Freitag, 12. April 2019

T.G.i.F. - sinnbefreite Höhenflüge

Höhenflug Palmkirmes RecklinghausenTach auch Liebeleins. Willkommen in unserer kleinen kuscheligen Freitagsrunde. Alles gut? Oder zumindest fast? Heute morgen auf Twitter wurde schon gegrübelt, was TGiF denn bedeuten könnte. Daher nochmal zum mitschreiben: Thank God it's Friday. Bereit zu neuen Höhenflügen.

Doch vorher war es wieder eine dieser Wochen. Ihr wisst schon. Diese Wochen, in deren Verlauf man immer öfter denkt: Wenn ich mir jetzt eins verdient hätte, dann eine komplett sinnbefreite Stunde. Oder zwei. Diese Wochen, in denen man kaum bis nichts Gutes hört, in denen viel Elend und kein Glanz an einen herangetragen wird. Elend zumeist, das einen persönlich gar nichts angeht, welches einen aber trotzdem anfasst. Weil - könnte ja sein, dass es einen doch was angeht und wenn ja, was soll einem das sagen? Karma is a bitch und jetzt zieh die Konsequenzen? Für die Sache, die mich persönlich anging, habe ich kurz meinem 80er-Jahre-Demo-Ich hallo gesagt. Getrillert und gepfiffen. Und meine unnachahmlichen Pfadfinder-Qualitäten bewiesen. Schade, dass es heutzutage
Navi-Tanten gibt. Wieder ein Karriereweg verbaut! 

Jedenfalls: ich konnte den liebenden Gatten überreden. Zu einem sinnbefreiten Abend. So sinnbefreit, dass die Herren Söhne wahrscheinlich den Kopf auf die Tischplatte sinken lassen und stöhnen: "Sie sind schon wieder ohne Aufsicht. Wir merken das doch! "
Wir waren in der Tat auf der Palmkirmes. Wir zwei alleine. Ohne Alibi-Kinder und mit Lust. Bisher war es eher andersrum. War sinnbefreit. Völligst. Aber ablenkend.
Und damit dann doch sinngebend.

Riesenrad Palmkirmes Recklinghausen

War sonst noch was? Der Rotterdamer ist wieder an der Maas, sackte direkt dolle Punkte ein und bekommt dafür morgen ein fnatic-es* Wochenende auf dem Silbertablett serviert. Der Jurist bedankt sich bei den Daumendrückern für seine Holde, glückliche Erleichterung macht sich breit im Glaspalast.

Kirschblüten Bonn Heerstrasse
Auch darüber, dass sie nicht mehr an der Bonner Heerstrasse wohnen, die sich dieses Jahr zum instagrammablen Hotspot mausert. Ehrlich mal, seit Jahrzehnten blühen da die Kirschblüten und dies Jahr wird das in jedem Medium als Weltsensation gefeiert. Naja, wenn es der Klickgeilheit dienlich ist.

Gibt Schlimmeres auf der großen weiten Welt: Brexitanien an Halloween und andere enteignete Unsäglichkeiten zum Beispiel. Hat jemand den Mantel des Schweigens gesehen. Sinnvoll wär das. Bevor die sinnbefreiten Stunden gar nicht mehr nachwirken. Nachwirkungen auch in der

Statistik:

Schild der Woche: Nationale Schnapsidee (#ausgründen gekürzt)
Einladung der Woche: Ohne Mampf kein Kampf
Beschäftigungstherapie der Woche: Replies from hell. Auf die Feststellung "Die Sonne scheint noch nicht" (©Trixelinchen auf Twitter) folgten (pseudo) wissenschaftliche Abhandlungen bis hin zu "Du nimmst bestimmt auch Globuli" . Wir haben Fragen!
 Dann doch lieber den 
Traumjob der Woche: Wolle Ticket kaufen? 
Wolle Ticket kaufen

Fernmündlicher Erlebnisbericht der Woche 1: Die Nachbar-Oma hat ihr erstes 
Mobiltelefon. Der Funktionstest beginnt mit einem Anruf bei mir und sie sagt:
 "Das Pferd frisst keinen Gurkensalat" ..... und legt auf. (©MeinolfsSchwester auf Twitter) 
Fernmündlicher Erlebnisbericht der Woche 2
Ich:"Wenn Sie ins Haus kommen, melden Sie sich bitte neben dem 
Haupteingang am Empfang." 
Pat.:"ok, hat das auch einen Namen?" 
Ich:"Ja. Empfang!" (©Trixelinchen auf Twitter)   
Stoßseufzer der Woche: Morgens schau ich immer in den Spiegel und frage mich, 
was der Künstler mir heute mit seinem Werk sagen möchte (©Flötenton auf Twitter) 
Erkenntnis der Woche: Dieses wohlige "weißt Du noch, damals?" ist das Symptom 
einer Gesellschaft, die sich eine Pause wünscht (©Schueper auf Twitter) 
Noch eine sinnbefreite Stunde der Woche: Kleine Taschenlampe brenn, schreib 
"ich lieb Dich" in den Himmel. Sorry, geht gleich wieder. (©Spieler7auf Twitter)

Allen ein schickes Wochenende. 
Setzt zu keinen Höhenflügen an, zu denen ich nicht auch ansetzen würde. 
 
Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Links auf Nachfrage 
*Fnatic ist für den E-Sport-begeistertenden Rotterdamer das, was Bayern München für den Herrn Spieler7 ist. Guckt Ihr hier: https://www.fnatic.com/articles/fnatic-bar-rotterdam Ausgerechnet auch noch in seinem derzeitigen Wohnheim schlagen die ihr Hauptquartier auf. Wenn das keine Belohnung für hartes Lernen ist.

Freitag, 29. März 2019

T.G.i.F. - im fortgeschrittenen Alter

Tach auch Liebeleins. Seid willkommen in unserer kuscheligen Freitagsrunde. Wie isset Euch an diesem sunny day? Fühlt Ihr noch future am friday?

Ich musste mich heute schon hart zwingen, nicht den No-Future-Friday auszurufen. Nicht genug, dass man dauernd Werbung für Treppenlifte und Pflegebetten in die Timeline gespült bekommt - nein, eine große deutsche Tageszeitung, ansässig in der Mitte der Republik, hat uns, die 50plusser vorhin mal ganz undezent aus der Mitte des Lebens gekickt. Ganz charmant versucht man, uns einen Artikel über die Generation 50plus als Erfahrungsbericht aus dem "fortgeschrittenen Alter" zu verkaufen. Mich, die 50PlusPlusPlusPlussine bringt diese CharmeOffensive jedenfalls nicht dazu, hinter die Paywall zu gehen und Näheres zu meinem fortgeschrittenen Alter zu erfahren. Da schreib ich lieber selbst was dazu.

Ja, ich gebe es zu. Ich fühle mich derzeit nicht gerade jung. Wenn man morgens schon froh ist, dass wenigstens das Ohrläppchen nicht weh tut und man immer länger im Bad braucht, bis man halbwegs wie man selber aussieht, dann fühlt sich das in der Tat nach fortgeschrittenem Alter an. Die Krönung war neulich, als sich eine strahlende neue Kollegin vorstellte. Die ich sogleich als langjährige Klassenkameradin des Juristen erkannte. Ich hab mich wirklich selten älter gefühlt als in diesem Moment. Aber nun - die Kinder werden bald ein Vierteljahrhundert alt. Da sind sie nun mal die natürlich nachwachsenden neuen Kollegen. Macht watt dran.

Und auch sonst. Die Einschläge kommen näher. Allüberall. Sehr ungut. Im Moment ist auch wieder so eine Phase, in der meine Begabung zum seelischen Mülleimer von Belang allerseits sehr geschätzt wird. Deckel auf, laber, jammer, seufz, Deckel zu. Erleichtert weitergehen. Und damit ist keiner der hier anwesenden Lesenden gemeint. Für den inner circle immer gerne. Jederzeit. Aber sonst -  Es wird Zeit, meine eigene Paywall wieder hochzuziehen und die imaginäre Glocke überzustülpen. Desperately seeking mehr Spaß und Leichtigkeit. Merke ich alleine schon an meiner Begeisterung,  dass Letsdance wieder angefangen hat und ich mich Freitags abends von ein bißchen Glamour und Show einlullen lassen kann. 

War sonst noch was? Der Rotterdamer hat eine Woche Pause zwischen den Trimestern und verbringt sie im Hotel Mama. Allerdings nicht mit full service. Das muss hier ganz klar lobend erwähnt werden. (Vorauseilende Vergewisserung. Bevor er wieder meckert und nachher doch nicht einkaufen geht und uns seine in Holland erworbenen Künste der indischen Küche vorführt). Der Jurist beehrte uns auch am Mittwoch zum gemeinsamen Nach-Geburtstags-Essen für den Rotterdamer im komplett gepatchworkten Kreis. War schön. Wenn schon beide Kinder zuhause sind, kann man auch einfach mal die halbe Nacht durchquatschen. Auch wenn man zwei Tage später noch müde ist. Fortgeschrittenes Alter eben.

Ansonsten - globalgalaktisch gesehen greift der Wahnsinn weiter um sich. Ich warte nur noch darauf, dass die (sich im wirklich fortgeschrittenen Alter befindende) Lisbeth ins House of Commons einmarschiert und das Ende des Experiments Demokratie verkündet. Dann kriegt jeder Abgeordnete noch ein "Was-wollt-Ihr-denn-Maoam" und die Horrorshow Brexit ist beendet. Ich für meinen Teil erschaukele mir jetzt ein bißchen Leichtigkeit und folge dem Rufe Hollywoods.

Hollywood hat angerufen


Reply der Woche: Soll das Alter doch fort schreiten, wohin es will. 
Wir sind jünger als morgen. Immer. (©Tom2Tom60 auf Twitter) 

Allen ein schickes Wochenende.
Fühlt Euch so jung, wie Ihr wollt.

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Mehr Statistik gibbet diese Woche mangels urheberrechtlich verwertbarer Masse und dem guten Vorsatz von mehr Leichtigkeit leider nicht. 


Freitag, 8. März 2019

T.G.i.F. - kurze Verschnaufpause

Tach auch Liebeleins. Im Märzen die Britta endlich wieder ein Stündchen für unsere kuschelige kleine Freitagsrunde übrig hat... Allet schick und schön soweit? Den Kurzsommer im Winter gut überstanden?

Wir haben gerade - fast könnte man auch schon sagen: hatten - eine kurze Verschnaufpause vom Alltag. Die ersten Urlaubstage des Jahres sind abgefrühstückt. Dank der Närrinnen und Narren sogar einer weniger. Der freie Rosenmontag ist und bleibt das Beste am Karneval.

Sophie, der Staubsaugerroboter Hashtag ausGründen, mehreren noch dazu, sind wir nicht großartig weggefahren. Wir blieben im Land und nährten uns redlich. Aber immerhin bewegten wir uns bis ins niederrheinische Land, den Papa und seine neue Haushaltshilfe "Cheerio-Miss Sophie" besuchen.

Fahrrad hatten wir ungebrochen hoffnungsfroh auch mit , die Touren blieben allerdings relativ überschaubar. Wie gesagt - Kurzsommer war schon und unsere Karnevalsflucht meistenteils stürmisch. Das mit der Flucht hat eh nur so mittel geklappt, denn auch am Niederrhein und vor allem tatsächlich hinter dem Pommesäquator ging es so zur närrischen Sache, dass man es kaum ignorieren konnte. Die Idee, am Rosenmontag in ein großes holländisches Gartencenter zu fahren, war auch nur so mittel. Die Idee hatten nämlich "erstaunlicherweise" noch etliche andere. Tjanun. Aber wir wollten ja eh nur gucken. Was später auch im Hafenkino klappte, dann endlich mal vernünftiger Beleuchter.

Emmerich, Blick auf den Containerhafen

Immerhin die Fahrradtouren haben Spaß gemacht. Auch ohne Helm. War ja eins der Aufregerthemen der letzten Wochen. Anstatt dass mal in die Fahrradwege-Infrastruktur investiert wird, bekommt der Radfahrer himself den schwarzen Peter zugeschoben. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Ein Blick über die Grenze könnte helfen: Dort nutzen bekanntermaßen deutlich mehr Menschen das Rad als normales Verkehrsmittel auf gut ausgebauten und sicheren Fahrradwegen, keiner trägt einen Helm und die Zahl der Fahrradunfälle ist trotzdem deutlich niedriger als in deutsche Lande. Und zwar nicht nur in Prozent, sondern auch in Summe. Aber was weiß ich schon.

Wenn man sich so durch die Medien klickt, weiß man ja sowieso nichts mehr. Weder wie man sich zu artikulieren hat noch was man überhaupt noch tun oder selbst entscheiden darf. Ganz ehrlich: diese allgemeine Bevormundungskultur gepaart mit hysterischer Empörungsbereitschaft ermüdet mich hart. Da sollte man mal einen Helm erfinden, der einen dagegen schützt. Es ist in vielen Teilen einfach nur lächerlich. Und ganz sicher kontraproduktiv. Aber immerhin: Einer hat diese Woche lässig reagiert: der berühmte Obsthändler wer kennt ihn nicht Tim Apple? Apples CEO wurde kurzerhand vom orangefarbenen Ganzkörper-Doppelkinn umgetauft und reagierte stoisch. Währenddessen. Anschließend benannte Mr. Cook seinen Twitteraccount um in Tim Apple. Das Lässigste, was ich seit langem gesehen habe. mein Chapeau der Woche. 

War sonst noch was? Wir waren zu einem Blitzbesuch im Rheinland, das neue Domizil des Juristen besichtigen. Sehr schick. Er und seine Holde sind happy. Vor allem nach der vorausgegangenen Suche, die sich als noch komplizierter erwies als ohnehin befürchtet. Aber wie unser Omma immer sachte: Nix so schlecht, datt et nich irgendwo gut für ist. Nun sind sie in einem echten happy end gelandet. Ham se verdient. Der Rotterdamer war zu einem Blitzbesuch in der Heimat, viel haben wir allerdings nicht von ihm gesehen. Man könnte meinen, wir wären gar nicht der Hauptgrund für diesen Besuch gewesen. Dann fuhren wir noch eine leckere Runde (Menü) Karussell mit der Trixe und dem Mann, der nie schreibt. Unsere Wahl war gut, entpuppte sich als echte (F)Vest-Tafel. Nur schubsen durfte man uns nachher nicht mehr. Ganz ungeschubst hingegen wie immer

Die Statistik:   

Guter Vorsatz der Woche: 6 Wochen keinen Brennessel-Brokkoli-Leinsamen-Smoothie. 
Fastenzeit heißt Verzicht. (©KTacki auf Twitter)
Angebot der Woche: Bandname abzugeben, kostenlos: 
The Smashing TrumpKims (©RalfHeimann auf Twitter)
Einladung der Woche: Der Sultan hat inzwischen den deutschen Botschafter einbestellen 
lassen und ihm erklärt, er wisse nichts von einer Karawane
 und Durst habe er auch nicht. - Anzeige ist raus. (©Pogobär auf Twitter)
Konsequenz der Woche: Wer schnipst, wird nicht dran genommen. 
(©VivienS90 auf Twitter)
Stoßseufzer der Woche: Frühling lässt sein staubiges Band wieder
 flattern durch die Wohnung (©MeinolfsSchwester auf Twitter)
Trotzreaktion der Woche: Immer wenn ich Schlagzeilen lese wie "Ganz Deutschland ist 
gespannt auf bla bla ..." "Ganz Deutschland freut sich über bla bla bla..."
 dann bin ich das kleine gallische Dorf (©Klinikchef auf Twitter)
Erinnerung der Woche: Ich werde nicht müde, meine sehr gläubige Uroma
 zu zitieren, die vor Jahrzehnten schon sagte: "Der Boden der Hölle 
wird mit Priestern gepflastert sein" (©Ini67 auf Twitter)
Erkenntnis der Woche: "Du solltest einfach mal über den Tellerrand schauen!" 
Tipps, die man meistens von denjenigen bekommt, 
die von Holzbrettchen essen (ShoushousWelt auf Twitter)
Wahrheit der Woche: Der Undercut ist das Arschgeweih 
dieses Jahrzehnts. (©Na_der_da auf Twitter)
Verrücktes Huhn der Woche: Grumpy Uschi. ( bisher nur in Engelchens Welt
bald bestimmt im ganzen Internetz )
Bild der Woche: Ist das Kunst oder kann das wech? 
(Oder iss bald Olympia im Pott?)

Olympia bald im Ruhrgebiet ?

( gefunden bei einer Fahrradtour und die obige Frage ist 
a) ernstgemeint und b) immer noch ungeklärt

Allen ein schickes Wochenende.
Setzt keinen Helm auf, den ich nicht auch aufsetzen würde.

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage 




Freitag, 8. Februar 2019

T.G.i.F. - schon viel passiert bisher

Tach auch Liebeleins. Ehe man sich versieht, isset doch tatsächlich Februar geworden. Und tatsächlich sowas wie Winter. Also gewesen. Im Moment schon wieder vorbei. Es weht ein laues Lüftchen, die ersten Kraniche sind zurück und wenn die Sonne scheint, ist man fast geneigt, den leisen Verlockungen Hollywoods nachzugeben, die draußen leicht quietschend ohne mich vor sich hin schaukelt.

Es war schon so einiges los in diesem Jahr. Bei dem das Wetter vor allem dem Nachwuchs im Wege stand. Wortwörtlich. Der Rotterdamer und Projektgruppe begaben sich auf eine Dienstreise in den Pott und kamen auf die kluge Idee eines Sightseeings in Düsseldorf. Dass sie dabei einen ausgewachsenen Schneesturm zu sehen bekamen, stand so nicht auf dem Plan. Aber immerhin haben wir was gelernt: Die stets auf Eigenverantwortung bedachten Niederländer haben keine Winterreifenpflicht. Auch nicht für gemietete Autos. Four years after: Ein Hoch auf den strengsten Fahrlehrer im Vest.

Bei dem allerdings auch der Herr Jurist gelernt hat. Ist ja aber auch noch länger her. Da kann man schon mal vergessen, dass man bei Glatteis vielleicht besser mal den ersten Gang vergisst. Aber nun. Wenn man nach allerlei juristischen Hürden der etwas anderen Art plötzlich doch einen (Glas)Palast beziehen darf, kann man schon das ein oder andere vergessen. Ist ja letzten Endes alles gut gegangen. In nicht kryptisch: Er ist umgezogen. Am schlimmsten Schneetag seit zwei Jahren.

War sonst noch was? Wir waren auch emsig. Also so halbwegs. Wir nahmen an Dschungelprüfungen made by Engelchen teil, schauten am Niederrhein nach dem Rechten, dito im kleinen NL-Shopping-Paradies - und ich fand tatsächlich ein bißchen Klamottage, die was für mich tun konnte. Mit der Wahlverwandschaft waren wir das Ruhrgebeat. Das gleichnamige Rockorchester las die Messe in der Kirche, zum Schlussgebet gab es das ortstypische Glückauf. Sehr schön. Echt zu empfehlen für die Ruhries unter meinen Lesern.

Die Bilder der letzten Wochen: 


Statistik gibbet heute nicht, muss ich doch zum Abschluss hier in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde noch von einem Abschied erzählen. Unser aller Luna hat für immer die Augen zugemacht. Unsere uralte Hundedame, von der wir wirklich dachten, sie wäre unsterblich. In Menschenjahre umgerechnet war sie 109, wirklich richtig richtig alt, gerade für so einen großen Hund. Die letzten Wochen hat sie schon fast ausschließlich mit schlafen verbracht, nur unterbrochen für die gnädige Entgegennahme ausgesuchter Leckerbissen. Nun ist sie ganz friedlich ohne Schmerzen von selbst eingeschlafen. Wir sind froh, dass es keiner entscheiden musste, froh, dass sie keine Schmerzen hatte, froh, dass sie wirklich ein tolles Hundeleben hatte. Aber wir sind doch alle sehr traurig. Sie war so lange Teil unseres Lebens, sie hat alle unsere Kinder begleitet und war immer  eine ganz wunderbare uns alle behütende Freundin. Wir werden sie nie vergessen.

 
Habt alle ein schönes Wochenende.

Sonntag, 13. Januar 2019

Müssen wir nicht alle mal an die frische Luft?

Review zu "Der Junge muss an die frische Luft"
ein Film von Caroline Link nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Hape Kerkeling

Vorweg: Film wie auch Buch thematisieren Ausschnitte aus der Kindheit und Jugend des Komikers und Entertainers Hape Kerkeling in Recklinghausen, die auch den Suizid seiner Mutter einschließen. Ich erlaube mir hier, auf eine weitergehende Inhaltsbeschreibung zu verzichten. Für die, denen der Inhalt nicht geläufig ist (zumindest in groben Zügen dürften das die wenigsten sein ) verweise ich auf breit angelegte Artikel und Kritiken sowohl zum Buch als auch zum Film in allen gängigen Medien sowie in der Wikipedia. Verzicht auf Links aus bekannten Gründen, befragt die Suchmaschine Eures Vertrauens.  

Obwohl ich in Recklinghausen lebe, den Stadtteil, in dem Hape Kerkeling aufgewachsen ist, ganz gut und sogar einen der Protagonisten kenne, wollte ich eigentlich nicht in diesen Film gehen. Für mich würde es reichen, wenn ich den Film irgendwann auf dem kleineren Bildschirm sehe. Ich gestehe, ich bin nicht Hape Kerkelings größter Fan. Ich finde ihn sympathisch, ich fand ihn sehr talentiert als Moderator, einige seiner Komiker-Sachen fand ich fast schon genial (ich sage nur Königin Beatrix, die mal eben lekker eten wollte im Bellevue), aber vieles von dem, was er gemacht hat, war einfach nicht mein Humor. Hannilein oder Horst Schlämmer z.B. war mir ein bißchen zu drüber, kurz vor der Grenze zum genervt sein. Mein Bedarf an coming of age Geschichten ist ebenfalls seit längerem gedeckt. Auch wenn man von Leuten in dieser Stadt, die ihn von früher oder heute noch kennen, immer hört, dass er wirklich so sympathisch ist wie er rüberkommt - es reichte mir zu wissen, dass er aus einer großen, Ruhrpott-typischen Arbeiterfamilie kommt, ein frühes Trauma zu verarbeiten hat und daraus seine Motivation rührt, seine Begabung zur Komik und Unterhaltung konsequent zu nutzen. Ich musste das nicht auch noch im Kino sehen.

Meiner Aufmerksamkeit entgangen war zunächst, dass dieser Film unter der Regie von Caroline Link entstand. Als ich das erfuhr, musste ich plötzlich doch ins Kino. Unabhängig von Hape Kerkeling. Ich wäre in absolut jeden neuen Film gegangen, den Caroline Link gedreht hat. Ich liebe ihre Filme. Alle Ausnahmslos. Ihre (wenigen) Filme sind für mich absolute Meisterwerke. Kaum ein Film hat einen derart langen und nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen wie Jenseits der Stille, aber auch alle anderen ihrer Filme - absolute Empfehlung. Einer wie der andere.

Und auch "der Junge muss an die frische Luft" enttäuschte mich nicht. Es ist ein typischer Caroline Link Film. Aber - was seine größte Stärke ist, ist zugleich auch seine einzige Schwäche. Nämlich, dass er genau das ist - ein typischer Caroline Link Film.

Die große Stärke der Caroline Link ist ihre Charakterzeichnung und ihre behutsame Art des Geschichtenerzählens. In jeder Sekunde ihrer Filme merkt man ihren Respekt vor der Geschichte und ihren Protagonisten. Ihr ist es wichtig, Wahrhaftigkeit erlebbar zu machen und vor allem den Figuren ihre Würde zu lassen. In jeder Einstellung merkt man die Liebe zu ihren Protagonisten sowie auch zu den Schauspielern. Sie hat mehrfach bewiesen, in wie guten Händen KinderDarsteller bei ihr sind. Ich als Mutter hätte große Bedenken gehabt, mein Kind eine solche Rolle spielen zu lassen, aber Caroline Link scheint eine der wenigen zu sein, denen man ein Kind für solch eine Aufgabe anvertrauen kann. Sie nähert sich ihren Figuren mit viel Verständnis, viel Aufmerksamkeit und ja eben Respekt. Man kann sich sicher sein, dass sie niemals jemanden bloßstellen würde. Jeder wird so gezeigt, wie er ist. Mit viel Verständnis und Zuneigung für sein Tun. Ich erwähnte bereits, dass ich einen/eine der Protagonisten ein wenig kenne und dieser/diese ist heute noch genauso, wie im Film angelegt. 

Was mir fehlte, war eine genauere Milieuzeichnung. Es war mir 'nen Tacken zu wenig Ruhrpott. Für Ruhrpott und seine Menschen war das Erzählte zu weich gezeichnet. Der Pott und seine Menschen, ihre Schnauze, ihr Zusammenhalt und ihre botte Art prägen und fangen auf. Ich persönlich denke, dass nicht nur nicht jeder dafür gemacht ist. Ich glaube auch, wer das nicht selbst erlebt, der kann es auch nicht bis ins letzte nachvollziehen. Und dieses letzte fehlte. Einzig die Ruhrgebietler Joachim Krol und Sönke Möhring konnten diese spezielle Mischung aus Herzensgüte und hart im Nehmen und Geben richtig vermitteln. Letztendlich hätte der Film in jeder Industrielandschaft, die die Republik bietet, angesiedelt sein können. Dabei hat die rheinische Tonfärbung des Jungen, der Hape Kerkeling kongenial verkörperte, noch am wenigsten gestört.

Dennoch: Der Film vermittelte das, was er wohl vermitteln wollte: wie wichtig Freunde und Familie in Krisenzeiten sind. Und natürlich auch das Verständnis für Hape Kerkeling, warum er der wurde, der er ist. Oder war, muss man vielleicht sagen. Denn nach der Veröffentlichung von "Der Junge muss an die frische Luft" hat Hape Kerkeling sich ins Private zurückgezogen. Man sieht ihn öffentlich nur noch selten, etwa bei der Filmpremiere in der Essener Lichtburg. Diesen Rückzug versteht man nach Buch und/oder Film besser. Denn die Komik und die Öffentlichkeit sind nur eine Seite des Hans Peter Kerkeling. Ein bißchen von seiner melancholischen, nachdenklichen Seite offenbarte er bereits in "Ich bin dann mal weg" - seinem Bericht über den Gang des Jakobswegs. Der melancholische Clown war Hape Karkelings Ding nie, er zeigte das, was er konnte. Alltagsbeobachtung, Menschenzeichnung, oft überzeichnet ins Groteske.

Vielleicht hat er irgendwann gedacht, mehr will, kann und muss er davon nicht zeigen. Seine andere Seite hat er erklärt, einmal. Und dann war Schluss. So einfach. Dem Vorwurf, er habe seine tragische Familiengeschichte zu Geld machen wollen, kann ich mich nicht anschließen. Er passt einfach nicht in das Bild, welches man sich von ihm macht. Ich glaube, er wollte sich erklären, verstanden werden  und Ende. Der Charakterzeichnung von Caroline Link vertrauend glaube ich das nach dem Film noch einmal mehr.

Fazit: Für Caroline Link Fans ein absolutes Muss. Für Ruhrgebietler ebenfalls empfehlenswert, wenn man sich vorher auf eine gewisse Milieu-Beliebigkeit einstellt. Für alle anderen: Keine vertane Zeit, geht ruhig rein. Der deutsche Film bietet kaum Besseres.