Samstag, 2. März 2013

Tempi passati - der letzte Blick zurück

Arrividerci e mille grazie, Ascona.

So sah er aus. Heute vor einer Woche. Unser letzter Blick zurück. Was mir am meisten fehlen wird, ist das Licht. Das Licht des Südens. Dieses Gefühl, wenn man aus dem Gotthard-Tunnel kommt, die Sonne scheint und das Licht anders ist. Weicher, schmeichelnder, liebevoller. Hach.
Der letzte Blick am letzten MorgenBootssteg des Garten Eden
Eine letzte Rückkehr. An den Ort, an dem wir in den letzten zehn Jahren zusammengerechnet alles in allem mehr als ein Jahr unseres Lebens verbrachten. Die Wohnung wurde geräumt, wir hatten Hilfe, verschenkten vieles und halfen so auch unsererseits. Für alle ein gute Sache. Der Ruhebewahrer und ich, wir sind nun mal ein gutes, eingespieltes Team, gute Organisation dazu - schnell hatten wir das alles gewuppt. Von so einer Kleinigkeit wie eine Wohnung ausräumen lassen wir uns doch nicht beeindrucken. Zudem war es auch gut, seinen Anteil am Ende gehabt zu haben.
So blieb genug Zeit, um hingerissen die Sonne und rampazzige Momente zu geniessen, mit italienischen Kellner zu schäkern und zu lernen, was Italiener mit Pinguinen verbinden. (Besagtes Schnuckelchen öffnete mir eines Abends die Terrassentür, damit ich draussen rauchen frische Luft schnappen konnte. Todernst schaut der mich an und sagt: Aber Vorsicht, da draussen sind Pinguine. Ich musste so lachen und nachher hat er mir dann erklärt, dass man das in italien so sagt, wenn es draussen kalt ist. Der Gag zog sich dann durch die ganze Woche und ich finde diesen Spruch nach wie vor unglaublich niedlich)
Abendstimmung im Bad Sonne !Sonne und der Morgenlatte am AllerbestenIl Pinguino
Gab also auch lecker und viel zu essen und zu trinken, sogar meine heißgeliebten, heißflambierten Crepes Suzette habe ich bekommen, von denen ich unlängst noch monierte, dass sie niemand mehr anbietet. Siehe da, italienische Kellner erhöhen mein Flehen. Es gab noch einige Treffen mit Freunden dort und da, dabei erfuhr ich alles über den Otto und die Lise, was ich eigentlich nie wissen wollte, aber trotzdem mega-interessant fand.
(Wär auch mal wieder Zeit für Regenbogen oder?)
Crepes SuzetteNoch besser Sonne und Cappu mit Herz
Und wir fuhren Fahrrad. Ganz schön weit, ganz schön viel und ganz schön hoch. Und zwar nicht Fahrrad, sondern Pedelec. Sprich diese E-Bikes, die unterstützen, wo man aber auch selbst noch trampeln muss. Es war Schwiegervaters Idee, dies auszuprobieren und ich hatte trotz Skepsis schon daheim versprochen, den Spaß mitzumachen. Und was soll ich sagen? Wo ich nie mit gerechnet hätte. Ich fand es toll. Grandios. und zwar nicht nur, weil ich auf diese Weise endlich mal die Wiese gefunden habe, wo im Tessin die Jersey Kühe grasen (genau. Die Kühe, die sich auf Jersey immer so erfolgreich vor uns versteckt haben... ) Das ist der Knaller, so ein E-Bike. Man kommt richtig weit damit rum und hat trotzdem was getan. Und die verhassten Berge werden zum bezwingbaren Hügelchen. Supertoll. Ich überlege ernsthaft !
Rasante FahrtBiker unter sichJersey Kühe im TessinLago Maggiore bei Tenero
So erlebten wir also noch etwas Neues und viel alt Vertrautes. Wir bemühten uns, nicht allzu viel Wehmut aufkommen lassen, die Abschiedszeremonien hatten wir ja schon im Herbst mit dem Kniefall 1.0. ausgiebigst zelebriert. Aber ein komisches Gefühl war es schon, dieser letzte Blick, dieses letzte nach Hause kommen. Irgendwann werden wir sicher zurückkehren und nach dem Rechten schauen. Aber es wird nicht mehr dasselbe sein. Wir werden nur zu Besuch sein und nicht mehr ein Teil dieses Ortes, dieser Gegend, wo die Zeit stehenblieb.
Pazza von Ascona im Winter
Wir werden uns immer viele Geschichten über Ascona erzählen.
Ob Ascona auch eine Geschichte über uns erzählen wird?

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