Freitag, 8. März 2019

T.G.i.F. - kurze Verschnaufpause

Tach auch Liebeleins. Im Märzen die Britta endlich wieder ein Stündchen für unsere kuschelige kleine Freitagsrunde übrig hat... Allet schick und schön soweit? Den Kurzsommer im Winter gut überstanden?

Wir haben gerade - fast könnte man auch schon sagen: hatten - eine kurze Verschnaufpause vom Alltag. Die ersten Urlaubstage des Jahres sind abgefrühstückt. Dank der Närrinnen und Narren sogar einer weniger. Der freie Rosenmontag ist und bleibt das Beste am Karneval.

Sophie, der Staubsaugerroboter Hashtag ausGründen, mehreren noch dazu, sind wir nicht großartig weggefahren. Wir blieben im Land und nährten uns redlich. Aber immerhin bewegten wir uns bis ins niederrheinische Land, den Papa und seine neue Haushaltshilfe "Cheerio-Miss Sophie" besuchen.

Fahrrad hatten wir ungebrochen hoffnungsfroh auch mit , die Touren blieben allerdings relativ überschaubar. Wie gesagt - Kurzsommer war schon und unsere Karnevalsflucht meistenteils stürmisch. Das mit der Flucht hat eh nur so mittel geklappt, denn auch am Niederrhein und vor allem tatsächlich hinter dem Pommesäquator ging es so zur närrischen Sache, dass man es kaum ignorieren konnte. Die Idee, am Rosenmontag in ein großes holländisches Gartencenter zu fahren, war auch nur so mittel. Die Idee hatten nämlich "erstaunlicherweise" noch etliche andere. Tjanun. Aber wir wollten ja eh nur gucken. Was später auch im Hafenkino klappte, dann endlich mal vernünftiger Beleuchter.

Emmerich, Blick auf den Containerhafen

Immerhin die Fahrradtouren haben Spaß gemacht. Auch ohne Helm. War ja eins der Aufregerthemen der letzten Wochen. Anstatt dass mal in die Fahrradwege-Infrastruktur investiert wird, bekommt der Radfahrer himself den schwarzen Peter zugeschoben. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Ein Blick über die Grenze könnte helfen: Dort nutzen bekanntermaßen deutlich mehr Menschen das Rad als normales Verkehrsmittel auf gut ausgebauten und sicheren Fahrradwegen, keiner trägt einen Helm und die Zahl der Fahrradunfälle ist trotzdem deutlich niedriger als in deutsche Lande. Und zwar nicht nur in Prozent, sondern auch in Summe. Aber was weiß ich schon.

Wenn man sich so durch die Medien klickt, weiß man ja sowieso nichts mehr. Weder wie man sich zu artikulieren hat noch was man überhaupt noch tun oder selbst entscheiden darf. Ganz ehrlich: diese allgemeine Bevormundungskultur gepaart mit hysterischer Empörungsbereitschaft ermüdet mich hart. Da sollte man mal einen Helm erfinden, der einen dagegen schützt. Es ist in vielen Teilen einfach nur lächerlich. Und ganz sicher kontraproduktiv. Aber immerhin: Einer hat diese Woche lässig reagiert: der berühmte Obsthändler wer kennt ihn nicht Tim Apple? Apples CEO wurde kurzerhand vom orangefarbenen Ganzkörper-Doppelkinn umgetauft und reagierte stoisch. Währenddessen. Anschließend benannte Mr. Cook seinen Twitteraccount um in Tim Apple. Das Lässigste, was ich seit langem gesehen habe. mein Chapeau der Woche.   

Nicht schubsen, ich habe einen Joghurt im Beutel
War sonst noch was? Wir waren zu einem Blitzbesuch im Rheinland, das neue Domizil des Juristen besichtigen. Sehr schick. Er und seine Holde sind happy. Vor allem nach der vorausgegangenen Suche, die sich als noch komplizierter erwies als ohnehin befürchtet. Aber wie unser Omma immer sachte: Nix so schlecht, datt et nich irgendwo gut für ist. Nun sind sie in einem echten happy end gelandet. Ham se verdient. Der Rotterdamer war zu einem Blitzbesuch in der Heimat, viel haben wir allerdings nicht von ihm gesehen. Man könnte meinen, wir wären gar nicht der Hauptgrund für diesen Besuch gewesen. Dann fuhren wir noch eine leckere Runde (Menü) Karussell mit der Trixe und dem Mann, der nie schreibt. Unsere Wahl war gut, entpuppte sich als echte (F)Vest-Tafel. Nur schubsen durfte man uns nachher nicht mehr. Ganz ungeschubst hingegen wie immer

Die Statistik:   

Guter Vorsatz der Woche: 6 Wochen keinen Brennessel-Brokkoli-Leinsamen-Smoothie. 
Fastenzeit heißt Verzicht. (©KTacki auf Twitter)
Angebot der Woche: Bandname abzugeben, kostenlos: 
The Smashing TrumpKims (©RalfHeimann auf Twitter)
Einladung der Woche: Der Sultan hat inzwischen den deutschen Botschafter einbestellen 
lassen und ihm erklärt, er wisse nichts von einer Karawane
 und Durst habe er auch nicht. - Anzeige ist raus. (©Pogobär auf Twitter)
Konsequenz der Woche: Wer schnipst, wird nicht dran genommen. 
(©VivienS90 auf Twitter)
Stoßseufzer der Woche: Frühling lässt sein staubiges Band wieder
 flattern durch die Wohnung (©MeinolfsSchwester auf Twitter)
Trotzreaktion der Woche: Immer wenn ich Schlagzeilen lese wie "Ganz Deutschland ist 
gespannt auf bla bla ..." "Ganz Deutschland freut sich über bla bla bla..."
 dann bin ich das kleine gallische Dorf (©Klinikchef auf Twitter)
Erinnerung der Woche: Ich werde nicht müde, meine sehr gläubige Uroma
 zu zitieren, die vor Jahrzehnten schon sagte: "Der Boden der Hölle 
wird mit Priestern gepflastert sein" (©Ini67 auf Twitter)
Erkenntnis der Woche: "Du solltest einfach mal über den Tellerrand schauen!" 
Tipps, die man meistens von denjenigen bekommt, 
die von Holzbrettchen essen (ShoushousWelt auf Twitter)
Wahrheit der Woche: Der Undercut ist das Arschgeweih 
dieses Jahrzehnts. (©Na_der_da auf Twitter)
Verrücktes Huhn der Woche: Grumpy Uschi. ( bisher nur in Engelchens Welt
bald bestimmt im ganzen Internetz )
Bild der Woche: Ist das Kunst oder kann das wech? 
(Oder iss bald Olympia im Pott?)

Olympia bald im Ruhrgebiet ?

( gefunden bei einer Fahrradtour und die obige Frage ist 
a) ernstgemeint und b) immer noch ungeklärt

Allen ein schickes Wochenende.
Setzt keinen Helm auf, den ich nicht auch aufsetzen würde.

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage 




Freitag, 8. Februar 2019

T.G.i.F. - schon viel passiert bisher

Tach auch Liebeleins. Ehe man sich versieht, isset doch tatsächlich Februar geworden. Und tatsächlich sowas wie Winter. Also gewesen. Im Moment schon wieder vorbei. Es weht ein laues Lüftchen, die ersten Kraniche sind zurück und wenn die Sonne scheint, ist man fast geneigt, den leisen Verlockungen Hollywoods nachzugeben, die draußen leicht quietschend ohne mich vor sich hin schaukelt.

Es war schon so einiges los in diesem Jahr. Bei dem das Wetter vor allem dem Nachwuchs im Wege stand. Wortwörtlich. Der Rotterdamer und Projektgruppe begaben sich auf eine Dienstreise in den Pott und kamen auf die kluge Idee eines Sightseeings in Düsseldorf. Dass sie dabei einen ausgewachsenen Schneesturm zu sehen bekamen, stand so nicht auf dem Plan. Aber immerhin haben wir was gelernt: Die stets auf Eigenverantwortung bedachten Niederländer haben keine Winterreifenpflicht. Auch nicht für gemietete Autos. Four years after: Ein Hoch auf den strengsten Fahrlehrer im Vest.

Bei dem allerdings auch der Herr Jurist gelernt hat. Ist ja aber auch noch länger her. Da kann man schon mal vergessen, dass man bei Glatteis vielleicht besser mal den ersten Gang vergisst. Aber nun. Wenn man nach allerlei juristischen Hürden der etwas anderen Art plötzlich doch einen (Glas)Palast beziehen darf, kann man schon das ein oder andere vergessen. Ist ja letzten Endes alles gut gegangen. In nicht kryptisch: Er ist umgezogen. Am schlimmsten Schneetag seit zwei Jahren.

War sonst noch was? Wir waren auch emsig. Also so halbwegs. Wir nahmen an Dschungelprüfungen made by Engelchen teil, schauten am Niederrhein nach dem Rechten, dito im kleinen NL-Shopping-Paradies - und ich fand tatsächlich ein bißchen Klamottage, die was für mich tun konnte. Mit der Wahlverwandschaft waren wir das Ruhrgebeat. Das gleichnamige Rockorchester las die Messe in der Kirche, zum Schlussgebet gab es das ortstypische Glückauf. Sehr schön. Echt zu empfehlen für die Ruhries unter meinen Lesern.

Die Bilder der letzten Wochen: 


Statistik gibbet heute nicht, muss ich doch zum Abschluss hier in unserer kuscheligen kleinen Freitagsrunde noch von einem Abschied erzählen. Unser aller Luna hat für immer die Augen zugemacht. Unsere uralte Hundedame, von der wir wirklich dachten, sie wäre unsterblich. In Menschenjahre umgerechnet war sie 109, wirklich richtig richtig alt, gerade für so einen großen Hund. Die letzten Wochen hat sie schon fast ausschließlich mit schlafen verbracht, nur unterbrochen für die gnädige Entgegennahme ausgesuchter Leckerbissen. Nun ist sie ganz friedlich ohne Schmerzen von selbst eingeschlafen. Wir sind froh, dass es keiner entscheiden musste, froh, dass sie keine Schmerzen hatte, froh, dass sie wirklich ein tolles Hundeleben hatte. Aber wir sind doch alle sehr traurig. Sie war so lange Teil unseres Lebens, sie hat alle unsere Kinder begleitet und war immer  eine ganz wunderbare uns alle behütende Freundin. Wir werden sie nie vergessen.

 
Habt alle ein schönes Wochenende.

Sonntag, 13. Januar 2019

Müssen wir nicht alle mal an die frische Luft?

Review zu "Der Junge muss an die frische Luft"
ein Film von Caroline Link nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Hape Kerkeling

Vorweg: Film wie auch Buch thematisieren Ausschnitte aus der Kindheit und Jugend des Komikers und Entertainers Hape Kerkeling in Recklinghausen, die auch den Suizid seiner Mutter einschließen. Ich erlaube mir hier, auf eine weitergehende Inhaltsbeschreibung zu verzichten. Für die, denen der Inhalt nicht geläufig ist (zumindest in groben Zügen dürften das die wenigsten sein ) verweise ich auf breit angelegte Artikel und Kritiken sowohl zum Buch als auch zum Film in allen gängigen Medien sowie in der Wikipedia. Verzicht auf Links aus bekannten Gründen, befragt die Suchmaschine Eures Vertrauens.  

Obwohl ich in Recklinghausen lebe, den Stadtteil, in dem Hape Kerkeling aufgewachsen ist, ganz gut und sogar einen der Protagonisten kenne, wollte ich eigentlich nicht in diesen Film gehen. Für mich würde es reichen, wenn ich den Film irgendwann auf dem kleineren Bildschirm sehe. Ich gestehe, ich bin nicht Hape Kerkelings größter Fan. Ich finde ihn sympathisch, ich fand ihn sehr talentiert als Moderator, einige seiner Komiker-Sachen fand ich fast schon genial (ich sage nur Königin Beatrix, die mal eben lekker eten wollte im Bellevue), aber vieles von dem, was er gemacht hat, war einfach nicht mein Humor. Hannilein oder Horst Schlämmer z.B. war mir ein bißchen zu drüber, kurz vor der Grenze zum genervt sein. Mein Bedarf an coming of age Geschichten ist ebenfalls seit längerem gedeckt. Auch wenn man von Leuten in dieser Stadt, die ihn von früher oder heute noch kennen, immer hört, dass er wirklich so sympathisch ist wie er rüberkommt - es reichte mir zu wissen, dass er aus einer großen, Ruhrpott-typischen Arbeiterfamilie kommt, ein frühes Trauma zu verarbeiten hat und daraus seine Motivation rührt, seine Begabung zur Komik und Unterhaltung konsequent zu nutzen. Ich musste das nicht auch noch im Kino sehen.

Meiner Aufmerksamkeit entgangen war zunächst, dass dieser Film unter der Regie von Caroline Link entstand. Als ich das erfuhr, musste ich plötzlich doch ins Kino. Unabhängig von Hape Kerkeling. Ich wäre in absolut jeden neuen Film gegangen, den Caroline Link gedreht hat. Ich liebe ihre Filme. Alle Ausnahmslos. Ihre (wenigen) Filme sind für mich absolute Meisterwerke. Kaum ein Film hat einen derart langen und nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen wie Jenseits der Stille, aber auch alle anderen ihrer Filme - absolute Empfehlung. Einer wie der andere.

Und auch "der Junge muss an die frische Luft" enttäuschte mich nicht. Es ist ein typischer Caroline Link Film. Aber - was seine größte Stärke ist, ist zugleich auch seine einzige Schwäche. Nämlich, dass er genau das ist - ein typischer Caroline Link Film.

Die große Stärke der Caroline Link ist ihre Charakterzeichnung und ihre behutsame Art des Geschichtenerzählens. In jeder Sekunde ihrer Filme merkt man ihren Respekt vor der Geschichte und ihren Protagonisten. Ihr ist es wichtig, Wahrhaftigkeit erlebbar zu machen und vor allem den Figuren ihre Würde zu lassen. In jeder Einstellung merkt man die Liebe zu ihren Protagonisten sowie auch zu den Schauspielern. Sie hat mehrfach bewiesen, in wie guten Händen KinderDarsteller bei ihr sind. Ich als Mutter hätte große Bedenken gehabt, mein Kind eine solche Rolle spielen zu lassen, aber Caroline Link scheint eine der wenigen zu sein, denen man ein Kind für solch eine Aufgabe anvertrauen kann. Sie nähert sich ihren Figuren mit viel Verständnis, viel Aufmerksamkeit und ja eben Respekt. Man kann sich sicher sein, dass sie niemals jemanden bloßstellen würde. Jeder wird so gezeigt, wie er ist. Mit viel Verständnis und Zuneigung für sein Tun. Ich erwähnte bereits, dass ich einen/eine der Protagonisten ein wenig kenne und dieser/diese ist heute noch genauso, wie im Film angelegt. 

Was mir fehlte, war eine genauere Milieuzeichnung. Es war mir 'nen Tacken zu wenig Ruhrpott. Für Ruhrpott und seine Menschen war das Erzählte zu weich gezeichnet. Der Pott und seine Menschen, ihre Schnauze, ihr Zusammenhalt und ihre botte Art prägen und fangen auf. Ich persönlich denke, dass nicht nur nicht jeder dafür gemacht ist. Ich glaube auch, wer das nicht selbst erlebt, der kann es auch nicht bis ins letzte nachvollziehen. Und dieses letzte fehlte. Einzig die Ruhrgebietler Joachim Krol und Sönke Möhring konnten diese spezielle Mischung aus Herzensgüte und hart im Nehmen und Geben richtig vermitteln. Letztendlich hätte der Film in jeder Industrielandschaft, die die Republik bietet, angesiedelt sein können. Dabei hat die rheinische Tonfärbung des Jungen, der Hape Kerkeling kongenial verkörperte, noch am wenigsten gestört.

Dennoch: Der Film vermittelte das, was er wohl vermitteln wollte: wie wichtig Freunde und Familie in Krisenzeiten sind. Und natürlich auch das Verständnis für Hape Kerkeling, warum er der wurde, der er ist. Oder war, muss man vielleicht sagen. Denn nach der Veröffentlichung von "Der Junge muss an die frische Luft" hat Hape Kerkeling sich ins Private zurückgezogen. Man sieht ihn öffentlich nur noch selten, etwa bei der Filmpremiere in der Essener Lichtburg. Diesen Rückzug versteht man nach Buch und/oder Film besser. Denn die Komik und die Öffentlichkeit sind nur eine Seite des Hans Peter Kerkeling. Ein bißchen von seiner melancholischen, nachdenklichen Seite offenbarte er bereits in "Ich bin dann mal weg" - seinem Bericht über den Gang des Jakobswegs. Der melancholische Clown war Hape Karkelings Ding nie, er zeigte das, was er konnte. Alltagsbeobachtung, Menschenzeichnung, oft überzeichnet ins Groteske.

Vielleicht hat er irgendwann gedacht, mehr will, kann und muss er davon nicht zeigen. Seine andere Seite hat er erklärt, einmal. Und dann war Schluss. So einfach. Dem Vorwurf, er habe seine tragische Familiengeschichte zu Geld machen wollen, kann ich mich nicht anschließen. Er passt einfach nicht in das Bild, welches man sich von ihm macht. Ich glaube, er wollte sich erklären, verstanden werden  und Ende. Der Charakterzeichnung von Caroline Link vertrauend glaube ich das nach dem Film noch einmal mehr.

Fazit: Für Caroline Link Fans ein absolutes Muss. Für Ruhrgebietler ebenfalls empfehlenswert, wenn man sich vorher auf eine gewisse Milieu-Beliebigkeit einstellt. Für alle anderen: Keine vertane Zeit, geht ruhig rein. Der deutsche Film bietet kaum Besseres.


Freitag, 11. Januar 2019

T.G.i.F. - Phantastischer Jahresauftakt

Tach auch Liebeleins. Da sind wir wieder in unserer kleinen, aber feinen Freitagsrunde. Etwas später als geplant heute, aber ich kann nichts dafür. Der Geist war willig, allein das Fleisch war schwach oder auch watt der Körper braucht, datt holt er sich. Ich war um sieben Uhr wach und dachte so: Ach, einmal kurz umdrehen, das geht noch. Tjanun. Mahlzeit, ne!

Seid Ihr alle gut ins neue Jahr gekommen? Soweit ich sehen konnte, ja. Wir sind wie schon in den letzten Jahren mit der Wahlfamilie ins neue Jahr gewokt und haben artig alle Rituale eingehalten. Wäsche war ab vonne Leine, Miss Sophie hatte den Tigerteppich ausgelegt, den Mitternachtskrach übertönten wir mit dem einzig wahren Happy new Year Song (Abba), die drei Alibi-Raketen wurden in den Himmel geschossen und Wunderkerzen geschwenkt. Nur untern Tisch mussten wir nicht mehr. Die Ehrengästin hört nur noch das, was sie hören will. Und das Bleigießen haben wir weggelassen. Mangels Masse. Erst nachher fiel uns ein, man hätte ja auch Gold gießen können. Tjanun. Gegen all diese politische Korrektness anzukommen, das erfordert halt sehr viel Kreativität. 

Kreativität zeigte bis jetzt dafür unsere Freizeitgestaltung. Direkt zum Auftakt des Jahres gab es einen fröhlichen Wintertraum als Mädelstag. Für einen Tag war ich Prinzessinnentante in Phantasien.


War wirklich schön, kann man echt mal machen. Wenn auch anstrengend, da Phantasialand mittlerweile doch arg verschachtelt. Der Schrittzähler der Besten zeigte 13000 Schritte, was gar nicht mal so viel ist für einen Parktag. Dafür aber 36 Etagen ! In Worten sechsunddreißig! Und ein Punkt wurde abgehakt, den wir im ganzen Jahr 2018 nicht haben abhaken können: Wir waren im Kino! Der Junge musste mal an die frische Luft ! Review coming vielleicht. Vielleicht schreib ich auch erst noch 'ne gepflegte Reportage. Aus Phantasialand. Bedarf scheint es zu geben. Vakanzen auch. Sagte ich schon, dass ich ein Stück weit zur Schadenfreude fähig bin? 

War sonst noch was? Schneemassen, Regenmassen, die Ruhr hat schon Hochwasser. Der Pott meldet einfach grau, gut so. Die erste ganze richtige Arbeitswoche liegt auch schon hinter uns, unterm Strich war sie entspannter als meine zwei freien Wochen vorher. Ich hätte mich besser nicht so über den Teilzeit-Jackpot gefreut, das konnte ja nicht gut gehen. Die Fütterung all der altrosa und neupinken Elefanten hat noch mehr Kraft gekostet als vorher befürchtet. Aber vorbei.

Schauen wir nach vorne. Ein bißchen was zur gepflegten Ablenkung wartet wie in jedem Januar auf uns. Hallo Murwillumbah. Wir sind bereit. Heute abend direkt das erste liebgewonnene Ritual. Die Assigen stehen in den Startlöchern und werden gemeinsam den ekeligen Einzug zelebrieren. Rituale - so wichtig. Diesmal kenne ich übrigens genau eine im Dschungel. Eine Stimme, um präzise zu sein. Die des Haustiers von Willie und Kate. (Tanner! Nicht Windsor) Wo ich übrigens ebenfalls genau einen kannte, nämlich den Torhüter auf der Ersatzbank: beim Eröffnungsspiel der Handball-WM. Wann genau bin ich eigentlich so aus der Zeit gefallen? Auf der Höhe der Zeit hingegen wie immer:

Die Statistik: 

Frommer Wunsch der Woche: Einmal Langeweile! Das wär's ....
 (©Ethniesoph auf Twitter) 
Stoßseufzer der Woche: Draußen wird geknallt. Wie lange 
hab ich geschlafen? (©KTackiaufTwitter) 
Dank der Woche: ging an alle, die viel Geld für's Feuerwerk ausgegeben haben. 
Wir haben uns sehr gefreut (©SimiSchalke auf Twitter) 
Prognose der Woche: Man sollte sein Geld in Steuern anlegen. Die steigen immer.
 (©Monty, Earl of Grey auf Twitter) 
Plan der Woche: Eigentlich wollte ich mein Leben lang im
 KliKlaKlawitterbus mitfahren (©MeinolfsSchwester auf Twitter) 
Vernissage der Woche: 
©HerrSpieler7 

Allen ein schickes Wochenende.
Besucht keine Vernissage, die ich nicht auch besuchen würde.

(Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten) 
 

Sonntag, 30. Dezember 2018

Was vom Jahr so übrig blieb

Ist es zu fassen? Im Ernst? Schon wieder ein Jahresrückblick fällig? Irgendwo muss doch da ein Fehler in der Zeit-Matrix sein. Aber gut. Watt mutt, datt mutt. Auch wenn ich nur noch wenig blogge, manche Einträge schreibt man - nicht nur, aber auch - für sich selbst. Also: jedes Jahr diesselbe Frage: Was wird es sein, wenn wir dieses Jahr erinnern?*

Die Hitze 

Globalgalaktisch gesehen werden wir wohl alle dieses Jahr wegen einer Sache erinnern. Eine Sache, die man wohl mit Fug und Recht schon Naturphänomen nennen darf. In bewusster Verdrängung der Befürchtung, dass es bereits mehr als ein Phänomen ist, sondern dem Klimawandel geschuldet. Wir hoffen auf die Alten unter uns, die meinen, so etwas habe es schon immer gegeben. Richtich: 2018 war heiß. So richtig, richtig richtig scheißenheiß. Und trocken. So trocken, dass man mit nochmal Fug und Recht von Dürre sprechen kann. Flüsse, Seen, Meere legten so manches Geheimnis offen. Es war  erschreckend. Unser Leben, unser Alltag ist nicht im Geringsten darauf eingerichtet, mit so einem Wetter zu leben. Es ist so schon alles stressig genug. Dies über Wochen bei 40 Grad durchzustehen - mehr als eine Herausforderung. Gut, wenn man da liebe Freunde mit Pool und angeschlossener Mädels-WG hat, die jederzeit gerne Asyl an ihren Gestaden bieten. Mir, dem Gatten und mehr als einmal in diesem Jahr auch unserem Anhang. Waren tolle Stunden bei Euch, Drachentöter und Engelchen. Von diesen Erhitzungen mal abgesehen, gab es rund um unser Palais und angeschlossenen Außenstellen ebenfalls noch genug, was das Blut in Wallung brachte. Um wenigstens chronistisch Ordnung ins Chaos zu bringen, der private Rückblick nach Themen:

Die Männer:

Der Ruhebewahrer bewahrt noch immer die Ruhe. Trotz allen Stresses, aller Inanspruchnahmen, aller Stau-ungen. Aber auch ihm fehlt eigentlich genau das: Ruhe. Wird genommen, wann immer wir diese finden können. Was wiederum zu dem führt, was noch so fehlt: Zeit. Zeit für Zweisamkeit, Zeit für Freunde und andere Unternehmungen. Mit all dem, was wir dieses Jahr nicht geschafft haben, könnte man alleine einen Post locker füllen.
Der Jüngste hat ein aufregendes Jahr hinter sich. Mit glücklichem Ausgang. Begonnen hatte er 2018 noch als eifriges Mitglied der Generation Praktikum und toeffelte sich dann mutig durch bis zu einer Zusage von Erasmus seiner hochgelisteten Uni in Rotterdam. Nach der Zusage war vor dem Start und es hieß Grundlagen schaffen. Monetärer Art. Er tat dies auf die in diesem Fall sprichwörtliche harte Tour und schaffte sich durch viele heiße, harte Tage als Wasserträger und Bierkutscher. Dafür echt Respekt. Ebenso dafür, wie gut und erfolgreich er sich im für uns zugegeben nicht ganz so fremden Land eingelebt und eingearbeitet hat.
Der magistrierte Jurist hat sich ebenfalls formidabel ins Arbeitsleben eingefunden, erste Jahreshauptversammlungen mit Argusaugen bewacht, Brexitanien vor Ort beraten und schickt sich nunmehr an, neben all diesem zu promovieren. Ein Doktor in der Familie. Coming soon. (Und bevor jemand fragt: Von mir hat er datt nich.) Im Moment genießt er Dolce Vita. Hat er sich verdient. Aber sowas von.     

Ich: Könnte ich bitte den Mantel des Schweigens nochmal sehen? Es hätte eigentlich ein Jahr sein können, in dem zumindest mein kleines Leben unaufgeregt vor sich hin hätte plätschern können. Diverse Inanspruchnahmen, an die man ja mittlerweile gottergeben gewöhnt ist, bereits eingerechnet. Aber wie so oft, lag der Fehler im eigentlich. Mir riss nicht nur öfter der Geduldsfaden, sondern leider auch der Glaskörper im Auge. Brachte eine Menge Sorgen, Nebenwirkungen, Begleiterscheinungen und trotz fehlendem klaren Blick eine Menge Erkenntnisse. Über Fürsorge, Wahrnehmung, Anteilnahme. Wie das eben immer so ist, wenn was ist. Was bleibt, ist - ja zugegeben mal wieder - der gute Vorsatz: Mich selber mehr um mich kümmern und mehr und besser auf mich selber hören. Wenn ich finde, das etwas nicht gut ist, ist es nicht gut. Egal, was andere meinen, denken, sagen. Gilt nicht nur für das, was nicht gut ist, sondern auch für das, was gut ist. Bpunkt.

Der Blog: 

Litt und leidet unter Reglementierungen aka DSVGO. Lange ging gar nichts, viel geht immer noch nicht. Was natürlich einige Monate lang auch am oben erwähnte Riss lag. Ich blogge, wenn ich Zeit UND Lust habe, Mitarbeit an anderen Portalen liegt brach. Wenn schon Zeit, Lust und Möglichkeit, dann nur noch hier. Für mich. Guter Vorsatz und so.

Die Freunde: 

Kamen zu kurz. So schlicht, so schade. Drachentöters sahen wir immerhin einige Male, größere Kolumbiniaden schafften wir aber auch nicht. Hitze, Durchblick, Zeit - irgendwas war immer. Die Wahlfamilie sahen wir in diesem Jahr so selten wie selten. Aber wenn, war es schön. Auch für die zwangsverpflichteten besseren Hälften des Nachwuchs. Immerhin haben wir so einige Termine für's nächste Jahr fest eingebucht. Mit Trixelinchen und dem Mann, der nie schreibt, erlebten wir leckere italienische Momente, glühende Marktbesuche und ein ganz tolles Konzert in einer ganz tollen Location. ( Gregor Meyle im Amphitheater Dinslaken. Ein echtes Highlight in der für mich nicht einfachen Zeit ) Der Stammtisch schwächelte ebenfalls, wir hatten es schon mal regelmäßiger. Aber immerhin schafften wir ein Wochenende. In der Eifel. War heiß, aber schön. Auch wenn keiner von da uns da tot übern Zaun hängen will.

Kultur: 

Fand zugegeben hauptsächlich gestreamt statt. Gründe siehe oben. Theater schafften wir genau einmal, in Frau Jahnkes Ebertbad. Empfehlenswert wie immer. Kino kein Mal. Kabarett ebenso Fehlanzeige. Aber wir waren auf einigen Konzerten. Zu den meisten gingen wir ohne große Erwartungen und wurden durchgehend positiv überrascht. Restlos begeistert war ich von den Chainsmokers live, sehr angetan von Gregor Meyle und sehr berührt von Wingenfelder im Jovel. Die Hosen beehrten wir im Essener Stadion in großer gröhlender Runde und sogar bei BAP war ich dieses Jahr wieder. Wie immer mit dem Zusatz: Das war wahrscheinlich das letzte Mal jetzt für uns. Bis wir es das nächste Mal sagen. 

Die Reisen: 

brachten wieder die tragendsten Erinnerungen. Und sprachen durchgehend holländisch. Weiter weg haben wir uns aus Ruhebedürftigkeits-Gründen und anderen Unwägbarkeiten nicht getraut. Auch die dänische Therapie - ein Satz mit X . Wie gesagt: Dinge, die dieses Jahr nicht stattfanden. Im frühen Frühjahr gab es eine sehr wohltuende Auszeit bei Buddhas in Apeldoorn, im späten Frühjahr die bereits erwähnte Eifel und einen nicht nur wettertechnisch sensationellen Nordsee-Urlaub, der uns etliche der eigentlich an der Nordsee seltenen bis spätabends-in- Badeklamotten-am-Strand-Tage brachte. Kraft und viele viele Glücksmomente erlebten wir wieder auf dem Wasser. Im Frühjahr schipperte uns Jopie zum teils sehr nassen Saisonauftakt über die Kanäle, die Mistral im September brachte uns bei meist großartigem Wetter über die Elf-Brunnen-Tour wieder bis ans Meer. Und in Rotterdam waren wir. Natürlich. Stadt des Jahres. Ich sogar alle-guten-Dinge-sind-drei-mal, im August waren wir alle vier dort, den Auswanderer umziehen und jetzt gerade nochmal zum Luftholen. Und Steak essen. Und Brücken gucken. Unter denen hoffentlich keiner von uns landet im nächsten Jahr. Sorry, kleiner Insider. Manche Witze macht man eben ganz für sich alleine. 

Für mich und für Euch jetzt die Statistik des Jahres:

Die Bilder des Jahres: 

Satz des Jahres: Durchblick wird überbewertet
Dank des Jahres: Geht an die, die auch in diesem Jahr wieder da waren. Sich mit gesorgt,
 mit gekümmert, mit gelitten und auch mal einen Arschtritt verteilt haben. 
Wer sich angesprochen fühlt, ist es auch.
Trost des Jahres: Dreck, den man nicht sieht, muss man nicht putzen
Accessoire des Jahres: das Kühl-Pad
Serien des Jahres: This is us ( für mich alleine) und 
die Brücke Staffel 4 (gemeinsam mit dem Gatten -
ta(c)k Saga Noren, ich bin immer noch dafür, ein Boot nach Dir zu benennen)
Konzert des Jahres: ganz schwer. Aber ich entscheide mich für die Kettenraucher 
=> The Chainsmokers in Düsseldorf
Song des Jahres: Mistakes I've made von Eelke Kleijn
Buch des Jahres: Gone Girl von Gillian Flynn** 
Abschied des Jahres: Schicht im Schacht. Der Bergbau ist endgültig Geschichte
Hashtag des Jahres: #LichtbeiderNacht
Soap-Opera des Jahres: Gerd, das Transgender-Huhn in der Mädels-WG 
Party des Jahres: Wer hat die Bratpfanne in den Garten gestellt? 
Stoßseufzer des Jahres: Einmal mit Profis....
Zusammenfassung des Jahres: Let op drempels

Allen ein wirklich schickes 2019 gewünscht, einen guten Rutsch und
fallt über keine Drempels, über die ich nicht auch fallen würde.

*Jedes Jahr diesselbe Anmerkung: Ja, die Formulierung ist so gewollt und nein, es ist kein Grammatikfehler. Fragt den Duden. AusGründen immer weiter um sich greifender Klugscheisserei wird diese Anmerkung im übrigen von Jahr zu Jahr wichtiger.
**Eigentlich keins. Der Riss riss auch hier eine Lücke und noch immer lese ich ausschließlich über den Kindle. Das erwähnte, auch schon ältere ist das einzige, welches mir nachhaltiger in Erinnerung blieb
Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. Bittedanke