Wie bereits im Bestandaufnahme-TGiF angedroht, gibt es einen extra Eintrag für Serientipps. Kann ja jetzt gerade nicht schaden, wo immer mehr in quarantäniert werden. Stichwort: Leben in Zeiten der Corona. Also von mir für Euch: Must sees und einige wenige geht so
Bestandsaufnahme*: Gesehen**
Serien:
- (Noch) Lindenstrasse: trudelt dem Abriss entgegen. Prognose: Am Ende sind alle tot.
Oder im Knast. (ARD) Oder wegen Corona interniert. Hätten die Drehbuchschreiber das geahnt, sie hätten sich all die Wendungen sparen können.....
- Afterlife: von und mit Ricky Gervais. Long story short: Der Lokaljournalist Tony beschließt nach dem Tod seiner Frau, ein schlechterer Mensch zu werden und so die ganze Welt zu bestrafen.
Ich habe gelacht, ich habe genickt, ich habe geschluckt, ich habe Tränchen weggeblinzelt, kurz: Ich war bestens unterhalten. Unbedingte Guck-Empfehlung. Mit dem Goodie eines tollen Soundtracks obendrauf. (Netflix)
- Bosch, Staffel 5: wie immer gut gemachtes Krimi-Handwerk. Aktuell hätte ich soviel L.A. Crime Input allerdings nicht gebraucht. Aus Gründen. Ihr versteht.
- The Affair, Staffel 5: Die Affäre ist endgültig beendet. Staffel Eins und Zwei gehören immer noch zum Großartigsten, welches ich in den letzten Jahren an Serien gesehen habe. Staffel drei und vier enttäuschten dann sehr, aber die Serie hat bei mir so viele Credits, dass ich die Abschluss-Staffel schon noch sehen wollte. Zu meinem Erstaunen haben die Macher es tatsächlich hingekriegt, der Affäre ein gelungenes Finale zu schenken, welches mit der Serie als Ganzes versöhnte. Und - der Tanz-Flashmob zum Schluss hat wirklich Spaß gemacht. Damit hat mir die Serie tatsächlich noch ein neues Lied für meine Better Times Playlist geschenkt. (The Waterboys: Whole of the moon) (Amzon Prime)
The Kaminsky Method: Ich mag die Serie und ihren schnellen, schrägen Humor. Michael Douglas als Schauspiellehrer und Alan Arkin als Schaupiel-Agent sind ein gleichermaßen hinreißendes wie kongeniales Paar. Prädikat: Unterschätzt. (Netflix)
Blutsbande: Steckenweise düstere Family Novel aus Schweden. Tolle Schauspieler, sehr langsam erzählt, tolle Landschaft und eine Stimmung erzeugend, die sofort wieder da ist, wenn man nur an die Serie denkt. Düster, melancholisch, selten hoffnungsfroh. Aber man muss es trotzdem gucken. Diente wohl der von mir auch sehr beachteten Serie Bloodline als Vorbild. (Amazon Prime, nicht verwechseln mit Hanna Svensson - Blutsbande. Das ist was ganz anderes)
This is us, Staffel 3: ich liebe diese Serie einfach. Schönste Familienserie seit Gilmore Girls. Mindestens. Auch wenn ich Rebekkas seelenvollen Augenaufschlag nicht mehr sehen kann - alles andere ist einfach so ach, hach, ach. Milo Ventimiglia ist der hinreißendste Fernsehvater, den es jemals gab. Alleine für ihn würde sich das Gucken lohnen. Aber auch die anderen Rollen - einfach toll, toll, toll. (Amazon Prime. International übrigens ein Riesenerfolg, mit Preisen überhäuft. Nur D hat es wieder fertig gebracht, diese Serie zu versenden)
Modern Love: Anthologieserie bei Amazon Prime nach der gleichnamigen Kolumne in der New York Times. Von überraschend bis anrührend bis nachdenklich machend ist alles dabei. Lieblingsfolge: Folge 2 mit Dev Paatel ( der Slumdog Millionaire) Regie und Drehbuch von Jim Carney, was mich auf diesen hinreißenden Film brachte:
Filme:
- Can a song save your life - derzeit in Prime inkludiert.
Musikfilm mit Gütesiegel. Romantisch, gefühlvoll, nicht kitschig und ein tolles Happy End. Weil es zwar ein gutes Ende hat, aber nicht das Happy End, welches man hätte erwarten können.
In den Hauptrollen: Keira Kneightley (ok) , Mark Ruffalo (kannte ich bisher nicht, was auf jeden Fall eine Bildungslücke war, welche dringend gestopft gehörte), James Corden (ja echt, DER James Corden! Und so niedlich in dem Film), Adam Levine (ja nochmal, echt. Scheiß Adam Levine! Und er singt. Zum Niederknien. Auch wenn er keinen Sympathieträger spielt. Aber er singt. Und hey: Adam Levine!), die Stadt New York und viel viel Musik.
Lieblingsszene: Fast alle. Aber wie der Film umgesetzt hat, was im Kopf des Musikproduzenten vor sich geht, als er Lost Stars zum ersten Mal hört, das ist schon ganz groß. Guckt das. 100 Minuten perfekter Urlaub vom Alltag.
Es gab noch ein paar Sachen mehr, die wir/ ich gesehen haben. Die finden hier aber keine weitere Erwähnung, weil sie entweder einfach nur so mittel bis richtig schlecht waren oder nicht mehr zum Streaming verfügbar sind. Wer etwas zu den nachfolgenden Serien wissen möchte, frage gerne.
- die Erbschaft
- Marcella
- The Rain
- the Americans
- the good fight
- Easy
- Black Mirror, die neuen Folgen
* Bevor jemand fragt: Das umfasst tatsächlich einen Gesehen Zeitraum von komplett 2019 und bis jetzt 2020
** Dieser Post versteht sich als Kurzrezension im Rahmen des Labels Bestandsaufnahme/ Tagebuchbloggen. Es ist keine aufgeforderte und keine bezahlte Werbung. Es spiegelt meinen persönlichen Geschmack wieder.
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Donnerstag, 12. März 2020
Freitag, 14. Februar 2020
TGiF - Bestandsaufnahme auf dem Holzweg
Tach auch Liebeleins. Ist das schäbig oder ist das schäbig da in diesem draußen? Ob es jemals wieder richtig hell werden wird? Ein paar Stunden Tageslicht könnten nicht schaden. Wirklich nicht. Hab ich sogar ärztlich attestiert bekommen heute. Eklatanter Vitamin D-Mangel. Wird jetzt hochdosiert behoben. Wenn ich demnächst Tarantella auf dem Tisch tanze, wissta Bescheid.
Und sonst so? Das Jahr schreitet voran, so richtig viel kann 2020 immer noch nicht. Ich bemerke (nicht nur) an mir eine leichte Grund-Gereiztheit. Gepaart mit sich nicht wirklich aufraffen können. Zum Bloggen beispielsweise. Es gab bisher erst ein TGiF. Dabei gäbe es so vieles, worüber es sich zu schreiben lohnen würde. Eigentlich. Ihr wisst schon, dieses eigentlich, in dem wie so oft der Fehler liegt.
Dabei fehlt es mir. Das Bloggen. Das ganz schlichte vor mich hin bloggen, mir dabei über das ein oder andere klar werden. Ich weiß auch, woran es hapert. Nicht nur am sich nicht wirklich aufraffen können. Es liegt an dem Gefühl, dass es sowas von wumpe ist, was man in die Tasten hämmert. Die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Menschen ist mittlerweile maximal 280 Zeichen groß und davon ab, meistens auch nur auf die eigene Befindlichkeit gerichtet. Dazu ist meine Erwartungshaltung an mich selbst immens gestiegen. Ich weiß, dass ich einige sehr gute Blogartikel geschrieben habe. Ich weiß auch, dass das nicht jeden Tag geht. Trotzdem ist es nicht leicht, das Gefühl abzuschütteln, mich selbst zu diskreditieren, wenn ich einfach so vor mich hin schreibe.
Aber vielleicht bin ich genau da auf dem Holzweg. In letzter Zeit habe ich auf Twitter wieder den ein oder anderen Link zu klassischen Tagebuch-Blogs gesehen, wie wir sie früher auf blogpunktde hatten. Die Blogs, mit denen alles angefangen hat. Ich lese da durchaus bei anderen ganz gerne mal rein. Vielleicht sollte man es einfach wieder machen. Schreiben lernt man nur durch schreiben. Solange ich nicht als Tastatur-Samariter ende und meine, für den Weltfrieden zu bloggen. Also Tagebuch-Blog. Versuch mach kluch. Ab dafür.
Der Rotterdamer: Ist nicht auf dem Holzweg, sondern straight Richtung Abenteuer unterwegs. Für ihn scheint es sein Jahr zu werden. Erasmus hat ja zum Exchange gesagt. Und gleich noch eine Competition ausgezeichnet. Vorläufige Reiseroute 2020: Madrid, Seattle, Los Angeles. Letzteres sogar für ein ganzes langes Semester. Er freut sich riesig. Und verdient. Hat er auch genug für getan. Wir sind eher aufgeregt und überlegen, ob sich einer der bekanntesten Söhne unserer Stadt wohl für Care-Pakete-Lieferung einspannen lässt.
Der Rheinländer: Arbeitet, doktert, freut sich auf Karneval. Ich sach nur Polka, Polka, Polka. (Insider. Sorry dafür und für den Ohrwurm gleich noch ein Sorry mit)
Twitter: Geht mir auf den Geist. Aber sowatt von. Empörung allerorten. Bis an den Rand der Hysterie und darüberhinaus. Vom Virus Clickbaiting scheinen schon die Besonnensten infiziert. Beispiel: Die stürmische Sabine. Ja, es war ein heftiger Sturm. Streckenweise auch ein Orkan. Aber es war kein Kyrill und keine Ela. Es war ein heftiger Wintersturm. Mit etwas Umsicht ganz normal zu handeln. Las man Twitter, konnte man meinen, wir wären am Rande der Apokalypse. Ja, es ist nicht verkehrt, zu warnen. Aber man sollte immer im Hinterkopf haben, dass bei den nächsten vielleicht berechtigteren Warnungen keiner mehr hinhören könnte. Und das wäre dann wirklich mal ein Grund für Hysterie.
Politik: Ich weine leise. Was muss ich tun, um in Holland wählen zu können? Ich kann doch nicht nicht wählen. Bisher galt: Wer nicht wählt, wählt rechts. Mittlerweile ad absurdum geführt. Es kotzt mich an. Trotzdem auch hier: Empörungstwitter und clickgeile Medien haben es tausendmal schlimmer gemacht. Selbst vergleichsweise sachliche Medien waren so berauscht von der thüringischen Dramatik, dass sie selbst ob des AKK Rücktritts von Schockwellen barmten. Nee, Leute. Ihr spielt denen in die Hände, die Ihr verhindern wollt. Wann kapiert Ihr das endlich?
Highlights: spärlich gesät. Die Boot. Ein Wiedersehen nach fast einem Vierteljahrhundert. Das traditionelle Dschungel-Rudelgucken incl. des gefürchteten Dschungel-Caterings made by Engelchen. Ein WellnessTag, an dem uns Pinguine über den Weg liefen.
Downlights: Ich werde sparen. Viel viel Geld. Nix mehr mit Trompetenärmeln. Meine bevorzugte holländische Modekette verabschiedet sich nach fast 40 Jahren. An mir hat es nicht gelegen.
Gelesen: Wenig. Vor allem zu wenig Gutes. Erwähnenswert alleine:
Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers. Der Roman zum Klima. Nicht schlecht, gut geschrieben, aber letzten Endes doch erstaunlich flach.
Juan Moreno: 1000 Zeilen Lüge. Irre spannend, obwohl man ja bereits soviel zum Thema zu wissen meint. Moreno beschreibt ausführlich, dabei aber prägnant. Das einzige Buch in den letzten Monaten, bei dem ich nicht aufhören konnte, zu lesen.
Mikael Bergstrand: Der 50jährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte. Sozusagen Eat Pray Love aus männlicher Sicht. Kurzweilig und mit viel Zärtlichkeit für seine stolpernden Charaktere.
Gehört: Dank guter Soundtracks und vor allem dank des "Don't look back in anger" Tags auf 1Live ein paar neue Ohrwürmer der BetterTimes Musikbibliothek zugefügt:
The 1975: Me and you together Song
The Waterboys: Whole of the Moon
Adam Levine: Lost Stars
Placebo: Song to say goodbye
Gesehen: jede Menge nachzutragen, stelle ich fest. Deswegen der Entschluss, den guten Vorsatz, mehr zu bloggen, genau da anzusetzen. Einstweilen: Schaut Afterlife und Can a song save your life! Einzelheiten coming soon.
Aussicht: Wir kriegen die Wände schön. Wir können uns bald wieder weicher betten. Und so langsam naht die Zeit, in der wir Tage statt Wochen zählen können.
Absicht: Ich überlege ernsthaft, ob ich mir einen Instagram Account zulegen soll. Hauptsächlich begleitend zum Logbuch. Eigentlich ist mir dieses Medium ob seiner weichgezeichneten rosaroten Welt ebenso suspekt wie mittlerweile Empörungs-Twitter. Aber vielleicht ist es auch schön, ein Medium zu haben, in welchem ich mich hauptsächlich mit den schönen Seiten unseres Lebens beschäftigen kann. Und davon gibt es ja viele. Ich überlege noch ein bißchen. Derweil
* Wie immer gilt: Wer Tippfehler findet, kann sie behalten.
** Weitere Links auf Nachfrage
*** habta gemerkt, wie entschlossen ich dem Valentin sein Tach ignoriert hab? Als die Frau, deren Mann ihr auch so regelmäßig eine feine rote Rose schenkt, kann ich mir das leisten. Jaha. Aber gut, da gestern auch noch Weltradiotag UND Tag der Internetfreunde war, sag ich es Euch, meinen Internetfeunden mit meinem Lieblings-Radiosender: Schenkt Euch Liebe.
Und sonst so? Das Jahr schreitet voran, so richtig viel kann 2020 immer noch nicht. Ich bemerke (nicht nur) an mir eine leichte Grund-Gereiztheit. Gepaart mit sich nicht wirklich aufraffen können. Zum Bloggen beispielsweise. Es gab bisher erst ein TGiF. Dabei gäbe es so vieles, worüber es sich zu schreiben lohnen würde. Eigentlich. Ihr wisst schon, dieses eigentlich, in dem wie so oft der Fehler liegt.
Dabei fehlt es mir. Das Bloggen. Das ganz schlichte vor mich hin bloggen, mir dabei über das ein oder andere klar werden. Ich weiß auch, woran es hapert. Nicht nur am sich nicht wirklich aufraffen können. Es liegt an dem Gefühl, dass es sowas von wumpe ist, was man in die Tasten hämmert. Die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Menschen ist mittlerweile maximal 280 Zeichen groß und davon ab, meistens auch nur auf die eigene Befindlichkeit gerichtet. Dazu ist meine Erwartungshaltung an mich selbst immens gestiegen. Ich weiß, dass ich einige sehr gute Blogartikel geschrieben habe. Ich weiß auch, dass das nicht jeden Tag geht. Trotzdem ist es nicht leicht, das Gefühl abzuschütteln, mich selbst zu diskreditieren, wenn ich einfach so vor mich hin schreibe.
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| Holzweg betreten auf eigenes Risiko |
Bestandsaufnahme: Was so los war und wer noch den Holzweg auf eigenes Risiko betreten hat.
Der Rheinländer: Arbeitet, doktert, freut sich auf Karneval. Ich sach nur Polka, Polka, Polka. (Insider. Sorry dafür und für den Ohrwurm gleich noch ein Sorry mit)
Twitter: Geht mir auf den Geist. Aber sowatt von. Empörung allerorten. Bis an den Rand der Hysterie und darüberhinaus. Vom Virus Clickbaiting scheinen schon die Besonnensten infiziert. Beispiel: Die stürmische Sabine. Ja, es war ein heftiger Sturm. Streckenweise auch ein Orkan. Aber es war kein Kyrill und keine Ela. Es war ein heftiger Wintersturm. Mit etwas Umsicht ganz normal zu handeln. Las man Twitter, konnte man meinen, wir wären am Rande der Apokalypse. Ja, es ist nicht verkehrt, zu warnen. Aber man sollte immer im Hinterkopf haben, dass bei den nächsten vielleicht berechtigteren Warnungen keiner mehr hinhören könnte. Und das wäre dann wirklich mal ein Grund für Hysterie.
Politik: Ich weine leise. Was muss ich tun, um in Holland wählen zu können? Ich kann doch nicht nicht wählen. Bisher galt: Wer nicht wählt, wählt rechts. Mittlerweile ad absurdum geführt. Es kotzt mich an. Trotzdem auch hier: Empörungstwitter und clickgeile Medien haben es tausendmal schlimmer gemacht. Selbst vergleichsweise sachliche Medien waren so berauscht von der thüringischen Dramatik, dass sie selbst ob des AKK Rücktritts von Schockwellen barmten. Nee, Leute. Ihr spielt denen in die Hände, die Ihr verhindern wollt. Wann kapiert Ihr das endlich?
Highlights: spärlich gesät. Die Boot. Ein Wiedersehen nach fast einem Vierteljahrhundert. Das traditionelle Dschungel-Rudelgucken incl. des gefürchteten Dschungel-Caterings made by Engelchen. Ein WellnessTag, an dem uns Pinguine über den Weg liefen.
Downlights: Ich werde sparen. Viel viel Geld. Nix mehr mit Trompetenärmeln. Meine bevorzugte holländische Modekette verabschiedet sich nach fast 40 Jahren. An mir hat es nicht gelegen.
Gelesen: Wenig. Vor allem zu wenig Gutes. Erwähnenswert alleine:
Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers. Der Roman zum Klima. Nicht schlecht, gut geschrieben, aber letzten Endes doch erstaunlich flach.
Juan Moreno: 1000 Zeilen Lüge. Irre spannend, obwohl man ja bereits soviel zum Thema zu wissen meint. Moreno beschreibt ausführlich, dabei aber prägnant. Das einzige Buch in den letzten Monaten, bei dem ich nicht aufhören konnte, zu lesen.
Mikael Bergstrand: Der 50jährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte. Sozusagen Eat Pray Love aus männlicher Sicht. Kurzweilig und mit viel Zärtlichkeit für seine stolpernden Charaktere.
Gehört: Dank guter Soundtracks und vor allem dank des "Don't look back in anger" Tags auf 1Live ein paar neue Ohrwürmer der BetterTimes Musikbibliothek zugefügt:
The 1975: Me and you together Song
The Waterboys: Whole of the Moon
Adam Levine: Lost Stars
Placebo: Song to say goodbye
Gesehen: jede Menge nachzutragen, stelle ich fest. Deswegen der Entschluss, den guten Vorsatz, mehr zu bloggen, genau da anzusetzen. Einstweilen: Schaut Afterlife und Can a song save your life! Einzelheiten coming soon.
Aussicht: Wir kriegen die Wände schön. Wir können uns bald wieder weicher betten. Und so langsam naht die Zeit, in der wir Tage statt Wochen zählen können.
Absicht: Ich überlege ernsthaft, ob ich mir einen Instagram Account zulegen soll. Hauptsächlich begleitend zum Logbuch. Eigentlich ist mir dieses Medium ob seiner weichgezeichneten rosaroten Welt ebenso suspekt wie mittlerweile Empörungs-Twitter. Aber vielleicht ist es auch schön, ein Medium zu haben, in welchem ich mich hauptsächlich mit den schönen Seiten unseres Lebens beschäftigen kann. Und davon gibt es ja viele. Ich überlege noch ein bißchen. Derweil
die Statistik:
Stoßseufzer der Woche: Einmal mit Profis.
Trost der Woche: Wer immer nur Wind sagt, muss auch mal
Beutel sagen ( SimiSchalke auf Twitter)
Plan der Woche: Huhnke auf dem Kuhdamm
Autodingsda der Woche: Prolis statt Promis. Langsam wird die mir zu kluck.
Idee der Woche: Wenn mich jemand ärgert, verwende ich seinen Namen
samt Personenbeschreibung im nächsten Buch für eine Nebenfigur und
lasse die dann richtig leiden. Oder sterben. Sterben geht auch.
(©Cameron auf Twitter. Ich gebe zu, die Idee fixt mich an)
Stolperfalle der Woche: Wer "So" sagt, hat noch Kapazitäten frei.
Stolperfalle der Woche: Wer "So" sagt, hat noch Kapazitäten frei.
Warnung der Woche: Wenn Ihr Huawei anfängt zu husten,
dann ist es für Sie zu spät ( Pogobär auf Twitter)
Wahrheit der Woche: Zeit heilt keine Wunde,
Zeit bildet eine Kruste ( ©Karusselfahrerin auf Twitter)
Event der Woche: Morgen kommt raus: Kemmerich hatte einen
Jochen-Schweizer-Erlebnisgutschein für
einen Tag als Ministerpräsident (©MannVomBalkon auf Twitter)
Biografie der Woche: Als #Dorfkind gibt es nur zwei Lebensphasen:
a) die Phase, in der der Spielplatz zum Spielen da ist.
b) die Phase, in der der Spielplatz zum Saufen da ist -
und dazwischen kommt manchmal der Bus. (©Micky Beisenherz auf Twitter)
Missverständnis der Woche: Ich hab gute Laune.
Das scheint diese Verwirrtheit im Alter zu sein. (©Trixelinchen auf Twitter)
Resümee der Woche: Watt wirklich schlimm ist:
Mein Kaffee iss alle. (©der arme Drachentöter)
Weisheit der Woche: Wennste Mittwoch überlebst, dann iss Donnerstach (©Misfits)
In diesem Sinne: Et iss schon Frei-Tach. Allen ein schickes Wochenende.
Betretet keinen Holzweg, den ich nicht auch betreten würde.
** Weitere Links auf Nachfrage
*** habta gemerkt, wie entschlossen ich dem Valentin sein Tach ignoriert hab? Als die Frau, deren Mann ihr auch so regelmäßig eine feine rote Rose schenkt, kann ich mir das leisten. Jaha. Aber gut, da gestern auch noch Weltradiotag UND Tag der Internetfreunde war, sag ich es Euch, meinen Internetfeunden mit meinem Lieblings-Radiosender: Schenkt Euch Liebe.
Labels:
allet Schlampen außer Mutti,
die geheime Kraft der Blogs,
die geheime Kraft der Bücher,
die geheime Kraft der Filme,
die geheime Kraft der Serien,
TGiF,
woanders iss auch scheisse
Sonntag, 13. Januar 2019
Müssen wir nicht alle mal an die frische Luft?
Review zu "Der Junge muss an die frische Luft"
ein Film von Caroline Link nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Hape Kerkeling
Vorweg: Film wie auch Buch thematisieren Ausschnitte aus der Kindheit und Jugend des Komikers und Entertainers Hape Kerkeling in Recklinghausen, die auch den Suizid seiner Mutter einschließen. Ich erlaube mir hier, auf eine weitergehende Inhaltsbeschreibung zu verzichten. Für die, denen der Inhalt nicht geläufig ist (zumindest in groben Zügen dürften das die wenigsten sein ) verweise ich auf breit angelegte Artikel und Kritiken sowohl zum Buch als auch zum Film in allen gängigen Medien sowie in der Wikipedia. Verzicht auf Links aus bekannten Gründen, befragt die Suchmaschine Eures Vertrauens.
Obwohl ich in Recklinghausen lebe, den Stadtteil, in dem Hape Kerkeling aufgewachsen ist, ganz gut und sogar einen der Protagonisten kenne, wollte ich eigentlich nicht in diesen Film gehen. Für mich würde es reichen, wenn ich den Film irgendwann auf dem kleineren Bildschirm sehe. Ich gestehe, ich bin nicht Hape Kerkelings größter Fan. Ich finde ihn sympathisch, ich fand ihn sehr talentiert als Moderator, einige seiner Komiker-Sachen fand ich fast schon genial (ich sage nur Königin Beatrix, die mal eben lekker eten wollte im Bellevue), aber vieles von dem, was er gemacht hat, war einfach nicht mein Humor. Hannilein oder Horst Schlämmer z.B. war mir ein bißchen zu drüber, kurz vor der Grenze zum genervt sein. Mein Bedarf an coming of age Geschichten ist ebenfalls seit längerem gedeckt. Auch wenn man von Leuten in dieser Stadt, die ihn von früher oder heute noch kennen, immer hört, dass er wirklich so sympathisch ist wie er rüberkommt - es reichte mir zu wissen, dass er aus einer großen, Ruhrpott-typischen Arbeiterfamilie kommt, ein frühes Trauma zu verarbeiten hat und daraus seine Motivation rührt, seine Begabung zur Komik und Unterhaltung konsequent zu nutzen. Ich musste das nicht auch noch im Kino sehen.
Meiner Aufmerksamkeit entgangen war zunächst, dass dieser Film unter der Regie von Caroline Link entstand. Als ich das erfuhr, musste ich plötzlich doch ins Kino. Unabhängig von Hape Kerkeling. Ich wäre in absolut jeden neuen Film gegangen, den Caroline Link gedreht hat. Ich liebe ihre Filme. Alle Ausnahmslos. Ihre (wenigen) Filme sind für mich absolute Meisterwerke. Kaum ein Film hat einen derart langen und nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen wie Jenseits der Stille, aber auch alle anderen ihrer Filme - absolute Empfehlung. Einer wie der andere.
Und auch "der Junge muss an die frische Luft" enttäuschte mich nicht. Es ist ein typischer Caroline Link Film. Aber - was seine größte Stärke ist, ist zugleich auch seine einzige Schwäche. Nämlich, dass er genau das ist - ein typischer Caroline Link Film.
Die große Stärke der Caroline Link ist ihre Charakterzeichnung und ihre behutsame Art des Geschichtenerzählens. In jeder Sekunde ihrer Filme merkt man ihren Respekt vor der Geschichte und ihren Protagonisten. Ihr ist es wichtig, Wahrhaftigkeit erlebbar zu machen und vor allem den Figuren ihre Würde zu lassen. In jeder Einstellung merkt man die Liebe zu ihren Protagonisten sowie auch zu den Schauspielern. Sie hat mehrfach bewiesen, in wie guten Händen KinderDarsteller bei ihr sind. Ich als Mutter hätte große Bedenken gehabt, mein Kind eine solche Rolle spielen zu lassen, aber Caroline Link scheint eine der wenigen zu sein, denen man ein Kind für solch eine Aufgabe anvertrauen kann. Sie nähert sich ihren Figuren mit viel Verständnis, viel Aufmerksamkeit und ja eben Respekt. Man kann sich sicher sein, dass sie niemals jemanden bloßstellen würde. Jeder wird so gezeigt, wie er ist. Mit viel Verständnis und Zuneigung für sein Tun. Ich erwähnte bereits, dass ich einen/eine der Protagonisten ein wenig kenne und dieser/diese ist heute noch genauso, wie im Film angelegt.
Was mir fehlte, war eine genauere Milieuzeichnung. Es war mir 'nen Tacken zu wenig Ruhrpott. Für Ruhrpott und seine Menschen war das Erzählte zu weich gezeichnet. Der Pott und seine Menschen, ihre Schnauze, ihr Zusammenhalt und ihre botte Art prägen und fangen auf. Ich persönlich denke, dass nicht nur nicht jeder dafür gemacht ist. Ich glaube auch, wer das nicht selbst erlebt, der kann es auch nicht bis ins letzte nachvollziehen. Und dieses letzte fehlte. Einzig die Ruhrgebietler Joachim Krol und Sönke Möhring konnten diese spezielle Mischung aus Herzensgüte und hart im Nehmen und Geben richtig vermitteln. Letztendlich hätte der Film in jeder Industrielandschaft, die die Republik bietet, angesiedelt sein können. Dabei hat die rheinische Tonfärbung des Jungen, der Hape Kerkeling kongenial verkörperte, noch am wenigsten gestört.
Dennoch: Der Film vermittelte das, was er wohl vermitteln wollte: wie wichtig Freunde und Familie in Krisenzeiten sind. Und natürlich auch das Verständnis für Hape Kerkeling, warum er der wurde, der er ist. Oder war, muss man vielleicht sagen. Denn nach der Veröffentlichung von "Der Junge muss an die frische Luft" hat Hape Kerkeling sich ins Private zurückgezogen. Man sieht ihn öffentlich nur noch selten, etwa bei der Filmpremiere in der Essener Lichtburg. Diesen Rückzug versteht man nach Buch und/oder Film besser. Denn die Komik und die Öffentlichkeit sind nur eine Seite des Hans Peter Kerkeling. Ein bißchen von seiner melancholischen, nachdenklichen Seite offenbarte er bereits in "Ich bin dann mal weg" - seinem Bericht über den Gang des Jakobswegs. Der melancholische Clown war Hape Karkelings Ding nie, er zeigte das, was er konnte. Alltagsbeobachtung, Menschenzeichnung, oft überzeichnet ins Groteske.
Vielleicht hat er irgendwann gedacht, mehr will, kann und muss er davon nicht zeigen. Seine andere Seite hat er erklärt, einmal. Und dann war Schluss. So einfach. Dem Vorwurf, er habe seine tragische Familiengeschichte zu Geld machen wollen, kann ich mich nicht anschließen. Er passt einfach nicht in das Bild, welches man sich von ihm macht. Ich glaube, er wollte sich erklären, verstanden werden und Ende. Der Charakterzeichnung von Caroline Link vertrauend glaube ich das nach dem Film noch einmal mehr.
Fazit: Für Caroline Link Fans ein absolutes Muss. Für Ruhrgebietler ebenfalls empfehlenswert, wenn man sich vorher auf eine gewisse Milieu-Beliebigkeit einstellt. Für alle anderen: Keine vertane Zeit, geht ruhig rein. Der deutsche Film bietet kaum Besseres.
ein Film von Caroline Link nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Hape Kerkeling
Vorweg: Film wie auch Buch thematisieren Ausschnitte aus der Kindheit und Jugend des Komikers und Entertainers Hape Kerkeling in Recklinghausen, die auch den Suizid seiner Mutter einschließen. Ich erlaube mir hier, auf eine weitergehende Inhaltsbeschreibung zu verzichten. Für die, denen der Inhalt nicht geläufig ist (zumindest in groben Zügen dürften das die wenigsten sein ) verweise ich auf breit angelegte Artikel und Kritiken sowohl zum Buch als auch zum Film in allen gängigen Medien sowie in der Wikipedia. Verzicht auf Links aus bekannten Gründen, befragt die Suchmaschine Eures Vertrauens.
Obwohl ich in Recklinghausen lebe, den Stadtteil, in dem Hape Kerkeling aufgewachsen ist, ganz gut und sogar einen der Protagonisten kenne, wollte ich eigentlich nicht in diesen Film gehen. Für mich würde es reichen, wenn ich den Film irgendwann auf dem kleineren Bildschirm sehe. Ich gestehe, ich bin nicht Hape Kerkelings größter Fan. Ich finde ihn sympathisch, ich fand ihn sehr talentiert als Moderator, einige seiner Komiker-Sachen fand ich fast schon genial (ich sage nur Königin Beatrix, die mal eben lekker eten wollte im Bellevue), aber vieles von dem, was er gemacht hat, war einfach nicht mein Humor. Hannilein oder Horst Schlämmer z.B. war mir ein bißchen zu drüber, kurz vor der Grenze zum genervt sein. Mein Bedarf an coming of age Geschichten ist ebenfalls seit längerem gedeckt. Auch wenn man von Leuten in dieser Stadt, die ihn von früher oder heute noch kennen, immer hört, dass er wirklich so sympathisch ist wie er rüberkommt - es reichte mir zu wissen, dass er aus einer großen, Ruhrpott-typischen Arbeiterfamilie kommt, ein frühes Trauma zu verarbeiten hat und daraus seine Motivation rührt, seine Begabung zur Komik und Unterhaltung konsequent zu nutzen. Ich musste das nicht auch noch im Kino sehen.
Meiner Aufmerksamkeit entgangen war zunächst, dass dieser Film unter der Regie von Caroline Link entstand. Als ich das erfuhr, musste ich plötzlich doch ins Kino. Unabhängig von Hape Kerkeling. Ich wäre in absolut jeden neuen Film gegangen, den Caroline Link gedreht hat. Ich liebe ihre Filme. Alle Ausnahmslos. Ihre (wenigen) Filme sind für mich absolute Meisterwerke. Kaum ein Film hat einen derart langen und nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen wie Jenseits der Stille, aber auch alle anderen ihrer Filme - absolute Empfehlung. Einer wie der andere.
Und auch "der Junge muss an die frische Luft" enttäuschte mich nicht. Es ist ein typischer Caroline Link Film. Aber - was seine größte Stärke ist, ist zugleich auch seine einzige Schwäche. Nämlich, dass er genau das ist - ein typischer Caroline Link Film.
Die große Stärke der Caroline Link ist ihre Charakterzeichnung und ihre behutsame Art des Geschichtenerzählens. In jeder Sekunde ihrer Filme merkt man ihren Respekt vor der Geschichte und ihren Protagonisten. Ihr ist es wichtig, Wahrhaftigkeit erlebbar zu machen und vor allem den Figuren ihre Würde zu lassen. In jeder Einstellung merkt man die Liebe zu ihren Protagonisten sowie auch zu den Schauspielern. Sie hat mehrfach bewiesen, in wie guten Händen KinderDarsteller bei ihr sind. Ich als Mutter hätte große Bedenken gehabt, mein Kind eine solche Rolle spielen zu lassen, aber Caroline Link scheint eine der wenigen zu sein, denen man ein Kind für solch eine Aufgabe anvertrauen kann. Sie nähert sich ihren Figuren mit viel Verständnis, viel Aufmerksamkeit und ja eben Respekt. Man kann sich sicher sein, dass sie niemals jemanden bloßstellen würde. Jeder wird so gezeigt, wie er ist. Mit viel Verständnis und Zuneigung für sein Tun. Ich erwähnte bereits, dass ich einen/eine der Protagonisten ein wenig kenne und dieser/diese ist heute noch genauso, wie im Film angelegt.
Was mir fehlte, war eine genauere Milieuzeichnung. Es war mir 'nen Tacken zu wenig Ruhrpott. Für Ruhrpott und seine Menschen war das Erzählte zu weich gezeichnet. Der Pott und seine Menschen, ihre Schnauze, ihr Zusammenhalt und ihre botte Art prägen und fangen auf. Ich persönlich denke, dass nicht nur nicht jeder dafür gemacht ist. Ich glaube auch, wer das nicht selbst erlebt, der kann es auch nicht bis ins letzte nachvollziehen. Und dieses letzte fehlte. Einzig die Ruhrgebietler Joachim Krol und Sönke Möhring konnten diese spezielle Mischung aus Herzensgüte und hart im Nehmen und Geben richtig vermitteln. Letztendlich hätte der Film in jeder Industrielandschaft, die die Republik bietet, angesiedelt sein können. Dabei hat die rheinische Tonfärbung des Jungen, der Hape Kerkeling kongenial verkörperte, noch am wenigsten gestört.
Dennoch: Der Film vermittelte das, was er wohl vermitteln wollte: wie wichtig Freunde und Familie in Krisenzeiten sind. Und natürlich auch das Verständnis für Hape Kerkeling, warum er der wurde, der er ist. Oder war, muss man vielleicht sagen. Denn nach der Veröffentlichung von "Der Junge muss an die frische Luft" hat Hape Kerkeling sich ins Private zurückgezogen. Man sieht ihn öffentlich nur noch selten, etwa bei der Filmpremiere in der Essener Lichtburg. Diesen Rückzug versteht man nach Buch und/oder Film besser. Denn die Komik und die Öffentlichkeit sind nur eine Seite des Hans Peter Kerkeling. Ein bißchen von seiner melancholischen, nachdenklichen Seite offenbarte er bereits in "Ich bin dann mal weg" - seinem Bericht über den Gang des Jakobswegs. Der melancholische Clown war Hape Karkelings Ding nie, er zeigte das, was er konnte. Alltagsbeobachtung, Menschenzeichnung, oft überzeichnet ins Groteske.
Vielleicht hat er irgendwann gedacht, mehr will, kann und muss er davon nicht zeigen. Seine andere Seite hat er erklärt, einmal. Und dann war Schluss. So einfach. Dem Vorwurf, er habe seine tragische Familiengeschichte zu Geld machen wollen, kann ich mich nicht anschließen. Er passt einfach nicht in das Bild, welches man sich von ihm macht. Ich glaube, er wollte sich erklären, verstanden werden und Ende. Der Charakterzeichnung von Caroline Link vertrauend glaube ich das nach dem Film noch einmal mehr.
Fazit: Für Caroline Link Fans ein absolutes Muss. Für Ruhrgebietler ebenfalls empfehlenswert, wenn man sich vorher auf eine gewisse Milieu-Beliebigkeit einstellt. Für alle anderen: Keine vertane Zeit, geht ruhig rein. Der deutsche Film bietet kaum Besseres.
Donnerstag, 12. November 2015
Synchronsprecher - verzweifelt gesucht
oder wenn Lady Mary Crawley pötzlich mit Leonardo di Caprio ins Bett steigt...
Die Tage schauten wir "the Wolf of Wall Street" und wie so oft kam ein Moment, der mich aus der Handlung riß und völlig irritierte. Leonardo lernte seine zukünftige Frau kennen und ich dachte nur " Verdammt, wer ist das?". Damit meinte ich nicht die Schauspielerin, diese war mir klar unbekannt. Aber die Stimme kannte ich und das, was ich mit dieser Stimme verband, passte mal sowas von gar nicht zu der blonden Barbie, die sich alsbald mit Leo, the Wolf im Bett wälzte. Und ich war mir sicher, es war nicht lange her, da hatte mir exakt diese Stimme etwas völlig Anderes vermittelt.
Das Grübeln hielt an, die Irritation ebenfalls. Nach dem Film - wie so oft: Google is your friend. Synchronbesetzung des Films nachgeschaut, die Sprecherin der Naomi weiter gegoogelt und siehe da: es sprechen mit einer Stimme: Lady Mary Crawley aus Downton Abbey, Ana Solis, die durchtriebene Nichte aus Desperate Housewives, die ihrem Nachnamen alle Ehre machende Haddie Braverman und die von Revenge gebeutelte Charlotte Grayson. Kein Wunder, dass mir die Stimme bekannt vorkam. Aber - muss das wirklich sein? Gibt es so wenige gute Synchronsprecher in deutsche Land? Ok, zugegeben, die Stimme der Anna Helm - so der Name der hier nur exemplarisch herausgegriffenen Sprecherin - ist eine tolle Stimme. Von brav bis verrucht - alles drin. Aber eben auch eine markante Stimme. Eine, die man sich merkt und es ist mindestens irritierend, wenn nicht sogar nervig, wenn Lady Mary Crawley sich plötzlich mit Leo die Caprio im Bett wälzt.
Ich hatte schon immer ein Faible für Stimmen und auch ein gutes Gedächtnis dafür. Es war nicht das erste Mal, dass mir diese Irritation passierte. Und es irritiert mich, dass diese Irritation immer wieder auftritt. Ich erinnere mich an einen Abend im vorigen Jahrhundert, als ich mit meiner Freundin bei einer Lesung von Christian Brückner war, der deutschen Stimme von Robert de Niro. Die Stimme zog mich so in ihren Bann und ich brauchte nur die Augen zu schließen, um den Weltstar vor mir zu sehen. Was der Brückner damals vorlas, ich weiß es nicht mehr. Ich weiß aber noch, dass meine Freundin und ich uns eine Aufnahmefunktion bei unseren "heisser Scheiss Gerät" ( Handy ) wünschten, dann hätten wir uns von Robert de Niro einen Klingelton aufsprechen lassen.... ( ja, das ging damals noch nicht, aber die Idee war gut oder? )
Jedenfalls - an Christian Brückner fiel es mir erstmals auf. Der Mann spricht nicht nur Robert de Niro, sondern zig andere Stars und er hat eine mehr als nur markante Stimme. Einerseits schön für ihn - andererseits: jedes Mal, wenn ich diese Stimme höre, bin ich versucht, ein "Robert de Niro is waiting" in den Film hineinzuträllern.
Geht das nur mir so? Oder fällt Euch sowas auch auf? Und stört Euch das?
Die Tage schauten wir "the Wolf of Wall Street" und wie so oft kam ein Moment, der mich aus der Handlung riß und völlig irritierte. Leonardo lernte seine zukünftige Frau kennen und ich dachte nur " Verdammt, wer ist das?". Damit meinte ich nicht die Schauspielerin, diese war mir klar unbekannt. Aber die Stimme kannte ich und das, was ich mit dieser Stimme verband, passte mal sowas von gar nicht zu der blonden Barbie, die sich alsbald mit Leo, the Wolf im Bett wälzte. Und ich war mir sicher, es war nicht lange her, da hatte mir exakt diese Stimme etwas völlig Anderes vermittelt.
Das Grübeln hielt an, die Irritation ebenfalls. Nach dem Film - wie so oft: Google is your friend. Synchronbesetzung des Films nachgeschaut, die Sprecherin der Naomi weiter gegoogelt und siehe da: es sprechen mit einer Stimme: Lady Mary Crawley aus Downton Abbey, Ana Solis, die durchtriebene Nichte aus Desperate Housewives, die ihrem Nachnamen alle Ehre machende Haddie Braverman und die von Revenge gebeutelte Charlotte Grayson. Kein Wunder, dass mir die Stimme bekannt vorkam. Aber - muss das wirklich sein? Gibt es so wenige gute Synchronsprecher in deutsche Land? Ok, zugegeben, die Stimme der Anna Helm - so der Name der hier nur exemplarisch herausgegriffenen Sprecherin - ist eine tolle Stimme. Von brav bis verrucht - alles drin. Aber eben auch eine markante Stimme. Eine, die man sich merkt und es ist mindestens irritierend, wenn nicht sogar nervig, wenn Lady Mary Crawley sich plötzlich mit Leo die Caprio im Bett wälzt.
Ich hatte schon immer ein Faible für Stimmen und auch ein gutes Gedächtnis dafür. Es war nicht das erste Mal, dass mir diese Irritation passierte. Und es irritiert mich, dass diese Irritation immer wieder auftritt. Ich erinnere mich an einen Abend im vorigen Jahrhundert, als ich mit meiner Freundin bei einer Lesung von Christian Brückner war, der deutschen Stimme von Robert de Niro. Die Stimme zog mich so in ihren Bann und ich brauchte nur die Augen zu schließen, um den Weltstar vor mir zu sehen. Was der Brückner damals vorlas, ich weiß es nicht mehr. Ich weiß aber noch, dass meine Freundin und ich uns eine Aufnahmefunktion bei unseren "heisser Scheiss Gerät" ( Handy ) wünschten, dann hätten wir uns von Robert de Niro einen Klingelton aufsprechen lassen.... ( ja, das ging damals noch nicht, aber die Idee war gut oder? )
Jedenfalls - an Christian Brückner fiel es mir erstmals auf. Der Mann spricht nicht nur Robert de Niro, sondern zig andere Stars und er hat eine mehr als nur markante Stimme. Einerseits schön für ihn - andererseits: jedes Mal, wenn ich diese Stimme höre, bin ich versucht, ein "Robert de Niro is waiting" in den Film hineinzuträllern.
Geht das nur mir so? Oder fällt Euch sowas auch auf? Und stört Euch das?
Freitag, 23. August 2013
Wen interessiert Wahlkampf in NRW
und Angela Merkel, wenn er auch Birgitte Nyborg haben kann ?
So läßt sich wohl unser heutiger Abend umschreiben. Buchstäblich fünf vor sieben haben die Kniefälle und ich beschlossen, uns auf Fahrrad zu schwingen, um Mutti Merkel beim Wahlkämpfen zuzuschauen. Naja, viel gehört haben wir nicht. Dank ausgiebiger Gegendemos. Machte aber nichts, Ralf Mölller fanden eh alle interessanter. Anmerkung des Ex-Französisch Genies zu den lärmenden Piraten: Die sehen alle aus, als wenn sie das erste Mal diesen Sommer draussen wären.... Wo er recht hat, hat er recht.
Dialog zuhause: Der Gatte fragt: Und wer war noch so da? ich zähle auf: Der Ewald, der Matze, der Jan... werde genervt unterbrochen: Ich meine an Politikern? Ähem, ja, hästel, der Lammert. Duck und wech. Denn mir war die Gegenfrage wichtig: Ist der Festplattenrecorder programmiert ?
Denn heute abend ist Birgitte Nyborg wieder da. Birgitte wer? Na, die erste Premierministerin Dänemarks. Zumindest in der Fernsehserie Borgen. Die grandioseste Polit-Drama-Serie, die ich jemals sah. Und die erste Folge hab ich verpasst. Aber nicht mehr lange. Und auch gar nicht lange, dann gibt es sogar die zweite Staffel. Mehr dazu hab ich vorhin noch in den Revierpassagen verkündet
Was Macht mit Menschen macht
So läßt sich wohl unser heutiger Abend umschreiben. Buchstäblich fünf vor sieben haben die Kniefälle und ich beschlossen, uns auf Fahrrad zu schwingen, um Mutti Merkel beim Wahlkämpfen zuzuschauen. Naja, viel gehört haben wir nicht. Dank ausgiebiger Gegendemos. Machte aber nichts, Ralf Mölller fanden eh alle interessanter. Anmerkung des Ex-Französisch Genies zu den lärmenden Piraten: Die sehen alle aus, als wenn sie das erste Mal diesen Sommer draussen wären.... Wo er recht hat, hat er recht.
Dialog zuhause: Der Gatte fragt: Und wer war noch so da? ich zähle auf: Der Ewald, der Matze, der Jan... werde genervt unterbrochen: Ich meine an Politikern? Ähem, ja, hästel, der Lammert. Duck und wech. Denn mir war die Gegenfrage wichtig: Ist der Festplattenrecorder programmiert ?
Denn heute abend ist Birgitte Nyborg wieder da. Birgitte wer? Na, die erste Premierministerin Dänemarks. Zumindest in der Fernsehserie Borgen. Die grandioseste Polit-Drama-Serie, die ich jemals sah. Und die erste Folge hab ich verpasst. Aber nicht mehr lange. Und auch gar nicht lange, dann gibt es sogar die zweite Staffel. Mehr dazu hab ich vorhin noch in den Revierpassagen verkündet
Was Macht mit Menschen macht
Mittwoch, 31. Juli 2013
Robert Redford und die Akte Grant
"Wir sind die Geschichte, die unseren Kindern erzählt wird".
Einer der Kernsätze in "The company you keep - die Akte Grant" , dem neuen Film von und mit Robert Redford. Großartig war er der Film, richtig, richtig großartig.
Eine Kinokritik in Stichworten:
Rehabilitation des linksliberalen Amerika: weiß man vorher, wenn man in einen Redford-Film geht. Kann aber auch nicht schaden heutzutage.
Robert Redford als Schauspieler: Wie immer, nur eine Frage: Warum hat der Mann keinen Schauspiel-Oscar?
Robert Redford als Regisseur: the traditions he keeps. Genau so erzählt man Filme. Endlich mal eine auserzählte Geschichte ohne Hektik und Krawall, dabei durchgehend spannend. Deshalb hat der Mann auch einen Regie-Oscar. Bleibt die Frage: Warum nur einen ?
Susan Sarandon: Ich liebe sie. Immer schon. Großartiger Auftritt und mein einziger Kritikpunkt: Ihr Auftritt war zu kurz.
Nick Nolte: Ja, ok. Er kann es noch. Trotzdem. Ich kann da nicht umhin, an Nick Nolte in Reich und arm zu denken.... Wie zerstörerisch 40 Jahre sein können !
Julie Christie: Nichts gegen deren Schauspielkunst, aber hätte sie nicht mit Susan Sarandon die Rollen tauschen können? Dann hätte ich mehr von der Sarandon gehabt....
Shia la Boeuf: Großartig, glaubhaft, ernsthaft. Hätte von mir aus nie der Abnabelung von Sundance und Redford gebraucht.
der restliche Cast. Nachgerade großartig bis in die kleinste Rolle. Namhafte Schauspieler, Redford Ziehkinde aus Sundance, stimmig.
die Handlung: Spannend, wahrhaftig und ja - es ist an der Zeit, diese Geschichte zu erzählen.
Unsere Kinder kennen sie nicht, diese Geschichte. Sie ist aber wichtig.
Alles in allem: Uneingeschränkt empfehlenswert
Einer der Kernsätze in "The company you keep - die Akte Grant" , dem neuen Film von und mit Robert Redford. Großartig war er der Film, richtig, richtig großartig.
Eine Kinokritik in Stichworten:
Rehabilitation des linksliberalen Amerika: weiß man vorher, wenn man in einen Redford-Film geht. Kann aber auch nicht schaden heutzutage.
Robert Redford als Schauspieler: Wie immer, nur eine Frage: Warum hat der Mann keinen Schauspiel-Oscar?
Robert Redford als Regisseur: the traditions he keeps. Genau so erzählt man Filme. Endlich mal eine auserzählte Geschichte ohne Hektik und Krawall, dabei durchgehend spannend. Deshalb hat der Mann auch einen Regie-Oscar. Bleibt die Frage: Warum nur einen ?
Susan Sarandon: Ich liebe sie. Immer schon. Großartiger Auftritt und mein einziger Kritikpunkt: Ihr Auftritt war zu kurz.
Nick Nolte: Ja, ok. Er kann es noch. Trotzdem. Ich kann da nicht umhin, an Nick Nolte in Reich und arm zu denken.... Wie zerstörerisch 40 Jahre sein können !
Julie Christie: Nichts gegen deren Schauspielkunst, aber hätte sie nicht mit Susan Sarandon die Rollen tauschen können? Dann hätte ich mehr von der Sarandon gehabt....
Shia la Boeuf: Großartig, glaubhaft, ernsthaft. Hätte von mir aus nie der Abnabelung von Sundance und Redford gebraucht.
der restliche Cast. Nachgerade großartig bis in die kleinste Rolle. Namhafte Schauspieler, Redford Ziehkinde aus Sundance, stimmig.
die Handlung: Spannend, wahrhaftig und ja - es ist an der Zeit, diese Geschichte zu erzählen.
Unsere Kinder kennen sie nicht, diese Geschichte. Sie ist aber wichtig.
Alles in allem: Uneingeschränkt empfehlenswert
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die geheime Kraft der Filme,
So isset
Mittwoch, 26. Dezember 2012
Unter Bauern - die Filmkritik
"Unter Bauern - Retter in der Nacht". Der Film, dessen Welt-Uraufführung wir im August 2009 bei den Filmfestspielen in Locarno erleben durften.
Nach dem Ende des Films schwieg damals das Publikum und hielt einen spürbaren Moment inne, bevor der Applaus aufbrandete. Hinter den Zuschauern lagen genau hundert beeindruckende Minuten Film in bester europäischer Tradition. Differenziert, feinfühlig und unsentimental wird die Geschichte der Marga Spiegel und jene der mutigen Bauern in Westfalen erzählt, die sie und ihre Familie zwischen 1943 und 1945 versteckten und so vor der Deportation retteten. Marga Spiegel hat 1965 unter dem Titel "Retter in der Nacht" ihre Überlebensgeschichte veröffentlicht, was damals für erhebliche Kontroversen sorgte. Zu dieser Zeit erschien die Suche nach den "guten Deutschen", welche keine Nazis waren, oder gar aktiv den Verfolgten geholfen hatten, vielen pauschal als weiterer Versuch, die deutsche Vergangenheit zu verharmlosen. Erst nachdem Steven Spielberg mit "Schindler's Liste" dieser Suche sozusagen von aussen die political correctness erteilte, wurde das Thema auch im deutschen Kulturbetrieb salonfähig.
Die Verfilmung nun lebt von vielen intimen und sprechenden Gesten.In seinen guten Momenten schafft er sehr erfolgreich die Vermittlung des Gefühls der absoluten Angst und Verunsicherung einer vormals funktionierenden ländlichen Gesellschaft. Veronika Ferres gibt die zumeist ernste, aber kaum verängstigte, kluge Frau und eine warmherzige Mutter. Armin Rohde überzeugt als Pferdehändler Menne Spiegel, der abseits, aber nahe bei Frau und Kind ums Überleben kämpft. Besonders brillieren als das Bauernehepaar Aschoff die resolut- ruppige Margarita Broich und der nachdenkliche, aufrechte Martin Horn, der dank Charakterkopf und Haltung einem alten Schwarz-Weiß-Foto in deutschen Familienalben entsprungen scheint. Mir besonders gefallen hat die junge Lia Hoensbroech. Inbrünstig zeigt sie die Wandlung der Anni Aschoff vom BDM-Jungmädel zur überzeugten Widerstandskämpferin. Ebenso wie die Ferres konnte Lia Hoensbroech aus authentischer Quelle schöpfen: Anni Aschoff,heute 85, und Marga Spiegel, in diesem Jahr gesegnete 100 Jahre alt geworden, haben die Dreharbeiten begleitet und waren damals beide persönlich zum Pressetermin und zur Ur-Aufführung in Locarno erschienen.
Regisseur Ludi Boeken stellte auf der Festival Bühne seinen Film und das Team vor und zitierte zum Schluss die Thora: "Wer eine Seele rettet, rettet die ganze Welt." Dass die Retter nun in seinem Film selbst Deutsche sind, die sehr wohl zu wissen scheinen, was mit den deportierten Juden geschieht, sah Boeken ambivalent: "Vielleicht geht der Film manchen gegen den Strich, weil er nicht gerade eine Lektion in political correctness ist." Man kann trefflich streiten über den Film und es ist auch schon heftig gestritten worden in Locarno, wie den örtlichen Medien zu entnehmen war. Ist das nun die Verniedlichung der Geschichte, diese mit attraktiven Schauspielerinnen bevölkerte Überlebensgeschichte deutscher Juden unter deutschen Bauern? Ist es realistisch, wenn nur ein paar überzeugte Nazis das Dorf bevölkern und der Rest der Bauern katholisch blieb? Der Film wurde gstern von zahlreichen Mitgliedern der Equipe auf der Piazza präsentiert, darunter Veronica Ferres und die beiden noch lebenden Protagonistinnen des Films, Marga Spiegel und Anni Aschoff. Marga Spiegel sagte damals, sie möchte den Film als Mahnung verstanden wissen. "Ich bin der Meinung, dass viel viel mehr jüdische Menschen hätten gerettet werden könnten, wenn es mehr Menschen gewollt hätten", so die damals 97jährige wörtlich. Der Film spielt im Westfälischen und setzt auch den wenigen Menschen ein Denkmal, denen der Bischof in Münster näher war als der Führer. Ich persönlich fand den Film mutig, berührend und ergreifend und empfehle ihn Euch gerne.
Diese Kritik fasst zwei Einträge zusammen, die ich im August 2009 und im Herbst 2010 zum Kinostart bereits im Tara-Blog zu diesem Film publizierte.
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