Freitag, 16. August 2019

T.G.i.F. - von gefütterten Schweinen und gegrillten Barschen

Tach auch Liebeleins. Ein bootloses Wochenende liegt vor uns. Aber immer noch besser als brotlos.
(Ja, ich weiß, 2 Euro ins Kalauerschwein. Tschulligung ). Aber nächste Woche geht es richtig los. Dann ist endlich, endlich Urlaub. Urlaub auf dem eigenen Kiel. Wir können es immer noch kaum fassen. Und immerhin hab ich so Zeit, das Logbuch der Aquamarijn fort zu schreiben. Wenn unsere diverse Wochenend-Vergnügungs-und-Erledigungstermine es zulassen.

Aber vorher wenigstens eine kurze Fortschreibung der TGiF-Chronik. Schließlich geht das Leben auch im Heimathafen weiter. Wenn auch mühsam. Die Temperaturen haben abgekühlt, aber dank immer noch kaputter Klimaanlage, die bei uns im Büro nicht nur die Aufgabe der Kühlung, sondern auch mangels richtiger Fenster die Aufgabe der Lüftung hat, ist es immer noch grenzwertig und deutlich anstrengender als normal. Dazu kommt die Hitze, die immer noch da ist, aber nur in Wellen kommt. Ich sach Euch....

Deutlich leichter schweben da derzeit die Männer durch's Leben. Den Ruhebewahrer trägt bei allem Stress die Bootsbesitzer-Wolke, von der er beschlossen hat, dass er da nie nie wieder runterkommt und ihm kann nichts was anhaben. Fein. Der Rheinländer doktoriert immer noch vor sich hin und hat dazu seinen beruflichen Schwerpunkt für ein Jahr in die Kölner Bucht verlegt. Der eine erweitert seinen Horizont so, der andere so. Horizont-Erweiterung der ganz anderen Art betreibt derzeit der Rotterdamer, der mit einer Gruppe Unerschrockener zum Zelten in freier Wildnis mit ohne alles in Litauen unterwegs ist. Das wenige, was man hört - da man keinen Strom hat, wird das Handy nur einmal am Tag für 5 Minuten eingeschaltet - klingt hart begeistert. Gestern tanzte man um's Lagerfeuer, um einen selbst geangelten Riesen-Barsch zu grillen. Ich bin gespannt, was er alles berichtet, wenn er wieder da ist. Ich finde es jedenfalls eine sehr gelungene Aktion.

Ist doch immer wieder fein, wenn man liest, wie die Jugend zurück zur Natur will. Und das ganz ohne ausgeklügelte steuernde PR-Maschinerie. Wie im Fall der streikenden, derzeit segelnden schwedischen Schülerin. Was derzeit so langsam, aber sicher an's Licht der Öffentlichkeit kommt. War eigentlich klar oder? So eine Masse erreicht man heutzutage nicht mehr alleine mit einem Pappschild. Dumm nur, dass sie es mit diesem Segeltörn gerade übertrieben haben. Diese Aktion ist an so vielen Enden schräg, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Prinzipiell finde ich das alles gar nicht so schlimm. Aber - hätte man von vornherein gesagt, hier Leute, wir starten jetzt mal eine Bewegung, die klar macht, dass man mit Klimaschutz auch eine Menge Geld verdienen kann - dann hätte das alles vielleicht die Leute erreicht, die wirklich was bewegen können. So wie es jetzt ist, hat es nur eine Menge idealistischer junger Leute erreicht, die sich in gar nicht so weit entfernter Zukunft desillusioniert abwenden und weiter gedankenlos seltene Erden verbrauchen werden, damit diesmal der Frust auf den immer neuesten Geräten in die Welt hinaus geblasen werden kann.

Solange diese Verarsche anhält, solange E-Scooter, auf denen man jeder, der gerade eben einen Lenker gerade halten kann, sich einfach nur stellen muss, der neueste heiße Scheiß sind, solange E-Bike-Fahrer sich Unsportlichkeit von Autofahrern vorhalten lassen müssen - solange ist das alles zum Scheitern verurteilt. So. Feddich. Mit ausgekotzt.

War sonst noch was? Nee, außer dass das orangefarbene Ganzkörper-Doppelkinn derzeit plant, Grönland zu kaufen und man sich immer öfter beim Lesen der morgendlichen News fragt: wie lange hab ich bitte geschlafen, dass schon wieder der 1. April ist? Nee, sonst war nichts. Kümmern wir uns einfach wieder um unsere eigene kleine Welt und machen diese ein klein wenig besser. Wenn das jeder täte - wären wir schon durch mit dem Thema. Und ja - ich weiß. Diesmal 2 Euro ins Binsenweisheits-Schwein.

Bild der Woche: 

Streublumenwiese - zuhause ist auch schön

Woanders ist nicht scheiße, aber zuhause ist auch ganz schön. 
(Foto entstanden auf dem Heimweg vom Büro. Mit dem E-Bike. ) 

Allen ein schickes Wochenende 
Füttert kein Schwein, welches ich nicht auch füttern würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Statistik entfällt mangels zitierfähiger Masse. Und - wegen des dringenden Wunsches, jetzt zum Logbuch rüber zu switchen und nicht noch ne Std. an einer Statistik zu basteln. Ich verweise auf meine Re-Tweets.    

     

Freitag, 26. Juli 2019

T.G.i.F. - ohne Schleudertrauma

Tach auch Liebeleins. So ganz wirklich Zeit habe ich nicht für's TGiF. Aber - ich brauche dringend eine Ausrede, warum ich ganz unbedingt eine Stunde einfach nur sitzen muss. Was wäre da perfekter als sich mit Euch in unsere kuschelige Freitagsrunde zurückzuziehen.

Wobei - Kuscheln ist ja auch gerade nicht das Ding der Stunde. Früher waren die Nächte anders heiß. Derzeit liegt man da nur wie ein gestrandeter Wal und horcht auf einen möglichen Luftzug. Der nicht kommt. Woher auch. Trotzdem - für die Statistik: ICH habe noch keinen Hitze-Jammer-Tweet abgesetzt. Dabei dürfte ich. Wissta Bescheid, ne.

Aber mal wertneutral: Es geht hart an meine Belastungsgrenze. Im Büro hat die schon ewig röchelnde Klimaanlage während der erste Hitzewoche neulich beschlossen, dass 15 Jahre ein ehrenwertes Alter ist und man sich nun in die ewigen Klimaanlagen-Jagdgründe verabschieden darf. Ersatz ist mittlerweile genehmigt, aber - find mal einen, der Dir so einen Riesenteil jetzt neu aufstellt. Es wird wohl ein Weihnachtsgeschenk werden. 32,5 Grad hatten wir am Mittwoch im Büro, Glaskasten galore. Als noch härter empfand ich den Heimweg mit de Fiets. Trotz voller Akku-Dröhnung war es anstrengend und am unangenehmsten, ja fast schon erschreckend war das Gefühl des Fahrtwindes. Man konnte förmlich spüren, wie die Haut verbrannte. Sehr sehr ungeil. Immerhin zahlt sich diese Woche mein Hausfrauen-Wahn der letzten Woche aus. Nun reicht es echt, einfach die Illusion von Sauberkeit zu erzeugen, wie es mir das Engelchen zur Nachahmung empfahl. Heute abend wird es besser. Zumindest für uns. Die Aquamarijn wartet.

Dennoch waren wir gestern abend unverzagt aktiv. Meine fast SilberfreundschaftsFreundin und ich. Die Freundin hat in den letzten Jahren einen sehr liebevollen Blog aufgebaut und bekam für Herzstück-online.de eine plus eins Einladung in einen Waschsalon. Klar, dass ich die Freundin da nicht alleine hingehen lassen konnte - nicht, dass sie mir mit einem Schleudertrauma nach Hause kommt. Es war auch nicht irgendein Waschsalon, nein. Es ist das auch Lesern dieses Blogs bekannte GOP-Varieté in Essen, welches derzeit einen Waschsalon der anderen, verrückteren Art beherbergt. Trotz Mega Hitze friemelten wir uns irgendwie ein gesellschaftlich akzeptables Outfit zurecht und mischten uns unter die Influenzia des Ruhrpotts. Um natürlich als erstes Twitterfreunde zu treffen, die ich schon seit Anbeginn der Twitterzeiten kenne. Immer wieder schön, wenn man auch mal in Natura anstossen kann. Die Rede ist übrigens von Danny und Gerlinde von Wahlheimat.Ruhr .

Waschsalon im GOP Essen, Besetzung

Waschsalon im GOP Programmpunkte



Waschsalon im GOP Bloggerevent

Es war eine nette Runde, die sich zusammengefunden hatte im tatsächlich auch bei dieser Rekordhitze ausverkauften GOP. Es war wie immer dort: Lohnenswert ohne wenn und aber. Tolle artistische Darbietungen, kurzweilige Show und - selten im GOP - eine tolle Sängerin, welche die Show live begleitete. Der Waschsalon schleudert noch bis September - es lohnt sich ! Selten so kurzweilig die Wäsche bewältigt.

Welche mittlerweile nun auch bei mir sein mahnendes Piepen ertönen lässt. Von daher entlasse ich Euch in den tropischen Nachmittag und sage:

Allen ein schickes Wochenende gewünscht.
Wascht keine Wäsche, die ich nicht auch waschen würde.

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage. 

Darüberhinaus gilt für diesen Post tatsächlich: Hashtag #Werbung unbezahlt und - in meinem Fall auch unaufgefordert. Aber wenn das Plus eins schon eine nennenswerte Twitteria und einen feinen Blog ihr eigen nennt, kann man da ja durchaus mit influenzieren. Also: Der gestrige Abend war sponsered bei GOP Varieté Theater Essen. Mit bestem Dank. Es war toll.  Fotos waren in unserem Fall im übrigen ausdrücklich gestattet. Diese hier sind von mir. Sieht man, ich weiß. Instragrammable müsste ich noch üben. 

Sonntag, 21. Juli 2019

Hut ab

Der eigentliche Siebenschläfertag. Er bleibt ein historischer Tag. Immer wieder für einen Blogeintrag gut. Egal, ob man zehn wird oder fünf mal zehn plus x.  Irgendwas ist immer. Diesmal war es aber kein schnödes Ball über oder in ein Netz ballern, diesmal war es MIT Ball. Ein  großer Tag für unseren Großen. DAS nehmen wir gerne, sehr gerne sogar. Selten so elegant und in so allerliebster Runde in diesen Tag geballertwalzert.

Der Jurist und seine Beste sind durch. Mit ihrer akademischen Laufbahn. Vorerst. (So sie sich denn nicht berufen lassen, was nicht zu erwarten steht) Dem Friedrich Wilhelm seine renommierte und seit neuestem auch offiziell exzellente rheinische Akademikerschmiede verabschiedete seine Nachwuchshoffnungen. Und weil man ja im Rheinischen ist und dort bekanntlich sehr gerne und sehr schweifig gefeiert wird, gibt man sich nicht mit einem schnöden Händedruck und einem "hier, nimm Deine Urkunde" zufrieden.

Nein, in der ehemaligen Bundeshauptstadt ist das eine 24 Stunden Veranstaltung. Zunächst gönnt man sich den kompletten Dome der ehemaligen staatlichen Telekommunikationsbehörde, beordert sämtliche Graduierte und deren zahlreichen Anhang zu nachtschlafender Stunde dorthin, lässt alsdann sämtliche Fakultäten in vollem Ornat aufmarschieren und belobigen. Ein Extra Punkt von mir an die medizinische Fakultät, die tatsächlich zu Highway to hell einzog. Es interpretiere jeder frei für sich selbst.

Danach gab es dann die Urkunden, der Bommel auf dem Hut wurde feierlich von rechts nach links  gezogen. Fotos über Fotos wurden gemacht, mal mehr, mal weniger professionell. Der Höhepunkt: Das Hüte werfen. So, wie man es eigentlich nur aus entsprechenden Ami-Filmen kennt. Für mich - ich gebe das frei heraus zu - eine mir ganz fremde Welt. Aber auch irgendwie irgendwas zwischen rührend und cool. Und schön. Schön auf jeden Fall. Hunderte strahlende Absolventen-Gesichter, ein sehr stolzer Uni-Rektor, zum Bonn Lied groovende  Professoren, ja doch, es war ein schöner Moment. Und man muss ja auch sagen: Sie haben es verdient, gefeiert zu werden und sich feiern zu lassen. Ich weiß es ja nur von unseren, wie hart zum Teil die Zeit war. Von daher: Alles richtig so. Wenn auch rheinisch speziell. Man muss auch jönne könne.


Gekrönt wurde das Ganze vom abendlichen Universitätsball im Ballsaal des Bonner Maritim-Hotels. Angrenzende Räumlichkeiten wurden dazu genommen und zum Casino, zur Diskothek und zur Bar umfunktioniert. Ziemlich schick, die ganze Veranstaltung. So wie wir auch. In kompletter Patchworkstärke inclusive meines Herrn Papa waren wir dort und genossen diesen Abend fern ab unserer normalen Erlebenswelt.

Fazit by the way: Wenn ich uns alle an diesem Tag und Abend so vor uns sehe - wir haben doch sehr viel richtig gemacht im letzten Vierteljahrhundert. Es war nicht so, wie ich mir das vor 25 Jahren vorgestellt habe, es war nicht immer leicht - aber wir haben es nicht schwerer gemacht, als es war. Und darauf können wir alle, wie wir da waren an diesem Abend stolz sein, sehr stolz.
Genau wie auf unsere Graduierten und den, der ihnen noch folgen wird. Wenn auch eher niederländisch pragmatisch.

Ein fettes Danke an den Herrn Juristen und seine Beste, die sich für diesen Abend und das abschließende Geburtstagsfrühstück nicht haben lumpen lassen. Danke, dass Ihr uns habt teilhaben lassen.

Freitag, 19. Juli 2019

T.G.i.F. - Luxusprobleme im Heimathafen

Tach auch Liebeleins. Kurzer Zwischenruf, soviel Zeit muss sein. Sowenig Zeit ist. Luxusprobleme aus der Kategorie Kein schlimmer Leid, als was der Mensch sich selbst andeit. Wie unser Omma imma sachte.

Ich ahnte es. Ich schrieb es ganz groß in die Contra-Spalte unserer Pro-und Contra Boot-Liste. Zeit, die schon vorher nie im Überfluss da war, ist nun noch kostbarer und muss noch engmaschiger gestrickt werden. Ständig das Wochenende in Narnia zu verbringen - wo es auch (noch) nicht ohne Arbeit abgeht - heißt eben auch, dass die Arbeit im heimischen Panama an noch weniger Tagen als sonst erledigt werden muss. Da bleibt wenig bis kaum Zeit für das, was man sonst noch so gerne tut. Bloggen? Vor sich hin schreiben? Lesen? Serien gucken? Stellt Euch das Emoji vor, welches "Pfft" sagt.

Versteht mich nicht falsch, nicht ohne Grund ist das hier mit Luxusprobleme überschrieben. Ich jammere nicht, ich stelle lediglich fest. Und schreibe es auf, um zu konstatieren und vielleicht eine sinnvolle Art zu finden, anders zu strukturieren. Oder um mir selbst die Erlaubnis zu geben, einfach auch mal was liegen zu lassen. Oder hat irgendjemand schon mal Wollmäuse quieken gehört "jetzt mach mich endlich weg, sonst...." Ja, sonst was? Nichts. Genau. Vielleicht mal ein bißchen die Regeln lockern im



Dazu kommt: Dieser Sommer ist der Sommer der großen Feste. Die die anderen Wochenenden belegen, die wir nicht in Narnia sind. Luxusprobleme, sagte ich das schon? Pfingsten stand im Zeichen der 80 bei Schwiegis, es war eine zwischen denk- und merkwürdig mäandernde Veranstaltung. Dies Wochenende feiern wir die letzte 5 in unserer Generation bei der designierten Bootstäuferin, watt mutt, datt mutt. Dazwischen gab es eine ganz große Feier in der ehemaligen Bundeshauptstadt, Hüte wurden geworfen, akademische Grade begossen und betanzt. Weil das so special war, gibbet dazu demnächst einen eigenen Eintrag. Coming soon.

Brachte kommoderweise mit sich, dass ich selten so elegant in meinen eigenen Geburtstag gewalzert bin. ( Und die Bestätigung, dass der eigentliche Siebenschläfertag ein so historisches Datum war, ist und immer sein wird. Irgendwas ist da echt immer.) Elegant und im Kreise der Allerliebsten. Geht doch auch so. Zumal der Jurist und seine Beste wirklich ein ganz formidables Geburtstagsfrühstück ausgerichtet haben. Inclusive zweier Geburtstagskuchen. Zweier sehr leckerer Geburtstagskuchen.
An dieser Stelle auch meinen heißen Dank an alle, die an diesem Tag an mich gedacht haben. Ich war sehr gerührt und teils auch echt geschüttelt. Die Geschenke sind auch zum großen Teil schon in Narnia und versüßen uns dort das sowieso schon süße Bootsleben. Das allererstaunlichste Geschenk ist aber noch in der Vitrine. Ich bringe es noch nicht über mich, es in mein Alltagsleben zu integrieren. Aber es ist bereits eingeweiht, beste Trixe ever. Dass Du das aufgetrieben hast ! Bin ich nach all den Jahren des Suchens immer noch nicht drüber weg. Kuß-Emoji !

 War sonst noch was? Semesterferien sind. Auch im Großvaterland. Mit anderen Worten: Wir sind wieder eine DreierWG für zwei Monate. Macht aber durchaus die Luxusprobleme kleiner, das muss man ja auch mal lobend erwähnen. Schön, wenn noch einer Rasen mähen, wässern und einkaufen kann. Und bestimmt noch so einiges andere. Mir wird da was einfallen, ich bin zuversichtlich.

Allen ein schickes Wochenende
Wälzt keine Luxusprobleme, die ich nicht auch wälzen würde.

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Und nein - für Statistik ist keine Zeit. Luxusprobleme.... 
  

   

Freitag, 28. Juni 2019

T.G.i.F. - wenn nicht jetzt, dann vielleicht nie

Tach auch Liebeleins. Ein kurzes Lebenszeichen auch hier. Bevor ich mich dem Blog widme, der mir derzeit mehr am Herzen liegt, dem noch umzubennenden Logbuch. Geht's Euch allen gut? Noch keiner geschmolzen? Auch hinter uns liegen hitzige Wochen. Nicht nur wegen des Wetters. Denn - irgendwo in den Niederlanden haben wir die Türen zu Narnia geöffnet und dort liegt jetzt ein Boot, welches schreit: Komm schnell wieder her, ich kühl Dich ab.

Nicht irgendein Boot, sondern unser Boot. Unser. Echt. Wir haben es getan. Wir haben all unser Geld und unseren Mut zusammengenommen und es getan. Uns unseren großen Traum erfüllt. Jetzt schon. Und nicht erst in ein paar Jahren, wie ursprünglich geplant. Wie alles kam, erzähl ich noch im Logbuch. Es lässt sich aber zusammenfassen unter: Wenn nicht jetzt, dann vielleicht nie. Zum einen kam plötzlich und unerwartet genau UNSER Boot vorbei geschwommen und sagte: Hier bin ich. DIE Gelegenheit. Zum anderen passierte im Vorfeld einiges, was uns und vor allem mich zum Umdenken in "Warum nicht jetzt schon" bewog.

Es begann damit, dass wir im März eine liebe langjährige Kollegin zu Grabe trugen, die nur wenige Jahre älter war als ich. Von da an erreichten mich aus meinem erweiterten Umfeld etliche schlechte Nachrichten. Ich könnte Euch an dieser Stelle einige wirklich erschreckende, sehr nachdenklich machende Geschichten erzählen. Die für mich nachhallendste ist die einer tollen Frau, die ich lange begleitete, die ähnliches plante wie wir, nun kurz vor der Vollendung stand und dann mit "Krebs ist ein Arschloch" ausgebremst wurde. Mehr erzähle ich nicht, ich wollte erst, aber ich hab den Absatz wieder gelöscht. Es sind nicht meine Geschichten, mir steht es nicht zu, sie zu erzählen. Nur so viel: Es lässt sich unter der zynischen Floskel "Die Einschläge kommen näher" zusammenfassen. 

Zurück zur Konsequenz, die wir letztlich gezogen haben: Ostersonntag kam der Schwager mit einer Anzeige um die Ecke, die er beim örtlichen Yachtmakler entdeckt hatte. Sein persönliches Easter-Egg für uns. Von da an kam der Stein ins Rollen bzw. das Boot ins Schwimmen. Ich werde noch ausführlich das Logbuch dazu befüllen. Aber - wir haben es getan. Einfach so. Weil wir es können. Weil wir auch jetzt schon was davon haben. Weil wir auf die Frage "Worauf genau wollen wir warten?" keine Antwort haben. Weil es uns unglaublich glücklich macht.


Die Aquamarijn - unser Boot
Unser Boot - die Aquamarijn 

Ich habe sehr viel nachgedacht in den letzten Wochen. Über mein Alter, über das Alter, über das Leben, über das, was wir haben und was wir wollen. Ich drehte und wendete, atmete tief durch und dachte letztendlich: Komm. Ab dafür. Spring los. Über Deinen Schatten. Einfach machen.

Satz der letzten Wochen: Wenn nicht jetzt, dann vielleicht nie.

Allen ein schickes Wochenende.
Macht nicht, was ich nicht auch tun würde.
Aber dafür einfach das, was Euch glücklich macht. 

Diesen Eintrag widme ich Ute. Die mich jederzeit energisch in unserem Vorhaben bestärkt hätte. Wir sprechen von Dir, wir erinnern uns an Dich und die vielen schönen Stunden, die wir hatten. Auch an das, was wir zusammen durchgestanden haben. Daran, wie wir immer zusammen gehalten haben. Du warst eine der Guten. Ruhe in Frieden.