Freitag, 21. Januar 2022

TGIF - Life-Hack zum Frühstück

Tach auch Liebeleins! Heute morgen mit weißen Ansichten aufgewacht und im Moment sogar Sonnenschein auf meinem Kaffee 3.0. Alles fein bei Euch? Hier soweit alles in schöner Ordnung. Ich bin immer noch in erster Linie erleichtert und dankbar. Und gelangweilt hab ich mich auch noch nicht mit mir selbst. Mit anderen Worten: Nichts wirklich Neues zu vermelden. Was für mich nach den letzten Jahren immer noch eine Erwähnung wert ist. Trotzdem halte ich (mich) erstmal wieder an den TGiFs fest. Für mich selbst die beste Möglichkeit, nach und nach wieder in einen Schreibfluss zu kommen, nachdem ich so lange kaum etwas kreatives geschrieben hab. 

Höhepunkt der  bisherigen Woche: ein Frühstück am Dienstag. Gegönnt mit der Kollegin, mit der ich die meisten gefürchteten langen Dienst-Tage durchlitten hab in meinem Leben. Das hatten wir uns immer vorgenommen. Sobald wir beide raus sind, gehen wir an einem Dienst-Tag richtig schick mit allet frühstücken. Hat Spaß gemacht und schreit nach Wiederholung. Auch wenn ich idiotischerweise ein latent schlechtes Gewissen spürte. Daran muss ich noch arbeiten. 



Arbeiten muss ich auch daran, diverse Aufreger nicht an mich ran zu lassen. Sagt sich leicht. Ist es aber nicht. Weil es letztendlich uns alle betrifft. Was diese Woche klammheimlich und durch die Hintertür einer Behörde geschah - es hat mich tief verstört. Eingeordnet habe ich es noch nicht endgültig. Aber mein Gefühl sagt mir, wenn nicht bald etwas passiert, driftet (nicht nur) dieser Weg nachhaltig in die falsche Richtung. Sollte es wenigstens nicht im Bundestag diskutiert werden, wenn über Nacht und ohne große Kommunikation ein Status* geändert wird? Ein Status, der auch Grundrechte umfasst. 

Vielleicht sollten wir doch über weiter über's auswandern nachdenken. Dummerweise ist es leider woanders auch scheiße. Selbst hinterm Pommesäquator. Aber dort ist wenigstens der Protest nicht so verbissen, missionarisch und mißbraucht. Sondern schlicht intelligent. Zielführend wird dort der Finger in die Wunde gelegt und umgedreht. So gab es diesen Mittwoch eine Aktion der Kulturschaffenden landesweit. Man konnte in Theatern, Museen, Kinos und Konzerthäusern Termine vereinbaren. Zur Maniküre, zur Fußpflege, zum Frisieren, zur Massage. Weil letzteres erlaubt ist in NL. Während Kulturstätten der Betrieb immer noch untersagt ist. Während also im Konzerthuis massiert und manikürt wurde, spielte auf der Bühne das Orchester des Hauses. Fand ich clever. 

Ich sag mal so: Ich bin geimpft. Komplett. Mit Booster. Weil ich es so wollte. Unbedingt wollte. Im übrigen tatsächlich für mich selber wollte. Um besser vor einem schweren Verlauf geschützt zu sein. In einem Winkel meines Herzens bin ich aber sehr froh. dass ich bei meiner Ärztin des Vertrauens geimpft wurde. Nicht nur, weil sie die Prio 3 früh drangenommen hat, sondern auch, weil sie mich gut aufgeklärt hat. Hätte sie nicht schon im Sommer zu mir gesagt, dass alle Studien auf den Booster hinweisen, hätte mich die Kommunikation zum Booster verunsichert. Und ich bin mir vollkommen sicher, dass das, was diese Woche geschehen ist, der Impfkampagne einen Bärendienst erwiesen hat. Wer skeptisch ist oder wer nur wegen des Status über eine Impfung nachgedacht hat, der ist doch jetzt endgültig durch mit dem Thema. Wobei ich sowieso bis heute das Gefühl nicht loswerde, dass die Impfgegnerschaft künstlich hochgejazzt wurde. Um vergessen zu lassen, wie übelst das mit der Priorisierung im letzten Jahr gelaufen ist. Redet jetzt keiner mehr von. Ein Schelm.....  Ok, das Thema ist endlos. Mir fällt noch einiges mehr dazu ein. Aber lieber Schluss jetzt. #ausgründen  

A propos Zauberwort Kommunikation. Ich twitterte gestern einen meiner bevorzugten Life-Hacks: 


  
- und es dauerte genau 6 Minuten, bis der erwartbare Kommentar kam, dass eine Wäscheleine carbonneutraler wäre und sich eine aufgeregte Diskussion entspann. Aber doch immerhin 6 in Worten sechs! Minuten. Ich hätte mit weniger gerechnet. Das ist doch nicht mehr mein Twitter. Jedenfalls - diese Diskussion = Deutschland in a nutshell. Wir waren uns hier im Hause übrigens einig: Am besten gefallen hat uns dann doch diese Ansage an den Caption Obvious mit der Wäscheleine: 


 
Schöner hätte ich es nicht sagen können.   

War sonst noch was? Wir haben "Haus des Geldes" abgeschlossen. Endlich. Halleluja. Ich fand die Serie anstrengend in den letzten Staffeln. Aber das Serienfinale war gut. Sehr gut sogar. Vorhang zu und alle Fragen beantwortet. Immerhin. Gibt es auch nicht so oft. Versöhnte mit dem exzessiven Geballer der letzten Folgen. Können wir uns nun in aller Ruhe dem Dschungel widmen. Oder auch nicht. Könnte nämlich sein, dass ich all diese aufgeblasenen Enten-Schnuten nicht ansehen kann. Mangels Masse hingegen besteht die dieswöchige Statistik nur aus dem 

 Cookie der Woche: 



Allen ein schickes Wochenende. 
Versucht keinen Life-Hack, den ich nicht auch versuchen würde.    

Wie immer gilt, wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
*Möchte mir vielleicht jemand den Life-Hack gönnen, was die Mehrzahl von Status ist?  




Freitag, 14. Januar 2022

T.G.i.F. - Lichtblicke in Absurdistan

Tach auch Liebeleins. Alles soweit schick und schön? Diese Woche hat sich doch wahrhaftig die Sonne gezeigt, nach vielen ruhrpottgrau in grauen Tagen. Wenn sie sich auch heute schon wieder hinter einem ziemlich undurchsichtigen Nebelschleier verbirgt.   

Da passte es hier im Hause bestens, dass wir Besuch aus dem hohen Norden hatten. Vom Brudi, also von meinem Brudi. Onkel Brudi sozusagen. Wir hatten da noch was zu tun gemeinsam. Zu jeder epischen Saga gehört ein Epilog, am besten einer mit einer passenden Anekdote. Richtig? Die haben wir dann mal kurz durchgespielt. Bleibt aber keep in store for another  occasion. Sorry but no sorry.  Immerhin brachte uns die epische Saga nochmal an den Rhein, wenn auch über Umwege. Am Rhein war es ganz und gar wunderfein. Der Rhein hatte erstaunlich viel Wasser, es war klirrend kalt, es hatte einen richtigen Nordseehimmel, das Licht war ganz klar und so tankten wir begierig Licht, Luft und Sonne. Das war schön. Richtig schön. 






                                               

Und weil ich ja ein hilfsbereiter, freundlicher Mensch bin, hab ich Euch ein bißchen was von den Lichtblicken mitgebracht. Was mich zu der Frage bringt, die mir jetzt schon einige Male gestellt wurde (selbst vom Brudi....der sollte mich doch eigentlich besser kennen)  Eine Frage, die ich mit einem sehr klaren und eindeutigen "Nein" beantworte. Nein, ich werde kein Ehrenamt annehmen. Ganz sicher nicht. Eher fang ich mit Aquarell-Malerei an, wenn mir langweilig werden sollte. Was es ebenfalls ganz sicher nicht wird. Ich hab mich noch nie mit mir selber gelangweilt (Wobei ich damit nichts gegen Aquarellmalerei gesagt haben will. So'n bißken Farbenspielen stell ich mir eigentlich ganz nett vor )      

Aber Ehrenamt? Nein. Zum einen sind meine bisherigen Erfahrungen mit diesen Ämtern eher ähem sagen wir ambivalent. Zum anderen - ohne so wirklich das Gefühl zu haben, mich rechtfertigen zu wollen -  wenn ich eins sehr selten in meinem Leben hatte, war das Zeit für mich selbst und das, was mir gut tut. Wann immer die to-do-Liste schrie "Das ist nicht schaffbar, da muss was gekappt werden" , wurde das gekappt, was man gemeinhin "ich-Zeit" nennt. Und die to-do-Liste schrie meistens. Ich habe 40 Jahre gearbeitet, zwei formidable Jungs großgezogen, Eltern gepflegt. Ich war immer freundlich und hilfsbereit, immer über das verlangte Maß hinaus. Ich hab mir soviel Lebens- und Leidensgeschichten gehört, so viele offene Ohren geliehen, so viele Probleme gelöst. Ich hab mich in den letzten Jahren oft genug dafür beschimpfen lassen, mich einem erhöhten Risiko ausgesetzt und es ausgehalten. Ich habe fertig mit "Ich muss der Gesellschaft was zurückgeben". Nein, muss ich nicht. Ich wüsste auch gar nicht für was. Mir hat die Gesellschaft an sich bis jetzt nicht wirklich viel angeboten. Ich werde freundlich und hilfsbereit bleiben. Sobald irgendjemand aus meinem inner circle Hilfe braucht - ich bin da. Aber der Gesellschaft noch mehr zu geben? Nein. Undank habe ich genug geerntet in meinem Leben, Selbst-Profilierung steht auch nicht oben auf meiner Agenda. Also - schaun wa mal. Wie das mit der Aquarell-Malerei so geht. Zwinker-Smiley. Statistik hingegen fällt mangels Masse aus. Ich hätte allenfalls eine freundliche und hilfsbereite 

Erinnerung und Tipp der Woche:  heute startet Staffel 3 von Afterlife auf Netflix*  

Allen ein schickes Wochenende. 
Malt kein Bild, welches ich nicht auch malen würde. 

*Werbung unbezahlt unaufgefordert 


        

  

Freitag, 7. Januar 2022

T.G.i.F. - der erste im neuen Jahr

Tach auch Liebeleins. Da wären wir. Seid willkommen. Erste kuschelige Freitagsrunde im neuen Jahr. Alle fein rein gerutscht? 

Whisteria Lane vermeldet: keine Vorkommnisse. Same procedure as every year, alle Rituale brav eingehalten. Wobei sich leicht zweifelnd die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Rituale stellt. So immens Glück haben sie nun auch wieder nicht gebracht. Zur Sicherheit haben wir ein neues Ritual eingeführt und uns die Rollen von Miss Sophie, Admiral von Schneider und Co angeeignet.  Kleiner Spoiler: je dicker die Oberschenkel, desto besser. Wenn das kein Argument ist!  


Dinner for one Gesellschaftsspiel


( Klar verteilt war nur die Rolle des Tigers..... ) 

Die erste Woche des Jahres plätscherte dann vor sich hin. Mal mit besseren, mal mit schlechteren News von außerhalb, die hier allerdings allesamt nicht hingehören. Ich für meine Teil sortiere fleißig. Sowohl Zeug als auch mich. In der Hauptsache spüre ich dem Gewicht des gefallenen Steins nach. Tatsächlich muss ich erstaunt sagen: Ich wusste nicht, wie schwer die Last war. Bis sie von mir abfiel. Ja, ich stand unter Dauerstrom, ja, mir fiel es immer schwerer, mich zusammen zu reißen und durch die Arbeitstage zu kommen. Um dann die freien Tage fast ausschließlich dafür zu nutzen, wieder zu Kräften zu kommen. Derzeit spüre ich hauptsächlich tiefe Erleichterung und tiefe Dankbarkeit dafür, dass mein Plan so gut aufgegangen ist. 

War sonst noch was? Wir haben uns den bitterbösen satirischen Jahresrückblick auf Netflix gegönnt. Death to 2021 von den Black Mirror Machern. Letztes Jahr fand ich diesen Rückblick sehr gewöhnungsbedürftig und musste mir echt hinterher erklären lassen, dass unter der Maske des Geschichtsprofessors Hugh Grant steckt. Dies Jahr war ich wohl eingewöhnt - und fand unter der mir nun bekannten Prämisse auch den Professor deutlich witziger. Und es tat gut, sich auf die Art von dem Jahr zu verabschieden, in dem wir lernen mussten, dass 2020 nur eine Übung war. Am Wochenende schauen wir dann auch den Film, über den derzeit alle reden. 

Leider hinter einer Paywall hat auch Juli Zeh einiges gesagt. Dem Grollen auf Twitter nach zu urteilen, wohl einiges Gute. Etliche Hunde bellen getroffen, alleine das eine amüsante Lektüre. Weniger amüsant nach wie vor, dass aus sonstiger Kulturbubble nur Belangloses oder - wie meine Ärztin bitter beklagte - in unserer Stadt hauptsächlich Geschwurbeltes kommt.  Man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen: das Inspirierendste, was deutsche Kulturschaffende zur Bewältigung der Pandemie beigetragen haben ist bis jetzt das "hello again" von Howard Carpendale. Wobei - nichts gegen Howard Carpendale. Seine Weihnachts-CD kam außerordentlich gut an bei Schwiegereltern. Aber ich bin sicher, da geht noch was. 

An dieser Stelle ist dafür fertig. Ich verabschiede mich mit dem Bild der Woche


und tschüss. Bis zum nächsten Tannenbaum. 
(by the way:  pro-Tipp der Woche: Wenn der ganze Adventsplunder 
aus der Bude raus ist, fühlt man sich direkt 10 Kilo leichter) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Erholt Euch gut vom Jahresanfangsstress und singt kein Lied, 
welches ich nicht auch singen würde.    


Donnerstag, 30. Dezember 2021

2021 - was vom Jahr übrig blieb

Vor einem Jahr begann ich den Rückblick mit den Worten: "Es war ein furchtbares Jahr" - das immerhin steht heute nicht als Fazit über dem Jahresrückblick. 

Es war kein wirklich gutes Jahr, wie kann es das auch sein in diesen Zeiten. Aber es war nicht das persönliche annus horribilis, welches wir vor einem Jahr verabschiedeten. Auf der Soll-Seite stehen vor allem Dinge, die Ihr alle dort stehen habt. Ich bin heute noch genauso fassungslos wie vor einem Jahr. Wenn nicht sogar fassungsloser.  Fassungslos darüber, wie schlecht diese Krise immer noch gehandhabt wird. Mit Ansage gegen die Wand gefahren. In vielen, zu vielen Bereichen. Tatsächlich habe ich gerade keine Lust, mich darüber auszulassen. Das wird nur eine never ending Suada, die eh nur die lesen, die meiner Meinung sind. 

Auf meiner persönlichen Soll-Seite steht in diesem Jahr meine (selbstgewählte) Abwesenheit von Social Media. Dies hier ist tatsächlich erst mein neunter Blog-Eintrag in diesem Jahr. Und auch das Zwitscherland habe ich über einen langen Zeitraum gemieden. Zum einen wegen der dort herrschenden Negativität, der Selbstgerechtigkeit, der Wasser predigenden Wein-Sauferei! Wen oder was soll das weiterbringen? Mich jedenfalls nicht. Was genau der zweite Punkt ist, warum mir nichts anderes übrig blieb, als diese über die Jahre so liebgewonnene Trost-Ecke zu meiden. 

Ich gehörte zu denen, die raus mussten. Home Office geht halt nicht für alle. Ich konnte mir ja schlecht 'nen Autoschalter in die Whisteria Lane bauen. Also raus. In die Nix-G-Zone der kritischen Infrastruktur. Mir hat gereicht, was ich dort erlebte, was ich dort mit bekam. Wenn ich mir dazu jeden Morgen noch Panik-News und moralinsaure Zeigefinger gegeben hätte - ich hätte nicht mehr arbeiten gehen können. Ich hätte es nicht geschafft, dort rauszugehen. Vermisst habe ich es sehr. Deshalb meine sehr ernst gemeinte Bitte: Statt selbstgerecht immer draufzuhauen - und eh nur die zu erreichen, die derselben Meinung sind - macht doch einfach Mut und Hoffnung! Prima Vorsatz für das neue Jahr oder? Fein. Und auch ich schaue im Folgenden auf das zurück, was gut war. Irgendwie.

Flockdown

Das Jahr begann mit einem Flockdown. Wir hatten richtig richtig viel Schnee. Braucht man zwar nicht wirklich, aber im Rückblick ist einiges davon wirklich lustig. In Folge blieb es lange kalt und wir schafften den erwünschten Saisonstart an Ostern nicht. Mussten wir die neu erworbenen Klapp-Fietsen vorerst zuhause ausführen. Ging auch.  


Spaß mit Klapprädern


Einer der größten Posten auf unserer Haben-Seite war natürlich unser Marijntje. Wenn ich daran denke, wie schwer ich mich 2019 mit dem Bootskauf getan habe - hätte ich nur im Ansatz gewusst, was auf uns wartet, ich hätte nicht eine Sekunde gezögert. Quarantäne-Tage hin, Ausgangssperren her - es ging doch einiges mehr als befürchtet. Heeg, der Hafen, das Boot - es ist eine unglaublich tolle Zuflucht weit weg von allem, für die wir zutiefst dankbar sind. Deshalb gibt es dazu natürlich auch im Logbuch einen separaten Rückblick auf die Saison 2021. 


Ein Herz in den Himmel gemalt


Dankbar sind wir auch dafür, dass wir alle gesund geblieben sind. Dafür, dass wir bis hierhin mit Anstand und Würde durch diese Zeit gekommen sind. Sehr dankbar dafür, wie gut sich die Jungs durch diese Zeit gekämpft haben. Der Rotterdamer ist kein Rotterdamer mehr, er verabschiedete sich summa cum laude von der Stadt, die einen besonderen Platz in meinem Herzen hat. Die feierliche Graduation, die glücklicherweise stattfinden konnte, war einer der größten Momente in diesem Jahr. Selten so vor Stolz geplatzt ( das letzte Mal in Bonn..... ) Der Bonner war zwischenzeitlich ein Berliner und er ist fertig mit der Dissertation, sie ist bereits vor-benotet, von daher dürfte das ein erwartbarer großer Moment in 2022 werden. Noch läuft sein Referendariat, aber auch da ist ein Ende in Sicht. 

Graduation in Rotterdam


Dankbar sind wir für unsere überschaubare Corona-Bubble - hier und dort.  Zusammenhalt, Freundschaft und gegenseitige Hilfe machen vieles leichter.  Das Stichwort Zusammenhalt bringt mich auf Umwegen zum letzten Posten, den ich in diesem Jahr auf der Haben-Seite dazu addierte. Der Feierabend für immer. Auch dieser hat einen der wenigen Extra-Blog-Einträge in diesem Jahr bekommen. Ich bin so dankbar dafür, so derart erleichtert - es wird noch lange dauern, bis ich es wirklich glauben kann. Im Moment fühle ich hauptsächlich den Stein, der mir vom Herzen gefallen ist. 

'nen Scheiß muss ich



Und damit kommen wir zum Ende des Rückblicks. Traditionell steht da die Jahresstatistik. Diese auch in diesem Jahr eher mau. Lagebedingt waren wir auf keinem Konzert, in keinem Kinofilm, auf keiner Party. Da war ich tatsächlich in diesem Jahr nicht fähig zu. Davon ab - rein kulturell gesehen, war es ein äußerst bescheidenes Jahr. Kein kultureller Beitrag, nirgends, der etwas zur Bewältigung der Krise beigetragen hätte, der Mut und Hoffnung gegeben hätte. Neulich zappte ich im TV auf das Queen-Tribute-Konzert und die Ansprache von Liz Taylor, die durchaus inspirierend, Hoffnung gebend und Mut machend war. Vermutlich rotiert sie in ihrem Grab ob der glitterschnittrigen in eigenem Saft schmorenden Beiträge der kulturellen Elite. Weltweit. Bleibt in der Rückschau Redundanz und Beiträge aus der guilty pleasure Abteilung. Tjnaun. 

Die Statistik: 

Hashtag des Jahres: #machenwasglücklich macht 
Beste neue Bekanntschaft des Jahres: der Otter aus dem Feenreich 
Buch des Jahres: Der größte Spaß, den wir jemals hatten von Claire Lombardo* 
Entdeckung des Jahres: Schellea Fowlers fabulous50s* - ein Lifestyle Channel auf YT, 
der mir echt was gebracht hat** 
Guilty pleasure des Jahres: Love is blind auf Netflix*  
Film des Jahres: Die unglaubliche Geschichte der Roseninsel* auf Netflix***
Serie des Jahres: this is us* auf Amazon Prime****
Mantra des Jahres: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen 
Stoßseufzer des Jahres: 'nen Scheiß muss ich 
Begründung des Jahres: weil ich es kann 
Dringend gesucht des Jahres: Augenmaß und Sachverstand 
Erinnerung des Jahres: Die Freiheit stirbt immer zentimenterweise 
(Guido Westerwelle)*****  
Lied und Hoffnung des Jahres: Alles komt goed von Jaap van Reesema* 
 
Otter in Earnewald

Und damit allen einen schicken Übergang in das neue Jahr. 
Tut nichts, was ich nicht auch tun würde. 
 
*Werbung im Sinne von persönlicher Empfehlung, unaufgefordert, unbezahlt und den genannten auch nicht bekannt !  
** Falls Ihr das erstaunlich findet, niemand könnte darüber erstaunter sein als ich  
***ja, ich weiß. Ist aus dem letzten Jahr , aber wir haben es nach dem letzten Jahresrückblick geschaut. Mangels Alternative muss das gelten. Ich nehm gerne noch Filmtipps ! 
****mangels Alternative auch in diesem Jahr. Immerhin gab es neue Staffeln   
*****Ihr könnt Euch den Zeigefinger und die Schublade sparen. ICH finde AUCH das wichtig! MIR macht AUCH das Sorgen. Es ist nicht alles schwarz und weiß.  

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Links nur auf Nachfrage. Befragt ansonsten die Suchmaschine Eures Vertrauens. Sorry but no sorry. Hashtag ausgründen
 

Montag, 27. Dezember 2021

'nen Scheiss muss ich ......

Tach auch Liebeleins. Hattet Ihr schöne Weihnachten? Das hoffe ich doch sehr. Bei uns war auch alles fein. Kuschelig, gemütlich und lecker. Und da heute zwar nicht der TGI-Freitag ist, für mich aber dennoch aber ein Frei-Tag, nutze ich direkt die Gelegenheit, mich auszulassen zum größten Weihnachtsgeschenk ever ever :

Feierabend - für immer 


Letzten Mittwoch war für mich der Tag, auf den ich lange hingearbeitet habe. Mein letzter Arbeitstag. Feierabend für die Woche, für den Monat, für das Jahr - für immer. Finito la musica. Ich bin jetzt mein eigener Chef. Hashtag Vor-Un-Ruhestand 2021. Zeit für mich, für Euch, für das, was ich tun möchte. Hatte ich selten genug in meinem bisher ziemlich arbeitsreichen Leben. Und nun habe ich sie. Zeit für Zeit. 

Mit 15 habe ich angefangen, den meisten Teil meiner Schulferien und sonstiger Freizeit am Fließband eines bekannten Süßwarenherstellers am Niederrhein zu verbringen. Mit 18 ging ich in die Ausbildung und seitdem spielte sich ein großer Teil meines Lebens in der "gelben Welt" ab. Der wiederum größte Teil davon als berufstätige Mutter und die letzten Jahre als pflegende Tochter. Ich habe immer gerne gearbeitet, mein Beruf hat mir und den Meinen auch sehr vieles ermöglicht. Ich war immer dankbar, als berufstätige Mutter einen wirklich gut bezahlten, anspruchsvollen Job in Teilzeit zu haben. Das ist schon ein kleiner Lottogewinn, ich weiß das.  Auch jetzt habe ich mich von einem Team (inclusive Chef) verabschiedet, welches ich sehr geschätzt habe. Gerade in der letzten Zeit zeigte sich unser guter Zusammenhalt und wir sind mit Anstand und Würde und ohne größere Blessuren durch die Zeit gekommen.           

Dennoch - der Wunsch, da rauszukommen, war da. Gutes Team hin, guter Chef her - es war in der letzten Zeit nicht mehr mein Place to be. Die Politik hat sehr klargemacht, dass wir Arbeitsbienen in der kritischen Infrastruktur nicht mehr als Kanonenfutter sind. Und das hat auch das Verhalten sehr vieler Menschen uns gegenüber gespiegelt. Ich fand mich ungefragt in eine Rolle gedrängt, in der ich mich nie gesehen habe und die ich auch nicht will. 

Ich bin nunmehr zutiefst dankbar, dass ich das nicht mehr sein muss. Der Fußabtreter, das Kanonenfutter weitestgehend ungeschützt im Nix G Bereich. (Nicht untereinander, da waren wir der feuchte Traum des Gesundheitsministers - 100 % 2 G - aber auch nur, weil wir es geschafft haben, uns untereinander mit allen Ressourcen um die Impfung zu kümmern) Immer öfter habe ich da gesessen und gedacht: Das will ich nicht mehr, in dieser Rolle kann ich mich einfach nicht mehr wiederfinden.  Das war der mitentscheidende Grund, diesen Schritt zu tun. Eher als ich gedacht hätte. Anfang und auch noch Mitte des Jahres hatte ich das noch überhaupt nicht auf dem Zettel. 

Doch natürlich hatte ich einen Plan. Es war immer mein Ziel, zunächst die Kinder gut durch eine Ausbildung zu kriegen und dann mir selber den Wunsch nach Zeit zu erfüllen. Schließlich habe ich genau das ja gelernt. Eine finanzielle Lebensplanung zu machen. Natürlich hatte ich diese auch immer für mich selbst. Es war immer der Plan, noch vor Erreichen der vorne stehenden 6 sagen zu können: Das war's. Weil ich es kann. Wenn man früh genug damit anfängt und sich daran hält, kann er klappen, der Plan. 

Auf dem Zettel hatte ich, mit 58 zu schauen, wo ich stehe und wie gut wir geplant haben. Unerwartet kam in diesem Jahr ein Faktor X hinzu und so wurde jetzt schon Bestandsaufnahme gemacht. Prognosen und Verläufe angefordert, Beratungen in Anspruch genommen und der Plan stand. Das war's. Jetzt schon. Weil ich es kann. Ein ganzes Jahr früher als der Zeitpunkt, den ich eigentlich als frühestmöglicher angepeilt hatte. 
(nun muss nur noch der Plan beim Jungspund Ruhebewahrer genauso gut aufgehen) 

So war letzten Mittwoch der Tag, an dem ich mich um 13 Uhr zum letzten Mal ausloggte, mit den Kolleginnen den letzten Feierabend meines alten Lebens im streng geheimen und nur für uns offenen Mittwochs-Treff einläutete, mich vom Rotterdamer abholen und zuhause mit Schampus, Blumen, Kuchen und Geschenken empfangen ließ, um den Stoßseufzer auszustoßen: 

'nen Scheiss muss ich 

Sehr inspirierend, dieser Spruch. Spricht mir aus der Seele. Egal, wie ich meine Rolle demnächst definiere, sie wird nicht altruistisch sein. Für meine Lieben werde ich da sein, aber da ist auch bereits das Ende der Fahnenstange. Für Glitterschnitter bin ich mir auch zu schön, aber Engagement sollen nun mal fein die zeigen, die es einfordern. Denn ich: 'nen Scheiß muss ich.

Aber ich kann. Diese Woche werde ich nutzen, um runter zu kommen und zurückzuschauen. Bisher hatte ich in meinem ganzen Erwachsenen-Leben erst zweimal frei zwischen Weihnachten und Silvester. Danach werde ich anfangen, mich neu zu sortieren. Unserem Zuhause sieht man den Stress der letzten Jahre an, alleine hier ist viel zu sortieren. Und dann werde ich mir viel Zeit nehmen, das zu tun, was ich gerne tue und was ich in den letzten Jahren schmerzlich vermisst habe. Zu bloggen und zu schreiben. Das habe ich mir immer gewünscht und wir werden sehen, wie weit und wohin es mich führt. Wie mein Chef mir in die Abschiedskarte schrieb: 

Alt genug, um aufzuhören. Jung genug, um es zu genießen. 
(Oder auf Ruhrpottdeutsch: Ich bin zu alt für den Scheiß, aber nicht zu scheiße für mein Alter)