Dienstag, 24. Juli 2018

War es das jetzt ?

Chronik guter Dinge, die nicht vergessen werden dürfen/ Teil 3

Zurück aus dem wunderfeinen Urlaub gab es dann noch ein paar mehr oder weniger highe Lights. Der Geburtstag des Ruhebewahrers fiel etwas unter den Tisch, da er mit unserem Rückreisetag zusammenfiel. Immerhin hatte sich der Endlich21 ins Zeug gelegt und uns/ihm einen formidablen Empfang bereitet. Zwei Wochenenden später hatten wir die holy Family da und tatsächlich einen unerwartet lustigen Abend. Vor allem, weil der Gatte und der Schwager das Kind in sich entdeckten und unbedingt Türmchen bauen wollten. Immerhin nicht mit Bauklötzen, sondern mit kleinen Flaschen. Und da der Turm gekillt werden wollte, musste eben das oder andere kleine Fläschchen gepitscht werden ..... mehr sag ich da nicht zu. Einige wissen ja, was KillePitsch so alles anrichten kann. Ich sach nur: Mein Haus ist Euer Haus..... Ähem, tja.

Kille Pitsch Turm gestapelt

                                           
Alsdann machten wir noch den Hosen unsere Aufwartung zu ihrer Open-Air-Saison. Also den toten Hosen, iss klar. Live im Stadion Essen. Diesmal in großer Runde und mit einigen dabei, die noch nie dabei waren und sich über die gesonderte Begrüßung durch Campino freuen konnten. Es war ein tolles Konzert mit riesen Stimmung, ich fand es toll. Das war noch bevor die Ärzte ( die gönnen den Hosen doch echt nichts.... hört das denn nie auf ) Campino das Auftreten vorläufig verboten. Gute Besserung an dieser Stelle. Wir bleiben Euch gewogen. Bis zum bitteren Ende. Versteht sich doch.

Ja und wie bereits angedeutet gab es noch den diesjährigen der legen-wartet kurz- dären Stammtischausflüge. Diesmal in Gestalt einer Tour Eifel ( ja genau mit einem F ) Wir hatten leichte Termin, Logistik und Koordinations-Schwierigkeiten in diesem Jahr. ist eben so, wenn 4 Paare mit jeweils riesigem Anhang und eben solchen Verpflichtungen unter einen Hut gebracht werden müssen. Wir fanden dann genau ein Wochenende, an dem es gehen würde und es durfte nicht allzu weit weg sein. Bei allen aus Gründen. (Da denkt man, man hätte die Blagen aussem Haus und dann ist man gebundener als je zuvor. Ach ja)  Wir fanden schließlich ein Ferienhaus in der Eifel, im sehr kleinen Ort Reifferscheid. Das Haus war prima, wie für uns gemacht und da es eins dieser schwülen, heißen Wochenenden war, denen in der Woche danach auch verheerende Unwetter folgen würden, blieben wir fast nur im Haus und auf der großen Terrasse und hatten Spaß. Eine Wanderung zur Reifferscheider Burg unternahmen wir, war auch wirklich prima, inclusive herzlicher Gastronomie. Mehr ging nicht. Hitze und Malaisen, der eine hatte Fuß, der nächste Rücken, wieder einer Herz vor der Brust und so weiter.

Wochenende in der Eifel Reifferscheid


Am Sonntag unternahmen wir auf der Rückfahrt noch einen Abstecher nach Monschau, das wollten wir dann doch noch sehen, wenn wir schon einmal da waren. Auch das ganz prima, vor allem, weil wir einfach den örtlichen Trenino enterten, getreu dem Motto "besser schlecht gefahren als gut gelaufen". Viel Spaß hatten vor allem die Damen auch im ganzjährig geöffneten Weihnachtsladen. Man kann ja nicht früh genug anfangen und ich fand ja schon immer: Wann immer sich einem die Gelegenheit bietet, seine Sammlung des skurrilsten Christbaumschmucks aufzustocken, sollte man zuschlagen. Macht mir im Dezember diese unsägliche Sitte, sich einen Baum in die Bude zu stellen, echt leichter.

Auch das also ein gelungener Ausflug, wenn auch für mich persönlich mit der Bestätigung des Wissens: Berge nehm ich lieber in Form von Dünen und hinter Köln hört Deutschland auf. So sorry, aber auch wenn es alles ganz idyllisch ist: Meins ist das nicht. Wie man im Pott sacht. Da willsse nich tot übern Zaun hängen.
 
Teil eins
Teil zwei der Chronik der guten Dinge, die nicht vergessen werden dürfen
und warum im Moment alles so schwierig ist und jetzt erst Uralt-Kamellen gepostet werden :
Durchblick wird überbewertet  

Montag, 23. Juli 2018

War etwa noch mehr ?

Chronik guter Dinge, die nicht vergessen werden dürfen / Teil 2


dreht sich um unseren bomfationösen Frühjahrsurlaub, der einige Überraschungen in petto hatte für uns. Wir hatten  #ausGründen, also aus denen, die ich in dieser Chronik einfach weg lasse, sehr spät gebucht. Lange war nicht klar, ob und vor allem, für wie lange wir würden wegfahren können. Schlussendlich sprach ich ein Basta-Machtwort, wir würden fahren. Die vollen 2 Wochen. Nichts war dringlicher als das, wenn wir gewappnet sein wollten für den unweigerlich auf uns wartenden Stress der nächsten Monate. Da wir schon mal dabei waren, uns schwer entscheiden zu können, blieben wir  dabei und buchten uns einen Kompromiss zusammen. Der sich als grandiose Entscheidung erwies.

Therapiemaßnahme Dänemark würde flach fallen dieses Jahr. Soviel war klar. Grundlage für den Kompromiss war: nicht ganz so weit weg. Also Holland. Geht ja immer. Die erste Woche des Urlaubs verbrachten wir auf dem Wasser. Saisoneröffnung ohne uns? Ging ja gar nicht. Also unser Glück versucht und tatsächlich einen Vercharterer gefunden, der noch ein formidables Boot für uns hatte. Sogar mit Senioren-Rabatt. Den ersten unseres Lebens. Wer sagt es denn ? Natürlich - wie sollte es anders sein, wenn wir aufs Wasser gehen, hatten wir wieder von allet. Gewitter, Stürme, Hagel, aber auch sonnige Momente. Mehr dazu gibbet an dem Platz, wo es hingehört. Im Logbuch friese meren. 

Danach wechselten wir die Location und gingen vom Wasser ans Wasser. An die geliebte Noordzee. Musste sein. Ein Jahr ohne Nordsee ist ein verlorenes Jahr. So lautet nun mal das Gesetz. Machste nix dran. Da wir nun schon mal hoch im Norden der Niederlande waren, wurde es dann diesmal richtig Holland, also Provinz Noord-Holland. Von Fryslan aus ins geliebte Zeeland zu fahren, wäre einfach dumm gewesen, so Zeitmanagement-mässig. Die ganz großen Noordholland-Fans sind wir nicht, habt Ihr sicher schon raus gelesen. Aber egal, Nordsee ist Nordsee. Und am Strand sitzen und aufs Meer zu gucken, ist überall schön. Mehr wollten wir ja gar nicht. So der Gedanke.

Also entschlossen wir uns. nicht nach Ort zu buchen, sondern nach Unterkunft. Der Ruhebewahrer machte sich sehr verdient und fand ein ganz wunderfeines Appartement, in absoluter Strandnähe in Callantsoog. Wir zögerten noch kurz, denn wir kannten Callantsoog von einigen Abstechern und fanden es bis dato nicht so prall. Nicht ganz so gemütlich und atmosphärisch, wie die Orte in Zeeland oder auch in Friesland. Aber wir buchten es - und bereuten es keinen Moment.

Das Appartement war wirklich nett, nicht sehr groß, aber zweckmäßig und zugleich liebevoll eingerichtet. Wir hatten einen kleine Terrasse mit Blick auf die Dünen des angrenzenden Naturschutzgebietes, mussten "nur" eine, dafür allerdings sehr hohe Düne  erklimmen und schwupps - waren wir schon am Strand. Wo wir zu unserem großen Entzücken sogar eine kleine Strandhütte hatten. War in der Buchung inclusive, sowas aber auch. Hatten die glatt das Beste verschwiegen. Fanden wir mega. Vom Appartement aus waren es ebenfalls nur wenige Schritte in den Ort und ja - er ist nicht so richtig, richtig schön. Aber als wir einmal da waren, fanden wir es einfach nur angenehm. Es gibt nette kleine Restaurants, ordentliche Imbissbuden, sehr schöne, gut geführte Geschäfte, einen großen Supermarkt, einen sehr guten Bäcker und einen Metzger, den wir leider nicht ausprobiert haben, von dem wir aber nur Gutes hörten.  Und am Besten: es gab jede Menge Strandbuden. Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Ganz ganz super. Das Wetter war absolut grandios, Südsee an der Nordsee sozusagen. ich hab bestimmt schon zusammengezählt mehr als ein Jahr an der holländischen Nordsee verbracht, aber solche Sommertage hatte ich nur sehr sehr selten. So waren wir jeden Abend bis zum Sonnenuntergang am Strand, aßen mal hier, mal dort. Nur einmal verpflegten wir uns mit einem Picknick, beinhaltend lauter Leckereien aus dem örtlichen Angebot.

Urlaub in Callantsoog

Ausflüge fielen weitestgehend flach zugunsten der wunderfeinen Strandtage. Nicht so schlimm, kein Ort in der Nähe, an dem wir nicht schon mindestens einmal gewesen wären. Nur einen kurzen nicht sehr ergiebigen Shopping-Trip gönnten wir uns nach Schoorl. Dies übrigens der Ort, an dem ich mich dareinst einkleidete beim Trip mit ohne Koffer. Ihr erinnert Euch. Gut, dass das diesmal nicht passiert war. Allzuviel hätte ich nicht ergattert. Dafür hatten wir an einem Abend sogar eine Verabredung. Unser Twitterfreund Paraneues, den es sonst auch oft aufs Wasser verschlägt, war mit seiner sehr netten Gattin und dem sagenumworbenen Hund H1 von Baskerville vor Ort und da mussten wir uns natürlich treffen. War klasse. Wir hatten uns viel zu erzählen, haben uns vom ersten Moment an verstanden und hatten einen tollen Abend in der Piraten-Strandbar. Pirat gesucht, Fuchs und Freunde gefunden.

Gerne wieder. Nicht nur das Treffen. Sondern auch Callantsoog. Eine der besten Buchungen, die wir je hatten. Vor allem, weil wir uns nicht allzu viel davon versprochen hatten.

Für all das, was ich nicht verlinkt habe, befragt bitte die Suchmaschine Eures Vertrauens.  Ein schöner Tipp ist übrigens auch neu errichtete Afsluitdijk Wadden Center, ein interaktives Museum zwischen Ijsselmeer und Wattenmeer, welches dieses Naturschutzgebiet und seine Schutzmaßnahmen erlebbar macht. Und ein Date mit Cornelis Lely ermöglicht, dem genialen niederländischen Städteplaner, nach dem nicht nur etliche Straßen sondern sogar eine ganze Stadt benannt wurde.

Abschlussdeich Wadden Center Museum Nordsee Ijsselmmeer

Und warum alles so schwierig ist im Moment: Durchblick wird überbewertet 
Teil drei der Chronik zum Besser schlecht gefahren als gut gelaufen Wochenende 
         

Freitag, 20. Juli 2018

War sonst noch was ?

Chronik guter Dinge, die nicht vergessen werden dürfen / Teil 1 


So. Liebeleins. Lasst mal sehen. Wo sind wir denn so hier in dieser gemütlichen kuscheligen Bloggerecke? Der letzte Blogpost vor der erzwungenen Offline-Pause war vom Freitag den 13. April und trug den prophetischen Titel "bis zum bitteren Ende". Beinahe hätte sich ein Freitag, der 13te zum ersten Mal für mich als Tag mit schlechtem Karma erwiesen und der prophetische Titel hätte für diesen Blog gegolten. Klippe nochmal umschifft. So gerade eben.

So wie auch so manche Klippe in unserem ganz und gar wunderfeinen Frühjahrsurlaub. Davon ausführlich zu lesen im Logbuch Friese Meren. Zunächst wenigstens eine Zusammenfassung all der guten Dinge, die passiert sind und die dazu beitrugen, dass Zeit für den Blog Mangelware war. Wofür das bißchen Zeit, dass ich noch hatte, draufging, wisst Ihr schon.  Hier jetzt genau wie die schlechten Dinge kein Thema. Die lassen wir in der Ecke, in der sie gerade darauf warten, in Vergessenheit zu geraten.


Da wäre zunächst einmal der Tag nach dem 13ten. Meine langjährige Freundin, die Frau Herzstück,
die ich gerne verlinken würde, aber aus Gründen nicht tue, hatte uns und die Wahlverwandschaft am 14ten zu einem ganz prima Tapas-Abend eingeladen, von dem wir des Nachts guter Laune heimkehrten. Sehnsüchtig erwartet vom Endlich21, der gute, richtig gute Nachrichten hatte:





Kalendarisch war es in dieser Nacht bereits der 15te April. Dazu muss man wissen: Der Endlich21 hatte sich entschieden, sein Studium in der geilsten Stadt der Welt, in Holland fortzusetzen und dort am allerliebsten im spannenden Rotterdam. Rotterdam hat für seine Fachrichtung eine der anerkannt besten Fakultäten in Europa, dementsprechend groß ist der Andrang, dementsprechend hart sind die Auswahlkriterien (Ihr erinnert Euch an den Toeffeligen Test, den ich in anderen Datenschutz-Zeiten sogar mal verlinkt hatte) und dementsprechend gespannt waren wir alle. Von Maastricht, auch eine gute Uni für sein Gebiet, hatte er bereits eine Zusage. Die Erasmus Universität Rotterdam hatte mitgeteilt, jedes Jahr am 15ten April bekannt zu geben, wer einen der begehrten Plätze in der international class bekommen würde. Und wenn eine holländische Institution sagt, sie teilt es am 15ten mit, dann tut sie das. Sonntag hin oder her, Punkt Mitternacht war die Zusage da. Konnten wir direkt weiter feiern.

Direkt in der Woche drauf fuhren der Endlich21, der Jimny und ich gen Südholland. Ahoy Rotterdam. Bevor der Endlich21 so eine folgenschwere Entscheidung trifft und auf Angebot annehmen klickt, wollten wir das Ganze nochmal vor Ort sehen und entscheiden. Von unserem Rotterdam-Sightseeing hatte ich damals berichtet, Ihr erinnert Euch an meine Begeisterung für diese außergewöhnliche Stadt*. Auch der Endlich21 kannte Rotterdam von einem Schüleraustausch. Was auch gut war. Denn wir waren trotz der Vorkenntnisse wie erschlagen von dieser Stadt. Auch wenn man eine Vorstellung von Rotterdam hat, die Stadt überrollt einen zunächst. Amsterdam ist ein Freilichtmuseum mittlerweile, etliche andere berühmte Städte in Europa ebenfalls. Aber Rotterdam lebt. Es ist groß, es ist lebendig, es entwickelt sich an jeder Ecke. Durch die Stadt fließt die Maas, kurz nachdem sie Rhein und Waal aufgenommen hat, sie fließt breit und gewaltig, man kann die Nordsee, in der sie nur wenige Kilometer weiter münden wird, erahnen. Der Fluß, der Hafen und die Brücken dominieren diese Stadt und ihre sich ständig wandelnde Skyline.


Die Uni ist ebenso wie die Stadt, groß, gewaltig, architektonisch ambitioniert. Wenn die RUB der betongewordene Albtraum ist, dann erfüllt Erasmus den betongewordenen Traum. Hier ein Teich, dort eine Wasserstelle, da ein Springbrunnen. Grün überall, ein riesengroßer See für Badetage, Tennisplätze, ein ganzes Gebäude nur als Gym und so weiter. Die Rotterdam School of Management,  wo der Endlich21 studieren wird, gehört zu den Top Ten in Europa und ist vom Allerfeinsten ausgestattet. Allerneueste Technik, alles gepflegt. Nichts mit abgeranzten Hörsälen, Block und Bleistift. Wir waren begeistert und auch erschlagen. Wenn wir nicht schon mal da gewesen wären, wer weiß, vielleicht wäre es doch das kleinere, gemütlichere Maastricht geworden.



Aber die Entscheidung ist gefallen. Im August geht er nach Rotterdam und wir bereiten nun diese kleine Auswanderung vor. Ich freue mich riesig für ihn, ich gönne es ihm von Herzen (zumal er auch gerade schwer als Bierkutscher malocht, um Geld zurückzulegen für diese nicht ganz billige Aktion). Ich bin sicher, der Endlich21, der an so manchem leidet, was dieses Land und unser Ballungsgebiet einem so zumutet, wird sich im kosmopolitischen, weltoffenen, toleranten Rotterdam mit vielem leichter tun als hier. Veel success.

Und nein - da viele fragten. Mir fällt es ganz und gar nicht schwer, ihn "auswandern" zu lassen. Natürlich werde ich ihn vermissen, durch die niederländische Trimester-Regelung und den sehr straighten Studienplan werde ich ihn auch seltenst zuhause haben die nächsten Jahre. Aber - ein Teil meines Herzens ist eh immer in Holland, ich bin dort sozialisiert worden und das Land ist mir in der Tat näher als zum Beispiel das Rheinland, wohin es den Juristen verschlagen hat. Außerdem - dem NRW-Verkehr sei Dank, ist man von hier aus genauso schnell in Rotterdam wie in Bonn. Stressfreier zudem. Wenn überhaupt, kommt sowas wie Wehmut auf. Weil jetzt auch der Jüngste aus dem Haus geht - und weil die RSM zum Einführungswochenende nach Renesse geladen hat. Ausgerechnet!   

Für alles, was ich nicht verlinkt habe, aber gerne getan hätte, befragt doch einfach die Suchmaschine Eures Vertrauens. Gute Suchbegriffe wären Erasmus Universität Rotterdam, RSM Rotterdam , Erasmus Brücke, Hotel New York.Bei Youtube gibt es einige Clips zum Campus der Uni. Sehr zu empfehlen war auch die sehr kleine, aber sehr feine Pension im kleinsten Haus Rotterdams, in dem wir nächtigten, das Jeneverlogies Schiedam 

*Zum Glück - so kann der Endlich21 sich die nächsten Jahre nicht beschweren, wenn ich dauernd auf der Matte stehe. Er hat immer gewusst, dass ich Rotterdam zu einer meiner Lieblingsstädte erklärt habe.... krchchchch  

Teil 2 der Chronik guter Dinge 
und Teil 3  

Mittwoch, 18. Juli 2018

Serientipp der Woche: Broadchurch - Update

Folgende Kurz-Review postete ich am 30.04.2016 zur britischen Krimiserie 

Broadchurch 


Beklemmende Krimiserie aus Großbrittanien, die den Zuschauer mit der bitteren Erkenntnis zurücklässt, dass es in manchen Geschichten einfach nur Verlierer gibt. Allen Bemühungen zum Trotz. Die Hoffnung stirbt zuletzt - aber manchmal stirbt sie eben. Einfach so.

Im malerischen kleinen ( fiktiven Küstenstädchen) Broadchurch wird ein kleiner Junge am Strand tot aufgefunden. Die Ermittlungen fördern Geheimnisse zutage - jeder im Ort hat seines und meist ist es dunkel. Erzählt wird in klassischer Whodunit-Manier, mit leisen Mitteln wird kaum aushaltbare Spannung erzeugt, die sich vor allem daraus speist, was mit dem Dorf und seinen Menschen geschieht, wenn jeder jeden verdächtigt.

Die Serie wurde chronologisch gedreht, Folge für Folge. Die Darsteller wussten selbst bis kurz vor Drehbeginn jeder Folge nicht, wie es weitergeht. So wusste bis zur letzten Folge der ersten Staffel auch keiner, wer der Mörder ist. Weder der Darsteller des Mörders noch die der Ermittler noch die der Familie - keiner. Was der Spiel der ohnehin ausgezeichneten Darsteller noch authentischer und unvermittelter machte. In der zweiten Staffel wird die Serie dann teilweise zum nicht minder spannenden Gerichtsdrama um Schuld und Sühne. Eine dritte Staffel ist in Planung.

Weiteres Merkmal: gelegentliche Twin-Peaks-Momente

Darsteller:  in den Hauptrollen David Tennant ( bekannt aus Dr.Who und Harry Potter) und Olivia Colman ( in Großbritannien gefeierte Schauspielerin ) - beide zum Niederknien gut.

+Update+ 


Mittlerweile haben wir Staffel Zwei und Drei ebenfalls gesehen. Staffel Drei haben wir gestern abend beendet und ich bin immer noch sehr angefasst davon.  Daher auch das dringende Bedürfnis nach einem Update - und der fast schon mantra-artigen Wiederholung: Schaut diese Serie. Unbedingt. Für mich gehört sie zum Besten, was Fernsehen hervorgebracht hat in diesem Jahrtausend.

Staffel zwei klärt einen Fall auf, der schon in Staffel 1 Erwähnung fand und der die Figur des David Tennant über seine Grenzen brachte. Daneben ist Staffel 2 wie bereits erwähnt ein Gerichtsdrama, welches die Geschehnisse der ersten Staffel versucht, aufzuarbeiten. Die Betonung liegt auf "versucht". Staffel 2 ist die schwächste der drei Staffeln, aber im Vergleich mit anderen Krimiserien immer noch eine Welt für sich. Vor allem das Staffelfinale ist unfassbar intensiv, bedrückend und beklemmend, mit nur wenigen Hoffnungsschimmern für das weitere Leben der Protagonisten.

Staffel 3 dann bringt die Serie zu einem absolut würdigen, wenn auch nicht gerade hoffnungsvollerem Ende. Es wird eine Serie von Vergewaltigungen aufgeklärt, so dicht, so respektvoll, so nah dran an denen, die durch diese Taten großes Leid erfuhren (und das sind nicht nur die, die diese Tat erleiden mussten), wie es noch nie zuvor gezeigt wurde. Der Serie gelingt das Kunststück, neben der Whodunit-Spannung klar herauszuarbeiten, worum es bei Vergewaltigungen geht: Um Kontrolle und Macht. Und vor allem, dass die betroffenen  Frauen keine Schuld trifft. Keine! So deutlich ist das noch nie gezeigt worden. Ein großer Verdienst.

Daneben erzählt Staffel 3 auch, wie und wohin sich das Leben der Familien entwickelt hat, die in Staffel 1 im Mittelpunkt standen. Diese Erzählung bringt nichts zu Ende und ist unendlich traurig. Vor allem der Figur des Mark Latimer, der Vater des ermordeten Jungen, kann man nur schwer aushaltbar zuschauen. Hoffnungsschimmer sind am Ende - die Frauen. Die, die leiden, die, deren Herzen unheilbar und für immer gebrochen sind, die trotzdem weitermachen, irgendwie. Weil es ihnen aufgebürdet wird. Weil sie müssen. Wohl auch weil sie können. Für ihre Kinder. Und weil es kein anderer tut.

Eine weitere Staffel wird es nicht geben. Dies hat Serienschöpfer Chris Chibnall unzweifelhaft klargestellt. Auch wenn selten eine Serie ein so großes Sucht-Potential hatte, ist es sicher gut so, bevor die Serie noch ihre eigene Legende zerstört.  Man sagt es oft so dahin, aber hier ist es so: besser kann man es nicht mehr machen. 

Staffel eins und zwei waren im ZDF zu sehen. Ob Staffel drei noch ins Free-TV kommt, dazu gibt es derzeit keine verläßliche Aussage. Alle drei Staffeln sind derzeit bei Netflix verfügbar. 


Montag, 16. Juli 2018

Was zu sagen ist - State of the Blog

Dieser Blog war mehrere Monate offline. Hashtag ausGründen.

Fakt ist: ich hatte und habe sehr sehr wenig Zeit zum Bloggen. Das hatte nicht nur (aber auch)  mimimi-Gründe, sondern auch schöne. Wir hatten ein Träumchen von Frühjahrs-Urlaub, wir waren mit dem Stammtisch zu einem weiteren unserer legen - wartet kurz - dären Kurztrips, ich war mit dem Endlich21 in Rotterdam, wir bereiten seine Auswanderung dorthin vor, wir waren auf Konzerten, auf Feiern. Alles prima. Alles so prima, dass ich Euch so so gerne davon erzählt hätte. Aber die paar Stunden, die ich für's Bloggen hatte, musste ich nutzen, um diesen Blog DSGVO konform zu machen. Mit Betonung auf musste. Ich, die Betreiberin eines kleinen, privaten, gemütlichen, nicht im Ansatz kommerziellen oder influencenden Blogs, der ausschließlich als privates Hobby betrieben wird.

Ich werde mich jetzt hier nicht darüber auslassen, wie ungerecht ich all diese Vorschriften empfinde, wie ausgesprochen ungeschützt im Umkehrschluss der private Blogger nunmehr ist und wie im Endeffekt die Großen von dem Ganzen auch noch profitieren. Das überlasse ich berufeneren Menschen mit mehr Kenntnis der Materie. Ich bin einfach nur erschöpft von dieser Materie.

Dennoch: Dies ist mein Blog. Mein Seelenort. Hier steckt nicht nur Zeit und Mühe drin, sondern auch mein Herzblut. Und zwar ganz viel davon. Ich brachte es nicht über mich, einfach aufzugeben.Auch wenn ich einen Preis dafür zahlen muss. Einen Preis zunächst in Form monatelangen Offline-Daseins. Was mir wahrscheinlich meinen Blog, meine Bekanntheit, meine Reputation in Folge eh zerschossen hat. Ferner einen Preis in Gestalt von Verzicht auf vieles, was mir das Bloggen lieb und teuer machte. Dazu gleich mehr. Aber sie können mir meinen Schmuck nehmen, meinen Körper und meine Seele kriegen sie nicht. Also sagt mein Blog, nicht ich....

So. Auch wenn ich mehr als einmal Tränen der Wut geweint habe, Schluss mit Pathos. Wir wechseln in den Modus Galgenhumor. Es geht jetzt weiter mit diesem Blog. Wenn auch in hart abgespeckter Form. Wenigstens etwas, was problemlos abspeckt.......

Und so sind die neuen Blog-Modalitäten:  


Schweren Herzens habe ich diesen Blog auf ein Minimum an Tools runtergeschrumpft. So wird es vorläufig nun hier sein.

Dieser Blog ist nicht mehr mit Google Plus verknüpft. Wenn in diesem oder anderen Netzwerken ein Blogpost von mir geteilt wird/ werden soll, geht das nur so wie es schon in der Steinzeit ging: copy and paste.

Dieser Blog ist nicht mehr mit Twitter verknüpft. Wenn auf dieser Plattform ein Blogpost von mir geteilt wird/ werden soll, geht das nur so wie es schon in der Steinzeit ging: copy and paste.

Der Teilen Button ist deaktiviert. Wenn Ihr einen Blogpost von mir teilen wollt, auch per Mail, geht das nur so wie es schon in der Steinzeit ging: copy and paste.

Ebenfalls ersatzlos rausgenommen sind die Buttons für Abo per Mail oder Feed-Abo oder follow per GoogleFriends. Wenn Ihr diesem Blog folgen wollt, geht das nur so wie es schon in der Steinzeit ging: per Lesezeichen.

Grund dafür ist, dass jedem, der eine Webseite öffentlich zugänglich macht, auferlegt wird, ein externes Datenverarbeitungsverzeichnis zu führen. Was genau da drin stehen muss, ist noch nicht genau definiert. Iss klar. Aber im Zweifelsfall muss dort all jenes, wie oben aufgeführt, akribisch aufgelistet und auf Vorlangen vorgezeigt werden. (Wo da genau die Daten geschützt werden, entzieht sich meinem Verständnis, aber ich bin ja auch blond) Jedenfalls: Solange nicht klar ist, ob ich all diese Dinge bis ins Kleinste speichern muss in diesem Verzeichnis, bleiben all diese Funktionen sowie auch normale Traffic-Funktionen wie referrer abgeschaltet. Ich kann das einfach nicht leisten. Das wäre schon bei einem so kleinen Blog wie diesem mehr als nur ein Vollzeitjob.

Aus dem gleichen Grund wird es vorläufig keine Kommentarmöglichkeit mehr geben. Ich bedauere dies zutiefst, war doch gerade auch der Austausch mit Euch ein wesentlicher Bestandteil meines Bloggerlebens.

Sollte ich jemals wieder Zeit finden für ein TGiF, wird auch dieses anders aussehen. Auf die Statistik werde ich weitestgehend verzichten (müssen). Auch Verlinkungen und Zitate sind neu geregelt. Nur  leider nicht klar. Und schon mal gar nicht im Hinblick auf Urheberrecht oder Kennzeichnung als Werbung. Sollte ich überhaupt noch jemand zitieren, dann nur die, die ich persönlich kenne und denen ich vertraue. Die im Zweifelsfall jederzeit ohne Zögern erklären können, dass ich die Erlaubnis hatte. Auch dies ärgert mich sehr. Die Statistik und auch andere Links, in denen ich z.B. etwas empfohlen habe, waren immer nur als Service gemeint. Als Nettigkeit. Wenn sich etwas bewahrheitet hat, dann: Nett ist die kleine Schwester von Scheiße. Aber sowas von. Nunmehr bleibt mir nichts anderes als der Hinweis: befragt die Suchmaschine Eures Vertrauens. ( Zu Risiken und Nebenwirkungen der DSGVO befragt dann aber besser die EU )

In Summe: Mir wird derzeit fast jede Möglichkeit genommen, meinen Blog bekannter zu machen oder neue Leser zu gewinnen. Ebenso ist die Kommunikation extrem eingeschränkt. Im Gegenzug dafür muss ich Auflagen erfüllen, die mich komplett nackich und ungeschützt machen. Danke für Nichts. 

Nun denn, Liebeleins. Ich hoffe, Ihr bleibt mir gewogen. Trotz und alledem oder noch besser genau deswegen jetzt erst recht. Wenn Ihr mir etwas zu den Blogposts sagen möchtet, könnt Ihr das vorläufig dort tun, wo wir uns sonst noch treffen. Google Plus, Twitter, auch privat bin ich ja mit vielen in Kontakt. Eure Meinung ist mir nach wie vor wichtig. Und worüber ich mich noch sehr freuen würde, jetzt noch mehr als früher: Empfehlt mich. Bei Twitter, bei Google Plus, bei FB - wie in der Steinzeit per Copy and paste Link. Und nachdem all dies getan und gesagt worden ist, freue ich mich, Euch nach und nach auch wieder etwas zu erzählen. Z.B. von all den schönen Dingen, die mich vom Bloggen abgehalten haben. Coming soon.

N.S. Dieser Blogpost wurde vor meiner Augenerkrankung geschrieben und sollte eigentlich in genau der Woche den Blog wieder eröffnen, in der mir dann auf einmal der Durchblick flöten ging. Dazu gab es bereits einen Post. Ich wollte diesen zum State of the Blog jetzt nicht mehr umschreiben.  Ebenfalls Hashtag aus Gründen. Aber Bescheid wissen sollt Ihr doch. Die wirklich schönen Posts kommen jetzt so nach und nach, wie es meine Situation erlaubt.