Freitag, 18. August 2017

T.G.i.F. - Hundstage

Tach auch Liebeleins. Wer hätte das gedacht? Heute kriege ich es trotz allem geregelt,  ein TGiF in die Tasten zu kloppen. Wenn auch kein episches. Iss klar. Wir sind nämlich auf den Hund gekommen. Leider nur auf den Ferienhund. Dafür dann gleich zwei seit heute. Unsere Freunde könnten sich auch mal besser absprechen bei der Urlaubsplanung..... 


Hundstage 


Seit dem letzten Wochenende ist ein kleiner, wilder Beagle bei uns, er hört auf den schönen Namen Snooker und wird in der Hauptsache vom Kind betreut. Und abendlich vom Ruhebewahrer bespaßt. Neueste Performance: Snooker im Dark-Room. Das zugehörige Video kann ich Euch leider nicht zeigen, hier ist ja FSK 18.... Aber ich muss sagen: Dafür, dass Beagle so schwierige Haustiere sind, weil sie von Haus aus Jagd- und Meutehunde sind, hat das ganz prima geklappt. Wenn ich großmütig darüber wegsehe, dass der gute Snooki seinen mitgebrachten durchaus schönen Korb verschmäht und lieber mein Hollywood-Equipment besetzt hält.

Snooker



Familienzusammenführung


Seit heute morgen dann ist dann die alte Dame Luna da, den meisten hier ja schon bekannt. Ich befürchtete vorher Arges, wegens weil zwei sich unbekannte Hunde, der eine uralt, der andere wild und jung, aber - nein. Klappt prima. Erst wurde sich skeptisch beäugt, dann beschnuppert, dann einträchtig gegen den gemeinsamen Feind, die fortwährend diese Woche nervende Firma Immergrün, angebellt ( gut so, Jungs, gebt alles, wuff, wuff, wuff ), dann einträchtig zusammen gefuttert und nun liegt man jeweils in seiner eigenen Ecke und pennt. Der junge Wilde bleibt auf dem rosa Kuschelkissen, der uralten Oma gebührt die coole Totenkopf-Decke, die sie liebt. Ich hoffe, es bleibt auch so und alles geht weiter gut. Meine größte Sorge ist, dass die alte Frau bei mir ihre Augen zumacht. Sie ist schon 14 gesegnete Hundejahre alt, das sind in Menschenjahren 98! In Worten: Fast hundert! Und gerade große Hunde werden ja seltenst so alt. Allerdings ist sie mit meinen und den Jungs meiner Freundin aufgewachsen, das härtet wohl ab für die Ewigkeit.  Witzigerweise finden wir alle übrigens heute zum ersten Mal, dass sie wirklich ein großer Hund ist. So im Vergleich zum Beagle. Hat ja auch nur 14 Jahre gedauert, bis uns das aufgefallen ist. 


Wandertage 


War sonst noch was im Whisteria Lane Kosmos? Ein bißchen. Der berühmt berüchtigte Stammtisch hatte Wandertag. Eigentlich wollten wir ja in Gelsenkirchen rum-ZOOM-en und von Kontinent zu Kontinent wandern, aber der Wettergott war nicht bei uns Sind wir halt indoor gewandert, einmal rund um die Erde. Im Gasometer Oberhausen. Die aktuelle Ausstellung - Wunder der Natur - betitelt, ist wirklich so toll wie alle immer sagen. Wer noch nicht da war - nix wie hin. Bis November kann man noch einmal rund um die Erde gehen. Oder sich wie meine Nachbarin ( siehe Bild ) einfach davor schieben. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Ausstellung schon zweimal verlängert wurde.   

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Hafenkneipe 

Am Wochenende davor waren der Ruhebewahrer und ich alleine weg. Zum Vater (Rhein). Wetter war so ging so, aber wir haben die Zeit genutzt und uns ein bißchen was im Veluwe-Hinterland angesehen, was wir noch nicht kannten und was für uns mal interessant werden könnte. Aber es waren immerhin genug Sonnenstunden, um ergiebig Fahrrad zu fahren und die hauseigene Hafenkneipe zu frequentieren.


Nun denn: An dieser Stelle kommt immer die Statistik. Doch der Fehler liegt nicht nur im eigentlich. Denn eigentlich hatte ich die Statistik gestern schon in Teilen zusammengetragen und es wäre kein großer Aufwand gewesen, sie jetzt zu layouten. Doch ganz uneigentlich will ich das gerade nicht mit hier rein nehmen. Die Statistik ist ja immer ein bunter Strauß mit Themen von allet und es passt heute nicht. Aus Gründen des Respekts. Es waren doch so einige dabei, die angesichts aktueller Ereignisse zu bitter wirken. Aus Gründen bin ich heute im TGiF rein privat geblieben und aus diesen Gründen bleibt auch die Statistik im Nirvana. Einen einzigen Posten zeig ich Euch und zwar 


das Suchspiel der Woche: Finde den Hund 



Ich wünsche allen ein schickes und vor allem friedliches Wochenende 
Kommt auf keinen Hund, auf den ich nicht auch kommen würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Links gibbet heute eh nicht, Fottos vom Ruhebewahrer ( Erde), das allerliebste vom Indianerhäuptling Snooker in seinem Tipi vom Hundesitter-Kind unter Verrenkungen geknipst, der stümperhafte Rest von mir 




Donnerstag, 3. August 2017

Im Bürokratie-Wahnsinn

Eine Familie im Bürokratie-Wahnsinn  


Darf ich uns vorstellen? Wir sind eine vierköpfige Familie. Vater, Mutter, zwei Söhne, volljährig und im Studium. Der eine 23 und im Jura-Studium, der andere 20 und im BWL-Studium. Vater und Mutter arbeiten beide, denn sonst wäre es überhaupt nicht möglich, den Jungs ein Studium zu ermöglichen. So weit so gut. Betrachtet auch keiner als Opfer. Denn erstens: So war der Plan. Zweitens: Es ist aus vielerlei Gründen wichtig, auch als Mutter weiter arbeiten zu gehen. Aber das ist ein anderes Thema.

Was mich daran wahnsinnig macht und wütend noch dazu, sind die Risiken und Nebenwirkungen dieser Lebensform. Wir gehen also beide arbeiten, zahlen seit mehr als 30 Jahren fleißig und reichlich Steuern und Sozialabgaben, geben alle Erklärungen ab. Pünktlich und zuverlässig. Dauernd jedoch müssen wir weitere Unterlagen beibringen. Indirekt wird uns unterstellt, den Staat oder die Sozialkassen unrechtmäßig zu belasten. Uns. Die wir abgesehen vom Kindergeld noch nie einen Cent oder früher einen Pfennig staatlicher Unterstützung beantragt haben.

Beispiele für Bürokratie-Wahnsinn 


aus dem lustigen Kaleidoskop meiner unbezahlten Nebentätigkeit als Managerin unseres kleinen Familienunternehmens:  

gefangen im Chaos der Bürokratie

Kindergeldkasse 


Die Kindergeldkasse stellt die Zahlung für den 23jährigen ein. Die können wir neu beantragen, sollte er noch studieren. Mit aufwändigem Bürokraten-Formular-Aufwand selbstredend. Nicht, dass ich nicht freiwillig jedes Jahr die Studienbescheinigungen vorlege, um diesem zu entgehen. Eine Nachfrage hätte ich in  diesem Zusammenhang noch verstanden, aber auch schon überflüssig gefunden. Aber nein, da wird erstmal eingestellt und dann kann der blöde Bürger sehen, wie er an das kommt, was ihm zusteht. Gut, dass ich des Deutschen voll mächtig bin, sonst müsste ich noch einen Dolmetscher beauftragen. Den dann natürlich der Staat bezahlen würde. Äh nein, halt. In meinem Fall nicht. Ich arbeite ja. Da ist das ja mein Problem.

Krankenkasse 


Die Krankenkasse teilt mit, die Voraussetzungen für die Familien-Versicherung für den 23jährigen sind nicht mehr gegeben. Er wird ab dem so und so nicht mehr versichert sein. Diese Mitteilung kommt selbstredend mit einer angemessenen Frist von genau 2 Tagen. ( Tage, nicht Werktage, damit wir uns da richtig verstehen ) Sollten die Voraussetzungen doch weiter erfüllt sein ( siehe beiliegendes 4 seitiges Merkblatt, welches wir uns durchzulesen haben ) können wir die Fortführung der Versicherung neu beantragen. Gut, dass wir nicht in Urlaub waren und der 23jährige nicht ausgerechnet in der Schwebezeit krank wurde. (by the way: Der Jura-Student ist voll in der Regelstudienzeit, was bei Jura eher ungewöhnlich ist. Elogen über Freizeit-Studenten können sich geneigte Kommentatoren also sparen)

Familienversicherung 


Die Krankenkasse schickt weiter einen Fragebogen, jährliche Prüfung der Voraussetzungen für eine Familienversicherung. Frist: zu beantworten binnen zweier Woche, bis zum so und so. Nur doof, dass von den zwei Wochen schon eine drauf gegangen ist für den zentralen Postversand der Krankenkasse. Aber gut, dass wir nicht im Urlaub sind. Ganz blöd dabei, der 20jährige hat im letzten Jahr einige Wochen als Werksstudent gearbeitet. Zwar in einem Rahmen, der die Fortführung der Familienversicherung erfüllt, aber dennoch hat die Krankenkasse diese im letzten Jahr erstmal vorsorglich gekündigt. Wenn doch, dann könnten wir usw. Sie ahnen es schon und gut, dass wir nicht in Urlaub waren und in der Schwebezeit keiner krank wurde. (Schade, dass wir nicht über das Amt sozialversichert sind, dann hätten wir den Aufstand nicht) Die Korrespondenz bezüglich der Weiterversicherung während der Werksstudentenzeit erstreckt sich übrigens über 14 Seiten insgesamt. Ich habe gerade nachgezählt. Für die jährliche Prüfung muss ich das nämlich alles nochmal bestätigen und ausfüllen. Hoffen, dass es reicht und der Meldebescheinigung Glauben geschenkt wird und wir nicht noch den Werksstudenten-Arbeitgeber um eine Bescheinigung bitten müssen.

Finanzamt 


Das Finanzamt hat die Steuererklärung pünktlich bekommen, meldet sich 2 Monate später und verlangt Bestätigungen des Arbeitgebers über Dienstreisen. Da kann ja jeder kommen und das so angeben.

Was, wenn ich krank werde 


Dem gegenüber steht: Ich habe Rücken. Die Krankenkasse zahlt keine Massagen, kein Fango, keine Krankengymnastik. Vielleicht später mal, wenn ich einen Bandscheibenvorfall habe. Ich habe noch einen anderen unklaren Befund, muss zum Facharzt. Nächster freier Termin: 20 Oktober. Immerhin noch in diesem Jahr. Schade, dass ich noch arbeite. Sonst könnte ich sicher mal zur Kur. Wie soviele Rentner, von denen ich allwöchentlich höre. Aber gut, dass die Fipronil-Eier nicht gesundheitsschädlich sind und prima, dass sich das anderes mit einem Software-Update einfach so wegdieseln lässt.

Im Bürokratie-Wahnsinn: 


Was ich damit sagen will: Ich habe heute den ganzen Vormittag damit verbracht, die diversen Amtsschimmel zu besänftigen und morgen gönnen wir uns was. Da fahren wir nämlich an den Niederrhein. (So ich bis dahin alle Fragebögen ausgefüllt bekomme) Beim Papa nach dem Rechten schauen. Besser, wir machen das. Nicht, dass der noch in die Mühlen des Bürokratie-Wahnsinns gerät. Auch der sollte besser gesund bleiben, denn wenn nicht - das wird jede Vorstellungskraft sprengen. Ich begleite oft genug Horrorgeschichten dazu. Dann ist hier richtig Schluss mit lustich und Studium bezahlen können sowieso.

Kein TGiF 


Ihr ahnt es schon: Ein TGiF wird es diese Woche nicht geben. #ausgründen.
Befürchtung der Woche: Heute stehe ich noch am Rande des Wahnsinns. Schon morgen könnte ich den entscheidenden Schritt weiter sein.


 








     

Freitag, 28. Juli 2017

T.G.i.F. - lieber Tresenleser als King of Currywurst

Tach auch Liebeleins. Alle Füße wieder trocken? Hier war es zwar kurz vor "machen wir doch Yachthäfen aus unseren Biergärten", aber schlimmer nicht. Reicht auch. Ich sach ma so: Wir haben es kapiert. Es war zu trocken. Mit Betonung auf war.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt 


Mit anderen Worten: Sommerfreuden fallen b.a.w. aus. So wie diese Kolumne letzte Woche. Habta gemerkt, wa? Hoffe ich zumindest. Es war halt mal wieder so ein erstens kommt es anders und zweitens als man denkt Wochenende. Sozusagen Störche in den Rheinwiesen statt Assige im, am und um den Pool herum. Ein kleiner Trost der Besuch der Assigen dafür am Montag zu einer Besichtigungsrunde der etwas anderen Art in meinem mal wieder Strohwitwen-Dasein. (Den Ruhebewahrer rief die dunkle Seite des Landes, aber er hat tapfer widerstanden. Ist schon wieder da)


Lieber Tresenleser 


Damit blieb letzte Woche auch keine Zeit für die Rückschau. Immerhin hätte es noch Hochkulturelles zu berichten gegeben. Zur Abwechslung nahmen wir zusammen mit der Trixelinchen und dem Mann, der nie schreibt, eine Nachhilfestunde in Sachen Ruhrhochdeutsch. Mal wieder im Spiegelzelt, diesmal bei Jochen Malmsheimer, formerly known as Tresenleser und einigen sicher heute bekannt als Hausmeister ausse Anstalt. Und jetzt ist auch irgendwie zu spät, um einen hochintelligenten Blogpost darüber zu verfassen. Zumal ich auch überhaupt nicht gewusst hätte, womit anfangen und womit aufhören. Es war toll, es war witzig, teils auch in Richtung Lachen bleibt im Halse stecken witzig, es war überaus klug, überaus wortspielig gewandt, aber es war vor allem auch unglaublich viel. Vorgetragen dazu in so einer Überschall-Sprechgeschwindigkeit, dass  D.Th.Heck dagegen wie der Großmeister der SlowMotion wirkt. Immerhin wissen wir jetzt, was wir nicht wollen: Mit dem Bus nach Venedig. Oder nach Witten. Jedenfalls nicht über die Sauerlandlinie. Nicht, dass wir noch hallzunierende Intelligenzdefekte kriegen vom Geruch eingetupperten Kartoffelsalats.  


als King of Currywurst 


War sonst noch was? Diese Bachelordingsdarette hat sich für den Callboy entschieden. Genau mein Humor. Vor allem auch, weil die Whisteria Lane endlich wieder ein Thema hat. #ausgründen . Mehr dazu nicht. Geht mich alles ja auch eigentlich nichts an. Man hat ja doch genug mit dem zu tun, was einen wirklich angeht. Und da waren dann doch ein, zwei Sachen, die mir von der Woche nachhaltig in Erinnerung bleiben werden. So nachhaltig, dass mir endgültig alle, die nur daran interessiert sind, sich als King of Currywurst zu gerieren ganz gepflegt den Buckel runterrutschen können. Aber allergepflegtenst. Dafür bin ich denn doch mittlerweile endgültig zu alt. Um es für alle Empathie-Resistenten klar zu sagen: Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und ja, es kann sein, dass man in eine Situation kommt, in der Hoffnungen zerstört werden müssen. Dass es dann darauf ankommt, wie man dies tut, sollte sich eigentlich von selber verstehen. Sollte. Was aber überhaupt nicht geht, ist Hoffnungen zu wecken und mit diesen zu spielen, um sich selbst darüber zu profilieren. Und bei zerstörter Hoffnung dem anderen noch die Schuld daran geben.

But now to something completely different, damit mein derzeitiger nicht enden wollender Wut-Modus nicht diese ganze Kolumne überschattet. Gelacht hab ich auch. Nicht mal bitter, sondern einfach so. Spaß hatten wir nämlich mit der Entdeckung der Woche: Gerade noch vom Allerfeinsten in der Twitter-Pott-Gruppe anläßlich eines 70er Jahre "Weisst Du noch Videos" darüber gelästert, heute schon für Sie im Discounter-Regal:

Say it in German: Äpffelblötenshampuuu. So geht Trendsetting. ich sach Euch.

Und damit zur

Statistik: 


Erkenntnis der Woche: Bedenke, worüber Du lästerst. Schon heute könnte man Dich 
damit mürbe machen. (©insp.by Trixelinchen zum Äpffelblötenshampuu ) 
Ansage der Woche: Schlicht besticht. (©Malmsheimer) 
Frommer Wunsch der Woche: Hätten wir mal Brotkrümel auf die 
Autobahn geschmissen  (Trixelinchen bei der obligatorischen Verirrung
 auf der Heimfahrt von der Westfalenhalle)  
Trost der Woche: Solange die Pfützen nicht zufrieren, 
ist Sommer (übersendet vom Drachentöter) 
Information der Woche: Die Typen, die sich immer die Türen nach allen 
Seiten offen halten wollen, sind schön doof, denn sie stehen 
die meiste Zeit draußen im Flur Trixelinchen
Cookie der Woche: "Wehret den Anfängen! Wir müssen was tun!" - 
"ja, aber Eure Methoden finde ich nicht gut." - "Da! Es geht schon los"
Dazu die Erinnerung der Woche: Gerade, weil wir in einem Boot sitzen, 
sollten wir froh sein,  nicht alle auf derselben Seite zu
 stehen (©Ernst Ferstl,getwittert von der Kulturbolschewi ) 
Stoßseufzer der Woche: Ich bin in einem Alter, in dem man "ich bin in einem Alter,
 in dem man...." sagt (©Mr. Beany auf Twitter) 
Wortspiel der Woche: "Der polnische Präsident hat heute eine 
Rundfunk-Ansprache gehalten." - "Duda im Radio?" (©Ralf Heimann auf Twitter) 
These der Woche: Die Antwort auf alle Fragen ist 42. 
Außer egal, das ist 88 (©KermitNrW)  

Allen ein schickes Wochenende 
Schmeißt keine Brotkrümel, die ich nicht auch schmeissen würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten 
Links auf Nachfrage    



Freitag, 14. Juli 2017

T.G.i.F. - nach dem Erregungszustand ist vor dem Erregungszustand

Tach auch Liebeleins. Ich melde mich zurück. Eine Hochzeitsfeier, einen Geburtstag, eine Abi-Feier, einen Ameisenangriff,  einen Grundschul-Abschied und einen dressierten Floh später. Wieder mal vill passiert sickher. Aber jetzt reicht es. Auch wieder mal. Guter Vorsatz der Woche: Die nächsten Wochen, vor allem deren Enden stellen wir uns selber in den Mittelpunkt. E basta.


Denn wie ich die Tage zum Ruhebewahrer sagte: Wenn man mal ehrlich ist, haben wir uns bei fast allen Events brav und erwartungsgerecht in die Rolle der Jubelperser gefügt. (kennt Ihr eigentlich diesen Begriff auch nicht? Der Ruhebewahrer hat mich angeguckt wie Fragezeichen, als ich das sagte) . Gut, das ist manchmal so. Manchmal begleitet man eben nur, statt selber zu gehen. Andererseits hat man dann ja eigentlich auch das Recht, an manchen Tagen, z.B. an seinem Geburtstag mal selber im Mittelpunkt zu stehen. Zugegeben, ich fordere das nie offensiv ein.

Dennoch: ......... ach egal. Mantel des Schweigens. Schlimm genug,
 dass ich mich an diesem Tag geärgert habe. Ich mach das jetzt einfach mal andersrum und sage nochmal ganz ausdrücklich DANKE. Danke der Freundin, die einfach fragt: Welchen Kuchen soll ich Dir denn backen? Danke den Freunden, die mir gut durchdachte Geschenke schickten, die mir zeigten, was ich ihnen bedeute und dass sie sich über mich und sogar über meine one weekend Stand(haftigkeit)  Gedanken gemacht haben. Denen aus der Familie, die dito. Den vielen Gratulanten auf Twitter, Whatsapp und anderen Kanälen. Das sind nämlich die, die auch hier lesen und die es gar nicht verdient haben, dass ich jetzt hier rummotze. Also DANKE. Ihr habt mir den Tag gerettet.

A propos retten. Nutze ich einfach mal die Gelegenheit und zeige Euch eins der wie immer süßen Ruhebewahrer-Geschenke. Etwas, was ich mir tatsächlich gewünscht habe. Einfach, weil es schön ist und weil es eine gute Sache. Ein Bracenet. Hashtag #savetheseas Diese Armbänder werden aus geborgenen Geisternetzen aus verschiedenen Meeren geknüpft und der Erlös fließt wieder zurück in diese Aktion. Guckt Ihr hier. 

(Und irgendwie hat der Ruhebewahrer sich da mit Trixelinchen, dank der mein Weg zur dänischen Therapie jetzt auch ausgeschildert ist, farblich abgestimmt)
War sonst noch was? Nun - in der großen weiten Welt wohl genug. Vor allem letztes Wochenende im schönen Hamburg. Das war schrecklich. Einfach schrecklich. Auf mehreren Ebenen. Was dann die Woche folgte, war das Brechen sämtlicher Dämme. Vor allem medial. Ich beklage das ja schon länger. Das dauernde Gekreische, das sich reinsteigern in hysterische Erregungszustände. Gehört wird nur noch, wer am lautesten kräht. Es eskalierte diese Woche allüberall. Die News-Timeline ist kaum noch zu ertragen. Gerade heute kennen wieder alle kein anderes Thema als das verunglückte Kompliment des Trumpeltiers für die Premiere Dame Frankreichs. Meine Fresse. Ja, er ist ein Trumpel, ja er kann sich nicht benehmen und so weiter und so fort. Stimmt alles. Aber muss man das jetzt zur Top-Meldung machen? Gibt es nichts Wichtigeres? Auch und im Zusammenhang mit dem Ganzkörper-Doppelkinn? Und kann man nicht einfach auch Mme. Macron mal getrost zutrauen, dass sie mit solchen Trampeleien schon selber fertig wird. Denn um auch mal was über ihr Aussehen zu sagen. Die sieht nicht aus, als ob sie auf den Mund gefallen wäre.

Tun dann welche einfach das, was sie tun sollen, nämlich arbeiten, wird darüber überhaupt nicht geredet. Beispiel: der neue Landtag in Düsseldorf. Dort scheint man sich hingesetzt und neue Ansätze überlegt zu haben, die gar nicht so dumm sind, nimmt aber niemand zur Kenntnis. Trumpels verunglückte Komplimente sind ja auch soviel interessanter. Oder es gibt etwas Erholsames, worüber geredet wird, reden es sofort die üblichen Eiferer nieder. Beispiel: Sing meinen Song. Es gibt erstaunlich viele, die sich bei Twitter ganz offen über den erholsamen Charakter dieser Sendung freuen. Wird ihnen aber nicht gegönnt, ohne dass sich eine Gegen-Armada zu "Alles Heuchelei"" Tweets aufschwingt. Das ist so zum Gähnen. Zeigt aber gut den Zeitgeist. Erstmal alles niederbrüllen. Substanz ist weniger gefragt. Ach was, gar nicht gefragt. Eine Lehrstunde dazu gab es diese Woche aussem Pott.

Hat jemand das im Netz kursierende Video von Lindners Auftritt an der RuhrUniBochum gesehen? Ich hab mich köstlich amüsiert. War klar, war erwartbar, dass ein Auftritt eines FDP-Politikers an der RUB Automatismen auslöst. Ebenso klar war aber - zumindest dem aufmerksamen Beobachter, zu denen die Studenten im Vorfeld klar nicht gehörten - dass Lindner das zumindest einkalkuliert hat. Der ist ja nicht blöd. Der kommt von hier und weiß, was die politische Stunde an der RUB schlägt. Jedenfalls reagiert er nonchalant auf die Störer, reicht sein Mikro weiter (Wo in allen anderen vergleichbaren Fällen sofort der Saal geräumt wurde) und gibt Redezeit ab. Von der die brüllenden Studenten genau eine Minute nutzten. Eine Minute! Weil sie dann nämlich nicht mehr wussten, was sie sagen sollten. Dafür durften sie sich dann eine Nachhilfestunde über Demokratie und gegenseitiges Argumentieren anhören. Um sich dann - als sie sich unauffällig schleichen wollten - noch ein süffisantes "Jetzt ist aber mal Durchhaltevermögen gefragt. Wenn schon stören, dann bitte richtig" einzufangen. Hätten sie mal ihre Hausaufgaben gemacht, dann hätten sie gewusst, dass der Schuss nach hinten losgeht. Man muss kein FDP Anhänger sein, um zu wissen, dass sowas für Lindner eine willkommene Steilvorlage ist, bei der er erst recht zur Hochform aufläuft. Könnten sich andere Politiker gerne mal eine Scheibe von abschneiden. Problem ist nur: Sie können das einfach nicht.  So. Bevor ich jetzt noch weiterschwafel und mich auch noch über den bei mir als ausgesprochen peinlich rübergekommenen Auftritt des Ich bin der Martin, ne in der Schanze aufrege - einfach hier ein Cut. Für Eure

Statistik: 

Durchsage der Woche: Irgendjemand sollte Barack Obama mitteilen, dass seine
 Urlaubszeit abgelaufen ist. Das mit seiner Vertretung hat 
nicht funktioniert. (©Grantscheam auf Twitter) 
Rätsel der Woche: "Was ist dieses Twitter?" - "Keine Ahnung. Es ist noch nie
 jemand von dort zurückgekehrt" (©Kirschenfuchs auf Twitter) 
Erfüllung der Woche: Ich, 1997: In 20 Jahren haben wir fliegende Autos
 und teleportieren uns." 2017: "Jetzt neu: Fidget Spinner" (©Grolmori auf Twitter)  
Resümee der Woche: Die Gipfel-Tage in Hamburg in vier Worten 
zusammengefasst: So dumm und Gomorrha (©Ralf Heimann auf Twitter) 
Plan der Woche 1: Wenn Trump seine Tochter zur G20 Sitzung schickt, sollten wir 
seinem Beispiel folgen: Schicken wir unsere
 (erwachsenen) Kinder ins Büro (©Frazer2 auf Twitter)  
Plan der Woche 2: Deutschland und Frankreich planen gemeinsamen Kampfjet. 
Liberté, Egalité, Defizité. (©die heuteShow auf Twitter) 
Freude der Woche: Wenn ich so überlege, wie oft ich in meinem Leben schon
 falsch abgebogen bin, ist es toll, dass ich überhaupt noch auf 
diesem Planeten bin. (©Trixelinchen auf Twitter) 
Bedauern der Woche: "Ich warte schon seit Wochen auf eine Antwort von Ihnen!"
 -"Das stelle ich mir ziemlich langweilig vor" (©Regieklappe auf Twitter) 
Defintion der Woche: "stand bei Google weiter oben" ist das neue 
"der Schwager meiner Nachbarin hat erzählt" (©tfunke auf Twitter) 
Erkenntnis der Woche: Wenn sich im Leben eine Tür schließt, schnappt man sich
 manchmal besser Hammer und Nägel und sorgt dafür, 
dass das Ding auch zu bleibt (©? ich bekam es von der Ratgeberin 
und Ratgeber-Schickerin der Woche Trixelinchen) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Stellt nichts in den Mittelpunkt, was ich nicht auch dahinstellen würde. 

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage  

Freitag, 30. Juni 2017

T.G.i.F. - mit Floh im Ohr

Tach auch Liebeleins. Na, wie isset denn soweit? Alle noch trockene Füße? Oder schon irgendwo bei Euch Land unter? Hier im Pott iss noch allet moderat. Dieses Mal hat es uns verschont. Dieses Mal.


Aber wenn es dann doch kommt, ich werde es Euch erzählen. Macht ja wahrscheinlich in dem Fall sonst wieder keiner. Ja, ich weiß, ich bin nachtragend. Aber ich kann nix dafür, als ich gestern die Bilder aus Berlin  gesehen hab, konnte ich den Gedanken nicht abschütteln, dass wir die Schreckensbilder locker toppen könnten mit unseren archivierten Pfingssturm-Ela-Bildern. Ich will da auch gar nichts relativieren oder respektlos sein vor den sicherlich enormen Schäden, mit denen sich die Armen dort herumschlagen müssen. Aber - es ist schon interessant zu sehen, wie solche Dinge auch medial aufbereitet werden können, wenn man nicht nur arm, sondern auch noch sexy ist und vor allem Hauptstadt.

Ist da der Gedanke so fernliegend, dass die Berichterstattung über uns damals so abgeschwächt daher kam, damit bloss nicht die Dringlichkeit klar wurde, mit der hier Mittel gebraucht worden wären? Wäre ich böse, könnte man das durchaus so interpretieren, dass hier sowieso Hopfen und Malz verloren ist und man den Pott eh aufgegeben hat? Und wenn dem wirklich so ist, sorry, dann ist der Pott auch ein gutes Stück selber schuld daran. Wenn ich schon diese neue Kampagne sehe " Stadt der Städte". Ja, nee iss klar. Kleiner ham se et ma wieder nich. Wird nur leider allüberall allenfalls zum Augenrollen verleiten. Vielleicht könnte man einfach mal bei Metropolregion Ruhr bleiben und darauf aufbauen.

Und dann war da diese Woche noch der Kollege, der in der Mi-Pa stolz erzählte, wie sie ganz clever ohne Bändchen die Extraschicht gerockt hätten. Danke für's Gespräch. Passt ins Bild des selbstverschuldeten Pott-Elends. Ebenso wie die Tatsache, dass mein kritischer Beitrag zur #Extraschicht erstaunlich oft gelesen wurde und ebenso erstaunliche Zustimmung hervorrief auf mehreren Kanälen. Meine neue Marktlücke: Kritisches aussem Pott. Irgendeiner muss ja, ne?


War sonst noch was? Der Endlich20 laboriert an anderen #Hurricane-Schäden, sprich er holt immer noch Schlaf nach. Er war jedenfalls begeistert vom Festival und kam pottendreckig, aber love and peace and schlammbeseelt nach Hause. So muss das. Ich meinerseits setzte dem Ruhebewahrer einen Floh ins Ohr, aber noch greifen seine Dompteurskünste nicht so richtig. Falls der Floh springen lernt, werde ich es Euch erzählen. Vorerst bleibt das mal unter der Decke bzw. bei denen, die wir da mit ins Boot nehmen müssten. ( hihi, gutes Wortspiel, wa? Könnta schon Flöhe husten hören)

In der Whisteria Lane steigt morgen eine große Feier. Der Nachbar von ggü. aka Sohn der Nachbarn nebenan aka Bruder der Nachbarin schräg ggü. rechts aka Onkel der Nachbarin schräg ggü. links aka Neffe der Nachbarin Ende der Strasse hinten rechts aka Cousin der Nachbarn Ende der Strasse hinten links heiratet.  (und nein, wir sind immer noch in der Whisteria Lane und nicht im Saarland und ja, das hab ich schon auf Twitter gepostet, beschwert Euch ruhig, dass nichts Neues kommt) Die Hochzeit war aber schon lange geplant und hat nichts mir der #Ehefüralle zu tun. So schnell reagiert man hier dann doch nicht, auch wenn ich gerade zuerst Eile für alle getippt hatte. Passt ja auch irgendwie, so schnell wie das auf einmal ging. Aber mir soll es recht sein. Solange es eine Kann-Vorschrift bleibt. Soweit ich weiß, braucht keiner nervös werden und sich einen Ehegespons aus dem Ärmel schütteln.

Mir bleibt noch ein ruhrischer Gruß nach Düsseldorf,

welches heute ja zu Frankreich gehört. Mein Gruß aber geht nach ganz oben, an die, die sich gerade in der völlig neuen Disziplin "unaufgeregtes Regieren" üben. Ich gebe zu, ich finde den von dort abstrahlenden Pragmatismus ganz erholsam nach dem Gekeife der letzten Jahre. Wenngleich ich auch hier feststellen muss, medial erregt das kaum Aufsehen. Womit ich den Kreis geschlossen hätte. Wenigstens hier im TGiF.


Die Statistik: 


Beschwerde der Woche: Es wird einem echt nicht einfach gemacht, 
Geld auszugeben. (©der Ruhebewahrer zum Floh ) 
Vokabel der Woche: spürkeln  
Cassandra-Ruf der Woche: #Ehefüralle - das wird die gleichen fürchterlichen 
Konsequenzen haben wie diese schreckliche Rockmusik und 
die Entwicklung des Computers (©K-Tacki auf Twitter) 
Nervfaktor der Woche: Eilmeldung zum Wetter und Zack denkste, dass ein Tief 
über Russland das Azorenhoch angreift. (©MeinolfsSchwester auf Twitter)   
Irritation der Woche: der Zusammenhang zwischen offenen Augen und wach 
ist noch nicht wirklich geklärt (©Trixelinchen auf Twitter) 
Erkenntnis der Woche: Man kann nur dreimal im Leben richtig reich werden:
 Bei der Geburt, bei der Hochzeit oder 
bei der Scheidung (©der Oppa von Twitterer ParaNeues) 
Stoßseufzer der Woche: Ich hasse den Spruch: Steh auf, die Sonne scheint.
 Was soll ich denn machen? Photosynthese? (Max J.Ostermann) 
Serienkritik der Woche:      rules....again. 
(©Spieler7 auf Twitter. Erzähl uns mal mehr) 

Allen ein schickes Wochenende. 
Bändigt keinen Floh, den der Ruhebewahrer nicht auch bändigen würde.    

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
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Sonntag, 25. Juni 2017

Die ExtraSchicht - eine ernüchterte Bilanz

Schicht im Schacht. 

Wir waren geringfügig erleichtert und dezent frustriert, als wir gestern abend nach Beendigung der Mission Endlich Extraschicht diesen Satz stoßseufzten. Fazit des Abends: Das Gigantischste an der Extraschicht ist ihre Medien-und Marketing-Kampagne. Und wir sind drauf reingefallen. Mit uns zig andere - die aber wahrscheinlich trotzdem brav weiter mitstricken an der Mär der einzigartigen Veranstaltung, weil sie entweder nicht zugeben wollen, dass sie auch nicht verstanden haben, was denn jetzt so toll war an dem Abend oder es nicht zugeben wollen oder eben wie so viele - und da nehme ich mich gar nicht aus - nur zu gerne mitstricken an der Legende vom hippen coolen sexy einzigartigen Ruhrpott. Watt hatte ich mich gefreut!

Endlich #Extraschicht! 


Seit Jahren will ich dahin, seit Jahren linste ich neidvoll auf die vielen tollen Fottos bei Twitter, las die jubelnden Berichte in den einschlägigen Gazetten und ärgerte mich still über das schlechte Timing. Dabei schien die Extraschicht ein Event wie gemacht zu sein, um ein Pottmädchen-Herz höher schlagen zu lassen. Was für eine magische Idee. Eine Nacht gewidmet der Industriekultur, Licht-, Feuer-, Sanges-Akrobatik- und watt noch allet  Kunst zeitgleich an allen Industriekultur-Standorten, Sonderaktionen dazu.

Aber: Wie so oft: Irgendwatt war immer, was wir nicht absagen konnten. Goldhochzeiten, Abibälle, rundende Freunde. Dieses Jahr verabredeten wir uns frühzeitig mit Trixelinchen und ihrem Mann, der nie schreibt und stiegen in die Planungen ein. Ich besorgte die als Tickets fungierenden Armbändchen für 17 Öcken pro Nase im VVK ( abends schmale 20 Euronen) , der Trixelinchen-Gatte erklärte sich bereit, uns durch die Nacht zu fahren, das mobile High-Tech-Kühlgerät des Ruhebewahrers wurde in Stellung gebracht und ergiebig bestückt, nur das mit dem fahrenden Dixie-Klo entsprach nicht ganz der durchaus vorhandenen Motivation. Sehr schade. Denn wie sich im Laufe der Nacht herausstellte, war pipilieren ein von den Veranstaltern kaum bedachtes Problem und wir hätten mit einem mobilen Klosett sicherlich richtig Kohle machen können, so viele in so großen Nöten befindliche Extraschichtler hauptsächlich Schichtlerinnen begegneten uns unterwegs. Den Preis für unsere nutzlosen Bändchen hätten wir so locker rausgestrullert bekommen.

Extraschicht in Duisburg 

Von vorne. Wir starteten erwartungsfroh, gut ausgestattet dank besagter High-Tech-Kühltasche und begannen am andere Ende des Potts, in der alten Heimat, in Duisburg. Erstmal Innenhafen - immer eine schöne Kulisse. Der Plan war, dort ein wenig zu flanieren, alsdann per (als Attraktion angekündigten) Schiffs-Shuttle nach Ruhrort, von dort weiter mit dem Shuttle-Bus über Thyssen-Krupp zum Landschaftspark Nord. Kaum im Innenhafen angekommen fing es dann an zu regnen. War klar. Nachdem wir eine Woche geschwitzt hatten wie die Dullen, keinen Tropfen abgekommen hatten vom allüberall tobenden Unwetter, musste es uns jetzt die Extraschicht verregnen. Gut, kann ja keiner watt für. Dänen-High-Tech-Jüppchen an, Schirme auf und ab durch die Mitte.

Wir erlauschten eine Jazz-Band, über die man allenfalls lobend sagen konnte: Sie gaben sich stets Mühe oder wie es der Trixelinen-Mann formulierte: "Hauptsache, er kann blasen. Rhythmus muss er ja nicht können." Wir passierten unzählige Fressbuden und registrierten: Im Innenhafen läuft alles unter umsonst und draußen. Unsere Bändchen können wir getrost unter der Jacke trocken halten, nicht, dass uns die zwar teuren, aber materialmäßig eher schwachen Bändchen noch aufweichen und wir beim nächsten Spielort umsonst draußen bleiben können. Ab zum Schiffssteiger. Zum Glück sind wir ortskundig, denn ausgeschildert war dort wie sonst auch überall genau nichts. Die Schlange war lang und wir sahen, der Shuttle war gar kein Shuttle, er fuhr nur 1x die Stunde zu festgelegten Zeiten. Halbe Stunde würde es noch dauern. Der Captain inspizierte und verkündete: Großes Schiff, sehr großes Schiff, da passen locker alle drauf. Feini. Bißchen warten, damit hatten wir schon gerechnet. Wir also nuckelten an unserer Wegzehrung und ab und an ging es auch ein Stückchen weiter.


Unten am Kai angekommen, wunderten wir uns so langsam. Ab und an verschwand eine kleine Traube Menschen - und ward nicht mehr gesehen. Wir standen vor diesem riesigen Schiff, aber kein Mensch war drin. Waren wir an Gleis 9 3/4? Dann auf einmal lautes Rufen und Juchhei hinter uns. Wir drehten uns um und erspähten eine Nussschale, auf der vielleicht mit viel gutem Willen 100 People platziert waren. Die Glücklichen, die geshuttlet wurden. Denn es war nicht das Riesen-Schiff, welches shuttlete, das Riesen-Schiff diente nur als Durchgang zur Nussschale. Daher das 9 3/4 Gefühl. Unsere Alternative: auf den nächsten "Shuttle" eine Stunde später warten, in der Hoffnung, dass unser mühsam erstandener Warteplatz in der Schlange dafür reichte oder Plan B. Plan B erschien uns safer. Also zurück. Kurz noch 'ne Pommes geschnappt und ernüchtert wie wir waren, direkt mit dem Auto zum Landschaftspark Nord. ShuttleBusse hatten wir noch keine gesehen und das würde sich im übrigen bis ein Uhr nachts nicht ändern. Auch davon gab es wohl nicht soviele, dass sich der Begriff Shuttle wirklich bestätigte. ( wie ich im Nachgang noch herausfand, hielt der Shuttle für den LandschaftsparkNord - immerhin eine der größten Standorte - 1 km weit weg in der Wallachhei. Warum auch immer. Denn eine große Straße führt dort ja vorbei. Verstehe, wer will. )

Extraschicht im Landschaftspark Nord Duisburg ( La-Pa-Du) 

Parkplatz in DU-Nord klappte erstaunlich gut, wir hatten mit Schlimmerem gerechnet. Im Landschaftspark dann die nächste Ernüchterung. Auch dort alles umsonst und draußen. Wir waren wirklich blond und vertrauensselig davon ausgegangen, dass man die Bändchen als Eintrittskarte für die Spielstätten kauft. Ist aber nicht so. Man braucht sie für den Sonderfall, dass man einen Platz in einem Shuttle ergattert oder einen der raren Plätze für Sonderaktionen. Im Landschaftspark z.B. für die Begehung des Hochofens, etwas, was man für schmales Geld auch sonst machen kann. Uns interessierte der historische (historisch hieß in dem Fall die 70er lassen grüßen) Zug über das Gelände bis rüber zu Thyssen Krupp. Stellte sich ebenfalls als nicht machbar heraus, wie uns ein zwar freundlicher, aber auch resignierter Ordner immerhin dann mitteilte. Es gab vier Waggons und vier Schlangen. In jeder Schlange hatten einmal die Stunde 65 People die Gelegenheit. 65 x 4 x 5 ... braucht man nicht mal im Detail auszurechnen, um zu wissen, dass keine 10 Prozent der Besucher die Chance haben, ihr Bändchen sinnvoll einzusetzen. Ein Blick auf den Twitteraccount der Extraschicht bestätigte das Bild. Überall dasselbe. Mehrere Stunden Wartezeit, Chancen auf Teilhabe an einem der großsprecherisch angekündigten Events schon um 22:00h überall so gut wie aussichtslos. Wir waren ratlos. Was machen um 22:00 h abends bei strömendem Regen? Auf der großen Bühne mühte sich ein Gospelchor mit mäßigem Erfolg "Habt Ihr wirklich keine Hände frei, die in die Luft können" , weitere Darbietungen auf der kleinen zweiten Bühne Fehlanzeige. Dabei sollte der Park doch von vielen Stimmen erfüllt sein, wie vollmundig angekündigt. Aber Wegweiser fehlten ebenfalls in Gänze und bei der Größe des Areals kann man ja schlecht bis ans andere Ende, um zu gucken, ob da nicht vielleicht doch noch was. Sahen wir doch beim Fußweg vom Parkplatz, dass auch die angekündigten Führungen am biologischen Zentrum irgendwie eher nicht stattfinden würden. Das Einzige, was wir dort hätten noch machen können: Im Regen stehen und Freßstände abklappern. Davon gab es überreichlich. Street-Food-Market neudeutsch genannt. Leider nur zu oft zu übersetzen mit MatschePampe zu völlig überteuerten Preisen. Gerne auch vegan. Wir jedenfalls konnten uns nicht vorstellen, noch eine Stunde so zu verbringen, das Feuerwerk würde also ohne uns stattfinden. Überließen wir es also den Leuten ohne Bändchen. Man muss auch gönnen können. Aber wahrscheinlich war genau das Feuerwerk dann die Aktion, die den vollmundigen Ankündigungen entsprochen hätte. Ganz bestimmt. Dafür hatten wir dann doch noch Spaß mit der 112. Auf der Rückfahrt ebneten die großen roten Wagen uns nämlich den Weg aus dem Gedrängel und der Trixelinchen-Gatte gab den Chef der Feuerwehr mit lauthals gebrüllten Befehlen in die Nacht. Das war die bis dahin gelungenste Vorstellung des Abends. (Sie würde es auch bleiben.)

Extraschicht in Gelsenkirchen 

Zurück Richtung Heimat. Wir würden einen letzten Abstecher wagen. Lag quasi auf dem Weg. Der Nordsternpark in Gelsenkirchen. Da sollte es noch eine LaserLightLatinShow im Amphitheater geben. Zunächst aber gab es einmal jede Menge freie Parkplätze. Nahm nur solange Wunder, wie wir erfuhren, dass die Parkplätze im Nordsternpark nicht im Bändchen inkludiert sind, sondern bescheidene 5 Öcken pro Auto kosten sollten. 5 Öcken für den Acker am Nordsternpark!? Am Abend der Extraschicht! In Gelsenkirchen?! Hallo Gelsenkirchen! Ihr seid zwar irgendwie auch eine Hauptstadt des Barock, aber Preise wie im alten Rom entbehren dann doch eher jeder Geschäftsgrundlage. Egal. Ging auch so. Und siehe da. Ein Shuttle knatterte auch zeitgleich heran. Im Nordsternpark dann brauchten wir auch endlich unsere Bändchen. Ob nur für die LaserShow oder ob auch die aggressiv-hysterische Ordnerin am Eingang auch Teil des Programms war - wir haben es nicht herausgefunden.  Der TrixelinchenGatte war jedenfalls eingeschüchtert genug, um noch einmal zum Auto zurück zu joggen, um den Regenschirm loszuwerden, der leider draußen bleiben musste. Dafür standen wir dann im Regen im Amphitheater, nachdem wir glücklicherweise unverletzt die glitschigen Stufen in völliger Dunkelheit erklommen hatten und sahen uns fünf Laserstrahlen sowie ein paar Tanzpaare an, die zu deutschen Schlagern, neu eingesungen in Latin Rhythmen (Wir konnten die lets läster dance Gemeinde quasi kollektiv aufstöhnen hören) die Hüften halbwegs gekonnt kreisen ließen. Plus zehn ein paar in die Luft geschossene Feuerwerkskörper. Wahrscheinlich für jede Minute der Vorstellung eine. Da hatte sich unser Investment zu später Stunde doch dann endlich bezahlt gemacht. Halleluja.

Tjanun. Sowas fällt immer unter private Risikosphäre. Aber das Gefühl dezent verarscht worden zu sein, kann keiner von uns abschütteln. Ich sach ma so: Sollten wir nächstes Jahr an diesem Termin mal nichts vorhaben und das Wetter ist schön - man könnte drüber nachdenken, zu einer Location zu fahren, ein bißchen was zu schnabulieren, ein bißchen Musik zu hören und ein Feuerwerk zu schauen. Aber diese Bändchen kaufen wir nie, nie wieder. Denn letztendlich hatten wir 17 Öcken pro Nase ausgegeben, um 10 Minuten die Künste der Tanzformation Bottrop-Velbert genießen zu dürfen. Uns allen ist völlig unverständlich, wieso in all den Jahren nie eine kritische Stimme über diese Veranstaltung zu hören war.  Die Geschichte der Extraschicht ist wohl die einer sich verselbstständigenden großangelegten Lobhudelei ohne Grund. Und ich hatte 17 Jahre lang Herzchenbluten. Ebenfalls ohne Grund.

Der Mond von Wanne-Eickel über Gelsenkirchen? Sind bestimmt Fake News. Rüchtich.
War ein Ballon. Immerhin ein schönes Bild. 
Bestätigung des Abends: Vorfreude ist die schönste Freude
Lob des Abends: Wenigstens hat die Britta an Alkohol gedacht für unterwegs.
Stoßseufzer des Abends: Hier laufen se. Woanders werden se gesucht. (zu später Stunde angesichts diverser struntendichter Besuchergruppen, die ihren Frust wohl ertränkten )
Erfolgserlebnis des Abends: Die Kühlkette der Salzstangen wurde nicht unterbrochen

( Weitere Bebilderung ist mir zu mühsam, müsste ich mir erst von den anderen zusammensuchen. Seht es mir nach. Aber es finden sich in Funk, Fernsehen, Presse und sozialen Medien genug feine Bilder, die ein ganz wunderbares Event suggerieren. ) 

Freitag, 23. Juni 2017

T.G.i.F - im Hopti-Modus

Tach auch Liebeleins. Uff. Kurze Durchatmungs-Pause. Das Real-Life-Wetter hat zwar allen aufgeregt-hysterischen Prognosen getrotzt und gerade mal ganze drei müde Regentropfen über der ausgedörrten Whisteria Lane fallen lassen, aber ein klein wenig kühler isset ja geworden. Ich spare mir auch das weitere Gejammer über die Hitze, obwohl - ich ja eigentlich jetzt die amtliche Erlaubnis habe. Der Herr Spieler hat es klar erkannt - siehe Merksatz der Woche.  

Ansonsten war es eine eher unspektakuläre Woche. Immerhin. Wenigstens etwas nach den diversen Überhitzungen. Der Endlich20 weilt im Norden und feiert Hurricane. Gut verschlammt eingeweiht - wie sich das gehört für ein ordentliches Festival gehört. So ein klitzekleines bißken neidisch bin ich ja, Festivals waren für mich ja früher auch das Allergrößte. Aber dem Blach gönne ich die Love-and-Peace-and-Rockn'Roll Erfahrung von Herzen. Wenigstens das ist übergeblieben von unserer Spät-Hippie-Kultur. Irgendeine geschützte Insel der Seligen muss ja überleben. Auch wenn mir die von dort übersendeten Bilder fast wie ein Anachronismus vorkommen. Aber ein guter.

Andere Anachronismen lösen ja mittlerweile eher mittlere Panik-Gefühle aus. Stellte ich gerade mal wieder fest, als das Festnetz-Telefon klingelte früh am Morgen. Ohne vorherige Verabredung. Beschert mir sofort einen mittleren Haarspitzenkatarrh. Es gibt noch genau vier Leute, die das machen. Die Nachbarin, wenn ihr Zucker fehlt und die die älteren Semester, für die früh am Morgen schon spät am Tag ist. Oder unsägliche Werbung oder eben Katastrophenmeldungen. Gleiches gilt übrigens für Briefe. Schon mal aufgefallen? Ich meine, wann hat man das letzte Mal einen schönen, wirklich schönen Brief bekommen? Seht Ihr. Ebend. Da gefallen mir die neueren Medien schon besser. Die kann man sich wenigstens dann ansehen, wenn man dafür bereit ist. Wenn auch unbestritten mit der Nebenwirkung, dass so mancher einem echt jeden nassen und trockenen Furz in seinem Leben mitteilt. Aber im Ignorieren war ich schon immer diplomierte Expertin.

War sonst noch was? Bobbele soll pleite sein, wobei ich ja mal gelernt habe, dass Zahlungsunfähigkeit nicht per se mit Bankrott gleichzusetzen ist. Aber solche Feinheiten interessieren im allgemeinen Getöse ja eher nicht. Und das sehr unwürdige Spektakel um den Altkanzler. Aber ganz ehrlich: Dieses ganze sehr sehr kleine Karo, das Beteiligte da gerade stricken - es passt ins Bild, welches wir damals schon hatten und welches gerade dadurch niemals das eines großen Staatsmann sein wird. Kann man diesem Leben wenigstens mangelnde Kontinuität nicht nachsagen. Und mehr sag ich dazu nicht. Soll man ja nicht.

Da stelle ich Euch lieber noch den neuen Bewohner im Palais vor:

Gestatten: Hopti 
Der letztwöchig erwähnte Hoptimist. Einige hatten gefragt, wer oder was das sein soll. Hopti ist ein Maskottchen und Glücksbringer aus dem Staate, in dem nichts faul ist. Er hat immer gute Laune, ist immer tiefenentspannt und begrüßt jeden, der ihn anstupst, mit einem fröhlichen Hüpfer. Eben Hopti, der hoffnugnsvoll hoppende Optimist. Wenn der nicht zu mir passt, dann weiß ich auch nicht. Ähem.

Nun gut. Schauen wir voraus. Auf uns wartet doch tatsächlich am Wochenende eine Extraschicht. Glaubt man es? Ganz freiwillig werden wir sie schieben, gemeinsam mit Trixelinchen und dem Mann, der nie schreibt. Und wir freuen uns drauf wie Bolle. Seit Jahren erkläre ich meinen Willen, diese Extraschicht mitzumachen und immer iss watt. Goldhochzeiten, Abibälle etc. pp. Dies Jahr wurde der Termin frühzeitig geblockt und alles andere kategorisch und ohne Rücksicht auf Verluste abgebügelt. Wir werden berichten.

Die Statistik: 

Beruhigung der Woche:  die "tu-Du" Liste verliert ihren Schrecken, wenn man der
englischen Sprache nicht mächtig ist (©Claudilemma auf Twitter)  
Merksatz der Woche: Über die Hitze dürfen nur die jammern, die sich vorher nicht 
über die Kälte beschwert haben. z.B. Frau von B_lang. 
(Jawollski, klug erkannt, ©Herr Spieler7 )  
Bescheuertester Hashtag der Woche: #fedidwgugl (©die Social Media "Experten"
 der CDU. Covefefe war gestern. )
Cookie der Woche: Das Sequel zum Sequel der Soft Reboot Prequel Trilogy. Bei
 manchen Filmreihen kennt man sich ja kaum noch aus.  
Nervfaktor der Woche: Man sieht sie nicht, aber man riecht sie schon.
 (einfach allüberall. Seife scheint aus zu sein. ) 
Spaß der Woche: Es ist nie zu spät, um im Hühnerstall 
Motorrad zu fahren. (©MeinolfsSchwester auf Twitter) 

Allen ein schickes Wochenende.
Schiebt keine Extraschicht, die ich nicht auch schieben würde.

Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Links auf Nachfrage

Samstag, 17. Juni 2017

TGiF - interruptus

"Aben wiiir morchen Kriech?" - berechtigte Frage, gute Frau. Jedenfalls, wenn man sich heute morgen die Einkaufshölle angetan hat. Ein Tag Geschäfte zu und man wundert sich, dass keiner gestorben ist bei der drohenden Mangelwirtschaft. Herr des Himmels. Die irritierte Frage stellte mir eine charmante Französin auf Ruhrpott-Besuch, die unbedarfterweise für ihre Gastgeberin den Einkauf übernommen hatte in der 20 Minuten dauernden Schlange vor der Fleischtheke. Immerhin - sie war sehr nett und wir hatten einen netten Plausch. Man muss halt immer aus allem das Beste machen.

Aber erstmal Tach auch Liebeleins. Spät, aber besser als gar nicht melde ich mich dann heute noch. Bißchen was muss ich mir von der Seele schreiben. Auch wenn der Freitags-Einkauf mich an den Rand des Wahnsinns brachte, da er ganz offensichtlich vom Pleiten, Pech und Pannen Murphy begleitet wurde. Angefangen mit durch noch zu verpackendem Nachschub versperrten Gängen über die bereits erwähnte Warteschlange, die im übrigen Schlange 2.0. war bis hin zum nicht bezahlen können anne Kasse alldieweil Karte anne Tanke liegengelassen. Der Klassiker! Jaha! Passiert jedem, auch mir. ( der werte Leser wird freundlich gebeten, sich jedwede Bemerkung zu meinem Job zu verkneifen. Bittedanke. Man muss ja schließlich selbst erfahren, was seine Kunden so umtreibt)

Jedenfalls: ICH HASSE EINKAUFEN! Lieber stelle ich mich zwei Stunden am Stück ans Bügelbrett. Da ist man wenigstens alleine mit sich und den Hemden. Es wird aber auch immer schlimmer hier in dieser Stadt. Ein Supermarkt hat diese Woche ersatzlos geschlossen, Metzger gibt es 0 in Worten Null in dieser Stadt, es konzentriert sich alles auf die Discounter und genau zwei Supermärkte mit Frische-Angebot in einer 100.000 Einwohner-Stadt. Willkommen im Ruhrpott!

Hat sowieso alles gegeben, der Ballungsraum Ruhrpott, um mir nach zwei Wochen Genuss dänisch-hyggeliger Lebensart zu zeigen, wo hier der Mottek hängt. Ach Dänemark! Du hast es echt besser. So unaufgeregt, wie dort alles gehändelt wird und so tiefenentspannt, wie die Leute dort sind. Hier sind mittlerweile nicht nur die Autobahnen, sondern auch die Innenstädte kurz vorm Verkehrs-Infarkt, Als Radfahrer tut man zwar was für das Klimapunkte-Karma, das dann dafür auch im Dauer-Lebensgefahr-Modus. Ich erspar Euch jetzt die erneute Erzählung von mir, dem LKW-Fahrer und dem leicht lädierten Rad. Ihr habt ja auf Twitter schon ergiebig Anteil genommen.

Man kann allerdings keinem, der nicht auffe Fiets geboren wurde, guten Gewissens empfehlen, dies in einer Ruhrpott-Innenstadt zu tun. Ich bin mir sicher, wenn ich nicht zuerst fahrradfahren und dann laufen gelernt hätte, ich hätte mich auffe Fresse gelegt. Und zwar nicht zu knapp. Allerdings werde wohl sogar auch ich in Zukunft davon Abstand nehmen, mit Pumps Fahrrad zu fahren. Das geht vielleicht in Holland, aber hier nicht. Wenn ich nicht feste Schuhe angehabt hätte, dann hätte ich nicht so beherzt abspringen können. Dazu dann noch Unwetter vom Feinsten, von dem außerhalb des Potts mal wieder wie gehabt keiner Kenntnis bekam, Überfälle in Gelsenkirchen und 'ne Schießerei in Erkentown, also hier umme Ecke. Ich hätte mir in DK echt was anderes aus dem reichhaltigen Warenangebot aussuchen sollen als 'ne Fleecejacke und den Hoptimisten.


War sonst noch was? Reicht ja eigentlich auch. Die erste Woche nach DK hat jedenfalls mächtig was abverlangt................ Schrieb ich und musste unterbrechen. Weil es in der Strasse brannte. Man macht sich kein Bild. In Nullkommanix war die ganze Straße mit dichtestem Qualm überzogen. Man sah nichts, buchstäblich nichts mehr. Kurz konnte ich die Nachbarin von gegenüber mit Telefon in der Hand erkennen und einige andere, die rannten. Die 112 war also gewählt. Es stellte sich dann heraus, dass der Nachbar zwei Häuser weiter seine Hecke abgefackelt hat. Soviel zum Thema Bunsenbrenner zum Unkraut-Wegflämmen. Macht man besser nicht bei Wind und soviel Trockenheit.

 Ist aber keinem was passiert, die 112 hat sofort das ganz große Besteck geschickt, der RTW konnte schnell wieder abziehen, aber die Feuerwehr hatte noch einiges an Glutnestern zu löschen, auch wenn noch vor deren Eintreffen aus 3 Gärten die Schläuche drauf gehalten wurden. Jedenfalls habe ich deswegen unterbrochen und auch erst jetzt die Ruhe, um das TGIF zu beenden, bzw. ja eigentlich in ein TGiS zu verwandeln. Der Schreck saß richtig richtig tief. Zumal drumherum genug Autos standen. Wenn das Feuer da übergegriffen hätte, wir hätten eine riesige Feuerwalze gehabt. Ich ging in Gedanken schon den Fluchtweg durch. Und das alles nur, damit uns beim abendlichen Nachbarschafts-Stammtisch der Gesprächsstoff nicht ausging. Wär echt nicht extra nötig gewesen. Ich sach EuchWenn je eine Straße den Ehrentitel Whisteria Lane verdient hat, dann unsere. Und sie kommt so harmlos daher...

Was wollte ich noch sagen? Ach eigentlich alles und nichts. Irgendwas mit wie schrecklich alles, was man so liest, wie furchtbar die Nachrichten, wie unglaublich nervig das sensationell selbstüberschätzende Forderungsmanagement längst abgehängter grüner Befehlsgeber von eigenen Gnaden und und und und vor allem wie unruhig die Weltenlage. Da ist man direkt froh, wenn wenigstens im eigenen Bundesland die neu Gewählten unaufgeregt einfach mal vor sich hinarbeiten. Inclusive ergiebiger Aufklärung der Bürger. Die man sich allerdings schon selber suchen muss. In den Medien sucht man Berichte über koalitionäre Fortschritte vergebens. Ist wohl alles zu unspektakulär. Wo es doch soviel schöne orangene Aufreger gibt. Mit der Folge, dass sich die einen direkt morgens nach dem Aufstehen bange fragen, was denn das Ganzkörper-Doppelkinn jetzt schon wieder angestellt haben könnte? (ich)  Die anderen können keinen Feiertags-Ausflug mehr genießen, ohne hinter jedem Busch, auf jedem Stein die häßliche Fratze des Godfather aller Narzissten zu erkennen. ( wie +Spieler Sieben eindrucksvoll beweist )

©Foto: SpielerSieben
Eins sag ich Euch: Solange einer, der hanebüchenen Irrsinn in die Welt hinaus-Covefet die kleinen miesen Grabbelfinger am Atomcode hat, solange hör ich nicht auf, zu rauchen. Wozu auch? Damit ich eines Tages vor einer Qualmwolke stehe, die dann nicht mehr von Nachbars abgefackelter Hecke kommt, sondern des Endlich20 Ausrufs beim Brand gestern "Watt getz? Atomare Wolke?" bestätigt und dann denke "Wozu dieses vernünftige Leben?" Nein danke. So. Jetzt aber. Nun atmen wir alle einmal tief durch. Geht ja gerade. Solange bis der nächste Brand auffackelt und amüsieren uns mit der

Statistik:

"Beschimpfung der Woche": Dusselige Dame mit Dänen Demenz. 
(©Engelchen über mich. Merke eins: BSF lässt grüßen. 
Merke 2: Wer solche Freunde hat ...usw. Merke 3: Wo se recht hat se Recht. Bussi )
Suggestion der Woche: Älter werden ist eigentlich schon ziemlich sexy. Schon alleine 
dieses Stöhnen.... zum Beispiel beim Treppensteigen oder beim Aufstehen /(©Trixelinchen 
Wunsch der Woche: Wann ist endlich Winter, dann hab ich den Radweg 
wieder für mich alleine. (©Halbtonschritt) 
nur nach Dänemark. (freundlich überrreicht von Trixelinchen)   
Sehnlichster Wunsch der Woche: Ich will wieder an die Nordsee, ich will zurück 
nach Dänemark. (ich feat. die Ärzte) 


Stoßseufzer der Woche. Manchmal wünscht man sich, ein Vogel zu sein:
 gucken, kacken, wegfliegen (©Ethniesoph auf Twitter)
Obst der Woche: Press Statement WhiteHouse says 1 goals of Potus' Israel trip 
is "promote the possibility of lasting peach" (und das ist kein Witz! Israel freut sich
 bestimmt über diesen Verbesserungsvorschlag für seine Landwirtschaft )   
Optimismus der Woche: ich rege mich über diesen Donald nicht mehr auf, immerhin 
wollte dieser Tim Bendzko ja noch die Welt retten (©MeinolfsSchwester auf Twitter)  
Resignation der Woche: Man sollte in Erwägung ziehen, dass Trump nicht trotz seiner
 Dummheit und seines schlechten Benehmens gewählt wurde,
 sondern genau deshalb! (©Frazer2 auf Twitter)  
Überlegung der Woche: Kann ich das mit dem Friede, Freude, Eierkuchen 
nochmal sehen? (Paraneues auf Twitter)
Konsequenz der Woche: Wie heißt nochmal der kleine Gallier, der alle 
vom Arbeiten abhält?" " Netflix"  (©PeterJochum auf Twitter) 

Allen ein schickes Rest-Wochenende!
Unterbrecht nichts, was ich nicht auch unterbrechen würde.

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Sonntag, 11. Juni 2017

Ich brauche keine Therapie -



Diesen schön illustrierten Spruch gab mir die liebe Trixelinchen am Abreisetag noch mit auf den Weg. Und watt soll ich sagen? Stimmt genau. Ganz genau.

Wie schon in den letzten Jahren erwies sich Dänemark als ganz und gar großartiges Ziel für uns. Wir genossen zwei wunderbare Wochen mit Wetter von allet im Haus mit allet.  Dasselbe wie im letzten Jahr, ich berichtete darüber ja ausführlich in Blavand ist das neue Westerland .
Der Start war etwas holprig diesmal, wir sind eigentlich anderen und besseren Service von Ferienhaus-Vermittler unseres Vertrauens gewohnt. Da dies aber kein Mecker-Eintrag werden soll und man ja auch erstmal dem Adressat der Meckereien Gelegenheit zur Stellungnahme geben soll und hysterisches Schlechtmachen sowieso meine Sache nicht ist, erzähle ich darüber zunächst einmal nichts. Zunächst.
  
Die ersten Tage waren der Ruhebewahrer und ich ganz alleine, genossen die Nordsee, übergaben ihr unsere Sorgen und kamen so allmählich zur Ruhe, bevor dann die Jungs und der Jimny hinterher kamen. Ebenfalls bereit für Erholung, aber auch für Abenteuer. Z.B. mit dem Jimny, der an einem dafür freigegebenen Strandabschnitt endlich mal zeigen konnte, dass er wirklich ein ganz echter, richtiger Geländewagen ist und wirklich was kann. Selbst ich hab mich getraut. Und ich hab mich getraut, es mir heute mal etwas einfacher zu machen. Ausführliche Einträge zu Dänemark finden sich in diesem Blog ja durchaus bereits. Label: Dänen lügen nicht.

 Deswegen habe ich die schönsten Fotos im GooglePlus Album "Ich brauche keine Therapie" zusammengefasst und sie zum Teil untertitelt ( teilweise bißchen schwer zu lesen, aber ich hab es anders nicht hingekriegt ) Schaut Euch einfach dort ein bißchen um und genießt die schöne Stimmung. Das muss für dieses Mal reichen, seht es mir nach. Dafür habt Ihr es aber auch schon jetzt und nicht erst in ein paar Wochen.

Denn wie immer - die Arbeit ruft, die Wäscheberge rufen und noch so einiges anderes ruft, was erledigt werden muss und ein bißchen Kopfzerbrechen bereitet. Die Erholung muss ich mir dringend diesmal ein bißchen bewahren.

Freitag, 19. Mai 2017

T.G.i.F. - nach der Wahl

ist vor der Wahl. Gilt in diesem Jahr wohl ganz besonders. Tjanun, wer hätte das gedacht letzte Woche, dass der alten Tante SPD die Kraft verloren geht? ( jaha, ich schmeiß was ins Phrasenschwein. Von mir aus auch gleich 3 Euro). Meine Reaktion zum Ergebnis bleibt ambivalent, Aus verschiedenen Gründen. Die offensichtlichsten Gründe sind sehr weit rechts angesiedelt. Und - auch wenn alle die Wahlbeteiligung loben, mir ist das immer noch zu niedrig. Knapp ein Drittel, das nicht wählen geht? Aber egal. Ich werde Euch heute nicht weiter mit Politik auf die Nerven fallen, habt Ihr ja am Wahlabend schon ergebenst bei Twitter ertragen. Warten wir ab und schauen den Herren Lindner und Laschet beim Eiertanz zu.

Von daher erstmal: Tach auch Liebeleins. Wie isset Euch? Wie war Euer Sommer? Ja genau, ich meine die zwei Tage, wo es direkt wieder schwül, feucht, drückend, kurz unerträglich war? Und dazu werden wir rumd ums Haus von adipösen Killerwespen heimgesucht, das ist echt nicht mehr schön. Hoffentlich blüht bald der Lavendel, dann sind die anderweitig beschäftigt. Und ja - ich darf meckern. Ich halt mich dafür ja bei Kälte zurück. Aber Abhilfe ist in Sicht. Der Staat, in dem nichts faul ist, wartet auf uns. Auf uns alle vier sogar. Gestern hatten wir schon einen veritablen "Sehnsucht ist ein Notfall" Abend. Bei den Nordlichtern war Themenabend Dänen lügen nicht. Hach. Ach. Hach, Ich freu mich schon ganz dolle. Vor allem, weil wir einige Tage sogar zu viert sein werden und ich mir gestern eine Wasser-Hängematte gekauft habe (wie immer das funktionieren soll), in der wir dann den heutigen Geburtstag des Nachwuchs-Juristen nachfeiern können. Der sitzt nämlich heute an seinem Jubeltag in der vorletzten seiner Examensklausuren.


War sonst noch was? Nun, wir haben es schon wieder getan. Wir waren schon wieder in der Disse. Das nächste Daddy-Revival fand statt und unser schwofender Kreis vergrößerte sich um einen Teil der Stammtisch-Besetzung, denen es auch ganz vortrefflich gefiel. Diese Events werden wohl ein festen Bestandteil unseres Event-Kalenders werden. Ansonsten war halt wie immer. Viel Arbeit, wenig Ehr. Diese Woche immerhin mit Einladung zur Café-Eröffnung in der NachPlus eine Eröffnung  Das Ende meiner Arbeitswoche erwischt mich derzeit immer so überraschend wie sonst nur Weihnachten. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist.

Besuch hatte ich noch diese Woche. Der Herr Papa weilte ein paar Tage anne Emscher, um den Ruhrfestspielen die Honneurs zu erweisen. Wenigstens einer, der die kulturelle Fahne hochhält ausse Famillje. Meine kulturelle Teilhabe beschränkt sich ja derzeit eher auf Letsdance. Und selbst behaupten noch böse Zungen, es ginge dem bewährten Twitter-Lästerschwestern und Brüder-Kreis nicht vordergründig um die Höpperei. Was sagt man dazu? ( A propos: Heute Abend? Date steht?) Was auf jeden Fall steht - bevor ich mich in die jütländische Auszeit verabschiede - ist wie immer die

Statistik: 

Beschwerde der Woche: Noch nie wurde ein Politiker so schlecht behandelt 
wie ich (©der Trumpinator. Eine Runde Mitleid bitte. )
Zahl der Woche: 12,6 
Ansage der Woche: Bürgerpflicht für alle, die heute nicht wählen gehen: 
5 Jahre die Fresse halten ( ©KTacki auf Twitter am letzten Sonntag) 
Wunsch der Woche: Wenn man sich bei Menschen mit einem Rechtsklick 
die Eigenschaften anzeigen lassen könnte, würde uns das oft 
vor Enttäuschungen schützen. (©Trixelinchen auf Twitter) 
Stoßseufzer der Woche. Bin 20 Jahre Auto gefahren, ohne Berganfahrassistent, 
Parkpilot, Start-Stopp-Automatik und Navi. Aber dafür hatte
 ich einen ASCHENBECHER! ( ©TimCattrall auf Twitter) 
Erkenntnis der Woche: Ich finde, dass man all diese tollen Frauen, die Schlampe
 genannt werden, nicht in einen Topf 
mit dieser Nazi-Tussi werfen darf. (©Paraneues auf Twitter) 

Allen ein schickes Wochenende und eine gute Zeit. 
Lästert über keinen Tanz, über den ich nicht auch lästern würde. 

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Freitag, 12. Mai 2017

T.G.i.F. - Immer gut, eine Wahl zu haben

Tach auch Liebeleins. Allet schick und schön bei Euch? Ruhrgebiet vermeldet ambivalentes Wetter und ambivalente Stimmung.Womit ich auch schon direktemang bei meinem Hauptthema heute bin und dem Grund, warum ich gerade anderes liegen lasse und mir die Zeit für ein TGiF einfach nehme. Der Landtagswahl in NRW am kommenden Sonntag.

Auf den letzten Metern sieht es so aus, als ob die (Hannelore) Kraft der SPD nachlässt, Die Grünen hat die Frau mit dem personifizierten "Alle dumm und unfähig außer mir Gesichtsausdruck" eh ganz formidabel im Alleingang demontiert, soviel dürfte jetzt schon klar sein. Auch wenn man keiner Umfrage trauen sollte, die man nicht selbst gefälscht hat.

Aber ich traue meinem ewigen Credo: Nicht wählen heißt rechts wählen. Und - es ist immer gut, eine Wahl zu haben. Und so schlecht sind die Wahlmöglichkeiten im Lande gar nicht. Abgesehen von der selbsternannten Alternative! Die ist nämlich keine. Gar keine. (Nicht nur in NRW nicht)  Mit einem, der im Wahlkampf die Höchstdosis Kreide gefressen hat und trotzdem seine Radikalität nur notdürftig kaschieren kann und mit einer Nebenerwerbs-Homöopathin, die das traditionelle Frauenbild predigt? Unfassbar, dass es überhaupt Leute gibt, die dort ihr Kreuzchen machen wollen. Bin gespannt, ob diese dann auch freudig das Kreuz tragen werden, dass genau die genau ihren Wählern auferlegen werden. Also bitte:  wenn man schon unbedingt Protest wählen will, gibt es gerade in NRW noch genug wählbare Alternativen, ohne dass man den Rechten Tür und Tor öffnet. So finde ich ehrlich, dass die Piraten in NRW wirklich wählbar sind. Die haben in den letzten fünf Jahren hier einen guten, konstruktiven Oppositionsjob gemacht. Wahrscheinlich leider zu gut. So dass zu wenig Zeit blieb, um diese Arbeit den Wählern näher zu bringen. Ich würde deren Auszug aus dem Landtag wirklich bedauern.

Um auf das konservative Spektrum zu schauen: ich finde auch Armin Laschet durchaus wählbar. Und kriege eine Krise, wenn ich das ewige Gerede von "der Mann hat kein Charisma" höre. Am Arsch kein Charisma! Watt soll ich mit Charisma, wenn meine Kinder nicht einmal in der Schule aufs Klo gehen können, um es so scheiße zu sagen, wie es ist? Geht mir wech mit charismatischen Heißdüsen. Dem Land ist mit Pragmatismus und Sachverstand, Unaufgeregtheit und gutem Benehmen bestimmt besser gedient als mit Charisma. Echt mal. Und wenn ich schon dabei bin, hau ich einfach auch raus, wen ich wählen werde. Im Land und wenn mir nicht zuviele jamaikanische Verbrüderungen dazwischen kommen, wohl auch im Bund: FDP. Punkt. Ja, auch mir ist aufgefallen, dass auch die FDP das Thema Ruhrgebiet nicht wirklich auf der Agenda hat, ja auch mir passt nicht alles an deren Wahlprogramm. Aber - wenigstens haben sie eins. Ehrlich und neu erarbeitet. Dazu habe ich oft genickt und mich vertreten gefühlt durch deren Arbeit in den letzten Jahren. Und ja - es ist mir wumpe, dass Herr Lindner wohl im Herbst nach Berlin geht. Soll er. Dann wird es wenigstens um einiges unterhaltsamer im Bundestag. Ich kann mit denen, die ihn hier in NRW be-erben, sehr gut leben.

Der Hauptgrund ist für mich allerdings, dass die FDP den einzigen einsamer Mahner für zwei eigentlich binsige Wahrheiten gibt, die sich sonst keiner auszusprechen traut und die mir sehr wichtig sind:  Zum einen die klare Ansage, dass es auch sowas wie eine Eigenverantwortung des Bürgers gibt. Wenn mir eins nämlich wirklich mächtigst auf den Geist geht, ist es diese grassierend um sich greifende Anspruchshaltung ohne jegliche Leistungsbereitschaft. Zum anderen die Aussage, dass wir ein gutes Grundgesetz haben und genug, wenn nicht zuviel Gesetze und Verordnungen und es einfach reichen würde, wenn man diese auch einmal anwendet. Originäre staatliche Aufgaben zu erfüllen und sich nicht für Tschaka-Aktionen wie den Blitzermarathon oder den flächendeckenden Rauchmelder-Zwang zu feiern. In diesem zutiefst ruhrisch/holländischen Sinne: Glückauf! Das wird zweistellig. Glaube ich fest dran.

War sonst noch was? Nur ein bißchen. Der Ruhebewahrer verbrachte auch einen Großteil seines Geburtstages im Stau und musste erst so alt werden, um zu erfahren, was ein Leatherman ist. Wie kann man das nicht wissen? Erst recht als begabter Hobbyfrickler! Hallo? Alles andere hab ich Euch ja schon erzählt. Von den gZsZeitfressern und dem ganz wunderfeinen Tussendoortje auf den friese Meren. Den Rest entnehme die geneigte Leserschaft einfach wie immer der

Statistik: 

Satz der Woche: Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. 
Oder durch Bauarbeiter. (©Torsten Sträter in seinem Männerhaushalt) 
Karriere der Woche: Vom Entenflüsterer über den Raupenbändiger zum 
Flohzirkusdirektor: der Ruhebewahrer. (dafür, für die Schuhe und für die Erkenntnis des 
Macron-Effekts hat es sich gelohnt, dass Drachentöters mich zum Optiker geschickt haben) 


Angebot der Woche: Hab Du mal Säure, wir nehmen Dein sexy
 (©Minnasophie nicht auf Twitter, sondern live) 
Absurdum der Woche: Kein Kind zurücklassen. 7.200 seid (sic!!) 2010 
(von einem Wahlplakat der SpD NRW. Kein Witz. und damit ist wohl alles 
gesagt zu deren Schulpolitik. ich weine laut ) 
Erkenntnis der Woche: Schlimmer als die Dummköpfe dieser Welt, 
sind die, die ihnen glauben (©PaulFauser auf Twitter) 
Mahnung der Woche: Jemand sollte Donald Trump dringend erklären, welche 
Auswirkung ein globaler Atomkrieg auf die Anzahl
 seiner Twitter-Follower hätte. (©Grantscheam auf Twitter) 
Leseempfehlung der Woche: der Roman zur Stauschau: Die Abbieger  von Thomas Schweres.   

Allen ein schickes Wochenende
Wählt keine Alternative, die ich nicht auch wählen würde. 

Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage. 










 

Montag, 8. Mai 2017

Gute Zeitfresser, schlechte Zeitfresser

Na, Liebeleins. Vermisst Ihr mich? Ich Euch und den Blog auch. Gut, dass wir unsere Zwitscher.Runden haben, sonst würde mein virtuelles Leben derzeit komplett auf Eis liegen.

Aber - so isset eben manchmal. Man muss halt Prioritäten setzen und nicht immer kann man diese dort setzen, wo man sie am allerliebsten setzen würde. Nicht alles erledigt sich schließlich durch Liegen-lassen und aufgeschoben ist nun mal leider seltenst aufgehoben. In den letzten Tagen wurde mir alles ein klitzekleines bißchen zuviel, vor allem von den schlechten Zeitfressern, die unermüdlich ihr Futter einfordern: Haus und Hof, Einkauf, der Stau, in dem der Ruhebewahrer jeden gottgegebenen Tag mehr wache Zeit als zuhause verbringt, die kaputte Bandscheibe der Kollegin, die mir die ein oder viele andere Überstunden einbringt, Wäsche - versteht einer, wie man immer wieder eine Dreiviertelstunde im Waschkeller verbringen kann? Nein? ich auch nicht. Und doch passiert es mir immer wieder.... Geburtstagsvorbereitungen, Kümmernisse hier, Kümmernisse dort. Ihr kennt das.

Und wenn die Zeit knapp wird, dann muss man sie manchmal eben dort wegknappsen, wo es einem selbst am wehesten tut. Am Freitag hatte ich echt "datt arme Dier", wie man am Niederrhein sagt. Sehnsüchtig schielte ich zum PC, sehnte mich dolle nach den Zeiten, als der Freitagmorgen noch mir und dem TGiF in aller Seelenruhe gehörte - und ging einkaufen. Und anschließend dies und das und jenes. ich will jetzt nicht episch werden.

Denn - es gab ja auch gute Zeitfresser: Den Nachmittagskaffee bei der Nachbarin mit magnetischem Wellness, den Vormittagskaffee bei der anderen Nachbarin mit Terminplanung für das Restjahr
(soweit isset schon gekommen), den Steakhouse-Besuch mit Drachentöters, den je oller, desto doller werden se Restaurantbesuch beim ebenso dullen Griechen in Bochum mit dem Twitter-Pott, Planung weiterer Events.Ich sach nur soviel: Wer dies Jahr extraschichten will, der Trixelinchen ihr Göttergatte aka der Mann, der nie schreibt wird uns samt mobilem Dixie-Klo durch und auffen Pott setzen. Das wird der Knaller.... so und so. Dann gab es noch den Tag der sonoren Herren: Erst hatten wir ein prinzlich- frielinguistisches Brunch-Date mit dem besten Rupi von allen und seiner allerbesten Altenpflegerin und dann ließen wir uns am selben Tag noch ganz gepflegt vom Willi sein Sohn ins Kopfkino mitnehmen. Zu deutsch: Wir waren bei den Ruhrfestspielen beim Gastspiel des großartigen Matthias Brandt.

Es gibt viel zu tun (©Trixelinchen) 
Prinzlicher Brunch (©Ruprecht Frieling ) 
















Und - ganz viel Zeit, gute Zeit fraß ein Tussendoortje" auf den friese Meren. Jaha, wir waren schon draußen, jottwehdeh draußen. Tanz in den Mai, mit dem Boot und dem Wind auf den Wellen, mit Schwager und Schwägerin und es war soo, soo bomfationös. So so toll, dass ich mir jetzt einfach die Zeit nehmen und einen Logbuch-Eintrag dazu verfassen werde. Denn manche Zeitfresser verdienen es einfach, nie niemals vergessen zu werden.    

Schiffsbar geöffnet (©ich. Man sieht es an der schlechten Qualität)