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Samstag, 17. Juni 2017

TGiF - interruptus

"Aben wiiir morchen Kriech?" - berechtigte Frage, gute Frau. Jedenfalls, wenn man sich heute morgen die Einkaufshölle angetan hat. Ein Tag Geschäfte zu und man wundert sich, dass keiner gestorben ist bei der drohenden Mangelwirtschaft. Herr des Himmels. Die irritierte Frage stellte mir eine charmante Französin auf Ruhrpott-Besuch, die unbedarfterweise für ihre Gastgeberin den Einkauf übernommen hatte in der 20 Minuten dauernden Schlange vor der Fleischtheke. Immerhin - sie war sehr nett und wir hatten einen netten Plausch. Man muss halt immer aus allem das Beste machen.

Aber erstmal Tach auch Liebeleins. Spät, aber besser als gar nicht melde ich mich dann heute noch. Bißchen was muss ich mir von der Seele schreiben. Auch wenn der Freitags-Einkauf mich an den Rand des Wahnsinns brachte, da er ganz offensichtlich vom Pleiten, Pech und Pannen Murphy begleitet wurde. Angefangen mit durch noch zu verpackendem Nachschub versperrten Gängen über die bereits erwähnte Warteschlange, die im übrigen Schlange 2.0. war bis hin zum nicht bezahlen können anne Kasse alldieweil Karte anne Tanke liegengelassen. Der Klassiker! Jaha! Passiert jedem, auch mir. ( der werte Leser wird freundlich gebeten, sich jedwede Bemerkung zu meinem Job zu verkneifen. Bittedanke. Man muss ja schließlich selbst erfahren, was seine Kunden so umtreibt)

Jedenfalls: ICH HASSE EINKAUFEN! Lieber stelle ich mich zwei Stunden am Stück ans Bügelbrett. Da ist man wenigstens alleine mit sich und den Hemden. Es wird aber auch immer schlimmer hier in dieser Stadt. Ein Supermarkt hat diese Woche ersatzlos geschlossen, Metzger gibt es 0 in Worten Null in dieser Stadt, es konzentriert sich alles auf die Discounter und genau zwei Supermärkte mit Frische-Angebot in einer 100.000 Einwohner-Stadt. Willkommen im Ruhrpott!

Hat sowieso alles gegeben, der Ballungsraum Ruhrpott, um mir nach zwei Wochen Genuss dänisch-hyggeliger Lebensart zu zeigen, wo hier der Mottek hängt. Ach Dänemark! Du hast es echt besser. So unaufgeregt, wie dort alles gehändelt wird und so tiefenentspannt, wie die Leute dort sind. Hier sind mittlerweile nicht nur die Autobahnen, sondern auch die Innenstädte kurz vorm Verkehrs-Infarkt, Als Radfahrer tut man zwar was für das Klimapunkte-Karma, das dann dafür auch im Dauer-Lebensgefahr-Modus. Ich erspar Euch jetzt die erneute Erzählung von mir, dem LKW-Fahrer und dem leicht lädierten Rad. Ihr habt ja auf Twitter schon ergiebig Anteil genommen.

Man kann allerdings keinem, der nicht auffe Fiets geboren wurde, guten Gewissens empfehlen, dies in einer Ruhrpott-Innenstadt zu tun. Ich bin mir sicher, wenn ich nicht zuerst fahrradfahren und dann laufen gelernt hätte, ich hätte mich auffe Fresse gelegt. Und zwar nicht zu knapp. Allerdings werde wohl sogar auch ich in Zukunft davon Abstand nehmen, mit Pumps Fahrrad zu fahren. Das geht vielleicht in Holland, aber hier nicht. Wenn ich nicht feste Schuhe angehabt hätte, dann hätte ich nicht so beherzt abspringen können. Dazu dann noch Unwetter vom Feinsten, von dem außerhalb des Potts mal wieder wie gehabt keiner Kenntnis bekam, Überfälle in Gelsenkirchen und 'ne Schießerei in Erkentown, also hier umme Ecke. Ich hätte mir in DK echt was anderes aus dem reichhaltigen Warenangebot aussuchen sollen als 'ne Fleecejacke und den Hoptimisten.


War sonst noch was? Reicht ja eigentlich auch. Die erste Woche nach DK hat jedenfalls mächtig was abverlangt................ Schrieb ich und musste unterbrechen. Weil es in der Strasse brannte. Man macht sich kein Bild. In Nullkommanix war die ganze Straße mit dichtestem Qualm überzogen. Man sah nichts, buchstäblich nichts mehr. Kurz konnte ich die Nachbarin von gegenüber mit Telefon in der Hand erkennen und einige andere, die rannten. Die 112 war also gewählt. Es stellte sich dann heraus, dass der Nachbar zwei Häuser weiter seine Hecke abgefackelt hat. Soviel zum Thema Bunsenbrenner zum Unkraut-Wegflämmen. Macht man besser nicht bei Wind und soviel Trockenheit.

 Ist aber keinem was passiert, die 112 hat sofort das ganz große Besteck geschickt, der RTW konnte schnell wieder abziehen, aber die Feuerwehr hatte noch einiges an Glutnestern zu löschen, auch wenn noch vor deren Eintreffen aus 3 Gärten die Schläuche drauf gehalten wurden. Jedenfalls habe ich deswegen unterbrochen und auch erst jetzt die Ruhe, um das TGIF zu beenden, bzw. ja eigentlich in ein TGiS zu verwandeln. Der Schreck saß richtig richtig tief. Zumal drumherum genug Autos standen. Wenn das Feuer da übergegriffen hätte, wir hätten eine riesige Feuerwalze gehabt. Ich ging in Gedanken schon den Fluchtweg durch. Und das alles nur, damit uns beim abendlichen Nachbarschafts-Stammtisch der Gesprächsstoff nicht ausging. Wär echt nicht extra nötig gewesen. Ich sach EuchWenn je eine Straße den Ehrentitel Whisteria Lane verdient hat, dann unsere. Und sie kommt so harmlos daher...

Was wollte ich noch sagen? Ach eigentlich alles und nichts. Irgendwas mit wie schrecklich alles, was man so liest, wie furchtbar die Nachrichten, wie unglaublich nervig das sensationell selbstüberschätzende Forderungsmanagement längst abgehängter grüner Befehlsgeber von eigenen Gnaden und und und und vor allem wie unruhig die Weltenlage. Da ist man direkt froh, wenn wenigstens im eigenen Bundesland die neu Gewählten unaufgeregt einfach mal vor sich hinarbeiten. Inclusive ergiebiger Aufklärung der Bürger. Die man sich allerdings schon selber suchen muss. In den Medien sucht man Berichte über koalitionäre Fortschritte vergebens. Ist wohl alles zu unspektakulär. Wo es doch soviel schöne orangene Aufreger gibt. Mit der Folge, dass sich die einen direkt morgens nach dem Aufstehen bange fragen, was denn das Ganzkörper-Doppelkinn jetzt schon wieder angestellt haben könnte? (ich)  Die anderen können keinen Feiertags-Ausflug mehr genießen, ohne hinter jedem Busch, auf jedem Stein die häßliche Fratze des Godfather aller Narzissten zu erkennen. ( wie +Spieler Sieben eindrucksvoll beweist )

©Foto: SpielerSieben
Eins sag ich Euch: Solange einer, der hanebüchenen Irrsinn in die Welt hinaus-Covefet die kleinen miesen Grabbelfinger am Atomcode hat, solange hör ich nicht auf, zu rauchen. Wozu auch? Damit ich eines Tages vor einer Qualmwolke stehe, die dann nicht mehr von Nachbars abgefackelter Hecke kommt, sondern des Endlich20 Ausrufs beim Brand gestern "Watt getz? Atomare Wolke?" bestätigt und dann denke "Wozu dieses vernünftige Leben?" Nein danke. So. Jetzt aber. Nun atmen wir alle einmal tief durch. Geht ja gerade. Solange bis der nächste Brand auffackelt und amüsieren uns mit der

Statistik:

"Beschimpfung der Woche": Dusselige Dame mit Dänen Demenz. 
(©Engelchen über mich. Merke eins: BSF lässt grüßen. 
Merke 2: Wer solche Freunde hat ...usw. Merke 3: Wo se recht hat se Recht. Bussi )
Suggestion der Woche: Älter werden ist eigentlich schon ziemlich sexy. Schon alleine 
dieses Stöhnen.... zum Beispiel beim Treppensteigen oder beim Aufstehen /(©Trixelinchen 
Wunsch der Woche: Wann ist endlich Winter, dann hab ich den Radweg 
wieder für mich alleine. (©Halbtonschritt) 
nur nach Dänemark. (freundlich überrreicht von Trixelinchen)   
Sehnlichster Wunsch der Woche: Ich will wieder an die Nordsee, ich will zurück 
nach Dänemark. (ich feat. die Ärzte) 


Stoßseufzer der Woche. Manchmal wünscht man sich, ein Vogel zu sein:
 gucken, kacken, wegfliegen (©Ethniesoph auf Twitter)
Obst der Woche: Press Statement WhiteHouse says 1 goals of Potus' Israel trip 
is "promote the possibility of lasting peach" (und das ist kein Witz! Israel freut sich
 bestimmt über diesen Verbesserungsvorschlag für seine Landwirtschaft )   
Optimismus der Woche: ich rege mich über diesen Donald nicht mehr auf, immerhin 
wollte dieser Tim Bendzko ja noch die Welt retten (©MeinolfsSchwester auf Twitter)  
Resignation der Woche: Man sollte in Erwägung ziehen, dass Trump nicht trotz seiner
 Dummheit und seines schlechten Benehmens gewählt wurde,
 sondern genau deshalb! (©Frazer2 auf Twitter)  
Überlegung der Woche: Kann ich das mit dem Friede, Freude, Eierkuchen 
nochmal sehen? (Paraneues auf Twitter)
Konsequenz der Woche: Wie heißt nochmal der kleine Gallier, der alle 
vom Arbeiten abhält?" " Netflix"  (©PeterJochum auf Twitter) 

Allen ein schickes Rest-Wochenende!
Unterbrecht nichts, was ich nicht auch unterbrechen würde.

Wie immer gilt : Wer Tippfehler findet, kann sie behalten. 
Weitere Links auf Nachfrage  







Donnerstag, 15. November 2012

Lost - Gedanken zur Serie und zum Finale Teil 1


Denn wenn wir nicht zusammen leben können, sterben wir allein.
Der Schlüsselsatz aus dem Piloten.
Remember. Let go. Move on. Sie alle warten auf Dich.
Die letzten Sätze der Serie.

Dazwischen lag eine lange Reise. Für die Autoren, die Darsteller und für den Zuschauer. Ich habe Lost erst spät für mich entdeckt. Freunde liehen mir letzten Herbst die bisherigen fünf Staffeln auf DVD und ich war schnell infiziert. Ich begann mit der Serie in einer für mich schwierigen Zeit und sie wurde meine Konstante.

Perfekte Unterhaltung auf hohem Niveau. Mitgerätselt, mitgelitten, von den Mysterien gebannt. Begeistert von den unzähligen Anspielungen, der überbordenden Phantasie, den ungezählten Anspielungen auf andere Serien, auf Filme, Philosophien, Religionen. Am wichtigsten aber waren für mich immer die Charaktere und die Fragen, denen sie sich stellen mussten. Lost war vom allerersten Moment an ein Epos über Schuld und Vergebung, über Sühne und Liebe. Wann immer einer auf der Insel den Mund aufmachte, ging es genau darum. Sawyer, Jack und Kate haben sich nie dafür interessiert, wie der Eisbär auf die Insel kam. Was sie und die anderen quälte, war immer die Frage nach ihrer Bestimmung.

 Stringent sind die Autoren immer von ihren Protagonisten ausgegangen. Deren Fragen waren immer: wer sind wir, wo kommen wir her, warum sind wir hier gelandet, wie überwinden wir unsere persönliche Nemesis. Alles andere war Fiction, Erzählung, Märchen. So perfekt inszeniert wie nie zuvor im Fernsehen. Ich mochte die Losties und die Anderen, ich mochte die FlashBacks, ich war großartig unterhalten - von der Geschichte Jack Shepherds, des Arztes und Alkoholikers, der an sich selbst zweifelt und sich nichts so sehnlich wünscht wie die Anerkennung seines Vaters. Von Kate, der Mörderin auf der Flucht. Von Hurley, dem unglücklichen Lottogewinner. Von Sawyer, dem zynischen Trickbetrüger, der den Namen seines größten Widersachers angenommen hatte und sein Leben mit der Suche nach Vergeltung verbrachte. Von Locke, dem Mann im Rollstuhl mit tragischer Vorgeschichte. Von Sayid, dem irakischen Folterknecht, in dessen Herzen zwei Seelen wohnten. Von meiner Lieblingsfigur Ben-ich-habe-immer-einen-Plan-Linus, dem intrigianten Manipulator, um dessen unerbittliche, konsequente Rachefeldzüge ich ihn immer beneidet habe. Vom alterslosen Richard. Von Jacob und dem Man in Black, von Wissenschaftlern, die für ihre Wissenschaft über Leichen gehen und und und. So viele Geschichten, jede haarklein auserzählt. Von ihrer gemeinsamen Geschichte, wie sie gemeinsam lebten,litten und starben.

Und was alles sie seit dem Absturz erlebten und erlitten: Da war das geheimnisvolle Rauchmonster -von Sawyer im Finale auch ganz offiziell liebevoll Smokey tituliert- welches sich als die grauenvolle Konsequenz aus einem biblischen Bruderkampf entpuppte. Da war die utopistische Dharma-Initiative, die ihren Teil der Insel tragisch an die Anderen verlor. Da war der Frachter, der nicht das erhoffte Rettungsschiff, sondern die mörderische Kommandozentrale von Ben Linus' Erzfeind Charles Widmore war. Da war die gelungene Flucht von sechs der Überlebenden, der Oceanic 6, für die die Rettung zum Albtraum wurde, als ihre ungelösten Konflikte sie überwältigten und zu einer spektakulären Rückkehr veranlassten. Da waren die Verschiebungen des Raums und vor allem der Zeit, die Liebende und Freunde auseinanderrissen und andere aneinander banden , die seltsame Bündnisse und tiefe Feindschaften schürten. Und da war die Bombe, die am Ende der fünften Staffel alles ungeschehen machen sollte - und sie doch nur an den Anfang zurückbombte.
So viele Geschichten, jede einzelne von ihnen hätte für eine ganze Serie gereicht.

Mittwoch, 14. November 2012

Lost - Gedanken zur Serie und zum Finale Teil zwei


Es ist vorbei. Auch für die, die tatsächlich so viel Geduld aufbrachten, auf die deutschsprachige Fassung zu warten.

( nebenbei bemerkt, ich bin heilfroh, die sechste Staffel zunächst auf englisch geschaut zu haben. Die deutschen Übersetzungen sind gut, aber im englischen macht die Serie einfach nochmal soviel Spaß. Irgendwann werde ich mich sicher zu einem Re-Run entscheiden und dann gucke ich komplett auf englisch. Schon alleine, weil ich in der Originalsprache viel, viel öfter gelacht habe. Dies nur als kleiner flash sideway )

Jetzt also ist Schluss und - natürlich- Lost wäre nicht Lost, es bleiben Fragen offen.
Es war nicht geträumt. Die Insel ist nicht die Hölle, nicht die Nebenweilt der Psychiatrie. Alles ist wirklich geschehen.

Drei Jahre (Inselzeit), nachdem Oceanic-Flug 815 auf der Insel abstürzte und sich die Überlebenden mit Eisbären, Rauchmonstern, Intriganten und Strippenziehern on the island and across the sea, vor allem aber mit ihren eigenen Dämonen herumschlagen mussten, ist sie zu Ende. Die nach Twin Peaks verzwickteste Fernsehserie aller Zeiten. Mit dem letzten Wimpernschlag des sterbenden Jack senkte sich der Vorhang. Kaum jemand, ich schon gar nicht, hat wohl das Finale trockenen Auges überstanden. Nicht nur, weil Jack's Seele endlich Ruhe in der Aufopferung fand und der Held einen umwerfend traurigen Tod starb, sondern auch weil eine Ära endete. Eine Ära, die eigentlich ein Beginn hätte sein können. Für Unterhaltungsfernsehen auf hohem Niveau, unter Einbeziehung der web 2.0 Welt, weltweit vernetzt und diskutiert. Darlton/Cuse brachten die Serie würdig zu einem runden Ende, welches in guter lostiger Tradition Fragen unbeantwortet lässt, sondern stattdessen hochdramatisch die innere Befreiung der Charaktere zelebriert und den Kreis schliesst. "Lost" als sinngebender Titel bezieht sich ja auch nicht wirklich auf das Dasein der Losties in Raum und Zeit, sondern auf ihre seelische Orientierungslosigkeit und die Suche nach Erlösung. Lost - man kann es nicht oft genug sagen, handelt von unerfüllter Liebe, von verweigerter Anerkennung, von Nicht-Zugehörigkeit, Selbsthass und Selbstzweifel.

Vielfach wird nun kritisiert, es seien nicht alle Fragen beantwortet worden. Schon. Aber das hat Lost nie getan und auch nie versprochen. Die Figuren selbst haben ihre Fragen alle beantwortet bekommen. Am Ende steht eine klassische Erkenntnis: Erlösung bedarf Gemeinsamkeit, Zusammengehörigkeit. Die schönste war Bens, dem vielschichtigen, faszinierenden Bösewicht. Seine verbitterte Suche nach Zugehörigkeit erfüllt sich in den tief bewegenden Szenen mit Hurley auf der Insel und John im Afterlife.

Es gab auch in der Serie für alles ein erstes Mal und sei es, dass Jack endlich einmal Recht behielt. Wenngleich er und jene, die ihn liebten, auch einen hohen Preis dafür zahlten. Jack und Desmond argumentieren in ihrer letzten gemeinsamen Szene auf unterschiedlichen Bedeutungsebenen. Trostpflaster der Autoren für die Zuschauer, die sich nie so recht mit der lost-eigenen Logik anfreunden konnten? Jack hat recht: Alles ist wichtig, denn am Ende ist es den Losties nur um den Preis vergönnt, Frieden mit sich und ihrem Schicksal zu machen, dass sie ihre Bestimmung annehmen. Aber auch Desmond hat recht - früher oder später werden sie alle den Kampf gegen sich selbst aufgeben müssen. Siegt das Schicksal oder der freie Wille ? Sind Gut und Böse doch bloß Schwarz und Weiß des Spielsteins?
Wäre die Welt wirklich mit der Insel untergegangen, wenn Jack das Licht nicht wieder zum Leuchten gebracht hätte? Wäre Oceanic 815 nicht abgestürzt, wenn Desmond rechtzeitig die Zahlen eingegeben hätte?
"Die Wahrheit wird uns befreien - aber erst, wenn sie mit uns fertig ist.
"
Im Schlussdialog der letzten Episode sind Raum und Zeit, an deren Verschiebungen sich der Zuschauer sechs Staffeln lang aufgerieben hat, nicht mehr existent. So sagt es Christian zu seinem Sohn Jack
"There is no now here. Everyone dies sometime. Some of them before you, some long after you." Sie hatten gelernt, gemeinsam zu leben und so starben sie nicht alleine. Auf der Insel gaben sie sich bewusst und unbewusst Konstanten, so dass sie sich in der Zwischenwelt nach ihrem Wann-auch-immer-Tod erinnern konnten. "This ist a place that you all made together - that you could find one another. The most important time of your life was the time you spend with these people. Nobody dies alone. You needed them and they needed you." Um gemeinsam weiterzugehen. Dies wohl die Botschaft, die die Lost Macher uns mitgeben wollten: Dass man Seelenverwandte braucht, mit denen man sein Leben meistert, die man in der zeitlosen Welt nach dem Tod wiederfindet - wenn man bereit ist, nach dem Tod loszulassen und mit denen man weitergeht. Ins Nirwana des hellen Lichts. Auch die Kernaussage und die Gemeinsamkeit aller der Religionen übrigens, auf die im Kirchenraum und in dem Kirchenfenster Bezug genommen wurde.

Dienstag, 13. November 2012

Lost - Gedanken zur Serie und zum Finale , Teil 3


Die letzte Szene: Viele Lost Fans prophezeiten sie genauso seit längerem und ich habe diese Meinung sehr schnell übernommen. Nur den Weg, wie sie dahin kommen wollen, den hat kaum einer erraten. An die "sixth sense" Lösung habe ich bis zum Schluss nicht geglaubt und so herum gedreht schon mal überhaupt nicht. Befürchtet hatte ich sie allerdings zwischenzeitlich für die Insel-Timeline, nach Juliets und Sawyers Re-Union in den Flash-Sideways. Als Juliet sagte "It works" und mir klar wurde, diese zwei Worte, in die soviele soviel hineininterpretiert hatten; sie waren eine Konstante und galten nur einem profanen Schokoriegel.

Ich war mit dem Ende sehr zufrieden und bin es bis jetzt. Erst recht, nachdem ich einen ersten Re-Run auf deutsch hatte. "Rückwärts" geschaut wurde gut klar, wie oft die Macher bereits vor dem Finale die Auflösung gaben und wie geschickt sie alles zusammenfügten.
Eigentlich halte ich es ja mit Miles "I don't believe in anything but tape", aber dieses Ende ist für mich jetzt ein Ende, an das ich glauben könnte. Ein Ende, das mich noch mehr um meine Konstante trauern läßt.

Ich persönlich weiß gar nicht, wieso sich soviele Fans jetzt aufregen. Was haben die denn die ganze Zeit für eine Serie geguckt? Es ging immer um Metaphysik, um Religion, um den Zwiespalt zwischen Wissenschaft und Glaube. Man of faith, Man of science. Das war doch von Anfang an deutlich. Dazu die Namen: Faraday. Hawking. Hume. John Locke versus Jeremy Bentham. Lost war nie eine Serie, die für Leute gedacht war, deren Halbbildung bei Austen und Sawyer aufhört. Für die ganz Begriffsstutzigen immer auch ein ironischer Seitenhieb als Wink mit dem Zaunpfahl. Zuletzt im Finale. Kate: His Name was Christian Shepherd? Really? Wie geil. Selbst die Zahlen lassen sich mit simplen Hilfsmitteln erklären. Wie wäre es mal mit einer der vier Grundrechenarten? Die Schlussszene in der Kirche auch bei weitem keine rein christliche Auflösung. Ich will gar nicht wissen, wieviele Zuschauer die Symbole sämtlicher Weltreligionen übersehen haben. Es kann im übrigen auch gar keine rein katholische Auflösung sein, dies mal nur so nebenbei. Katholigische Religion ist eine Randgruppen-Phänomen in Amerika. Das für alle, die jetzt über die Parallelen zum Christentum mosern.

Wenn überhaupt etwas die Serie im Nachhinein runterzieht, dann das Gemoser in den Foren. Natürlich war vieles aus den 122 Folgen nicht relvant für die Auflösung. Was bitte habt Ihr erwartet? Das ist nicht mal in der Bibel so. Daziwschen war Disneyland, ein Themenpark zwischen Swan Station, Dharmaville, Statue und Tempel. Flashbacks, Flashsideways, Flash Forwards, bewährte und doch neu eingesetzte Stilmittel. Allen, die jetzt schreien, wegen zu vieler loser Handlungsfäden, sei gesagt, es war eine Fernsehserie, eine die auf höchstem Niveau unterhalten hat. Alle, die jetzt nach Offenbarung suchen, haben nicht verstanden, worin die Offenbarung bestand. Lost war eine Revolution im Unterhaltungsfernsehen, eine Revolution, für die der Großteil des Publikums noch nicht reif war. Eine Serie, die ihre Zuschauer zum Nachdenken anregte, zu unzähligen Diskussionen im Internet, die ihn mitnahm ins Nachdenken über die unzähligen Fragen nach dem Ist, dem Sein, dem Tod, dem Leben.

Was die Insel am Ende war? Mythischer Ort, Monströsität der Natur, Symbol der Liebe, eine Art Fegefeuer? Es spielt keine Rolle, dass das Finale darauf keine Antwort gibt. Lost war immer dann am besten, wenn es Fragen nur stellte und das Nachdenken über die Antworten dem Zuschauer überließ. Das Nachdenken über die im Finale gegebenen hat gerade erst begonnen.

Das letzte Wort gebührt Damon Lindelof:
Remember. Let go. Move on.
I will miss it more than I can ever say.
(getwittert Mitternacht nach dem Finale )

Dem ist aus meiner Sicht nichts mehr hinzuzufügen.
Außer vielleicht:
See you in another life.
Namaste!
Nirwana des hellen Lichts

Montag, 12. November 2012

Lost in Switzerland



Lost ist überall.
Eine nicht ganz ernstgemeinte Bildergeschichte als Epilog.
Suche den Stöpsel
Finde den Stöpsel.
Auf dem Weg in die Höhle
Schaffen sie es alleine bis in die Höhle ?
Vincent ?
Es naht Hilfe.
Belohnung
Der Hauptpreis: Ein T-Shirt.

Sonntag, 11. November 2012

Lost - Wir betrauerten aufrichtig


das Ende unserer Lieblingsserie.
Meine Lieblingskollegin und ich. Am Halterner Stausee.
09.07.2010
Landing Party
09.07.2010
Stranded one

Lost - einleitende Worte


zu meiner in den nächsten Tage folgenden epischen Re-Cap und Re-View.
Fast zwei Monate ist es her - das Lost Finale.
Doch noch immer beschäftigt es mich, noch immer bin ich traurig, dass es vorbei ist. Dabei konnte ich mich in den letzten Wochen immerhin noch mit den deutschsprachigen Fassungen trösten. Nun ist es aber auch in Deutschland gelaufen, meine Freunde, meine Lieblingskollegin und der Ruhe-Bewahrer sind alle durch und endlich kann ich mich hemmungslos austoben mit meinen diversen Anmerkungen und Kritiken zu Lost, ohne Gefahr zu laufen, einen meiner Lieben zu spoilern

.Ich bin ja ein bekennender Seriensüchtel, aber noch nie hat mich eine Serie so tief in ihren Bann gezogen wie Lost. Niemals hätte ich gedacht, dass ich es mir freiwillig antun würde, eine ganze Staffel einer Serie vor der deutschen Ausstrahlung auf englisch zu gucken.....
Dabei habe ich Lost erst spät für mich entdeckt. Der Drachentöter und das Engelchen waren es, mit beredter Unterstützung der dunklen Rose, die mich infiziert haben. Stapelweise DvD's entdeckte ich eines schönen Tages in meinem Briefkasten
through the looking glass und sehr schnell war ich verloren. In den Sog einer fantastischen Geschichte gezogen.
Ich begann mit Lost in einer für mich schwierigen Zeit und sehr schnell wurde die Serie meine Konstante. Eine Serie, die sich auch mit den essentiellen Fragen des Lebens beschäftigt, dem woher, dem warum und vor allem dem wohin.




Samstag, 3. November 2012

Gewonnen


Ich glaub's ja nicht. Ich freu mich gerade so. Plötzlich und unerwartet.
Nach all dem Brassel der letzten Tage. Geschichte wiederholt sich eben doch. Erinnert Ihr euch, wie ich vor zwei Jahren kurz vor Jahresende bei der Coolibri die toten Hosen Karten gewonnen habe? Same procedure today. Und diesmal war es meine in der Tat immer noch vermisste, heiß geliebte Konstante! Von wegen "I'll never bei lost again". Bedingt durch meine Lost Begeisterung bin ich natürlich auch bei den LOST-fans.de angemeldet. Vor einigen Wochen gab es dort anlässlich der finalen Ausstrahlung im freeTV ein schickes Gewinnspiel. Jeder User konnte sich im toll gemachten Leuchtturm eintragen und seinen Kommentar hinterlassen. War natürlich Ehrensache, dass ich mich da mit verewigen musste. Vorhin geh ich ins Forum, weil ich mich für eine Antwort auf einen Kommentar vom Spieler7 nochmal vergewissern wollte und was seh ich ? Ich hab gewonnen. Den Soundtrack von Staffel 4 und Staffel 6, die einwandfrei schönsten Soundtracks und einen Lost-Notizblock. Und meinen Kommentar haben sie nochmal extra zitiert, weil er allen aus der Seele gesprochen hat.
Dickes DANKE auch hier nochmal an die Macher von LOST-fans.de für die viele Arbeit mit der Seite, dem Gewinnspiel und dem wirklich schönen Leuchtturm. Ein würdiger Abschluß !
Allen Lost-Fans und denen, die es unbedingt noch werden müssen, schenke ich heute eins meiner LieblingsVideos zum Finale:
I'll never be lost again !
Viel Spaß:
(@Spieler7: indirekt bist Du ja "schuld", dass ich mich gerade so freue.
So hab ich auch noch was Deinem persönlichen Lost-Finale ;) Hoffe, das Video gefällt Dir. Ich hatte es extra noch zurückgehalten, weil ich Dich nicht spoilern wollte!)