekt. Geht auch. Kann ich gut mit leben. Wie ich überhaupt ganz wunderfein mit meinem neuen Status leben kann. So langsam, aber sicher kommt es. Immer noch überwiegt die Erleichterung, aber ich merke, es geht mir besser. Ich bin ruhiger, ausgeschlafener und ausgeglichener. Die Quittung kam vom Augenarzt: Alle Werte richtig gut. Deutlich verbessert seit dem letzten Mal. Hat mich unglaublich gefreut. Tschaka.  

Die Tage fiel mir auf: Es ist schon Woche 6 im Status "nen Scheiß muss ich".  6 Wochen, in Worten sechs. So lange frei am Stück hatte ich nicht mehr seit der zehnten Klasse. Ohne Witz. Seit 1980. Sprich vor 42 Jahren. Und da ist sie wieder. Die 42. Die Antwort auf alles. Und die in meiner Entscheidung zum Vor-Unruhe-Stand immer wieder eine Rolle spielte. Wie spooky ist das? Aber gut spooky. Wenn ich dann noch lerne, das Geschenk einfach anzunehmen und mir die Antwort: "Ja, Du darfst. Alles, was Du willst" zu geben, dann ist es perfekt. Noch übe ich, mich aus den Zwängen jahrzehntelanger Konditionierung zu befreien. Beispiel: ich war schon auf halbem Wege vom Augenarzt nach Hause, eilig in die Pedale tretend, weil - der Vormittag war ja schon halb um, arbeitsfreie Zeit muss genutzt werden, da liegt noch Wäsche, die Spülmaschine ist auch noch nicht ausgeräumt, zum Glück ist das Bett schon gemacht, aber die Ablage türmt sich schon wieder neu und und und. Als mir auffiel: Die Sonne scheint. Ausnahmsweise. Und ich - ich muss 'nen Scheiß. Wäsche, Spüli, Ablage sind auch morgen noch da und ich kann einfach weiterfahren. Durch die Felder und Wälder, der Sonne entgegen. Und Euch Lichtblicke mitbringen. Die wir ja wohl alle dringendst brauchen. 



Die Statistik: 

*Erkenntnis der Woche: Die Mehrzahl von Status ist Status. Aber schöner wäre doch Statussi. Und passender. (erarbeitet mit Kater_S auf Twitter) 
Geschenk der Woche: Für mehr Narzissen als Narzissten


Mit Dank an die Schwägerin 

Zitat der Woche: Yesterday is history. Tomorrow is a mystery. And today?
 Today is a gift. That's why we call it the present  
 (©Eleanor Roosevelt. Wenn das nicht ein perfektes Zitat für mich ist. 
Und für jeden von Euch auch ) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Genießt alles, was die Gegenwart hergibt. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten.   

Freitag, 21. Januar 2022

TGIF - Life-Hack zum Frühstück

Tach auch Liebeleins! Heute morgen mit weißen Ansichten aufgewacht und im Moment sogar Sonnenschein auf meinem Kaffee 3.0. Alles fein bei Euch? Hier soweit alles in schöner Ordnung. Ich bin immer noch in erster Linie erleichtert und dankbar. Und gelangweilt hab ich mich auch noch nicht mit mir selbst. Mit anderen Worten: Nichts wirklich Neues zu vermelden. Was für mich nach den letzten Jahren immer noch eine Erwähnung wert ist. Trotzdem halte ich (mich) erstmal wieder an den TGiFs fest. Für mich selbst die beste Möglichkeit, nach und nach wieder in einen Schreibfluss zu kommen, nachdem ich so lange kaum etwas kreatives geschrieben hab. 

Höhepunkt der  bisherigen Woche: ein Frühstück am Dienstag. Gegönnt mit der Kollegin, mit der ich die meisten gefürchteten langen Dienst-Tage durchlitten hab in meinem Leben. Das hatten wir uns immer vorgenommen. Sobald wir beide raus sind, gehen wir an einem Dienst-Tag richtig schick mit allet frühstücken. Hat Spaß gemacht und schreit nach Wiederholung. Auch wenn ich idiotischerweise ein latent schlechtes Gewissen spürte. Daran muss ich noch arbeiten. 



Arbeiten muss ich auch daran, diverse Aufreger nicht an mich ran zu lassen. Sagt sich leicht. Ist es aber nicht. Weil es letztendlich uns alle betrifft. Was diese Woche klammheimlich und durch die Hintertür einer Behörde geschah - es hat mich tief verstört. Eingeordnet habe ich es noch nicht endgültig. Aber mein Gefühl sagt mir, wenn nicht bald etwas passiert, driftet (nicht nur) dieser Weg nachhaltig in die falsche Richtung. Sollte es wenigstens nicht im Bundestag diskutiert werden, wenn über Nacht und ohne große Kommunikation ein Status* geändert wird? Ein Status, der auch Grundrechte umfasst. 

Vielleicht sollten wir doch über weiter über's auswandern nachdenken. Dummerweise ist es leider woanders auch scheiße. Selbst hinterm Pommesäquator. Aber dort ist wenigstens der Protest nicht so verbissen, missionarisch und mißbraucht. Sondern schlicht intelligent. Zielführend wird dort der Finger in die Wunde gelegt und umgedreht. So gab es diesen Mittwoch eine Aktion der Kulturschaffenden landesweit. Man konnte in Theatern, Museen, Kinos und Konzerthäusern Termine vereinbaren. Zur Maniküre, zur Fußpflege, zum Frisieren, zur Massage. Weil letzteres erlaubt ist in NL. Während Kulturstätten der Betrieb immer noch untersagt ist. Während also im Konzerthuis massiert und manikürt wurde, spielte auf der Bühne das Orchester des Hauses. Fand ich clever. 

Ich sag mal so: Ich bin geimpft. Komplett. Mit Booster. Weil ich es so wollte. Unbedingt wollte. Im übrigen tatsächlich für mich selber wollte. Um besser vor einem schweren Verlauf geschützt zu sein. In einem Winkel meines Herzens bin ich aber sehr froh. dass ich bei meiner Ärztin des Vertrauens geimpft wurde. Nicht nur, weil sie die Prio 3 früh drangenommen hat, sondern auch, weil sie mich gut aufgeklärt hat. Hätte sie nicht schon im Sommer zu mir gesagt, dass alle Studien auf den Booster hinweisen, hätte mich die Kommunikation zum Booster verunsichert. Und ich bin mir vollkommen sicher, dass das, was diese Woche geschehen ist, der Impfkampagne einen Bärendienst erwiesen hat. Wer skeptisch ist oder wer nur wegen des Status über eine Impfung nachgedacht hat, der ist doch jetzt endgültig durch mit dem Thema. Wobei ich sowieso bis heute das Gefühl nicht loswerde, dass die Impfgegnerschaft künstlich hochgejazzt wurde. Um vergessen zu lassen, wie übelst das mit der Priorisierung im letzten Jahr gelaufen ist. Redet jetzt keiner mehr von. Ein Schelm.....  Ok, das Thema ist endlos. Mir fällt noch einiges mehr dazu ein. Aber lieber Schluss jetzt. #ausgründen  

A propos Zauberwort Kommunikation. Ich twitterte gestern einen meiner bevorzugten Life-Hacks: 


  
- und es dauerte genau 6 Minuten, bis der erwartbare Kommentar kam, dass eine Wäscheleine carbonneutraler wäre und sich eine aufgeregte Diskussion entspann. Aber doch immerhin 6 in Worten sechs! Minuten. Ich hätte mit weniger gerechnet. Das ist doch nicht mehr mein Twitter. Jedenfalls - diese Diskussion = Deutschland in a nutshell. Wir waren uns hier im Hause übrigens einig: Am besten gefallen hat uns dann doch diese Ansage an den Caption Obvious mit der Wäscheleine: 


 
Schöner hätte ich es nicht sagen können.   

War sonst noch was? Wir haben "Haus des Geldes" abgeschlossen. Endlich. Halleluja. Ich fand die Serie anstrengend in den letzten Staffeln. Aber das Serienfinale war gut. Sehr gut sogar. Vorhang zu und alle Fragen beantwortet. Immerhin. Gibt es auch nicht so oft. Versöhnte mit dem exzessiven Geballer der letzten Folgen. Können wir uns nun in aller Ruhe dem Dschungel widmen. Oder auch nicht. Könnte nämlich sein, dass ich all diese aufgeblasenen Enten-Schnuten nicht ansehen kann. Mangels Masse hingegen besteht die dieswöchige Statistik nur aus dem 

 Cookie der Woche: 



Allen ein schickes Wochenende. 
Versucht keinen Life-Hack, den ich nicht auch versuchen würde.    

Wie immer gilt, wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
*Möchte mir vielleicht jemand den Life-Hack gönnen, was die Mehrzahl von Status ist?